Die Gamescom (Eigenschreibweise: gamescom) ist die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele sowie Unterhaltungselektronik und findet seit 2009 jährlich in Köln statt. Hersteller aus aller Welt präsentieren auf der Messe ihre neue Soft- und Hardware. Neben den verschiedenen öffentlichen Messebereichen existiert darüber hinaus ein geschlossener Bereich für Fachbesucher, wie beispielsweise Händler, Journalisten und Entwickler. Seit dem Jahr 2009 findet die Gamescom auf dem Gelände der Koelnmesse statt. Sie löste dabei die Games Convention ab, welche von 2002 bis 2010 in Leipzig (ab 2009 als Games Convention Online) veranstaltet wurde. Träger der Messe ist seit 2018 der Verband der deutschen Games-Branche – game.

Jeweils wenige Tage im Vorfeld der Gamescom findet die sogenannte gamescom dev (bis Oktober 2025: „Devcom“) als Konferenz speziell für die Entwickler-Branche statt. Am Vorabend der Eröffnung wird zudem jährlich die „gamescom – Opening Night Live“ – Show (ONL) veranstaltet. Diese präsentiert die neusten Trailer und Ankündigungen der internationalen Games-Branche und wird von Geoff Keighley moderiert.

Geschichte Die erste Gamescom fand vom 19. August 2009 bis 23. August 2009 statt. Dabei wurde im Zuge der Gamescom vom 17. bis 19. August die Entwicklerkonferenz GDC Europe veranstaltet. Mehr als 450 Aussteller aus 31 Ländern zeigten auf insgesamt 120.000 m² Ausstellungsfläche ihre Produkte, darunter mehr als 100 Neuvorstellungen, Welt- und Europapremieren. Seitdem findet die Gamescom einmal im Jahr statt, wobei der erste Tag der Messe dem Fachpublikum und Medien vorbehalten ist. Den bisherigen Besucherrekord stellte die Gamescom 2019 mit über 373.000 Besuchern auf. Jährlich kommen mehr Aussteller zur Gamescom. Während 2009 gerade mal 458 Aussteller auf 120.000 m² waren, so waren auf der Gamescom 2026 auf 233.000 m² 1.743 Aussteller aus 66 Ländern vertreten. Seit 2017 findet die Gamescom in der Regel an fünf Tagen in der letzten kompletten Augustwoche statt. Zur Gamescom 2019 wurde am 19. August 2019 das erste Mal die Eröffnungsshow „gamescom: Opening Night Live“ veranstaltet, die die Gamescom einleitet.

Die für von 25. August 2020 bis 29. August 2020 geplante Gamescom musste wegen der COVID-19-Pandemie in Deutschland und dem daraus resultierenden Großveranstaltungsverbot abgesagt werden. Der Veranstalter entschied sich gegen einen Ersatztermin und beschloss, die Gamescom digital abzuhalten. Die Gamescom in ausschließlich digitaler Form wurde kritisiert, da Publisher wenig neue Inhalte präsentierten, teils sogar gänzlich auf eine Teilnahme an der Messe verzichteten, und die Livestreams ein ungenügender Ersatz der physischen Messe waren. Auch die Gamescom 2021 fand wegen der anhaltenden Pandemie nur digital statt. Seit 2022 findet die Messe wieder vor Ort und mit Besuchern statt.

Messestatistik Jahr Zeitraum Besucher Besucher (zusätzlich)Gamescom city-festival davonFachbesucher Journalisten Aussteller Ausstellungs-fläche in m² Partnerland Quellen 2009 19. – 23. August 245.139 k. A. 17.326 4.100 458 120.000 k. A. 2010 18. – 22. August 254.000 k. A. 18.900 4.400 505 120.000 Kanada 2011 17. – 21. August 275.000 100.000 21.400 5.500 557 120.000 Großbritannien 2012 15. – 19. August 275.000 100.000 24.500 5.300 600 140.000 Südkorea 2013 21. – 25. August 340.000 120.000 29.600 6.000 635 140.000 Frankreich 2014 13. – 17. August 335.000 130.000 31.500 6.000 700 140.000 Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden 2015 5. – 9. August 345.000 150.000 33.200 6.000 806 193.000 Großbritannien 2016 17. – 21. August 345.000 150.000 30.500 877 193.000 Türkei 2017 22. – 26. August 350.000 30.700 919 201.000 Kanada 2018 21. – 25. August 370.000 31.200 5.100 1.037 201.000 Spanien 2019 20. – 24. August 373.000 k. A. 31.300 5.132 1.153 218.000 Niederlande 2020 27. – 30. August – – – – – – – 2021 25. – 27. August – – – – – – – 2022 24. – 28. August 265.000 100.000 25.0003.273 1.135 220.000 Australien 202323. – 27. August320.00080.00031.0001.227230.000Brasilien202421. – 25. August335.00080.00032.0001.462230.000Partnerregion „Nordische Länder“ (Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen, Island, Estland)202520. – 24. August357.000 aus 128 Ländern80.00034.0001.568 aus 72 Ländern233.000Thailand202626. – 30. August368.000 aus 131 Ländern80.00036.0001.743 aus 66 Ländern233.000–

