mini|Villa in Buchholz mini|Dorfkern von Dippelsdorf miniatur|Kurhaus Friedewald 2017 Friedewald (früher auch Luftkurort Friedewald) ist ein Ortsteil der Gemeinde Moritzburg im sächsischen Landkreis Meißen und besteht aus den beiden Ortslagen Dippelsdorf und Buchholz mit ihren Gemarkungen.
Geographie Friedewald befindet sich im Südwesten des Moritzburger Gemeindegebiets. Nordöstlich benachbart liegt der Ortsteil Moritzburg beziehungsweise Eisenberg, südöstlich der Ortsteil Reichenberg, südwestlich der Radebeuler Stadtteil Kötzschenbroda-Oberort und nordwestlich Coswiger Gebiet.
Friedewald ist zweigeteilt in das bäuerlich-dörflich geprägte Dippelsdorf im nordöstlichen Hochland und die „bürgerliche“ Siedlung Buchholz am Rande des Lößnitzgrunds im Südwesten. Es liegt am Friedewald, von dem es auch seinen Namen hat, und hat im Dippelsdorfer Teich Anteil am Moritzburger Teichgebiet.
Beide Teile von Friedewald werden getrennt durch die Neubaustrecke der Staatsstraße 81, eine um 2006 errichtete Verbindung von Großenhain und Meißen zur A 4 (Anschlussstelle Dresden-Flughafen). Straßenverbindungen bestehen nach Radebeul-Niederlößnitz, über Radebeul-Lindenau nach Radebeul-West, zum Auer sowie über Boxdorf nach Dresden. Die Verkehrsgesellschaft Meißen bedient in Friedewald mehrere Haltestellen der Buslinien 400 und 475, außerdem hält die Lößnitzgrundbahn an zwei Haltepunkten im Ort.
Geschichte mini|Zug der Lößnitzgrundbahn bei der Einfahrt in den Haltepunkt Friedewald
Der Name des Ortsteils stand zunächst für einen Wald, der unter anderem mit der Dresdner Heide den Grenzwald des Gaus Nisan bildete. Der Friedewald wird 1292 als „Fridewalt“, 1300 als „Fridwald“ und 1387 als „Frydewald“ erwähnt, was „eingefriedeter Wald“ bedeutet.
Südwestlich des alten fränkischen Kolonistendorfs Dippelsdorf bildete sich im 18. Jahrhundert die Häusergruppe Buchholz heraus. Auf Grundlage der Landgemeindeordnung von 1838 entstand die Landgemeinde „Dippelsdorf mit Buchholz“. Um 1900 wuchs Buchholz stark an und wurde zu einer Villensiedlung mit Kurbetrieb. Schnell hatte sie Dippelsdorf in ihrer Größe überflügelt. Dies trug 1940 zur Umbenennung der Landgemeinde „Dippelsdorf mit Buchholz“ in „Friedewald“ bei.
Die Gemeinde bezeichnete sich nach einer noch älteren Tradition selbst als „Luftkurort Friedewald“.Werner Peters: Friedewald will nach neuem Recht Erholungsort werden. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 10. Januar 2003, S. 15. Friedewald erhielt 1955 den Titel „staatlich anerkannter Erholungsort“, den es als Luftkurort bis 2010 führte.Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit über die Änderung der Liste der Sächsischen Kur- und Erholungsorte gemäß § 3 Abs. 5 Sächsisches Kurortegesetz (SächsKurG) vom 25. Oktober 2006 (SächsABl. S. 1012) auf: revosax.sachsen.de2010 kein Erholungsort mehr, siehe Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Änderung der Liste der Kur- und Erholungsorte im Freistaat Sachsen gemäß § 3 Abs. 5 SächsKurG vom 13. Mai 2010 (SächsABl. S. 817) auf: revosax.sachsen.de Zentrale Einrichtungen waren das Kurhaus und der Kurpark im Ortsteil Buchholz sowie das Strandbad in Dippelsdorf, zudem wirkte sich auch die Nähe des Radebeuler Bilzbads aus. Die Eingemeindung Friedewalds nach Reichenberg erfolgte am 1. Januar 1994.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt Genau fünf Jahre später wurde die Gemeinde Reichenberg an Moritzburg angeschlossen.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999 Der Ortsteil hat den Status einer Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und damit gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher. mini|Rotes Haus am Strandbad Friedewald am Dippelsdorfer Teich
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1890 siehe Dippelsdorf und Buchholz 302 1910 567 1925 677 1939 869 1946 1 103 1950 1 119 1964 1 076 1990 833 2011https://www.statistik.sachsen.de/download/080_Zensus_2011_Gemeindeteile/GT_14627150.pdf 1 106
Weblinks
Ortsteil Friedewald In: Webauftritt der Gemeinde Moritzburg.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Meißen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Meißen) Kategorie:Ehemaliger staatlich anerkannter Erholungsort in Sachsen Kategorie:Gemeindeauflösung 1994 Kategorie:Geographie (Moritzburg, Sachsen)