Der Große Odermennig (Agrimonia procera), auch Wohlriechender Odermennig, ist eine krautige Pflanze aus der Gattung der Odermennige (Agrimonia) innerhalb Unterfamilie der Rosoideae. Agrimonia procera ist möglicherweise in Kultur entstanden. Früher wurde sie als Heilpflanze genutzt.

Beschreibung und Ökologie miniatur|Illustration aus Flora Batava, Band 17 Der Große Odermennig ist eine sommergrüne, rosettenlose, ausdauernde krautige Pflanze (Hemikryptophyt), die Wuchshöhen von 50 bis 180 Zentimeter erreicht. Er bildet ein Rhizom aus. Die Unterseite der Laubblätter ist grün bis graugrün, schwach behaart und nie filzig. Es sind zahlreiche sitzende, aromatisch zitronenartig duftende Drüsen vorhanden.

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die Kronblätter sind meist ausgerandet. Es findet Insektenbestäubung oder Selbstbestäubung statt. Es werden glockenförmige Sammelfrüchte gebildet, deren obere Hälfte weit und seicht gefurcht bis hin zu fast ungefurcht sein kann. Die Früchte werden durch Klettverbreitung ausgebreitet.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56.

Vorkommen und Verbreitung Der Große Odermennig hat ein subaltlantisch-submediterranes Verbreitungsgebiet. Abgesehen von wenigen Ausnahmen in Westasien ist sein Areal auf ganz Europa beschränkt; es erstreckt sich von Mittel-, West- und Südeuropa, nördlich bis Südfinnland und östlich bis zur Ukraine. Es hat dieselbe Nordgrenze wie der Gemeine Odermennig (Agrimonia eupatoria), der Große Odermennig ist aber ansonsten weiter verbreitet als die letztere. In Deutschland kommt der Große Odermennig in Schleswig-Holstein verbreitet, in Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen selten und in den restlichen Bundesländern zerstreut vor.

Der Große Odermennig wächst an frischen Wald- und Heckenrändern, an Waldwegen und auf Ruderalstellen wie Straßenrändern, Bahnanlagen und Steinbrüchen. Er meidet Kalk. Im Allgäu und seiner Umgebung steigt er am Gipfel des Hittisbergs in Vorarlberg bis 1320 m hoch.Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 60.

Taxonomie Die Erstbeschreibung von Agrimonia procera erfolgte 1841 durch Friedrich Wilhelm Wallroth. Ein Synonym für Agrimonia procera ist Agrimonia odorata auct. non

Einzelnachweise Friedrich Wilhelm Wallroth: Σχολιον zu Hampe’s Prodromus Florae Hercyniae. Ein Sendschreiben an den Apotheker Herrn Ernst Hampe zu Blankenburg von dem Hofrathe Dr. Wallroth. In: Linnaea. Band 14, Nr. 6, S. 1–158, 529–704 (hier: S. 573), .

Literatur

Weblinks

Verbreitung auf der Nordhalbkugel aus: Eric Hultén, Magnus Fries: Atlas of North European vascular plants. 1986, ISBN 3-87429-263-0 bei Den virtuella floran. (schwedisch) Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)

Grosser Odermennig