Messebereiche mini|Der Eingang Süd des Kölner Messegeländes zur Zeit der Gamescom 2023. Folgende Messebereiche befinden sich auf dem Gelände: Entertainment area Event arena Merchandise area Signing area Indie area Cosplay village Retro & family area Artist area Cards & boards area Campus area Business area

Retro Area mini|Retro-Ausstellung auf der Gamescom 2010 Fester Bestandteil der Gamescom ist die Retro Area, die 2009 als Sonderschau Retro Gaming startete. Auf dem Gemeinschaftsstand zeigen mehrere Dutzend Sammler, Vereine, Bastler, Entwickler und Künstler die Geschichte und Kultur des digitalen Spielens. Zu den Ausstellern gehören auch Pioniere der Spielebranche wie Factor 5, Sensible Software, Hewson Consultants, Chris Hülsbeck oder Petro Tyschtschenko.

An über 200 Bildschirmen können historische Spielsysteme wie Atari 2600, Commodore 64 oder SNES ausprobiert werden, teilweise mit neu entwickelten Spielen. Es gibt Vitrinen-Schauen, Arcade-Automaten und Bilder-Galerien. Auf einer kleinen Bühne werden Interviews, Vorträge, Quizrunden und Livemusik von Chiptunes-Künstlern geboten.

Der Retro-Bereich hat seinen Ursprung auf der Vorgängermesse Games Convention in Leipzig. Im Laufe der Jahre wuchs er zu einem der größten Stände auf der Gamescom. Koordiniert wird er durch das Wandermuseum Haus der Computerspiele.

Videodays

Die Videodays waren ein jährliches Treffen der deutschen YouTube-Szene und fanden seit 2010 gleichzeitig mit der Gamescom statt. Die Veranstaltung galt als die größte dieser Kategorie in ganz Europa und hatte 2014 über 10.000 Besucher. Im Jahr 2013 fand die Veranstaltung letztmals eintägig mit 9.500 Besuchern in der Lanxess Arena statt. Die Videodays boten darüber hinaus Interessierten die Möglichkeit, direkt von den YouTubern Informationen über die Produktion und Vermarktung von Online-Videos zu bekommen. 2014 wurde die Veranstaltung erstmals auf zwei Tage gestreckt. 2018 wurde die Veranstaltung aufgrund unzureichender Ticketverkäufe und eines Sponsorenrücklaufs abgesagt.

RTL-Kontroverse Der Fernsehsender RTL strahlte zum Ende der Messe 2011 einen Bericht aus, in dem die Messebesucher klischeehaft und vornehmlich negativ dargestellt wurden. So wurde auf angeblich mangelnde Körperhygiene, Soziophobie und einer der Gesellschaftsnorm nicht entsprechenden Persönlichkeit im Zusammenhang mit übermäßigem Computerspielkonsum hingewiesen. Außerdem wurden die Messebesucher als „Freaks“ bezeichnet. Der Beitrag wurde von Nazan Eckes eröffnet mit den Worten: „Sollten irgendwann doch Außerirdische bei uns auf der Erde landen, könnten sie auf folgender Veranstaltung wirklich enge Freundschaften schließen.“ Der Sender entschuldigte sich wenige Tage später für den Beitrag.Stellungnahme von RTL zum Explosiv-Beitrag

Der RTL-Beitrag löste die größte Beschwerdewelle seit Bestehen der Landesmedienanstalt Saarland aus: So gingen über 11.500 Beschwerden auf www.programmbeschwerde.de ein. Über 100.000 Zugriffe sorgten dafür, dass das Portal zeitweise unter dem Ansturm zusammengebrochen war. Bei der Prüfung des Beitrags durch die Medienanstalt konnte kein Verstoß gegen das Medienrecht festgestellt werden.

Weblinks

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Einzelnachweise

Kategorie:Erstveranstaltung 2009 Kategorie:Messe in Köln Kategorie:Spielwarenmesse Kategorie:Videospielemesse