mini|Toyota Tundra CrewMax der 2. Generation

Der Toyota Tundra ist ein großer Pick-up, der von Toyota im Jahr 1999 eingeführt wurde. Er wurde allgemein als erster Pickup mit V8-Motor einer Importmarke angesehen, der amerikanischen Pickups ähnelt. Der Tundra wurde für den Preis Truck of the Year des Magazins Motor Trend in den Jahren 2000 und 2008 nominiert. Die Fahrzeugteile werden bei der Central Motor produziert, einem hundertprozentigen Tochterunternehmen Toyotas. Die Endmontage wurde bis 2009 im Toyota-Werk der Toyota Motor Manufacturing Indiana in Princeton (Indiana) durchgeführt, danach bei der Toyota Motor Manufacturing Texas in San Antonio.

Die erste Generation hatte viele Gemeinsamkeiten mit dem alten, mittelgroßen T100 und dem kleineren Tacoma. Die wichtigste Gemeinsamkeit war der 3,4-l-V6-Motor, der die Topmotorisierung bei T100 und Tacoma darstellte. Er diente als Basismotorisierung des Tundra, wobei ein 4,7-l-V8 – erstmals bei einem Toyota-Pickup – ebenfalls lieferbar war.

1. Generation (2000–2006)

links|mini|Toyota Tundra SR5 mit verlängertem Führerhaus (2000–2002)

Im Mai 1999 wurde der erste Tundra als Modell 2000 eingeführt. Der Prototyp und die „Show Trucks“ hießen T150. Ford beschwerte sich aber, dass dieser Name zu sehr an ihr marktbeherrschendes Modell F-150 erinnerte und so musste Toyota den T150 nach einem Gerichtsurteil in Tundra umbenennen. Toyota gab danach an, sie hätten das Serienmodell niemals T150 benennen wollen. Als Retourkutsche verklagte Toyota Ford, als die den Lincoln LS herausbrachten; Toyota sagte, dieser Name sei zu nahe am Lexus LS.

links|mini|Toyota Tundra StepSide Der Tundra war etwas größer als der T100, wurde aber immer noch als zu klein und PKW-ähnlich angesehen, um ein ernstzunehmender Gegner der US-amerikanischen Pickups zu sein. Sein Leergewicht wird mit 1785–1912 kg angegeben. Er wurde 120.000-mal im Jahr hergestellt, das war das Doppelte der vom T100 verkauften Anzahl. Auch verkaufte sich der Tundra von Anfang an am besten unter allen Toyota-Fahrzeugen. Er wurde von der Fachpresse sehr gelobt und von Motor Trend als Truck of the Year 2000 und von Consumer Reports als Best Full-Size Truck nominiert. Der Tundra wurde im neuen Toyota-Werk in Princeton (Indiana) gebaut und zeigte, dass Toyota ernsthafte Anstrengungen unternahm, die Lücke zu den „Großen Drei“ (GM, Ford und Chrysler) in allen wichtigen Marktsegmenten zu schließen.

An Motoren gab es für den Tundra einen 3,4-l-V6 mit 24 Ventilen, der 190 bhp (140 kW) leistete und ein Drehmoment von 298 Nm entwickelte und einen 4,7-l-V8-Motor mit 32 Ventilen, der die LEVLow Emission Vehicle (Spritsparendes Fahrzeug)-Klassifizierung erfüllte, 245 bhp (180 kW) Leistung und ein Drehmoment von 427 Nm hatte. Von Toyota Racing Development (TRD) gab es einen Kompressor für den 3,4-l-V6 (2002–2003), der dessen Leistung auf 260 bhp (191 kW) und sein Drehmoment auf 350 Nm erhöhte. Ende des zweiten Produktionsjahres führte TRD einen zweiten Kompressor für den V8 (2002–2003) ein, der ihn auf 300 bhp (221 kW) und 540 Nm brachte. Der V6-Kompressor ist noch vielfach erhältlich, während der V8-Kompressor schwieriger zu finden ist, da TRD die Fertigung einstellte, als der neue 4,7-l-V8-Motor mit variabler Ventilsteuerung (VVTi) herauskam.

links|mini|Toyota Tundra (2003–2006) 2003 wurde der Kühlergrill überarbeitet und 2004 eine Version mit Doppelkabine eingeführt. Die Doppelkabine hatte vier normale Türen und innen und außen Ausstattungsdetails vom Sequoia. Ihre Pritsche ist um fast 125 mm länger als die von Nissan Titan und Ford F-150. Die Doppelkabine ist auch 330 mm länger und 76 mm höher als der normale Pritschenwagen und der Pritschenwagen mit verlängertem Führerhaus. 2005 wurde ein neuer Motor eingeführt: Ein 4,0-l-V6 mit 236 bhp (174 kW) Leistung und 361 Nm Drehmoment. Gleichzeitig erhielt der 4,7-l-V8 eine variable Ventilsteuerung (VVTi) und erbrachte so 271 bhp (199 kW) und 424 Nm. Das manuell geschaltete Fünfganggetriebe wurde durch ein Sechsganggetriebe ersetzt und eine fünfstufige Automatik ersetzte die alte vierstufige. Trotz einer zulässigen Anhängelast von 3.080 kg (Doppelkabine), bzw. 3.216 kg (Pritschenwagen), jeweils mit V8-Motor, konnte der Tundra noch nicht mit den großen Pickups der Großen Drei und von Nissan konkurrieren. Amerikanische Pickup-Enthusiasten bezeichnen den Tundra daher immer noch als 7/8-Pickup.

