mini|St. Michael, Westseite; links die Taufkapelle, vor dem Turm der Eingangsbereich St. Michael ist eine römisch-katholische Nebenpfarrkirche im Dürener Stadtteil Lendersdorf im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen. Die Kirche ist unter Nr. 3/26 in die Denkmalliste der Stadt Düren eingetragen. Die Kirche gehört zur Pfarre St. Elisabeth von Thüringen/Düren im Pastoralen Raum Düren.
Die Filialkirche St. Hubertus in Kufferath war eine Filialgemeinde der Pfarrgemeinde St. Michael.
Geschichte Eine Kirche in Lendersdorf wurde bereits im Jahr 1222 erwähnt. Der ursprüngliche Teil der Kirche entstand um 1500 an der Stelle eines romanischen Vorgängerbaus. Es wurden bearbeitete Steine des Vorgängerbaus verwendet, die bis heute von außen gut sichtbar sind. 1843 stürzte ein Teil des Kirchturms ein, woraufhin man sich zu einer Verlängerung der Kirche um zwei Joche und den kompletten Neubau eines Turms entschied. 1883 wurde die Kirche in neugotischem Stil reich ausgemalt. Eine Taufkapelle und ein Eingangsbereich westlich sowie nördlich des Turms wurden 1889 angefügt. Der mittelalterliche Teil des Gotteshauses ist im gotischen, der Erweiterungsbau des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil erbaut. Der Anbau einer Sakristei an der Nordseite und eines Zweckraums gegenüberliegend auf der Südseite erfolgte 1929. Um 1935 wurde die neugotische Ausmalung der Kirche weiß überstrichen. Zwischen 1950 und 1972 wurden die Kanzel und die Kommunionbank entfernt, letztere fand neue Verwendung als Brüstung der Orgelbühne. 1995–1999 erfolgte eine umfangreiche Renovierung des Innenraums und der Fenster, wobei die überstrichene Ausmalung von 1883 (und vermutlich auch älter) zum Vorschein kam; Teile sind nun wieder sichtbar. 2010 wurde die neugotische Innenausmalung des Eingangsbereichs unter dem Turm rekonstruiert.
Die Pfarre St. Michael wurde zum 1. Januar 2026 aufgehoben und mit den ebenfalls aufgelösten Pfarreien St. Johannes Evangelist (Gürzenich), St. Martinus (Birgel) und St. Nikolaus (Rölsdorf) zur Großpfarre St. Elisabeth von Thüringen/Düren fusioniert. Seitdem ist St. Michael keine Pfarrkirche mehr, sondern eine Nebenpfarrkirche.
Ausstattung mini|hochkant|Hochaltar von Benedikt Dreyer, 1525 Die Pfarrkirche besitzt einen dreiflügeligen Schnitzaltar des Lübecker Meisters Benedikt Dreyer mit Malereien des Meisters der Lüneburger Fußwaschung von etwa 1525, einem der bedeutendsten Kunstwerke dieser Art im Rheinland. Beim Einsturz des Kirchturms im Jahr 1843 wurde der Altar schwer beschädigt. Der Aachener Künstler, der den Altar restaurieren sollte, baute zwei Figurengruppen aus und ersetzte sie durch Duplikate. Die Originale befinden sich heute im Metropolitan Museum of Art in New York City. Im Frühjahr 1940 wurde der ehemalige Hochaltar, der 1734 auseinandergenommen wurde, wiederhergestellt. Die Reliefs und die Michaelsstatue wurden erstmals im Leopold-Hoesch-Museum ausgestellt. Der damalige Museumsleiter setzte sich sehr für die Wiederherstellung des Altars ein.Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege, Band XVII. L. Schwann, Düsseldorf 1941, S. 355. Dass nicht nur zwei, sondern alle vier Flügelreliefs Kopien des 19. Jahrhunderts sind, wurde erst 1979/1980 bei Untersuchungen der Skulpturen in der Werkstatt des Landeskonservators Rheinland festgestellt.Zahn / Rose 1993, S. 354 - zitiert in: Tamara Thiesen, Benedikt Dreyer: Das Werk des spätgotischen Lübecker Bildschnitzers. Kiel 2007, Anmerkung 552, S. 359. Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika aus Bruchstein-Mauerwerk mit fünffenstrigem Chor und zwei ursprünglichen Seitenjochen. Die Kreuzgewölbe im Inneren haben Schienenrippen.
Auf dem Türsturz der Seitenpforte auf der Nordseite ist folgende Inschrift zu lesen: „Gedenken wir in christlicher Liebe derer, welche als wahre Makkabaeer bereit waren fürs Vaterland zu sterben. Tiefer als in Stein sind in unsern Herzen eingegraben ihre Namen“, daneben befinden sich zwei in die Wand eingelassene Steintafeln, auf denen die Gefallenen der beiden Weltkriege aus Lendersdorf eingetragen sind.
Die irreparable Orgel wurde im Februar 2007 demontiert und durch eine neue ersetzt. Sie wurde am 21. Oktober 2007 eingeweiht.
Glocken Nr. Name Durchmesser(mm) Masse(kg, ca.) Schlagton(HT-1/16) Gießer Gussjahr Sonstiges 1 – 1.200 1.030 e′ Johann van Trier & Gregorius van Trier, Aachen 1424 –2 – 1.100 810 g′ Johann van Trier & Gregorius van Trier, Aachen 1424 –3 – – – a′ – 1732 Leihglocke aus der Roten Kirche (St. Georg), Oberpritschen (Schlesien) (polnisch: Przyczyna Górna)
Motiv: Te DeumNorbert Jachtmann: Glockenmusik in der Region Düren
Pfarrer Folgende Priester wirkten bis zur Aufhebung der Pfarre 2026 als Pfarrer an St. Michael:Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 344.
1896–1924: Karl Adolf Füssenich 1926–1947: Franz Heinen 1947–1948: Wilhelm Heßler 1949–1969: Ferdinand Marechal 1969–1973: Leo Eißen 1973–1989: Otto Stephan 1989–2003: Rainer Gattys 2003–2025: Hans Tings
Weblinks
Gemeinde St. Michael auf der Website der GdG St. Elisabeth
Einzelnachweise
Michael (Lendersdorf) Kategorie:Nebenpfarrkirche des Bistums Aachen Kategorie:Michaeliskirche Kategorie:Gotische Kirche Kategorie:Erbaut in den 1500er Jahren Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Gotisches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Erbaut in den 1880er Jahren Kategorie:Baudenkmal in Düren Michael Kategorie:Ehemalige Pfarrkirche