Der Kanzleramtssteg in Berlin ist ein Teil der in den 1990er Jahren gebauten neuen Parlaments- und Regierungsgebäude und ist nicht öffentlich zugängig. Er dient Mitgliedern der deutschen Bundesregierung und ihren Gästen als Verbindung vom Amtssitz zum Kanzlerpark am Nordufer der Spree.
Lage und Bauliches Der Kanzleramtssteg befindet sich zwischen der Lutherbrücke und der Moltkebrücke bei Spreekilometer 14,1.
mini|links|Details des nördlichen Widerlagers
Das durch verschiedene Architekturbüros realisierte sogenannte Band des Bundes beinhaltet eine symmetrisch zum „Marie-Elisabeth-Lüders-Steg“ die Spree nordwestlich kreuzende Brücke. Diese verbindet die fünfte und sechste Etage des Bundeskanzleramts mit dem nördlichen Spreeufer und dem Regierungs-Hubschrauberlandeplatz. Der zusammen mit dem Bundeskanzleramt im Jahr 2001 fertiggestellte Steg besteht aus einem oberen Fußgängerweg und einer unteren Fahrstraße. Das Bauwerk kreuzt die Spree in einem Winkel von 40 Grad und ist an seinem nordwestlichen Pfeiler nichtlinear geführt: der untere Flansch unterquert hier das obere Brückenteil. Damit und mit dem Einbau von Schwingungstilgern konnten die bei diesem offenen Brückenbauwerk zu erwartenden Torsionsschwingungen geringgehalten werden.
Die in den 1990er Jahren durchgeführten Bauwettbewerbe sahen hier noch eine weitere Spreebrücke, den Magnus-Hirschfeld-Steg vor. Dieser Steg sollte der Spreequerung der Bundesbediensteten von der eigens zu errichtenden Wohnanlage im Moabiter Werder zu dem südlichen Gebäuderiegel mit den Büros dienen. Die prämierten Entwürfe zeigen eine senkrecht zur Spree angelegte filigrane Metallkonstruktion auf zwei im Spreebett gegründeten Pfeilern. Diese Brücke, benannt nach dem Wissenschaftler Magnus Hirschfeld, wurde jedoch aus Geldmangel und geänderten Planungen zunächst nicht gebaut. Erst im Zuge der Erweiterungsbebauung des Kanzleramtes auf der westlichen Spreeseite wurde diese Brück im Ende März 2026 eingeschoben. Eine offizielle Namensgebung fand aber bisher (Stand: Juli 2026) noch nicht statt. Literatur Eckhard Thiemann, Dieter Deszyk, Horstpeter Metzing: Berlin und seine Brücken. Jaron Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-89773-073-1, S. 114–115. Nikolaus Bernau: Übergangslösungen – Berlin hat viele interessante Brücken. Doch ein Wahrzeichen für die Stadt ist noch nicht dabei. In: Berliner Zeitung. 22. Oktober 2003.
Weblinks
Homepage der Fa. Karl Gotsch mit Brückendaten ein weiteres Foto des Stegs bei Karl Gotsch Bundesbaugesellschaft
Einzelnachweise
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