mini|Glockenturm mini|Kapelle der hll. Kyrill und Method mini|Statue des hl. Antonius

Křídlůvky (deutsch Klein Grillowitz) ist eine tschechische Gemeinde im Okres Znojmo in der Region Jihomoravský kraj (Südmähren). Der Ort liegt etwa 5 km von der Grenze zu Österreich entfernt.

Geographie Die Nachbarorte sind Valtrovice (Waltrowitz) im Westen, Hrádek (Erdberg) im Osten und Božice (Possitz) im Norden.

Nachbargemeinden

Geschichte Die Anlage des Ortes und die bis 1945 gesprochene „ui“- Mundart (bairisch-österreichisch) mit ihren speziellen Bairischen Kennwörtern weisen auf eine Besiedlung durch bayrische deutsche Stämme hin, wie sie um 1050, aber vor allem im 12/13. Jahrhundert erfolgte.Leopold Kleindienst: Die Siedlungsformen, bäuerliche Bau- und Sachkultur Südmährens. Beiträge zur Volkskunde Südmährens. Geislingen/Steige 1989, S. 9. Die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft erfolgte im Jahre 1255. In dieser Urkunde wird der Ort als Besitz des Klosters Saar erwähnt. Im Laufe der Jahre änderte sich die Schreibweise des Dorfes mehrmals. So schrieb man 1255 „Gfrelowitz“, 1381 „Grilwicz“ und 1524 „Grylwitz“. Der Zusatz „Klein-“ tauchte erstmals 1542 auf und wurde erst wieder im Jahre 1720 verwendet.

Im Jahre 1503 kam durch Kauf ein Teil des Dorfes zum Dominikanerkonvent Znaim. Über diesen Kauf stellte König Wladislaus im Jahre 1510 eine Urkunde aus. Der andere Teil des Ortes wurde weiterhin vom Zisterzienserkloster Saar verwaltet. Ab 1540 kam dieser Teil an die Herrschaft Joslowitz (Jaroslavice). Einige Jahre später kam auch dieser Ortsteil an den Dominikanerkonvent Znaim, wodurch dieser nun den gesamten Ort verwaltete. In diesen Jahren wurde der Ort eine selbstständige Gemeinde.Codex diplomaticus et epistolaris Moraviae, Band III, S. 123. Matriken wurden seit 1660 geführt.Onlinesuche über das Landesarchiv Brünn Registrierungspflichtige Online-Recherche in den historischen Matriken des Mährischen Landesarchivs Brünn (cz., dt.). Abgerufen am 23. April 2011.

Die Freiwillige Feuerwehr wurde im Jahre 1893 gegründet. Der Friedhof des Ortes war bis 1900 in Erdberg (Hrádek), danach stiftete der Kirchenwirt einen Acker auf dem Ortsgebiet. Die meisten Ortsbewohner waren Bauern und lebten vom Anbau von Weizen, Roggen, Obst, Gemüse, Wein, Kirschen und Pfirsichen.Walfried Blaschka, Gerald Frodl: Der Kreis Znaim von A bis Z. Geislingen/Steige 2009.

Nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn. Der Friedensvertrag von Saint GermainFelix Ermacora: Der unbewältigte Friede: St. Germain und die Folgen; 1919–1989. Amalthea Verlag, Wien/München 1989, ISBN 3-85002-279-X. 1919 erklärte den Ort, dessen Bevölkerung im Jahre 1910 ausschließlich von Deutschsüdmährern bewohnt war, zum Bestandteil der neuen Tschechoslowakischen Republik. Nach dem Münchner Abkommen 1938 gehörte der Ort bis 1945 zum Reichsgau Niederdonau.

Im Zweiten Weltkrieg hatte der Ort 46 Opfer zu beklagen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Klein Grillowitz, wieder der Tschechoslowakei zugeordnet. Bei Nachkriegsexzessen im Mai und Juni 1945 kam es zu sechs Ziviltoten. Die restlichen acht deutschen Bürger von Klein Grillowitz wurden am 29. März, 11. Oktober und 18. September 1946 in drei Vertreibungstransporten offiziell über Znaim nach Deutschland zwangsausgesiedelt. Laut dem Beneš-Dekret 108 wurden das Vermögen der deutschen Einwohner sowie das öffentliche und kirchliche deutsche Eigentum konfisziert und unter staatliche Verwaltung gestellt. Drei Ortsbewohner verblieben im Dorf. In Übereinstimmung mit den ursprünglichen Überführungs-Zielen des Potsdamer Protokolls verlangte die Rote Armee im Jänner 1946 den Abschub aller Sudetendeutschen aus Österreich nach Deutschland. Von den Vertriebenen konnten trotzdem 27 Familien in Österreich verbleiben, während die restlichen in Deutschland ansässig wurden. Sie sind heute in der Bundesrepublik auf rund 80 Orte verstreut. Ein Klein-Grillowitzer wanderte nach Australien aus. Der verwaiste Ort wurde wieder neu besiedelt.

Im Mai 1959 wurde der Sportverein Dynamo Křídlůvky gegründet.Křídlůvky byly určené k zániku, teď rostou (Křídlůvky war dem Untergang geweiht, gedeiht nun aber wieder) In: denik.cz vom 28. Jänner 2011 (tschechisch). 1976 wurde die Schule wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen.

Wappen und Siegel Die Gemeinde führte nachweislich seit dem Jahre 1649 ein eigenes Siegel. Bis heute konnte jedoch keine Abbildung dieses Siegels gefunden werden, da ein Brand viele alte Urkunden vernichtet hatte. Einzig eine Abbildung aus dem Jahre 1935 ist vorhanden. Es handelt sich um einen zweisprachigen Gemeindestempel, welcher in einer Umschrift einen auf die Spitze gestellten Würfel mit einer Schmuckzeichnung zeigte.Narozny: Heimatkunde Kl. Grillowitz. 1898, S. 31.

Bevölkerungsentwicklung Volkszählung Einwohner gesamt Volkszugehörigkeit der Einwohner Jahr Deutsche Tschechen Andere 1880Josef Bartoš, Jindřich Schulz, Miloš Trapl: Historický místopis Moravy a Slezska v letech 1848–1960. svazek IX (Band 9), Ostrava 1984. 481 481 0 0 1890 522 522 0 0 1900 563 557 0 6 1910 569 568 1 0 1921 584 577 1 6 1930 626 608 9 9 2011 262

Sehenswürdigkeiten Dorfkapelle (1845) Dreifaltigkeit (1666), renoviert Statue des Hl. Florian Kriegerdenkmal (1921)Felix Bornemann: Kunst und Kunsthandwerk in Südmähren. Verlag des Südmährischen Landschaftsrates, Geislingen/Steige 1990, Klein-Grillowitz auf S. 14.

Literatur E. Narozny: Heimatkunde Kl. Grillowitz. 1898. Adalbert Karl Gauss: Umsiedler, Flüchtlinge, Heimatvertriebene und Neubürger in Österreich. Österreichisches Flüchtlingsarchiv, Salzburg 1979, 96 Seiten. Max Wenzel: Thayaland, Volkslieder und Tänze aus Südmähren. Verlag des Südmährischen Landschaftsrates, Geislingen/Steige 1984. Bruno Kaukal: Die Wappen und Siegel der südmährischen Gemeinden. Verlag des Südmährischen Landschaftsrates, Geislingen/Steige 1992, Klein Grillowitz auf S. 107f.

Weblinks

Homepage der Gemeinde auf obeckridluvky.cz. Kulturverband der Südmährer in Österreich: Klein Grillowitz auf suedmaehren.at.

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1255