mini|Münstermaifeld aus der Vogelperspektive
Münstermaifeld (mundartlich Meenster) ist eine Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie liegt auf dem Maifeld und gehört der gleichnamigen Verbandsgemeinde an, die ihren Verwaltungssitz in Polch hat. Münstermaifeld ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.
Geographie Geographische Lage Münstermaifeld liegt unweit der Mosel im Mittelpunkt des vorderen Maifelds, einer zur Eifel zählenden Hochebene zwischen Untermosel und Mittelrhein. Die Stadt wird weithin sichtbar überragt vom mächtigen Westwerk ihres Münsters. Ihre landschaftliche Lage gestattet einen guten Ausblick auf die Nürburg, die Hohe Acht, das Massiv am Laacher See und weit hinaus in die Eifel und auf Mosel- und Hunsrückhöhen. Durch seine Stadtteile Keldung und Lasserg grenzt Münstermaifeld direkt an den Landkreis Cochem-Zell.
Stadtgliederung Zu Münstermaifeld gehören die Stadtteile Keldung, Küttig, Lasserg, Metternich, Mörz, sowie die Wohnplätze Pilliger Heck und Sevenich.
Keldung mini|Keldung, Luftaufnahme (2015)
Der Ort liegt südwestlich der Stadt am Rand des Elztals zwischen den Burgen Eltz und Pyrmont. Der Kernbereich wurde erstmals im 12. Jahrhundert unter dem Namen Cheldin erwähnt. Nach dem Jahr 1950 wurde in Keldung eine landwirtschaftliche Siedlungsstelle für Heimatvertriebene eingerichtet.
Küttig
Küttig ist ein nördlich von Münstermaifeld gelegener Ort. In einer Tauschurkunde aus dem Jahr 963/964 tauchte der Ortsname erstmals auf. Große landwirtschaftliche Anwesen zeugen noch von frühen Höfen des Adels oder geistlichen Institutionen, die allerdings erst im 14. Jahrhundert fassbar werden.
Lasserg
Lasserg liegt auf dem Hochplateau zur Mosel südlich der Stadt. Die im Ortskern gelegene Kapelle ist dem Heiligen Benedikt geweiht und hat einen romanischen Kern. Der Umbau erfolgte im Jahr 1729. Zahlreiche Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind ebenfalls erhalten geblieben.
Metternich
Der im Südosten liegende Stadtteil 'Metternich' wird erstmals 1187 erwähnt. Er gehörte bis zum Ende des Alten Reiches zum Oberamt Münstermaifeld.
Mörz
Mörz liegt im Osten der Stadt. Die Trierer Abtei St. Maximin verfügte um 1200 über Besitz in Mörz, welches damals Muderce genannt wurde. Eine großzügige Hofanlage aus dem Jahr 1774, die noch zu sehen ist, gehörte bis zu ihrer Versteigerung in der französischen Zeit im Jahr 1812 zum Grundbesitz der Reichsabtei St. Maximin in Trier. Nach Berichten der Kirchenbehörde befand sich in Mörz im Jahr 1656 eine Kapelle. Seit 1802 steht dort das heutige Gotteshaus im Zentrum im Hang.
Klima Der Jahresniederschlag beträgt 653 mm.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für den Zeitraum von 1961 bis 1990, Quelle: DWD
Im Jahr 2009 wurden 47 Sommertage (Tmax >= 25 °C) und 1942 Sonnenstunden registriert. Damit gab es 40,7 % mehr Sonnenstunden als im vieljährigen Mittel. Die Wetterstation Münstermaifeld (Typ AME66) steht nordwestlich der Stadt. Die Koordinaten lauten: Geographische Länge 7°21 13", Breite 50°15'22".
Geschichte Das der Eifel vorgelagerte Maifeld ist fruchtbares Ackerland, das schon früh besiedelt wurde. Archäologische Funde gibt es aus der Steinzeit und der späteren keltischen Besiedelung. Nach der Eroberung Triers durch die Germanen beginnt auch hier die fränkische Besiedlung. Im Umkreis der Martinskirche hat ein fränkischer Friedhof bestanden.
Der ursprüngliche Bau der Martinskirche, der späteren Stiftskirche, geht auf die merowingische Zeit, auf die Jahre 573 bis 596, zurück. Sie wurde auf den Fundamenten einer römischen Wachturmanlage errichtet und diente als regionales Zentrum der Christianisierung.
Im Jahr 965 erhielt Münstermaifeld das Marktrecht.
