Amstetten ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg (Deutschland).

Geographie Geographische Lage mini|Alter Ortskern Amstetten-Dorf von Südwesten aus gesehen Amstetten liegt auf der nördlichen Schwäbischen Alb am Kopf der Geislinger Steige, etwa 25 Kilometer nordwestlich von Ulm. Hier überquert eine uralte Handelsstraße aus dem Filstal kommend die Alb.

Nachbargemeinden Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Geislingen an der Steige im Landkreis Göppingen, im Osten an Gerstetten im Landkreis Heidenheim, Altheim (Alb) und Weidenstetten, im Süden an Lonsee und im Westen an Nellingen.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Amstetten gehören die Ortsteile Bräunisheim, Hofstett-Emerbuch, Reutti, Schalkstetten und Stubersheim. Der Ort Amstetten selbst gliedert sich in das alte Amstetten-Dorf und das nach dem Bahnbau neu entstandene Amstetten-Bahnhof.

Schutzgebiete

In Amstetten liegen fünf Teilgebiete des Naturschutzgebiets Heiden in Lonsee und Amstetten. Ein Großteil der Gemeindefläche ist als Landschaftsschutzgebiet Amstetten ausgewiesen. Überdies hat die Gemeinde Anteil an den FFH-Gebieten Kuppenalb bei Laichingen und Lonetal und Hungerbrunnen-, Sacken- und Lonetal.Daten- und Kartendienst der LUBW

Geschichte Spuren einer römischen Straßenstation am Kopf der Geislinger Steige belegen die wichtige verkehrsgeographische Lage. Während in Amstetten selbst bisher Spuren einer frühmittelalterlichen Besiedlung fehlen, belegen Funde aus den Ortsteilen Schalkstetten, Bräunisheim und Stubersheim eine Besiedlung mindestens seit der Merowingerzeit. Die erste urkundliche Erwähnung Amstettens stammt aus dem Jahr 1275 im Liber decimationis, dem Zehntbuch des Bistums Konstanz. Im Spätmittelalter gehörte die Region überwiegend den Grafen von Helfenstein, die ihren Besitz jedoch Ende des 14. Jahrhunderts an die Reichsstadt Ulm verpfänden mussten. 1803 fiel Amstetten zusammen mit Ulm zunächst an das Kurfürstentum Bayern, 1810 schließlich das Königreich Württemberg und wurde dem Oberamt Geislingen zugeordnet. 1850 wurde Amstetten mit der Fortsetzung der Ostbahn bis Ulm an das Schienennetz der Württembergischen Eisenbahn angeschlossen. 1938 kam Amstetten im Zuge einer württembergischen Gebietsreform während der NS-Zeit zum Landkreis Ulm. 1945 wurde der Ort Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Seit der 1973 erfolgten Kreisreform gehört Amstetten zum neu gebildeten Alb-Donau-Kreis.

Einwohnerentwicklung Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Jahr Einwohner 1. Dezember 1871 ¹ 1712 1. Dezember 1880 ¹ 1762 1. Dezember 1890 ¹ 1607 1. Dezember 1900 ¹ 1661 1. Dezember 1910 ¹ 1733 16. Juni 1925 ¹ 1736 16. Juni 1933 ¹ 1756 17. Mai 1939 ¹ 1820 13. September 1950 ¹ 2607 Jahr Einwohner 6. Juni 1961 ¹ 2673 27. Mai 1970 ¹ 2816 31. Dezember 1980 3242 25. Mai 1987 ¹ 3369 31. Dezember 1990 3562 31. Dezember 1995 3952 31. Dezember 2000 3943 31. Dezember 2005 3974 31. Dezember 2010 3940 Jahr Einwohner 31. Dezember 2015 3978 31. Dezember 2020 4061

Eingemeindungen Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden folgende Gemeinden nach Amstetten eingemeindet: 1. März 1972: Hofstett-Emerbuch und Stubersheim 1. Dezember 1973: Bräunisheim 1. Januar 1975: Reutti und Schalkstetten

Die früheren Gemeinden gehörten bis zu dessen Auflösung zum Landkreis Ulm.

Ausgliederungen Am 1. Juli 1974 wurde Sontbergen, bis zum 30. November 1973 ein Ortsteil von Bräunisheim, an die Nachbargemeinde Gerstetten abgetreten.

Wappen der eingemeindeten Gemeinden 100px|Hofstett-EmerbuchHofstett-Emerbuch100px|StubersheimStubersheim100px|BräunisheimBräunisheim100px|ReuttiReutti100px|SchalkstettenSchalkstetten

Politik Gemeinderat In Amstetten wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Amstetten hat nach der letzten Wahl 21 Mitglieder (2009: 20). Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,2 % (2019: 62,1 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei/Liste20242019StimmenSitzeStimmenSitze Freie Wählergemeinschaft (FWG) 46,2 % 9 52,5 %10 Freie Wählervereinigung 40,7 % 7 47,5 %8 Zukunft Gemeinde Amstetten 13,0 % 2 -- --Wahlbeteiligung65,2 %62,1 %

Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2026 Thomas Schultheiß. Zuvor amtierten von 1995 bis 2017 Jochen Grothe und von 2018 bis 2026 Johannes Raab.https://www.staatsanzeiger.de/staatsanzeiger/wahlen/buergermeisterwahlen/amstetten/

Wappen

Gemeindepartnerschaften Amstetten unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Celles-sur-Belle in Frankreich seit 1989.

Wirtschaft und Infrastruktur In Amstetten befindet sich eine Gießerei der Heidelberger Druckmaschinen AG mit ca. 870 Mitarbeitern.

Amstetten liegt an der B 10 Stuttgart–Ulm.

Schienenverkehr mini|Ankunft eines Regional-Express im Bahnhof Amstetten (Württ) mini|Das Albbähnle auf der Fahrt von Amstetten (Württ) nach Oppingen mini|Historischer Wegweiser in Amstetten-Dorf Die Filstalbahn von Stuttgart nach Neu-Ulm führt durch die Gemeinde. Der Bahnhof Amstetten (Württ) hatte früher durch die Anbindung zweier Nebenbahnen sowie durch die Lage am oberen Ende der Geislinger Steige eine größere betriebliche Bedeutung.

Heute fahren auf den beiden Nebenbahnen zeitweise noch historische Züge. Die Bahnstrecke Amstetten–Gerstetten (Spurweite 1435 mm) ist 20 Kilometer lang, das sogenannte Albbähnle verkehrt auf der ehemaligen Bahnstrecke Amstetten–Laichingen (Spurweite 1000 mm). Nach deren Stilllegung 1985 gelang es, den Abbau des sechs Kilometer langen Teilabschnitts bis Oppingen zu verhindern.

Radverkehr Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Amstetten mit Geislingen an der Steige und in der anderen Richtung über Lonsee, Westerstetten und Beimerstetten mit Ulm verbunden.

Der Albtäler-Radweg führt als Landes-Fernradweg durch Amstetten; es handelt sich um einen Rundkurs zwischen Römerstein und Giengen an der Brenz. Er verläuft dabei von Laichingen über Merklingen und Nellingen kommend nach Amstetten und weiter ins Lonetal.

Sehenswürdigkeiten und Kulturdenkmale

hochkant|mini|Die ursprünglich um 1000 entstandene Laurentiuskirche prägt den alten Ortskern.Die Laurentiuskirche (erbaut 1498/99, Ursprünge schon um 1000) prägt den alten Ortskern in Amstetten-Dorf.

Sport Der SV Amstetten 1946 e. V. ist der örtliche Sportverein mit den Sparten Fußball, Tennis und Turnen. Er unterhält zwei große Sportplätze, Vereinsheim und Tennishalle mit Außenanlagen.

Der Ortsteil Stubersheim hatte in Deutschland in der Spielzeit 2010/2011 die Fußballmannschaft mit den wenigsten Punkten und den meisten Gegentoren, pro Spiel im Durchschnitt 13.

Persönlichkeiten Benedictus Ducis, geboren um 1492 in Konstanz, gestorben Ende 1544 bei Ulm, wirkte ab 1533 in Stubersheim, ab 1535 in Schalkstetten. Er war Pfarrer, Humanist und Komponist der Renaissance. Jakob Stoller, geboren 21. April 1873 in Amstetten, gestorben 15. November 1930 in Weimar, Geologe und Hochschullehrer Wilhelm Stoller, geboren 8. April 1884 in Amstetten, gestorben 4. November 1970 in Ludwigsburg, Diplomat und Generalkonsul

Literatur

Rainer Schreg: Grabungen in einer früh- bis hochmittelalterlichen Siedlung am Ortsrand von Schalkstetten, Gde. Amstetten, Alb-Donau-Kreis. in: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2005, S. 181–183. H.-E. Dietrich: Streiflichter aus der Geschichte von Stubersheim. Festschrift aus Anlaß der Kirchenrenovierung 1981–84 und des 400-jährigen Kirchenbaujubiläums im Jahre 1984. Stubersheim 1984. H.-E. Dietrich: Streiflichter aus der Geschichte von Bräunisheim. Geislingen 1993. Hans-Joachim Knupfer: Schmalspurig nach Laichingen. Die Geschichte der Alb-Bahn Amstetten–Laichingen. Schweinfurt 2002, ISBN 3-928786-87-3. Karlheinz Bauer: AMSTETTEN Geschichte einer Albgemeinde. Gemeinde Amstetten, Amstetten 2003, ISBN 3-00-012405-5.

Weblinks

Amstetten (Württemberg) bei LEO-BW Internetpräsenz der Gemeinde Amstetten

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Alb-Donau-Kreis

Kategorie:Ersterwähnung 1275 Kategorie:Ort auf der Schwäbischen Alb