Die 3. Jägerbrigade (Brigade Schnelle Kräfte) ist eine Brigade des Österreichischen Bundesheeres und besteht aus Bataillonen verschiedener Waffengattungen in Niederösterreich, im Burgenland und in der Steiermark. Die Brigade wurde im Zuge der Bundesheerreform 2019 am 1. Oktober 2018 aus den Verbänden des Kommando Schnelle Einsätze gebildet, welches zuvor aus der 3. Panzergrenadierbrigade aufgestellt wurde. Das Kommando des Verbandes befindet sich in Mautern an der Donau.3. Jägerbrigade - Das Kommando, Website www.bundesheer.at, abgerufen am 27. April 2020
Gliederung Die Brigade hat seit 1. Jänner 2026 folgende Gliederung: Bundesministerium für Landesverteidigung, in Wien Kommando Landstreitkräfte und Spezialeinsatzkräfte 3. Jägerbrigade (Brigade Schnelle Kräfte), in Mautern an der Donau Stabsbataillon 3, in Mautern an der Donau Aufklärungs- und Artilleriebataillon 3, in Mistelbach, mit Husar und M109 A5Ö Jägerbataillon 17, in Straß, mit Pandur EVO Jägerbataillon 19, in Güssing, mit Pandur I Jägerbataillon 33, in Zwölfaxing, mit Dingo 2 Jägerbataillon Niederösterreich, in Zwölfaxing Jägerbataillon Burgenland, in Güssing Pionierbataillon 3, in Melk
Stärke und Bewaffnung Der Großverband verfügt über Pionier-, Infanterie- (Jäger-), Aufklärungseinheiten und Artilleriekräfte.
Der Verband verfügt über folgende Waffen und Geräte: Maschinengewehr 74 Sturmgewehr 77 Scharfschützengewehr 69 Pistole 80 Panzerabwehrrohr 66/79 Schwerer Granatwerfer 86 Panzerabwehrlenkwaffe 2000 Iveco LMV "Husar" Radpanzer Pandur
Einsätze Die 3. Jägerbrigade kommt gezielt zur militärischen Landesverteidigung im Inland und im Ausland zum Einsatz. Zusätzlich wird sie auch bei Katastrophen und Unglücksfällen, wie Lawinen, Muren und Hochwasser, eingesetzt. Weitere Aufgaben sind die Ausbildung von Kontingenten für friedensunterstützende Einsätze im Ausland, wie etwa im Kosovo oder in Bosnien.
Geschichte mini|Infanteristen mit MG, im Hintergrund ein T34 des Bundesheeres, 1958 Die 3. Jägerbrigade wurde am 1. September 1956 als 3. motorisierte (Infanterie-) Brigade in Wien aufgestellt. Zu der Einheit gehörten das Bataillon 9, das Infanteriebataillon 10 und die Brigadeartillerieabteilung 3. Im Oktober 1956 erfolgte die Verlegung nach Krems an der Donau. Ein Jahr später besetzte die Brigade die Raab-Kaserne in Mautern an der Donau, wo das Kommando noch heute stationiert ist.
Die ersten gepanzerten Fahrzeuge waren russische Kampfpanzer vom Typ T-34, später folgten amerikanische Kampfpanzer der Typen M47 und M60. mini|Österreichische M60A3 bei einer Übung auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig
3. Panzergrenadierbrigade 100px|Verbandsabzeichen der 3. Panzergrenadierbrigade 100px|Verbandsabzeichen der 3. Panzergrenadierbrigade Am 1. Jänner 1963 erfolgte die Umgliederung in die 3. Panzergrenadierbrigade mit dem Brigadekommando und dem Panzerstabsbataillon 3 in Mautern an der Donau, dem Panzergrenadierbataillon 9 in Horn und Weitra, dem Panzerbataillon 10 in St. Pölten-Spratzern und dem Panzerartilleriebataillon 3 in Allentsteig.
In den 1970er wurde die Brigade der 1. Panzergrenadierdivision unterstellt.
1998 wurde das St. Pöltner Panzerbataillon 10 an die 4. Panzergrenadierbrigade (Standort: Linz-Ebelsberg) abgegeben. Dafür erhielt die Brigade das Panzerbataillon 33 in Zwölfaxing und das Aufklärungsbataillon 3 in Mistelbach.
In dieser Zeit wurden auch die Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 A4 angeschafft und die ersten weiblichen Rekruten wurden ausgebildet.
Das Verbandsabzeichen der 3. Panzergrenadierbrigade war ein goldgefasster schwarzer Halbrundschild mit weißem Kreuz. Im darüber liegenden Schildhaupt befand sich ein weißer Schriftzug mit dem Namen des Verbandes. Links oben befand sich ein weißes vierblättriges Kleeblatt, welches die vier Viertel Niederösterreichs symbolisiert.
Gliederung der 3. Panzergrenadierbrigade Die Brigade hatte zuletzt folgende Gliederung: Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport in Wien Kommando Landstreitkräfte in Wien Streitkräfteführungskommando in Graz 3. Panzergrenadierbrigade Panzerstabsbataillon 3 in Mautern an der Donau Panzerbataillon 33 in Zwölfaxing Panzergrenadierbataillon 35 in Großmittel Jägerbataillon 19 in Güssing Aufklärungs- und Artilleriebataillon 3 in Mistelbach Pionierbataillon 3 in Melk und Mautern an der Donau
Bewaffnung der 3. Panzergrenadierbrigade Der Großverband hatte neben den Kampf- und Schützenpanzern noch Pionier-, Infanterie- (Jäger-), Aufklärungs- und Artillerieeinheiten. Die Brigade verfügte über folgende Waffen und Geräte: Kampfpanzer Leopard 2A4 Schützenpanzer Ulan Panzerhaubitze M109 A5O
Kommando Schnelle Einsätze 100px|Verbandsabzeichen des Kommando Schnelle Einsätze Als Konsequenz der Flüchtlingskrise 2015 kam es beim Bundesheer einerseits zu einer Aufstockung der Verbände und andererseits zu einer weiteren Spezialisierung und Neugliederung. Für die 3. Panzergrenadierbrigade hatte dies zur Folge, dass sie im Rahmen dieser Bundesheerreform 2016 in das Kommando Schnelle Einsätze übergeführt wurde.
Dem dadurch neu entstandenen Verband wurde folgendes Aufgabengebiet im Auftragsspektrum des Bundesheeres zugeordnet:
Aufgrund dieser Spezialisierung auf Einsätze im urbanen Raum und Unterstützung bei der Terrorwabwehr erfolgte im Zuge der Überführung die Unterstellung des Kommandos Militärstreife und Militärpolizei und des Kommandos ABC-Abwehr. Im Gegenzug wurde das Panzergrenadierbataillon 35 an die 4. Panzergrenadierbrigade abgegeben.Neues Kommando in Mautern: „Aufwertung der Region“, Website www.noen.at, abgerufen am 24. Dezember 2017
Das neue Aufgabengebiet des Verbandes hatte auch zur Folge, dass einige der von der 3. Panzergrenadierbrigade übernommenen Bataillone umgerüstet werden mussten und neue Einheitsnamen erhielten: Aus dem bisherigen Panzerstabsbataillon 3 entstand das Stabsbataillon 3 Das Aufklärungs- und Artilleriebataillon 3 wurde zum Aufklärungsbataillon 3. Das Panzerbataillon 33 wurde in das Jägerbataillon 33 umgegliedert.
Gliederung des Kommando Schnelle Einsätze Das Kommando hatte zuletzt folgende Gliederung: Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport in Wien Kommando Landstreitkräfte in Wien Streitkräfteführungskommando in Graz Kommando Schnelle Einsätze Stabsbataillon 3 in Mautern an der Donau Jägerbataillon 33 in Zwölfaxing Jägerbataillon 19 in Güssing Aufklärungsbataillon 3 in Mistelbach Pionierbataillon 3 in Melk und Mautern an der Donau Kommando Militärstreife und Militärpolizei in Wien Kommando ABC-Abwehr in Korneuburg
3. Jägerbrigade Mit Wirkung zum 1. Oktober 2018 wurde das Kommando Schnelle Einsätze aufgelöst und als Nachfolger die 3. Jägerbrigade aufgestellt.3. Jägerbrigade - Das Kommando, Website www.bundesheer.at, abgerufen am 27. April 2020
Kommandanten Oberstleutnant/Oberst Franz Zejdlik 1956–1964 Oberst/Brigadier Paul Dernesch 1964–1970 Oberst dG Ernst Maerker 1970–1976 Oberst dG Josef Marolz 1976–1979 Oberst dG Karl Majcen (mit der Führung betraut) 1979 Oberst dG Richard Bondi 1979–1981 Oberst dG Kurt Pirker 1981–1984 Oberst dG Wilhelm Figl 1984–1986 Oberst dG/Brigadier Karl-Heinz Fitzal 1986–1992 Oberstleutnant dG Dieter Jocham (m.d.F.b.) 1992 Oberst dG/Brigadier Edmund Entacher 1992–2001 Oberstleutnant dG Kurt Wagner (m. d. F. b.) 2001–2003 Oberst dG/Brigadier Karl Pronhagl 2003–2009 Brigadier Anton Wessely 2009–2014https://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=4548 Oberst Franz Langthaler 2014 Brigadier Bruno Günter Hofbauer 2014–2015https://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=7405 Brigadier Christian Habersatter 2015–2019 Oberst dG Karl Krasser 2019–2020 Brigadier Christian Habersatter 2020–
Siehe auch Liste der österreichischen Brigadekommandanten (Bundesheer – 2. Republik)
Literatur Severin Ganglberger, Rudolf Sturmlechner: Die Geschichte der 3. Panzergrenadierbrigade, Mautern an der Donau, 2006. Onlineversion Peter Juster: Die Männer der ersten Stunde, Mautern an der Donau, 2006. Onlineversion (PDF; 4,82 MB)
Weblinks
Artikel über die Brigade auf der Website des Bundesheeres
Artikel im ÖsterreichWiki über die Bataillone der 3. Jägerbrigade
Stabsbataillon 3 Aufklärungs- und Artilleriebataillon Jägerbataillon 17 Jägerbataillon 19 Jägerbataillon Burgenland Pionierbataillon 3
Einzelnachweise
Jägerbrigade