alt=Logo der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft e.V.|miniatur|239x239px|Logo der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft e. V. Die Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft e. V. (ASM) ist ein 1953 gegründeter gemeinnütziger Verein mit Sitz in Tübingen. Aufgabe der ASM ist laut Eigendarstellung, die Soziale Marktwirtschaft zu fördern. Mit ihrer Arbeit wendet sich die Aktionsgemeinschaft an die Wissenschaft, aber auch an die interessierte Öffentlichkeit.

Ziele Die Aktionsgemeinschaft hat es sich laut eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, zur Weiterbildung in Fragen wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Zusammenhänge beizutragen. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit sei die ökonomische Bildung. Die Aktionsgemeinschaft kooperiert mit anderen ordnungsökonomisch ausgerichteten Denkfabriken, so mit der Ludwig-Erhard-Stiftung, der Hanns Martin Schleyer-Stiftung, dem Walter Eucken Institut und mit NOUS – Netzwerk für Ordnungsökonomik und Sozialphilosophie. Laut dem Sozialwissenschaftler Ralf Ptak wurde die Aktionsgemeinschaft unter der Leitung von Alexander Rüstow eine wichtige Institution für den Transfer ordoliberaler Ideen in den politischen Raum, um so eine breitere Öffentlichkeit auch über den rein wissenschaftlichen Bereich hinaus zu erreichen und zu beeinflussen.Ralf Ptak: Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft – Stationen des Neoliberalismus in Deutschland. Leske + Budrich, Opladen 2004, S. 260. Der Politikwissenschaftler Elmar Altvater sah darin ein Instrument zur Propagierung der Marktwirtschaft.Elmar Altvater: Globalisierter Neoliberalismus. In: Christoph Butterwegge et al.: Neoliberalismus. Analysen und Alternativen. VS-Verlag, Wiesbaden 2008, S. 50–68, hier: S. 51. Allerdings zielte die Institution mit ihrem elitär-intellektuellen Habitus eher auf bürgerlich-akademisches Publikum, als dass sie eine Strategie wirksamer Massenbeeinflussung erreichte.Ralf Ptak: Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft – Stationen des Neoliberalismus in Deutschland. Leske + Budrich, Opladen 2004, S. 280. Die Sozialforscher Dieter Plehwe und Bernhard Walpen sehen die Aktionsgemeinschaft als Denkfabrik in direkter Beziehung zu der Mont Pèlerin Society.Dieter Plehwe, Bernhard Walpen: „Buena Vista Neoliberal?“, in: Klaus-Gerd Giesen: Ideologien in der Weltpolitik, Wiesbaden: VS-Verlag, 2004, S. 49–88, hier: S. 83.

