Die Schlacht bei Champaubert fand am 10. Februar 1814 in der Umgebung des Ortes Champaubert in Frankreich im Departement Marne statt. Es war eine Schlacht des Winterfeldzuges 1814 der Befreiungskriege und die erste Schlacht in Napoleons Sechs-Tage-Feldzug gegen die Schlesische Armee, die unter dem Befehl von Marschall Blücher stand. In der Schlacht stand die französische Armee unter Napoleon einem zahlenmäßig weit unterlegenen Korps der Koalitionstruppen unter dem russischen General Olsufiew gegenüber. Das Korps Olsufiew wurde fast vollständig aufgerieben, Olsufiew selbst geriet in napoleonische Gefangenschaft.

mini|hochkant|Gedenksäule für die Schlacht bei Champaubert mini|hochkant|Erklärungstafel an der Gedenksäule für die Schlacht bei Champaubert Vorgeschichte Die Bewegungen der Koalitionstruppen vom 2. bis 9. Februar 1814 vgl. Damitz, Sporschill, Bernhardi Nach der gewonnenen Schlacht bei La Rothière am 1. Februar 1814 befanden sich die Marschälle der Koalitionstruppen in einer Hochstimmung. Schwarzenberg schrieb in einem Brief, Blücher werde sich in fünf Tagen in Paris befinden. Doch standen den weiteren Operationen der Koalitionstruppen einige Hindernisse entgegen.

Zuerst die schlechte Versorgungslage der Truppen: Einen Nachschub an Lebensmitteln aus der Heimat gab es nicht, beide Armeen mussten sich aus dem Lande versorgen, was fast unmöglich war in der noch heute dünn besiedelten Region, deren Bevölkerung sich den Koalitionstruppen gegenüber ablehnend verhielt. An zweiter Stelle die schlechte Aufklärung der Koalitionstruppen: Von der Bevölkerung erhielt sie keine oder gezielt falsche Informationen über den Verbleib der napoleonischen Truppen, und der Aufklärungserfolg der eigenen Reiterei war schlecht; die einlaufenden Nachrichten oft widersprüchlich oder einfach falsch. An dritter Stelle die schlechten Wegverhältnisse: Zwar waren die Hauptstraßen nach Paris befestigt und gepflastert, aber alle Wege abseits davon waren unbefestigt und wurden nach Tauwetter grundlos und für Geschütze und Trosswagen fast unpassierbar. An vierter Stelle stand die winterliche Witterung, die zu vielen Krankheitsfällen in den Truppen führte.

Unter diesen Voraussetzungen beschlossen die Monarchen und Marschälle am 2. Februar 1814, dass die beiden Armeen der Koalitionstruppen auf getrennten Wegen nach Paris marschieren sollten.

Die Verfolgung der napoleonischen Armee durch die Böhmische Armee Das Gros der Böhmischen Armee sollte sich auf der wesentlich weiter südlich verlaufenden Straße über Troyes auf Paris zu bewegen. Zur Aufklärung wurde am 3. Februar 1814 auf ausdrücklichen Wunsch Zar Alexanders die leichte Division der Garde-Kavallerie unter General Oscherowski über die Brücke von nach Westen ausgesandt. Oscherowski ließ noch am selben Tage zutreffend berichten, Napoleon habe sich mit dem Gros der französischen Armee auf zurückgezogen und seine Truppen dort mit den Divisionen der Alten Garde unter Marschall Mortier zusammengeführt, nur das Korps des Marschalls Marmont und eine provisorische Kavallerie-Division unter Bordesoulle ständen bei . Als Konsequenz ordnete Fürst Schwarzenberg als Oberbefehlshaber der Koalitionstruppen an, dass sich die Korps Wrede und Wittgenstein auf Arcis-sur-Aube zuzubewegen hätten, die Korps des österreichischen Generals Gyulay und des Kronprinzen von Württemberg über Dienville nach Troyes ziehen und das österreichische Korps Colloredo mit den russischen und preußischen Garden und Kürassieren von auf Troyes ziehen sollten.

