mini|Katholische Kirche von Wischnewa mini| Geburtshaus von Schimon Peres (2018) Wischnewa bzw. Wischnewo (; ; , , ) ist ein Ort im Rajon Waloschyn der Minskaja Woblasz in Belarus in der Nähe der litauischen Grenze. Der Ortsname bezieht sich in allen drei Sprachen auf Weichseln (Sauerkirschen).

Geschichte In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war Wiszniew im Besitz des polnischen Grafen Joachim Chreptowicz, des letzten Großkanzlers Litauens.Anton Friedrich Büsching: Wöchentliche Nachrichten von neuen Landcharten, geographischen, statistischen und historischen Büchern und Sachen, Bd. 11. Haude & Spener, Berlin 1783, S. 381.

In den Jahren von 1921 bis 1939 gehörte der Ort zur Woiwodschaft Nowogródek der Zweiten Polnischen Republik. Im Zuge der Sowjetischen Besetzung Ostpolens im September 1939 besetzte die Rote Armee Wiszniew, es wurde der Sowjetunion einverleibt, ohne ablehnende deutsche Reaktion, wie im Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vereinbart; im Deutsch-Sowjetischen Krieg wurde Wiszniew im Juli 1941 von deutschen Truppen erobert und im Juli 1944 von der Roten Armee zurückerobert. Wiszniew, nun Wischnewa, wurde der Weißrussische Sozialistischen Sowjetrepublik zugeschlagen.

Die jüdische Gemeinde Der Ort war lange Zeit mehrheitlich jüdisch geprägt: Im Jahr 1907 hatte der Ort 2650 Einwohner, von denen 1863 jüdischen Glaubens waren. Die meisten der jüdischen Einwohner wurden während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg getötet (siehe Synagoge), allein am 30. August 1942 fielen 1100 Einwohner der SS zum Opfer. Die verbliebenen Überlebenden verließen den Ort; vom jüdischen Friedhof am Ortsrand sind nur noch wenige Reste erhalten.

In Wiszniew wurde 1923 der spätere israelische Präsident Schimon Peres geboren, der 1934 mit seiner Familie nach Palästina auswanderte. Schimʿon Peres erinnerte daran bei seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag am 27. Januar 2010 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus:Rede des Präsidenten des Staates Israel Shimon Peres im Deutschen Bundestag am 27. Januar 2010 auf der Webseite des Deutschen Bundestages.

Nahum Goldmann, der Gründer und langjährige Präsident des Jüdischen Weltkongresses, stammt ebenfalls aus dem Ort.

Söhne und Töchter der Stadt Nahum Goldmann (1895–1982), Präsident des Jüdischen Weltkongresses Jehoschua Rabinowitz (1911–1979), israelischer Politiker Schimon Peres (1923–2016), israelischer Politiker, Ministerpräsident und Staatspräsident Israels

Fußnoten

Weblinks

https://www.radzima.org/pub/miesta.php?lang=en&miesta_id1=mevavisz

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