2006 wurde eine Darrell Waltrip-Edition angeboten, die an den NASCAR-Star und die Teilnahme am NASCAR-Pickup-Rennen erinnern sollte. Es wurden nur 2.000 Exemplare des V8-Doppelkabinen-Tundra hergestellt. Im Paket enthalten waren spezielle Embleme und 18″-Aluminiumräder.

Das Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) beurteilte den Tundra beim Frontaufpralltest als „gut“., IIHS-HLDI

2. Generation (2007–2021)

mini|Toyota Tundra Doppelkabine (2007)

Ein größerer Tundra wurde auf der Chicago Auto Show 2006 vorgestellt. Er ähnelte in einigen Details seinem kleineren Schwestermodell Tacoma, in anderen dem Konzeptfahrzeug FTX. Sein Leergewicht beträgt 2078–4147 kg. Ein besonderes Detail waren Kotflügel, die wie ein Bizeps ausgeformt waren. Der Pickup war in vielen Punkten verbessert worden; z. B. stieg die zulässige Anhängelast auf über 4.500 kg, die Nutzlast auf über 900 kg und er bekam einen neuen 5,7-l-V8-Motor (Typ Toyota 3UR-FE) in Verbindung mit einem sechsstufigen Automatikgetriebe. Somit gab es für den Tundra der zweiten Generation drei Motoren zur Auswahl: Der neue 5,7-l-V8 mit einer Leistung von 381 bhp (280 kW) und einem Drehmoment von 544 Nm, der alte 4,7-l-V8, Typ 2UZ-FE, mit einer Leistung von 276 bhp (203 kW) und einem Drehmoment von 424 Nm und den alten 4,0-l-V6, Typ 1GR-FE, mit 236 bhp (174 kW) Leistung und einem Drehmoment von 361 Nm.

Als der neue Tundra im Februar 2007 herauskam, gab es das Modell in 31 verschiedenen Versionen: drei Pritschenlängen, drei Führerhausausführungen, vier Radstände und zwei Getriebearten. Eine neue Doppelkabine ersetzte das alte verlängerte Führerhaus und anstatt der alten Doppelkabine gab es eine nochmals verlängerte Ausführung, die erfolgreich mit dem Dodge Ram Mega Cab konkurriert. Die Doppelkabine ist mit Pritschenlängen von 1.980 mm, normaler Länge und 2.430 mm erhältlich, während es die verlängerte Doppelkabine nur mit einer Kurzpritsche von 1.676 mm Länge gibt. Der Tundra hat auch ein neues sechsstufiges Automatikgetriebe mit Wandlerüberbrückung im fünften und sechsten Gang – serienmäßig beim 5,7-l-V8. So beschleunigt das Fahrzeug in 6,3 s von 0 auf 100 km/h und schafft die Viertelmeile in 14,7 s.

Toyota schuf damit einen Tundra, der für viele Bauarbeiten einsetzbar ist; er hat extra große Türgriffe, ein Schienensystem auf der Pritsche, eingebaute Zughaken und Kopfstützen, die für Arbeiter mit Schutzhelmen angepasst werden können. Weiters hat der Tundra serienmäßig ein teilweise sperrbares Differenzial (Auto-LSD), Stabilitätskontrolle (VSC), Schlupfregelung (TRAC), elektronische Bremskraftverteilung (EBD), Bremsassistent (BAS), Antiblockiersystem (ABS) und einen Hecktürassistenten. Sein hoher Grundpreis von 22.390 USD macht ihn aber teurer als den Chevrolet Silverado (17.860 USD) und die Basisversion des Ford F-150 (17.345 USD).

Einige andere Verbesserungen, die Toyota dem Tundra angedeihen ließ, sind auf Wunsch verfügbare Anhänger-Außenspiegel (weiter außen am Fahrzeug, um an breiteren Anhängern vorbeisehen zu können), ein 100-l-Benzintank, auf Wunsch 22″-Aluminiumräder, eine Rückfahrkamera, ein Bluetooth-Anschluss, eine große Mittelkonsole (groß genug für einen Laptop mit 15″-Bildschirm), besonders große Bremsscheiben und -zangen und das vorher erwähnte 6-stufige Automatikgetriebe.

Alle Tundra mit 5,7-l-V8-Motor sind mit einem Zugkraftpaket ausgestattet, das einen Ölkühler für Motor und Getriebeautomatik, eine Anhängerkupplung, eine Hinterachsübersetzung 1:4,3 und die besonders großen Bremsen gegen vorzeitiges Fading enthält.

