Schömberg ist eine Gemeinde und staatlich anerkannter Heilklimatischer Kurort sowie Kneippkurort im Landkreis Calw in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Nordschwarzwald.
Geographie Geographische Lage Schömberg liegt auf einem Höhenzug der Enz-Nagold-Platte zwischen den beiden Flüssen Enz und Nagold. Die Enz-Nagold-Platte gehört zu den Randplatten des Schwarzwaldes. Diese werden hauptsächlich von den Schichten des oberen Buntsandstein gebildet. Breite Quellmulden und tief eingeschnittene Haupttäler zerschneiden die Platten. Nach Osten hin öffnet sich in Schömberg die Quellmulde des Eulenbachs, der in Unterreichenbach in die Nagold mündet. Das Schömberger Gemeindegebiet entwässert einerseits in Richtung Osten in das Nagoldtal, andererseits in Richtung Westen in das Enztal. Die Höhendifferenz liegt zwischen im Eulenbachtal und auf der Langenbrander Höhe. Die Höhe der Kerngemeinde selbst schwankt zwischen in der Talstraße und auf dem Bühl.
Nachbargemeinden Folgende Gemeinden und Orte grenzen – im Uhrzeigersinn genannt und von Norden beginnend – an Schömberg: Engelsbrand (Enzkreis), Unterreichenbach, Bad Liebenzell, Oberreichenbach, Bad Wildbad, Höfen (alle Landkreis Calw) und Neuenbürg (Enzkreis).
Gemeindegliederung Die Gemeinde Schömberg besteht aus Schömberg mit den Wohnplätzen Bühlhof und Charlottenhöhe und den Ortsteilen Bieselsberg, Langenbrand, Oberlengenhardt und Schwarzenberg. Die Ortsteile sind zugleich Ortschaften im Sinne der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg mit einem Ortschaftsrat und einem Ortsvorsteher als Vorsitzendem. Alle eingemeindeten Orte gehören zum Landkreis Calw.
Ortsteil Eingemeindung EinwohnerStand 1. Juni 2022 laut Einwohnermeldeamt Schömberg (PDF, 14 kB).zugehörige Wohnplätze Bieselsberg 1. Januar 1975 1042 Untere Mühle Langenbrand 1. Januar 1975 1442 Oberlengenhardt 1. Januar 1975 588 Schwarzenberg 1. Januar 1971 865 Schwarzenberger Sägmühle
Schömberg selbst hat 4143 Einwohner (mit den Wohnplätzen Bühlhof und Charlottenhöhe; Stand 1. Juni 2022). Bieselsberg 70px|links Der Ortsteil Bieselsberg liegt am östlichen Rand des Gemarkungsgebietes auf einer Anhöhe in 570 m.ü. NN. Durch die Tannenwälder der Umgebung führen Wanderwege zu den beliebten Ausflugszielen.
Im Jahr 1180 wird Bieselsberg erstmals als „Böselsberg“ im Schenkungsbuch des Klosters Hirsau erwähnt. Eine Besonderheit ist die im Jahr 2003 in Betrieb genommene Sternwarte, die regelmäßige Führungen anbietet. Einen Besuchermagnet stellt zudem der Barfußpfad mit Kneipp-Anlage dar. Der Ortsteil ist durch die Buslinie nach Pforzheim an Schömberg angebunden (Linie 743), sie verkehrt etwa stündlich an Werktagen.Fahrplan der Linie 743 (PDF; 107 kB)
Relativ bekannt in der Umgebung wurde Bieselsberg durch die „Spezialitätenwanderung“ ('s Dörfle und sei Idee), bei der es einmal um den Ort ging und man durch über 20 Stationen der zahlreichen Vereine kulinarisch, musikalisch und mit allerlei Programm versorgt wurde. Da diese jährliche Aktion durch ehrenamtliche Vereinsmitglieder gestützt wurde und mit sehr hohem Aufwand verbunden war, wurde sie vor ein paar Jahren eingestellt.
Schwarzenberg Der Ortsteil Schwarzenberg liegt in 620 m.ü. NN inmitten ausgedehnter Tannenwälder mit zahlreichen Wanderwegen. Seit 1987 trägt auch Schwarzenberg das Prädikat Erholungsort. Während Historiker von der Entstehung des Ortes im 12. Jahrhundert ausgehen, datiert die erste, erhaltene schriftliche Erwähnung aus dem Jahr 1566.