Bruno von Lauffen weihte im Jahr 1103 nachweislich den Vorgängerbau der Stiftskirche St. Martin und St. Severus. Als wichtige Bastion gegen Kurköln war Münstermaifeld für ihn als Erzbischof von Trier interessant. Er galt als geschickter Diplomat und war ein einflussreicher Berater Kaiser Heinrichs IV. und dessen Nachfolgers Heinrichs V. Vermutlich begann er damals damit, den bedeutenden Marktflecken Münstermaifeld mit einer Befestigungsanlage zu versehen. Der nach ihm im Volksmund „Lauffenburg“ benannte „Pulver- oder Eulenturm“ steht heute noch als Teil der damaligen Stadtbefestigung, die nachfolgende Kurfürsten weiter verstärkten.
Unmittelbar vor dem Westwerk, auf dem heutigen Petersplatz, stand die Capella Sancti Petri, eine erstmals im Jahr 1308 erwähnte Kirche. Während der Bauzeit der Stiftskirche, die sich lange hinzog, diente diese Peterskirche seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts offenbar ersatzweise als Pfarrkirche. Als zentrale kultische Einrichtung wurde sie daher in das erstmals 1278 überlieferte städtische Siegelbild übernommen.
Kurfürst Arnold II. von Isenburg baute die Stadtbefestigung Mitte des 13. Jahrhunderts weiter aus. So ließ er Münstermaifeld ebenso wie Koblenz mit Wällen und teilweise mit einer Mauer umgeben (Monasterium oppidum in Meynevelt circumvallavit et in parte murari fecit).Zur Begriffsbezeichnung oppidum und zu befestigten Dörfern vgl. Escher-Apsner, Stadt und Stift Trierer Kurfürst Heinrich II. von Finstingen, der Erbauer der Genovevaburg und der Befestigung von Mayen, vollendete die Stadtmauer um 1280 – ebenso wie die Koblenzer Stadtmauer. Die Befestigung stand im Zusammenhang mit dem Bestreben, den Einfluss der Grafen von Virneburg zurückzudrängen, die zu bedeutenden herrschaftlichen Konkurrenten auf dem Maifeld geworden waren.
Heinrich II. von Finstingen verlieh Münstermaifeld am 17. Dezember 1277 die Gerichtshoheit durch die Einrichtung eines vierzehnköpfigen Schöffenstuhls und stellte sie damals, wie eigens betont, Koblenz gleich. Die Urkunde lautet im Auszug: „...dass Wir, Heynrich (von gottis genaden Ertzbischof der Trierischen) allen Gegenwärtigen und Nachkommenden, die diesen brieff sehen oder hören begehren, kund zu sin, daß wir mit vursichtigem beraide und vom rath brafer und guter Leuth vierzehn Schöffen in unserem Schlosse Münster in dem Mayfelt gemacht und gesatzet hain, den wir verliehende sei und wollen, daß sie haben die selbe Freyheit mit all die da haint und sich freuen unsere Schöffen...“. Ein langwieriger Prozess fand mit dieser Beurkundung seinen Abschluss und Münstermaifeld erlangte damit die vollen Rechte einer kurfürstlich-trierischen Stadt. Die Nachfolger im Amt bestätigten während ihrer Amtszeit diese Rechte, so am 13. März 1295 Bohemond I. von Warnesberg, am 14. September 1300 Diether von Nassau und am 24. Januar 1309 Balduin von Luxemburg.
mini|links|Kolorierter Stadtplan um 1600 Da die Stadtbefestigung jedoch bald nicht mehr den damaligen Anforderungen genügte, erweiterte und verstärkte Kurfürst Balduin von Luxemburg, Bruder Kaiser Heinrichs VII., sie im Rahmen einer geplanten Stadterweiterung nochmals und ergänzte sie mit Türmen.Dr. Dietmar Flach, Verfassungsentwicklungen S. 369, 373 Es ist davon auszugehen, dass diese Arbeiten, die in einer Urkunde aus dem Jahr 1333 oder 1335 Balduin zugeschrieben werden, jedoch bereits 10 bis 15 Jahre vorher abgeschlossen waren. Hiervon zeugt der zu 1323 genannte neue Turm (noua turris Monasterii),LHAK Best. 144/Nr. 256 (1343 V 15) der vermutlich mit jenem Turm identisch war, der als Teil der Stadtmauer den Namen Laufenburg trug (domus […] apud murum sub propugnacolo prope turrim dictam Lawenburg).Büchel, Beschreibung S. 25.
Die Bedeutung Balduins für Münstermaifeld spiegelt sich auch darin wider, dass im Jahr 1926 per Ministerialerlass der damaligen Staatlichen Deutschen Oberschule in Aufbauform die Erlaubnis erteilt wurde, den Namen „Kurfürst-Balduin-Schule“ zu führen. Auch die daran vorbeiführende Straße wurde 1929 nach ihm benannt. Als 1980 die Schule in ein Vollzeitgymnasium umgewandelt wurde, wurde der Name „Kurfürst-Balduin-Gymnasium“ beibehalten. Balduin vollendete das „Münster auf dem Maifeld“ und baute die Stadt an der Grenze zu Kurköln zu einem mächtigen Bollwerk aus.Isnard Frank OP, Balduin von Luxemburg, Quellen und Abhandlungen zur Mittelrheinischen Kirchengeschichte Band 53, S. 592ff
Weiterhin besaß Münstermaifeld seit dem Mittelalter lange Zeit das Münzrecht als kurtrierisches Oberamt.
