Haßloch [] ist eine verbandsfreie Gemeinde im Südosten des Landkreises Bad Dürkheim nahe dem Ballungszentrum Mannheim/Ludwigshafen am Rhein. Haßloch ist mit rund 20.000 Einwohnern die größte Kommune des Landkreises, noch vor der Kreisstadt Bad Dürkheim, und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.

Der Ort ist aus einem Kern gewachsen und wird zusammen mit seiner Einwohnerzahl in dieser Eigenschaft auch als das „größte Dorf“ Deutschlands bezeichnet. Haßloch ist jedoch nicht die einwohnerstärkste Gemeinde Deutschlands ohne Stadtrecht – das ist das 1972 aus 19 Einzelgemeinden gebildete und über 40.000 Einwohner zählende Seevetal in Niedersachsen.

Haßloch diente von 1986 bis 2021 in der Marktforschung als deutsche Durchschnittsgemeinde. Danach wurde der lokale Testmarkt durch softwarebasierte Marktforschung mit weltweiten Datenpartnern ersetzt.Testmarkt Haßloch: GfK setzt künftig auf Smartphone-Apps, Online-Befragungen und KI. horizont.net, 15. November 2021.

Geographie Lage Haßloch liegt östlich von Neustadt an der Weinstraße und ist ein Teil der Metropolregion Rhein-Neckar südwestlich von Mannheim und Ludwigshafen. Haßloch ist im Ganzen eine zusammenhängende Siedlungsfläche, der südöstlichste Teil Haßlochs, die sogenannte Wehlachsiedlung, liegt etwas abseits. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Meckenheim, Böhl-Iggelheim, Hanhofen und Neustadt an der Weinstraße. Südlich des Siedlungsgebiets erstreckt sich der Ordenswald.

Gewässer mini|Rehbach innerhalb der Haßlocher Gemarkung

Der Speyerbach bildet im Süden die Gemarkungsgrenze zu Neustadt; von ihm zweigen nach links der Ranschgraben und der Kandelgraben ab. Der Rehbach streift den südlichen Rand des Siedlungsgebiets. Von diesem wird im Westen des Gemeindegebiets nach links der Landwehrgraben abgeleitet. Am östlichen Siedlungsrand entspringt der Steinbach, der zum Rehbach fließt.

Geschichte Frühgeschichte und Mittelalter Um 5000 v. Chr. existierte auf der Gemarkung der heutigen Gemeinde eine erste linienbandkeramische Siedlung mit Langhäusern.Doppelgrabenanlage östlich der Weisengasse. archaeopro.de vfg.uni-wuerzburg.de Zudem wurden auf dem Gemeindegebiet die altertümliche Bronzeräder von Haßloch entdeckt. Rund 4100 Jahre später ist außerdem eine keltische Siedlung nachgewiesen. museum.speyer.de

Während der ersten vier Jahrhunderte nach der Zeitenwende besiedelten die Römer das Gebiet.Bekannte und dokumentierte römische Landgüter. darunter die Villa Rustica Haßloch, www.archaeopro.de Um 500 folgte die Vertreibung der Alemannen durch die Franken, ehe ein Jahrhundert später das Dorf vermutlich nahe der heutigen Weisengasse gegründet wurde.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 773 und 774 als „Hasalaha“. 985 wurde Haßloch Opfer des Salischen Kirchenraubs. Etwa um das Jahr 1100 ist der Status Haßlochs als Reichsdorf nachweisbar.Erhard Nietzschmann: Die Freien auf dem Lande. Ehemalige deutsche Reichsdörfer und ihre Wappen. Melchior, Wolfenbüttel 2013, ISBN 978-3-944289-16-8, S. 42. 1186 übernachtete Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Haßloch. Im Zuge der Verpfändung durch Kaiser Ludwig den Bayern gelangte Haßloch schließlich an die Kurpfalz und 1410 zum neu geschaffenen Fürstentum Pfalz-Simmern-Zweibrücken, wo es ein Amt beherbergte. Von 1421 bis 1461 bestand die Burg Haßloch der Grafen von Leiningen. Sie wurde durch Kurfürst Friedrich I von der Pfalz zerstört.