Am westlichen Ortseingang befindet sich ein sehenswerter Steinkreis. Er wurde 1993 von Kunsterzieher Werner Neumann im Rahmen eines Schulprojektes nach megalithischen Vorbildern errichtet. Vermutlich ist er mit 21,6 m Durchmesser der größte in Deutschland.
Schwarzenberg hat Busverbindungen nach Schömberg, Calw, Bad Wildbad und Pforzheim.
Langenbrand Der Luftkurort Langenbrand erstreckt sich auf einer Höhe von 673–723 m ü. NN im Norden Schömbergs. Der Name des Ortsteils weist auf eine durch Brandrodung gewonnene Siedlungsfläche hin.Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Neuenbürg. Karl Aue Verlag, Stuttgart 1862, S. 193f (Wikisource) Sehenswert ist die alte Dorfkirche (Ulrichkirche) mit ihren mittelalterliche Malereien und dem Ostchorturm aus dem 11.–12. Jahrhundert. Der 148 m hohe Sendeturm Langenbrand, der von allen Anhöhen des Nordschwarzwaldes zu sehen ist, steht auf der Gemarkung des Ortsteils.
Der öffentliche Nahverkehr bietet Busverbindungen nach Pforzheim, Bad Wildbad, Neuenbürg und Calw.
Oberlengenhardt Das Dorf Oberlengenhardt liegt auf 670 m ü. NN und ist von Wäldern mit ebenen Wanderwegen umgeben. Es ist eines der letzten, in seiner traditionellen Siedlungsstruktur erhaltenen Waldhufendörfer. Bei klarem Wetter eröffnet sich von hier aus die Fernsicht zum Hohenzollern („Zollernblick“) und der Schwäbischen Alb.
Omnibusverbindungen bestehen nach Calw, Pforzheim und Bad Wildbad.
Charlottenhöhe Der Wohnplatz Charlottenhöhe im Wald auf der Gemarkung Schömberg ist eine ehemalige Lungenheilstätte, die 1907 als Volksheilstätte eingerichtet wurde. Namensgeberin war Königin Charlotte von Württemberg. Außerdem stehen hier sechs Einfamilienhäuser.
Schutzgebiete
Schömberg hat ein flächenhaftes Naturdenkmal, das Feuchtgebiet Hausäcker bei Schwarzenberg. Im äußersten Osten der Gemeindefläche hat Schömberg Anteil am Landschaftsschutzgebiet Nagoldtal und am FFH-Gebiet Würm-Nagold-Pforte. Zu letzterem gehören auch zwei kleine Teilgebiete bei Bieselsberg und bei Langenbrand. Schömberg liegt vollständig im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.Daten- und Kartendienst der LUBW
Geschichte Entwicklung bis zum 19. Jahrhundert Schömberg wurde 1177 erstmals urkundlich in einer Schenkungsurkunde des Klosters Hirsau unter dem Namen Schamberg erwähnt. Erst 1603 verkaufte der Markgraf Georg Friedrich von Baden das Amt Liebenzell, zu dem auch Schömberg gehörte, an Herzog Friedrich von Württemberg. Seitdem ist Schömberg württembergisch. Lange Zeit war Schömberg wie viele andere Schwarzwaldorte auch ein unbedeutendes Waldhufendorf. Land- und Forstwirtschaft prägten das tägliche Leben.
Nach der Gründung des Königreichs Württemberg gelangte Schömberg im Zuge der neuen Verwaltungsgliederung 1809 vom aufgelösten Oberamt Liebenzell zum Oberamt Neuenbürg.
Entwicklung zum Kurort Erst nachdem der Erfurter Fabrikantensohn Hugo Römpler 1884 eher zufällig das gute Klima Schömbergs entdeckte und selbst von seinen Lungenleiden geheilt wurde, begann der rasante Aufstieg Schömbergs zum weit über die Region hinaus bekannten Kurort. Bereits 1888 erwarb Hugo Römpler das Gasthaus zum Hirsch und richtete das Erste Luftkurhaus Schömbergs mit 15 Zimmern ein. Mit der Berufung des Arztes Johannes Baudach begann die Professionalisierung des Kurbetriebs. In Württemberg entstand so das erste Lungensanatorium. Bis 1902 erfuhr das Sanatorium umfangreiche Anbauten und erhielt den Namen S1.Karl-Heinz Bertsch: Geschichte unseres Heimatortes Schömberg in Wort und Bild. Druckhaus Müller, Neuenbürg 1993, S. 19–26 Parallel dazu entstand unter Römplers erstem Chefarzt Baudach 1898 die Neue Heilanstalt am Ortsrand Richtung Bad Liebenzell. Diese wurde von 1899 bis 1942 von Georg Schröder dann als Waldsanatorium Dr. Schröder geführt.