Eine besondere Verbindung bestand auch über die Jahrhunderte hinweg mit der Burg Eltz. Die Eltzer Herren waren über das ganze späte Mittelalter hinweg in der Verwaltung der Stadt tätig. In der ehemaligen Stiftskirche finden sich auch Eltzer Gräber, besonders kunstvoll die Epitaphien des Ehepaares Cuno (auch Kuno) von Eltz (vor 1475 – nach dem 5. Februar 1529) und Ella (auch Eva) von Esch (–1531), zwei Reliefplatten aus Basaltlava. Die umlaufende Inschrift auf dem breiten Rahmenband besagt: „Anno Domini MDXXIX (= 1529) Ingenuus Cono de Eltz fato functus his tumulatus cuius anima requiescat in pace.“Pfarrkirche St. Martin und Severus in Münstermaifeld – Grabplatte für Kuno von Eltz Auch das Marmorgrab des Nikolaus von Eltz und seiner Frau Maria von Hoort, sowie ein Marmordenkmal von deren Sohn Johann Wilhelm Antonius Bertramus Herr zu Eltz, seinerseits Domherr zu Trier, sind zu finden. Söhne derer von Eltz waren zu allen Jahrhunderten Kanoniker im Stift Münstermaifeld. Durch einen viele Jahrzehnte währenden Streit mit dem Papst wurde Lothar von Eltz bekannt, der 1267 vom Kapitel zu Monster Meynfelt zum rechtmäßigen Praepositus gewählt worden war. Einer der tatkräftigsten Stiftspröpste war Elias von Eltz (1331–1347).
Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde Münstermaifeld fast vollständig zerstört. Zwei Jahre nach der Brandschatzung auf Befehl Ludwig XIV. am 27. März 1689 kam es aufgrund eines Übersetzungsfehlers zu einer weiteren Zerstörung: Marschall Louis-François de Boufflers hatte den Namen der Stadt mit dem von Münstereifel verwechselt.Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz: Geschichtlicher Abriss
Seit dem Jahr 2009 wurden im Umfeld der ehemaligen Stiftskirche umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt. In deren Verlauf untersuchten die Archäologen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Außenstelle Koblenz, ein großes mittelalterliches Gräberfeld auf dem Stiftsplatz der Stadt. Über 400 freigelegte Gräber zeugen von der Geschichte des Ortes. Rund 40 Gräber enthielten Beigaben aus der jüngeren Merowingerzeit. Einige zeugten mit ihrer kompletten Waffenausrüstung, kostbaren Schmuckstücken aus Gold und Silber, Bronze-, Glas- und Importgefäßen vom Reichtum der wohlhabenden Oberschicht, die hier über mehrere Generationen im 7. und in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts das Sagen hatte. Ein Teil der Exponate ist seit 2014 im Archäologischen Museum Maifeld zu sehen.
Eingemeindungen Mit Wirkung zum 31. Dezember 1975 wurden die fünf bis dahin eigenständigen Gemeinden Keldung (194 Einwohner), Küttig (153 E.), Lasserg (234 E.), Metternich (173 E.) und Mörz (145 E.) in die Gemeinde Münstermaifeld eingemeindet.
Stadtrechte Im 13. Jahrhundert wurde dem Ort das Stadtrecht verliehen. Das erstmals im Jahr 1278 bezeugte Münstermaifelder Stadtsiegel misst im Durchmesser ca. 7 cm. Die Siegelinschrift lautet: Sigillum civitatis Monasterii in Meinfelt (Siegel der Stadt Münster im Maifeld).LHAK Best. 163/Nr. 11 Es wurde am 2. Juli 1977 durch den Innenminister von Rheinland-Pfalz erneuert.
Einwohnerentwicklung
Politik Stadtrat Der Stadtrat von Münstermaifeld besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Stadtrat: Wahl SPD CDU Pro MM Grüne FDP ÖDP Gesamt2024 5 5 7 2 1 – 20 Sitze2019 4 7 5 3 – 1 20 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.2014 4 8 6 – – 2 20 Sitze2009 6 7 6 – – 1 20 Sitze2004 8 7 5 – – 0 20 Sitze Pro MM = Pro-M´m – Bürgerpolitik für Münstermaifeld e. V.
Bürgermeister