Neuzeit 1621 wurde das Dorf im Dreißigjährigen Krieg durch die Spanier verwüstet, ebenso 68 Jahre später im Pfälzischen Erbfolgekrieg unter Beteiligung Frankreichs. 1797 endete die Doppelherrschaft von Kurpfalz und Leiningen über Haßloch.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz während der Franzosenzeit zur Ersten Französischen Republik (bis 1804) und anschließend zum Napoleonischen Kaiserreich gehörte, war die Gemeinde Teil des Kantons Neustadt im Departement Donnersberg und bildete eine eigene Mairie. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen, bereits ein Jahr später fiel das Dorf wie die gesamte Pfalz an das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 war es Bestandteil des Landkommissariats Neustadt, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

Ab 1939 war Haßloch Bestandteil des Landkreises Neustadt an der Weinstraße. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Haßloch Teil der französischen Besatzungszone und ein Jahr später Teil von Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim.

Namensherkunft Der frühere, althochdeutsche Ortsname „Hasalaha“ bedeutet so viel wie „durch Haselgebüsch fließendes Gewässer“. „Hasal“ ist die althochdeutsche Bezeichnung für den Haselstrauch, „aha“ heißt so viel wie „Wasser“ oder „Bach“. Durch Lautverschiebungen und Veränderungen der Schreibweise entstand so zunächst (um 900 dokumentiert) der Name „Haselach“ und schließlich der heutige Ortsname „Haßloch“.

Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Haßloch. Die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:

1993 überschritt erstmals die Anzahl der Einwohner die Grenze von 20.000.

Konfessionsstatistik Laut Zensus 2022 waren im Jahr 2022 37,5 % der Einwohner evangelisch und 21,6 % römisch-katholisch, 41,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Hassloch, Zensus 2022 Religion Im Juni 2026 waren von den Einwohnern 32,3 % evangelisch und 18,9 % katholisch, 48,8 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik – Verbandsfreie Gemeinde Haßloch., abgerufen am 8. Juli 2026 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist demnach im beobachteten Zeitraum gesunken.

Religion

Die Kirchengemeinden Haßloch war infolge der Herrschaft der Grafen von Leiningen eine protestantische Gemeinde, wie man an den alten evangelischen Kirchenbauten – im Unterschied zum neueren Bau der katholischen Gemeinde – erkennt. Im Gegensatz hierzu ist die evangelische Pauluskirche modern gehalten; die katholische St.-Ulrich-Kirche ist ein älterer Bau.

Die jüdische Gemeinde Die bis 1938/1940 in Haßloch ansässige jüdische Gemeinde hat ihre Wurzeln im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts. Sie besaß eine Synagoge, die 1938 den Novemberpogromen zum Opfer fiel. Ab 1821 verfügte sie über einen Friedhof, auf dem bis 1944 Bestattungen stattfanden. Zudem hatte sie eine jüdische Schule und ein rituelles Bad.

Politik Bei Bundestagswahlen gehört Haßloch zum Wahlkreis Neustadt – Speyer und bei Landtagswahlen zum Wahlkreis Neustadt an der Weinstraße.

Gemeinderat mini|Rathaus Der Gemeinderat in Haßloch besteht aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU AfD GRÜNE FDP LINKE PIRATEN FWG1 HLL2 DUH3 Gesamt 2024 6 11 8 4 1 – – 4 2 – 36 Sitze 2019 6 8 6 7 2 – – 4 3 – 36 Sitze 2014 10 13 – 4 1 1 1 3 3 – 36 Sitze 2009 11 13 – 3 – 1 – 3 4 1 36 Sitze 2004 13 17 – 2 – – – – 4 – 36 Sitze 1 FWG = Freie Wählergruppe Haßloch e. V. 2 HLL = Haßlocher Liste e. V. 3 DUH = Die Unabhängigen e. V.

Bürgermeister Tobias Meyer wurde am 16. Dezember 2020 Bürgermeister von Haßloch. Bei der Stichwahl am 22. November 2020 hatte er sich mit 56,65 Prozent der Stimmen durchgesetzt, nachdem bei der Direktwahl am 8. November keiner der ursprünglich drei Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreichte.

Meyers Vorgänger Lothar Lorch war am 16. Juni 2013 zum Bürgermeister gewählt worden. Er löste Hans-Ulrich Ihlenfeld in diesem Amt ab. Ihlenfeld war von 2004 bis zu seiner Ernennung zum Landrat des Landkreises Bad Dürkheim am 17. April 2013 im Amt. hassloch.de; abgerufen am 9. November 2020.Lothar Lorch ist neuer Bürgermeister von Haßloch. focus.de

Jugendgemeinderat Der Jugendgemeinderat Haßloch (bis 1999 „Kinder- & Jugendgemeinderat Haßloch“) wurde am 17. Mai 1995 vom Gemeinderat beschlossen und eingerichtet. Die Initiative dazu ging 1993 vom Jugenddezernenten Jürgen Hurrle aus, der beklagte, dass viele Maßnahmen beschlossen wurden, die Jugendliche betrafen, ohne diese in die Entscheidungen einzubinden. Als einer der ersten rheinland-pfälzischen Jugendgemeinderäte nahm er in den Folgejahren eine Vorbildfunktion ein.

