Basisdaten Verwaltungssitz Leipzig Fläche 3.562 km² (1939) Einwohner 1.379.165 (1939) Bevölkerungsdichte 387 Einw./km² (1939) Königreich Sachsen 1914 250px

Die Kreishauptmannschaft Leipzig war ein Verwaltungsbezirk im Königreich Sachsen und im späteren Freistaat Sachsen. Die sächsischen Kreishauptmannschaften waren hinsichtlich ihrer Funktion und Größe vergleichbar mit einem Regierungsbezirk.

Vorgeschichte Bereits im Kurfürstentum Sachsen bestand ein Leipziger Kreis, der als Vorläufer der späteren Kreishauptmannschaft Leipzig angesehen werden kann. Im Rahmen der administrativen Neugliederung des Königreichs Sachsens wurden 1835 die vier Kreisdirektionen Dresden, Bautzen, Zwickau und Leipzig eingerichtet. Die Kreisdirektion Leipzig war seit 1838 in vier Amtshauptmannschaften untergliedert:

Amtshauptmannschaft I (Leipzig) mit den Amtsbezirken Leipzig, Pegau und Borna Amtshauptmannschaft II (Rochlitz) mit den Amtsbezirken Rochlitz und Colditz Amtshauptmannschaft III (Grimma) mit den Amtsbezirken Grimma, Mutzschen, Wurzen und Oschatz Amtshauptmannschaft IV (Döbeln) mit den Amtsbezirken Nossen, Mügeln und Leisnig

Innere Gliederung Am 1. Dezember 1910 bestand die Kreishauptmannschaften aus folgenden Verwaltungseinheiten: VerwaltungseinheitKommunenFläche (in km²)Einwohnerzur GemeindeauflistungStadt Leipzig178,62589.850keineAmtshauptmannschaft Borna164548,7682.152siehe: Gemeindeverzeichnis Amtshauptmannschaft Borna 1910Amtshauptmannschaft Döbeln196583,94121.994siehe: Gemeindeverzeichnis Amtshauptmannschaft Döbeln 1910Amtshauptmannschaft Grimma184846,53110.337siehe: Gemeindeverzeichnis Amtshauptmannschaft Grimma 1910Amtshauptmannschaft Leipzig106420,03149.623siehe: Gemeindeverzeichnis Amtshauptmannschaft Leipzig 1910Amtshauptmannschaft Oschatz141572,7158.103siehe: Gemeindeverzeichnis Amtshauptmannschaft Oschatz 1910Amtshauptmannschaft Rochlitz143516,76122.564siehe: Gemeindeverzeichnis Amtshauptmannschaft Rochlitz 1910KREISHAUPTMANNSCHAFT9353.567,351.234.623 +15 größte Städte und weitere Gemeinden 1910 (kursiv: keine Stadt) sowie 10 einwohnerstärkste GutsbezirkePlatzKommuneAmtshauptmannschaftEinwohnerPlatzselbständiger GutsbezirkAmtshauptmannschaftEinwohner–Leipzig–589.8501Landesanstalt HubertusburgOschatz2.0091DöbelnDöbeln19.6272Kaserne MöckernLeipzig1.7922WurzenGrimma18.5823Gutsbezirk Landesheil- und Pflegeanstalt HochweitzschenDöbeln1.1363MittweidaRochlitz17.8004Rittergut Breitenfeld bei LeipzigLeipzig2024SchönefeldLeipzig14.8795Rittergut LützschenaLeipzig1945WaldheimDöbeln12.3526Rittergut Gersdorf bei RoßweinDöbeln1736LeutzschLeipzig12.3277Rittergut ThallwitzGrimma1617GrimmaGrimma11.4408Rittergut KöschitzOschatz1138OschatzOschatz10.8809Rittergut RöthaBorna1069RoßweinDöbeln9.21110Rittergut WellerswaldeOschatz104MockauLeipzig11BornaBorna9.20112MarkranstädtLeipzig8.22013BurgstädtRochlitz8.17514LeisnigDöbeln8.00115HainichenDöbeln7.862Summe (ohne Leipzig):177.768