Montagewerke Der neue Tundra wird in zwei Werken in den Vereinigten Staaten gebaut. Zum einen, wie bisher, in Princeton (Indiana), zum anderen im neuen Werk in San Antonio (Texas). Während in Princeton im Jahr ca. 100.000 Tundra gebaut werden können, verlassen ca. 200.000 Stück im Jahr das neue Werk in San Antonio. Als dieses neue Werk gebaut wurde, veranlasste Toyota 21 wichtige Zulieferer, auf demselben Gelände Werke zu errichten, um logistische Probleme zu vermeiden. Dadurch wurden diese Zulieferer aber noch mehr von Toyota abhängig. Toyota investierte auch 9 Mio. US$ in die Gesundheitsversorgung seiner Mitarbeiter und deren Angehörigen., Workforce Management, 15. November 2006

Seit 2008 werden alle Tundra in Texas gebaut. Motoren und Antriebskomponenten des Tundra werden nur in Werken in den USA hergestellt.

Motoren Modelljahre 2007–2009 4,0-l-V6, Typ 1GR-FE, 236 bhp (174 kW), 361 Nm, LEV II-zertifiziert 4,7-l-V8, Typ 2UZ-FE, 276 bhp (203 kW), 424 Nm, LEV II-zertifiziert 5,7-l-V8, Typ 3UR-FE, 381 bhp (280 kW), 544 Nm, ULEV IIUltra Low Emission Vehicle (Besonders spritsparendes Fahrzeug)-zertifiziert

Modelljahr 2010 4,0-l-V6, Typ 1GR-FE, 236 bhp (174 kW), 361 Nm, LEV II-zertifiziert 4,6-l-V8, Typ 1UR-FE, 310 bhp (228 kW), 444 Nm, ULEV II-zertifiziert 5,7-l-V8, Typ 3UR-FE, 381 bhp (280 kW), 544 Nm, ULEV II-zertifiziert

Veränderungen von Modelljahr zu Modelljahr Ab 2008 wurden zusätzlich 13 Varianten angeboten, sodass es insgesamt 44 Modellvarianten gab. Die Modelle 2008 hatten bessere Ausstattung und niedrigere Preise; dazu gab es eine neue Tundra-Ausführung unterhalb der Ausstattung SR5, die für Geschäftsleute und Kunden gedacht war, die sehr auf den Preis achten., Toyota-Pressemitteilung, 10. Januar 2008 Seit 2009 sind serienmäßig alle Tundra mit 5,7-l-V8-Motor in bestimmten Regionen für Ethanolbetrieb (E85) geeignet. Toyota verbesserte das TRD-Sport-Paket und bot ein TRD-Rock-Warrior-Paket neu an. Gegenüber den Vorjahr stiegen die Preise um 0,4 %., Toyota-Pressemitteilung, 26. November 2008 Beim Tundra des Modelljahres 2010 wurden Kühlergrill und Rückleuchten überarbeitet. Es gibt nun eine neue Spitzenausstattung namens Platinum. Und es gibt einen neuen 4,6-l-V8-Motor mit sechsstufigem Automatikgetriebe anstatt des früheren 4,7-l-V8. Serienmäßige Knie-Airbags für Fahrer und Beifahrer sorgten dafür, dass in einem neuen NHTSA-Frontalaufprallversuch fünf Sterne verliehen wurden., Toyota-Pressemitteilung, 11. Februar 2009 Die ersten Tundra des Modelljahres 2010 wurden Ende April 2009 an die Händler ausgeliefert.

Sicherheitsaspekte Der Tundra ist nun mit zwei Frontairbags, zwei Seitenairbags für die Vordersitze und Vorhangairbags mit Überrollsensor für alle Sitzreihen ausgestattet. Serienmäßig sind auch Stabilitätskontrolle (VSC), Schlupfregelung (TRAC), Antiblockiersystem (ABS) und elektronische Bremskraftverteilung (EBD). Ab dem Modelljahrgang 2010 sind auch Knieairbags für Fahrer und Beifahrer serienmäßig enthalten.

Der Toyota Tundra war der erste große Pickup, der sich die Bezeichnung Top Safety Pick des IIHS verdient hatte; 2009 folgte der neue Ford F-150.,, 15. November 2007 Die Konkurrenzprodukte von GM, Dodge und Nissan konnten sich diese Bezeichnung nicht verdienen, da ihre Werte für den Seitenaufprall als „ausreichend“ oder „mangelhaft“ beurteilt wurden.Three Half-Ton Pickups Rated Poor or Marginal in Crash Tests, PickupTrucks.com, 10. Februar 2009 In den vom IIHS durchgeführten Frontalaufprallversuchen erreichte der Tundra die Bewertung „gut“, IIHS-HLDI die höchstmögliche Bewertung im Seitenaufprallversuch und auch die maximale Bewertung für den Heckaufprallschutz., IIHS-HLDI