Der Jugendgemeinderat vertritt beratend die Belange und Interessen der Haßlocher Jugendlichen gegenüber der Gemeinde, entweder eigenständig oder über die ständigen Mitglieder im Sozialausschuss und im Partnerschaftsbeirat. Er soll die Jugendlichen mit demokratischen Entscheidungsstrukturen vertraut machen und Interesse an kommunalen Aufgabenstellungen wecken. Er ist ein unparteiisches Gremium und besteht aus 15 Mitgliedern (Stand 2006).

Als weitere Aktivitäten werden wahrgenommen: Aktivitäten gegen Rassismus Podiumsdiskussionen vor Wahlen Sportereignisse (Fußball- und Beach-Volleyballturniere) Freizeitveranstaltungen und Feste

Bürgerschaftliches Engagement Das Lokale Bündnis für Familie läuft in Haßloch seit dem Jahr 2006. Es dient der Förderung der Familien und des bürgerschaftlichen Engagements in Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung, Bürgern, Bildungseinrichtungen und Vereinen.

Wappen

Gemeindepartnerschaften Haßloch unterhält Partnerschaften mit folgenden Gemeinden: Viroflay, Département Yvelines, Region Île-de-France, Frankreich Gebesee, Thüringen, Deutschland Silifke, Türkei Gmina Wołczyn (deutsch Konstadt), Polen

Kultur mini|Haßlochs älteste Häuser in der Gillergasse, rechtes Haus von 1599 mini|hochkant|Achterbahn, Plopsaland Deutschland

Kulturdenkmäler

Der alte Friedhof, die Heinrich-Brauch-Straße, der jüdische Friedhof, der Ortskern und die Langgasse sind jeweils als Denkmalzonen ausgewiesen.

Hinzu kommen außerdem zahlreiche Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter das älteste Haus Haßlochs. Dabei handelt es sich um einen Dreiseithof aus dem Jahre 1599, mit einer die Straße beherrschenden Fassade und einem mächtigen Tor. Es ist seit 1986 als Heimatmuseum und Kulturzentrum allgemein zugänglich. Das Innenleben des Hauses wurde wiederhergestellt und gewährt Einblick in die damaligen Lebensverhältnisse in einem solchen Haus.

Weitere denkmalgeschützte Objekte sind unter anderem das alte Rathaus, die Fronmühle und die Sägmühle.

Natur Einziges Naturdenkmal in Haßloch ist eine 150-jährige Trauerweide in der Nähe der Fronmühle. Das Naturschutzgebiet Lochbusch-Königswiesen erstreckt sich teilweise über die Gemeindegemarkung.

Veranstaltungen Im Mai finden das Weinfest „Leisböhler Weintage“ statt. Das „Andechser Bierfest- und Straßenfest“ im September wird von bis zu 60.000 Gästen besucht und ist über die Grenzen der Pfalz hinaus bekannt. Im Dezember findet der Weihnachtsmarkt der 1000 Lichter statt.

Ein alteingesessener Verein ist der Posaunenchor Haßloch, dessen Anfänge in der Zeit um den Ersten Weltkrieg liegen. Die Musikerinnen und Musiker, zu denen auch Trompeter gehören, wirken bei Gottesdiensten und Gemeindefesten mit. Der Verein ist Mitglied im Landesverband der Gemeinschafts-Posaunenchöre und der Landesgemeinschaft der evangelischen Posaunenchöre.Website des Posaunenchors Haßloch. Abgerufen am 26. November 2025.

Freizeit- und Sportanlagen In der Nähe von Haßloch liegt das Plopsaland Deutschland (bis 28. Juni 2025 „Holiday Park“), eine Freizeitparkanlage mit Fahrgeschäften wie dem Free Fall Tower, einer Wildwasserbahn und der Achterbahn Expedition GeForce.

Haßloch hat mit dem „Badepark“ ein Hallen- und Freizeitbad mit Außenanlage und Sauna-Landschaft. Des Weiteren gibt es in Haßloch mehrere Theaterbühnen. Im gesamten Ortsgebiet existieren Spielplätze und Sportflächen, in die auch der südlich liegende Wald zum Beispiel mit dem „Trimm-Dich-Pfad“ einbezogen ist.