Geschichte Der Verein wurde am 23. Januar 1953 von dem Ökonomen Otto Lautenbach in Heidelberg gegründet. Lautenbach war zuvor Leiter des Freiwirtschaftsbundes, kam jedoch nach dem Krieg zu der Überzeugung, dass nicht der Zins das Hauptproblem sei, wie dies vom Sozialreformer Silvio Gesell gesehen wurde, sondern dass eine immer stärker ausufernde Staatstätigkeit im Kollektivismus und einem totalen Staat enden müsse. Daher überwarf er sich mit den Freiwirtschaftlern und trat zusammen mit mehreren Anhängern aus dem Freiwirtschaftsbund aus.Stephan Lindner, Neoliberale Think-Tanks in Deutschland, in Werner Rügemer (Herausgeber), Die Berater: ihr Wirken in Staat und Gesellschaft, transcript Verlag, 2004, ISBN 3-89942-259-7, S. 53. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung verglich die Funktion der ASM 1953 mit der eines Wachhundes, der dann anfangen soll laut zu bellen, wenn es „wirtschaftlich vielleicht einmal zu langsam vorwärts – oder in eine nicht ganz unbedenkliche Richtung“ geht. Die ASM galt als „inoffizielles Sprachrohr“ der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung und engagierte sich vor allem in Zeiten des Wahlkampfes für die Politik Ludwig Erhards.Vgl. Dieter Haselbach: Autoritärer Liberalismus und soziale Marktwirtschaft – Gesellschaft und Politik im Ordoliberalismus, Baden-Baden, Nomos, 1991, S. 213–214. Eine zentrale Plattform in diesen Jahren waren die Arbeitstagungen, an denen Denker und Praktiker der Sozialen Marktwirtschaft wie Ludwig Erhard, Wilhelm Röpke, Alfred Müller-Armack, Franz Böhm, Günter Schmölders und Karl Schiller teilnahmen. Wolfgang Frickhöffer übernahm 1961 das Amt des Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft von Alexander Rüstow, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Joachim Starbatty wurde im November 1991 zum neuen Vorsitzenden gewählt. Die Geschäftsstelle wurde 1993 von Heidelberg nach Tübingen verlegt. Im November 2014 schied Joachim Starbatty aus dem Vorstand der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft aus, Nils Goldschmidt wurde sein Nachfolger. Auch vor dem Hintergrund des politischen Engagements von Starbatty für die AfD richtete sich die Aktionsgemeinschaft inhaltlich und personell neu aus. Starbatty gab 2018 die ihm durch den Verein verliehene Alexander-Rüstow-Plakette zurück und trat aus der Aktionsgemeinschaft aus. Er wollte damit seiner Abneigung gegen Angela Merkel Ausdruck verleihen, die in demselben Jahr die Auszeichnung erhalten hatte. Neben der Alexander-Rüstow-Plakette vergibt die Aktionsgemeinschaft die Alfred-Müller-Armack Verdienstmedaille.

Organisation

Vorsitzender ist Nils Goldschmidt. Weitere Mitglieder des Vorstands sind Claus Dierksmeier, Rolf Hasse, Thomas Köster und Winfried Kreis. Die Geschäftsführerin ist Ute Friederich. Dem wissenschaftlichen Beirat gehören u. a. Lars Feld, Otmar Issing, Jan-Otmar Hesse, Stefan Kolev, Martin Nettesheim, Jürgen Stark und Christian Waldhoff an.

Alexander-Rüstow-Plakette Der Verein verleiht seit 1964 die Alexander-Rüstow-Plakette an Persönlichkeiten, die sich um die Stärkung und Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern zählen:Preisträger der Alexander-Rüstow-Plakette, Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft, abgerufen am 1. September 2021. 1964: Wilhelm Blum 1967: Ludwig Erhard 1968: Hans Otto Wesemann 1969: Ernst Schneider, Karl Blessing 1970: Franz Böhm 1971: Albrecht Düren 1972: Eberhard Günther 1973: Karl Schiller 1974: Gerd Bucerius, Hans Friderichs 1975: Thorwald Risler, Paul Schnitker 1976: Alfred Müller-Armack 1978: Elisabeth Noelle-Neumann, Wolfgang Frickhoeffer 1982: Hans-Dietrich Genscher 1986: Otto Graf Lambsdorff 1987: Karl Darscheid 1992: Hans D. Barbier, Tyll Necker, Otto Schlecht 1994: Helmut Schlesinger 1996: Wolfgang Kartte 1998: Michael Otto 2000: Erich Lange, Dieter Spiess 2001: Kurt Biedenkopf 2004: Bernhard Vogel, Hans Willgerodt 2007: Berthold Leibinger 2011: Horst Köhler 2013: Paul Kirchhof 2015: Reinhard Kardinal Marx 2018: Angela Merkel 2021: Jeffrey D. Sachs 2024: Deirdre N. McCloskey

Alfred Müller-Armack Verdienstmedaille

Seit 2016 verleiht die Aktionsgemeinschaft eine Verdienstmedaille in Erinnerung an Alfred Müller-Armack. Zu den Preisträgern zählen:Preisträger der Alfred Müller-Armack Verdienstmedaille, Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft, abgerufen am 24. November 2023. 2016: Franz Schoser 2018: Walter Oswalt, Rolf H. Hasse 2022: Ortwin Guhl, Karen Horn 2023: Jürgen Stark

Weblinks

Offizielle Website

Einzelnachweise

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