Auch Privatpersonen richteten Zimmer zur Vermietung ein, sodass es in der Blütezeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu 2500 Gästebetten in Schömberg gab.Karl-Heinz Bertsch: Geschichte unseres Heimatortes Schömberg in Wort und Bild. Druckhaus Müller, Neuenbürg 1993, S. 29
Zugehörigkeit und räumliche Entwicklung der Gemeinde im 20. Jahrhundert Durch die Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg kam Schömberg 1938 zum Landkreis Calw. 1945 wurde Schömberg Teil der Französischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging.
Am 1. Januar 1971 wurde die Gemeinde Schwarzenberg nach Schömberg eingemeindet. Am 1. Juli 1974 wurde der Ort Tannmühle von Schömberg nach Wildbad umgemeindet. Die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Schömberg, Bieselsberg, Langenbrand und Oberlengenhardt neu gebildet.
Religion mini|Evangelische Kirche in Schömberg In jedem Ortsteil befindet sich eine evangelische Kirche, im Ortsteil Schömberg zusätzlich die römisch-katholische Kirche St. Josef. Im Ortsteil Schwarzenberg befindet sich neben einer evangelischen KircheDie Kirchen der neuapostolischen Kirche und der ev. methodistischen Kirche in Schömberg sind seit vielen Jahren geschlossen und in Privatbesitz übergegangen auch das Haus des Heils, die Bildungsstätte der Gemeinde der Christen Ecclesia, einer Gliedkirche des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden.
Politik Bürgermeister mini|Rathaus Schömberg Amtsträger seit 1848Schömberg. Im Spiegel historischer Postkarten und Bilder aus über einem Jahrhundert; Printsystem Medienverlag, Heimsheim 2002, S. 164, ISBN 3-9808123-1-6 1848–1856: Christian Rentschler 1856–1882: Jakob Dittus 1883–1907: Matthäus Rentschler 1907–1945: Gustav Hermann 1945–1949: Gustav Bäuerle 1949–1975: Walter Brenner 1975–1991: Manfred Brugger 1991–2007: Gerhard Vogel 2007–2015: Bettina Mettler 2015–2026: Matthias Leyn seit 2026: Matthias Stepan
Gemeinderat Der Gemeinderat in Schömberg umfasst 18 Personen. Er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzender. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 MUZ Mensch Umwelt Zukunft 33,02 6 34,97 6 UWV Unabhängige Wählervereinigung 43,04 8 32,54 6 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,93 4 32,49 6gesamt100,018100,018Wahlbeteiligung60,44 %58,69 %
Wappen Über dem dreimal von Silber und Blau wellenförmig geteilten Schildfuß erhebt sich ein grüner Dreiberg. Aus der mittleren Kuppe steigt eine rote Sonne mit elf Strahlen empor. Auf den äußeren Kuppen steht jeweils eine grüne Tanne. Die Flaggenfarben sind Grün und Weiß.Schömberg. Im Spiegel historischer Postkarten und Bilder aus über einem Jahrhundert; Printsystem Medienverlag, Heimsheim 2002, S. 32, ISBN 3-9808123-1-6
Wirtschaft und Infrastruktur Beschäftigung Im Jahr 2013 waren nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes von den 7.968 Einwohnern Schömbergs 2.859 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon waren 2.067 Personen Pendler, die außerhalb Schömbergs arbeiteten (rund 72 %). Gleichzeitig gab es 900 Einpendler, sodass man in Schömberg auf 1.692 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze kam. 166 Menschen waren arbeitslos gemeldet, also rund 2,1 %.
Bildung Schömberg hat auf gesamtem Gemeindegebiet sechs Kindertagesstätten, davon zwei in Schömberg. Jeder Teilort verfügt über jeweils eine Kindertagesstätte. Mit der Ludwig-Uhland-Schule verfügt Schömberg über eine Grund- und Werkrealschule.
Berufsförderungswerk