Ein Adlatus ist ein (untergeordneter) Gehilfe, ein Helfer oder ein Beistand. Er ist vergleichbar mit dem Adjutanten im militärischen Sprachgebrauch. Der Begriff wird heute meist bildungssprachlich oder scherzhaft gebraucht.

Über die korrekte Pluralform besteht im Deutschen vielfach Unsicherheit. Der Duden führt als Plural „Adlaten“. Nur umgangssprachlich gebraucht ist „Adlatusse“. In Wörterbucheinträgen und metasprachlichen Diskussionen wird als Plural manchmal „Adlatus“ (mit langem -u-) angegeben, was allenfalls eine hyperkorrekte Form ist, weil es das Wort falsch der lateinischen u-Deklination zuordnet, während es im Lateinischen tatsächlich der o-Deklination (Partizip Perfekt Passiv von adferre) angehört und mit Plural verwendet wird.

Die Unsicherheit ist bedingt durch die Schwierigkeit der Etymologie, da Adlatus in Wörterbüchern oder Lexika meist aus ‚zur Seite (stehend)‘ abgeleitet wird: latus folgt wie corpus der konsonantischen Deklination, sodass der Akkusativ (den die Präposition regiert) latus lautet. Die Konstruktion mit dem Akkusativ Neutrum lässt allerdings keinen grammatisch korrekten Plural „Adlati“ (und auch keinen Plural „Adlatus“ nach der u-Deklination) zu. Inhaltlich nicht plausibler, aber ohne grammatikalische Schwierigkeit ist dagegen die Herleitung als Partizip aus () ‚herbeischaffen‘, ‚beibringen‘, ‚beifügen‘, wonach ein Adlatus als „Beigestellter“, „Beigezogener“, „Beigesetzter“ in Analogie zum ‚Vorgezogener‘, ‚Vorgesetzter‘ zu verstehen ist. Die Herleitung aus muss darum nicht notwendig falsch sein, da die Pluralform „Adlati“ auch durch Volksetymologie aus sekundär motiviert sein kann.

Ein bekanntes Beispiel für einen Adlatus ist Johann Peter Eckermann, der, selbst Dichter, als Verehrer und enger Vertrauter für Johann Wolfgang von Goethe arbeitete und diesem eine wesentliche Stütze war.

Siehe auch Adjunkt Faktotum (Hilfskraft) Famulus Sidekick Flügelmann

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