mini|Josef Pilnáček Josef Pilnáček (* 9. Februar 1883 in Schwarzenberg; † 21. Februar 1952 in Wien) war ein aus Mähren stammender Historiker, Heraldiker und Genealoge.
Leben Josef Pilnáček erhielt eine Ausbildung an der Wirtschaftsschule in Prerau und studierte anschließend an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Wien. Danach verwaltete er den väterlichen Grundbesitz. Im Jahre 1912 trat er als Mitglied in die Heraldisch-Genealogische Gesellschaft Adler in Wien ein. Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er als Offizier diente, lebte er mit seiner Ehefrau in Wien. Dort intensivierte er seine Studien zur Heraldik und Genealogie mährischer und schlesischer Geschlechter und deren Wohnsitze. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse führten zu zahlreichen Veröffentlichungen in tschechischer und deutscher Sprache. Dabei war ihm die wissenschaftliche Beratung durch die Heraldisch-Genealogische Gesellschaft, die zudem über eine entsprechende Fachbibliothek verfügte, hilfreich.
Über seine Herkunft und Familie ist wenig bekannt. Er soll das jüngste von vier Kindern des gleichnamigen Josef Pilnáček und seiner Ehefrau, einer geborenen Přibylová aus Jestřebí gewesen sein. Vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs soll er eine deutsche Bankierswitwe (Mary Mediansky ?) geheiratet haben, die aus Budapest stammte. Mit ihr soll er ausgedehnte Reisen unternommen haben.
Nach seinem Tod 1952 erschienen aus seinem Nachlass weitere Publikationen, die sein Ansehen als Fachmann der Historischen Hilfswissenschaften der Genealogie und Heraldik mehrten. In seinem Testament vermachte er sein Vermögen, eine umfangreiche Fachbibliothek und den literarischen Nachlass mit dem Anspruch auf die Lizenzgebühren dem Landesarchiv in Brünn. Er wurde am evangelischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs bestattet.Grabstelle Josef Pilnáček, Wien, Zentralfriedhof, Gruppe AA-1, Nr. 330.
Werke (Auswahl) Královéhradecké, chrudimské, pražské a jiné rodiny erbovní a měšťanské, 1919 Dějiny rodu Pilniaczků z Radostic a svobodnické rodiny Pilniaczků, 1920 Das ehemalige Familienarchiv von Boskowitz. In: Adler 1924: Seite 150–152, 155 f.; 1927: Seite 247–249 Paměti městyse Černé Hory, 1926 Rodokmen a vývod Tomas Garrigue Masaryka, 1927 Genealogie Podstatských z Prusinovic, 1928 Dějiny města Blanska a okolních hradů, 1927 (Denkmäler der Stadt Blansko und der umliegenden Burgen) Novy hrad u Blanska, 1927 Stěžejní dílo je „Staromoravští rodové“, 1930 Die älteste Genealogie der Familie von Studnitz, Wien 1933 Familienchronik des Geschlechts von der Dressel mit einem Beitrag zur frühen europäischen Heraldik, Wien 1952 Genealogie der Familie Podstatzky von Prusinowitz, Podstatzky-Prusinowitz-Thonsern, auch Grafen (seit 1714) Podstatzky-Lichtenstein, Freiherrn von Prussinowitz, überarbeitete und ergänzte Ausgabe, 1936 Die älteste Genealogie der Grafen von Wilczek, 1936 Genealogie Lipovských z Lipovic, 1937 Genealogie der schlesischen uradeligen Familie der Donat von Gross-Polom, 1938 250 let blanenskych zelezaren, 1949 (250 Jahre Eisenwerke von Blansko) Familiengeschichte der Familie Pelka v. Borislawitz aus Schlesien, sowie anderer Pelka Familien im schlesisch-mährischen Raum, 1971 Staromoravští rodove, Kremsier 1926; 2. Auflage Wien 1927, Reprint Brno 1972 Neznámé rody a znaky staré Moravy, 1983 Rody starého Slezska (Die Geschlechter des alten Schlesiens), t. 1–5 (1991–1998, wyd. 1 niepelne 1969–1972), herausgegeben von der Heraldischen Sektion des Museums zur Förderung und Bearbeitung von Gold in Jilove u Prahy Staromoravští rodové, 1996
Literatur Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder, herausgegeben im Auftrag des Collegium Carolinum (Institut) von Ferdinand Seibt, Hans Lemberg, Helmut Slapnicka, Band III, R. Oldenbourg Verlag München 2000, Seite 220, mit weiteren Literaturhinweisen Adler, Zeitschrift für Genealogie und Heraldik 3 (17), I (1953)
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Einzelnachweise
Kategorie:Landeshistoriker Kategorie:Genealoge Kategorie:Heraldiker Kategorie:Tscheche Kategorie:Geboren 1883 Kategorie:Gestorben 1952 Kategorie:Mann