Verwaltungsreform 1874 mini|hochkant=2|Karte der Kreis- und Amtshauptmannschaften 1900 bis 1932 1874 wurden die Kreisdirektionen und die alten Amtshauptmannschaften als Teil der inneren Verwaltung aufgelöst. An Stelle der Kreisdirektion Leipzig trat die Kreishauptmannschaft Leipzig. Ihr nachgeordnet waren die neu gebildeten Amtshauptmannschaften (ab 1939 Landkreise)

Amtshauptmannschaft Borna Amtshauptmannschaft Döbeln Amtshauptmannschaft Grimma Amtshauptmannschaft Leipzig Amtshauptmannschaft Oschatz Amtshauptmannschaft Rochlitz

sowie die bezirksfreie Stadt Leipzig.

Döbeln, Mittweida und Wurzen wurden 1924 als bezirksfreie Städte aus ihren Amtshauptmannschaften ausgegliedert.

Kreishauptmann bis 1875: Ludwig von Burgsdorff (1812–1875) Januar–Oktober 1876: Léonce von Könneritz (1835–1890) 1876–1887: Otto Georg zu Münster-Langelage (1825–1893) 1887–1906: Georg Otto von Ehrenstein (1835–1907) 1906–1910: Johann Georg von Welck (1839–1912) 1910–1919: Curt Ludwig Franz von Burgsdorff (1849–1922) 1919–1924: Heinrich Lange (1861–1939) 1924–1925: Edwin Rudolph Lempe (ernannt, aber Amt nicht angetreten; * 1879)Fortsetzung des Verzeichnisses der Inhaber höchster und hoher sächsischer Staatsämter auf die Zeit vom Jahre 1831 bis zur Gegenwart. In: Kalender für den Sächsischen Staatsbeamten auf das Jahr 1932. Dresden 1932, S. 191. Dr. Lempe wurde zum 1. Juli 1924 zum Kreishauptmann ernannt, trat sein Amt jedoch nicht an, sondern wurde bis Februar 1925 beurlaubt und schied dann aus dem Staatsdienst aus. 1925–1933: Richard Marcus (1883–1933) März–September 1933: Kurt von Burgsdorff (NSDAP) I. Amtszeit (1886–1962) 1933–1937: Walter Dönicke (NSDAP) (1899–1945) 1937–1938: Curt Ludwig Ehrenreich von Burgsdorff (NSDAP) II.Amtszeit (1886–1962)Landesdirektion Leipzig: (Quelle: Staatsarchiv Leipzig)

Regierungsbezirk 1939 wurde die Kreishauptmannschaft in Regierungsbezirk Leipzig umbenannt. Zum 1. Juli 1943 stellte der Regierungsbezirk seine Tätigkeit auf Kriegsdauer ein,territorial.de, abgerufen am 23. Dezember 2023. bestand jedoch formell weiter. 1939–1943 Erich Teichmann (* 1882), Regierungspräsident

Bezirk Leipzig Nach der Auflösung der Länder in der Deutschen Demokratischen Republik wurde der Bezirk Leipzig als einer von insgesamt 14 Bezirken eingerichtet.

Nach 1990 wurde der Bezirk Leipzig erneut zum Regierungsbezirk Leipzig. Räumlich deckte sich der Regierungsbezirk Leipzig mit dem Bezirk Leipzig bis auf die Kreise Altenburg und Schmölln, die seitdem zu Thüringen gehören und 1994 zum Landkreis Altenburger Land vereinigt worden sind.

Einwohnerentwicklung Jahr 1837 1849 1871 1900 1939Einwohner367.753428.532589.3771.060.6321.379.165

Siehe auch Liste der Kreise und sonstigen Gebiete Kursachsens Verwaltungsgliederung des Königreiches Sachsen

Literatur Thomas Klein (Hrsg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe B: Mitteldeutschland. Band 14: Sachsen. Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg/Lahn 1982, ISBN 3-87969-129-0, S. 354–256.

Einzelnachweise

Leipzig Leipzig Kategorie:Leipziger Geschichte Leipzig Kategorie:Aufgelöst 1943