mini|Oberleiterbach St. Laurentius

Oberleiterbach (bambergisch: (Öhba)läddäbochD. Fastnacht: Staffelstein, S. 215. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: (ȭbɐ)lädɐbǫx.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Zapfendorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern. Die Gemarkung Oberleiterbach hat eine Fläche von 4,559 km². Sie ist in 707 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6448 m² haben.

Oberleiterbach ist seit 2016 das erste und einzige Bioenergiedorf im Landkreis Bamberg und Träger des Bürgerenergiepreises Oberfranken.

Oberleiterbach wurde im Jahr 1977 „Bundesgolddorf“. Im Jahr 2016 errang der Ort im Dorfwettbewerb Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden Gold auf Kreisebene und am 18. Juli 2017 die Goldmedaille auf Bezirksebene.

Geografie Das Kirchdorf liegt im Tal des Leiterbachs, eines linken Zuflusses des Mains. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Kleukheim zur Staatsstraße 2187 (2,2 km östlich), nach Peusenhof (2 km südöstlich), nach Reuthlos (1,3 km südlich) und die Bundesautobahn 73 unterquerend nach Weihersmühle (1,4 km nordwestlich). Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte Die michelsbergischen Klosterhöfe „Leiderbach“ (heute Laurentiusring 4 und 8) wurden erstmals 1221 erwähnt. Der Name Oberleiterbach tauchte 1323 erstmals in den Geschichtsbüchern auf.D. Fastnacht: Staffelstein, S. 215. Um 1498 lebten im Ort etwa 200 Einwohner. Im Dreißigjährigen Krieg wurde mehr als die Hälfte des Dorfes zerstört.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Oberleiterbach aus 51 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Lichtenfels aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Lichtenfels. Grundherren waren das Kloster Michelsberg: 2 Höfe, 11 Güter, 16 Sölden, 7 Häuser, 3 Tropfhäuser, 1 Schulhaus, 1 Schenkstatt; das Seniorat von Redwitz: 5 Gütlein; die von Neudecker’schen Erben zu Bamberg: 1 Gütlein; die Gemeinde: 1 Haus, 1 Schmiede, 1 Brauhaus, 1 Hirtenhaus.H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 92.

Im Jahre 1802 kam Oberleiterbach an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1810 der Steuerdistrikt Oberleiterbach gebildet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Oberleiterbach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Lichtenfels zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenfels. 1841 erfolgte der Wechsel zum Landgericht Scheßlitz und dem Rentamt Scheßlitz. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Staffelstein (1939 in Landkreis Staffelstein umbenannt) für die Verwaltung zuständig und das Rentamt Rattelsdorf für die Finanzverwaltung, bis 1866 das Rentamt Staffelstein neu gebildet wurde (1919 in Finanzamt Staffelstein umbenannt, ab 1929 Finanzamt Bamberg-Land). Die Gerichtsbarkeit lag ab 1862 beim neu gebildeten Landgericht Staffelstein (1880 in Amtsgericht Staffelstein umbenannt, 1956 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Lichtenfels).H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 163. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 4,573 km².

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Oberleiterbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Zapfendorf eingemeindet.

Baudenkmäler In Oberleiterbach gibt es 25 Baudenkmäler: Einsiedler-Ivo-Straße 1: ehemaliges Schulhaus Einsiedler-Ivo-Straße 2, 4, 6; Kleukheimer Straße 2; Laurentiusring 4, 15, 18; Leuchtersbrunnen 7: Bauernhäuser Einsiedler-Ivo-Straße 3, 5, 8; Kleukheimer Straße 1; Laurentiusring 16: Wohnstallhäuser Laurentiusring 2: St. Laurentius mit Friedhofsummauerung und Portal Laurentiusring 3: Wohnstallhaus, Remise und Stadel eines Bauernhofes Laurentiusring 10: Wohnhaus Laurentiusring 12: Schulhaus Reuthloser Straße 1: Wohnstallhaus, Remise und Fachwerkstadel eines Bauernhofes Reuthloser Straße 2: Ehemaliger Brauereigasthof Schneider, Fachwerkstadel Schloßstraße 19: Stadel Kreuzigungsgruppe Kruzifix zwei Bildstöcke Sandsteinfigur Heiliger Johann Nepomuk

Bodendenkmäler In der Gemarkung Oberleiterbach gibt es drei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905Einwohner 270 292 286 277 273 292 287 290 304 286 275 268 270 272HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 52 54 54 72 54 Quelle

Jahr 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 1999 2010 2024Einwohner 289 293 268 249 231 423 354 342 242 245 253 264 267 260Häuser 51 49 51 68 Quelle

Religion Oberleiterbach ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Johannes der Täufer (Kirchschletten) gepfarrt.

Vereine Oberleiterbach hat ein sehr aktives Vereinsleben. Die Freiwillige Feuerwehr, gegründet 1901, sorgt für Brandschutz und die allgemeine Hilfe und ist auch der Ausrichter der Kirchweih rund um den ersten Sonntag im September. Im Jahr 2013 wurde ein neues Feuerwehrhaus zur Benutzung übergeben. Im Jahr 2027 wird das erste Feuerwehrfahrzeug in der Geschichte der Wehr in Dienst gestellt. Es handelt sich dabei um ein GW-TS (Gerätewagen Tragkraftspritze) auf Basis eines Ford Rangers.

Weitere Vereine sind der Soldaten- und Kameradschaftsverein, der im Jahr 2026 sein 100-jähriges Bestehen feiert, und der Gartenbauverein. Ehemalige Vereine sind der Stammtisch Klein Hollywood und der Dart Club Red Rebels.

Sonstiges Das Dorffest (Ausrichter: Soldaten- und Kameradschaftsverein zusammen mit dem Gartenbauverein)Dorffest Oberleiterbach, Markt Zapfendorf, abgerufen am 22. August 2023 findet jeweils an Mariä Himmelfahrt auf dem Platz zwischen Gemeinschaftshaus und Spielplatz und die Kirchweih rund um den ersten Sonntag im September statt (Ausrichter: Freiwillige Feuerwehr).

Persönlichkeiten Ivo Hennemann (1824–1900), Eremit vom Staffelberg Johann Wolf (1837–1911), Orgelbauer

Literatur

Weblinks

Offizielle Website.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Geographie (Zapfendorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Ersterwähnung 1221 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg