mini|Darstellung des Streufeldes im Bericht von Jean-Baptiste Biot
L’Aigle ist ein Meteorit, der am 26. April 1803 (nach dem damals üblichen Französischen Revolutionskalender: 6. Floreal Jahr XI) in L’Aigle in der Normandie, Frankreich, in Bruchstücken niederging. Es handelt sich um einen Steinmeteoriten, der als L6-Chondrit klassifiziert wird. Seine Gesamtmasse, ermittelt aus 2.000 bis 3.000 sichergestellten Einzelstücken, betrug mindestens 37 kg.
Der Meteorit L’Aigle spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte der Meteoritenforschung. Innerhalb weniger Monate nach ersten Meldungen über das Ereignis tauchten Bruchstücke in der französischen Hauptstadt Paris auf, wurden ausgestellt und an Sammler verkauft. Auf Veranlassung des französischen Innenministers, Jean-Antoine Chaptal, wurde Jean-Baptiste Biot damit beauftragt, einen Bericht über den Fall anzufertigen. Biot reiste in die Normandie, sammelte zahlreiche Augenzeugenberichte, untersuchte die lokalen geologischen Verhältnisse und erstellte für seinen umfassenden Bericht auch eine Karte des Streufeldes des Meteoritenfalls.Matthieu Gounelle: The meteorite fall at L’Aigle and the Biot report: exploring the cradle of meteoritics. In: Gerald Joseph Home McCall, A. J. Bowden, Richard John Howarth (Hrsg.): The History of Meteoritics and Key Meteorite Collections: Fireballs, Falls and Finds. Geological Society Special Publications 256, Geological Society, London 2006, ISBN 978-1-86239-194-9, S. 73–89, . Der Bericht erhielt zudem eine Analyse der Zusammensetzung der Bruchstücke, die der Chemiker Louis Jacques Thénard durchgeführt hatte.Catherine L.V. Caillet Komorowski: The meteorite collection of the National Museum of Natural History in Paris, France. In: Gerald Joseph Home McCall, A. J. Bowden, Richard John Howarth (Hrsg.): The History of Meteoritics and Key Meteorite Collections: Fireballs, Falls and Finds. Geological Society Special Publications 256, Geological Society, London 2006, ISBN 978-1-86239-194-9, S. 163–204. Weitere chemische Analysen erfolgten durch Antoine François de Fourcroy und Louis-Nicolas Vauquelin, die eine ähnliche chemische Zusammensetzung wie bei anderen Meteoriten fanden. Die beiden Wissenschaftler unterstützen daraufhin die von Ernst F. F. Chladni 1794 aufgestellte Hypothese, wonach Meteoriten einen kosmischen Ursprung haben.Ursula B. Marvin: Meteorites in history: an overview from the Renaissance to the 20th century. In: Gerald Joseph Home McCall, A. J. Bowden, Richard John Howarth (Hrsg.): The History of Meteoritics and Key Meteorite Collections: Fireballs, Falls and Finds. Geological Society Special Publications 256, Geological Society, London 2006, ISBN 978-1-86239-194-9, S. 15–75. Diese Sichtweise setzte sich infolge des Meteoritenfalls von L’Aigle sowohl in wissenschaftlichen als auch anderen belesenen gesellschaftlichen Kreisen zunehmend durch. __NOTOC__ Siehe auch Liste von Meteoriten
Literatur
Matthieu Gounelle: The meteorite fall at L’Aigle and the Biot report: exploring the cradle of meteoritics. In: Gerald Joseph Home McCall, A. J. Bowden, Richard John Howarth (Hrsg.): The History of Meteoritics and Key Meteorite Collections: Fireballs, Falls and Finds. Geological Society Special Publications 256, Geological Society, London 2006, ISBN 978-1-86239-194-9, S. 73–89, .
Weblinks
Eintrag in der Meteoritical Bulletin Database
Einzelnachweise
Kategorie:L-Chondrit Kategorie:Département Orne Kategorie:Ereignis 1803