Die napoleonischen Truppen in Troyes befanden sich in gut geschützter Stellung, da die Flüsse in der winterlich niederschlagsreichen Zeit über die Ufer getreten waren und die Flussniederungen annähernd unpassierbar waren. So verlegte die Barse den Zugang nach Troyes von Osten aus und die Seine den Zugang aus Süd-Osten von . Die Alte Garde kontrollierte die Straßen und Brücken durch ihre Positionen in und .

Am 4. Februar 1814 befahl Napoleon der Division Michel der Alten Garde mit den Dragonern unter Briche zur Erkundung entlang der Straße nach vorzurücken. Bei trafen sie auf die Vorhut des Korps Colloredo und bezogen dort Stellung. Nach Einbruch der Dunkelheit ergab sich noch ein kleines Gefecht um die Seine-Brücke in , die in der Hand der Franzosen blieb.

Am nächsten Tag, dem 5. Februar 1814, griff die Alte Garde nochmals an und eroberte eine weitere Seine-Brücke, zog sich dann aber auf ausdrücklichen Befehl Napoleon nach Troyes zurück. Darauf griffen die Österreicher bei Dunkelwerden die französische Nachhut an, um die wichtige steinerne Brücke über die Barse bei zu erobern, blieben aber in dem sumpfigen Gelände stecken.die Landschaft ist heute durch die Hochwasserregulierung der Seine und den Lac D'Orient stark verändert Zu dieser Stunde wurde Graf Colloredo im Gefecht verletzt und musste den Befehl über sein Korps an den Grafen Bianchi abgeben.

Am 5. Februar 1814 verließ das französische Korps Marmont Arcis-sur-Aube, nachdem es die Brücke dort zerstört hatte, und marschierte nach , wo es sich wieder mit der Division Ricard vereinte. Am 6. Februar 1814 zog es nach weiter.

Am gleichen Tage, dem 6. Februar 1814, verließen außer den Korps Mortier und Gérard alle französischen Truppen Troyes und marschierten entlang der Straße links der Seine nach Mery-sur-Seine. Napoleon nahm sein Quartier in dem Dorf am linken Ufer der Seine.

Bei Tagesanbruch des 7. Februar 1814 verließen die restlichen französischen Divisionen Troyes nach Nordwesten und um 8.00 Uhr dieses Tages besetzten die Württemberger, von Südosten kommend, die Stadt. Die württembergische Reiterei folgte den Franzosen entlang der Seine bis und nahm noch einige hundert Nachzügler gefangen, die entweder nicht mehr marschieren konnten oder wollten.

Der Abzug der napoleonischen Armee aus Troyes wurde vom rechten Seine-Ufer aus von der Vorhut des russischen Korps Wittgenstein unter Graf Pahlen beobachtet, die am 6. Februar 1814 bei und rechts der Seine stand.

Am 7. Februar 1814 konnte Graf Pahlen die Teile der Stadt Mery-sur-Seine besetzen lassen, die rechts der Seine lagen. Die hölzerne Brücke über den Fluss war bereits zerstört. Russische und französische Scharfschützen beschossen sich über den Fluss hinweg.

Am 8. Februar 1814 dann besetzten die Russen unter Graf Pahlen auch die Ortsteile links der Seine und am 9. Februar 1814 war schließlich das ganze Korps Wittgenstein herangekommen. Wittgenstein nahm sein Quartier in Mery-sur-Seine. Das bayerisch-österreichische Korps Wrede löste die Württemberger zwischen Troyes und Les Gès ab. Alle anderen Korps der Böhmischen Armee hatten vom 7. bis 9. Februar 1814 Ruhetage.

Fürst Schwarzenberg verlegte sein Hauptquartier nach Troyes und verblieb bis dort zum 9. Februar 1814.

Die Bewegungen der Schlesischen Armee Am 2. Februar 1814 abends hatte die Schlesische Armee noch nördlich von Brienne erreicht, am 3. Februar 1814 erreichte sie .

Am Abend des 4. Februar 1814 stand Blücher mit dem Korps Sacken in und das Korps Olsufiew hatte besetzt. An diesem Tage hatte Blücher Sicherheit darüber erhalten, dass das französische Korps MacDonald besetzt hatte, und beschloss mit seinen Männern dorthin zu marschieren.

Am Abend des 5. Februar 1814 stand die Schlesische Armee mit den 24.000 Mann der russischen Korps unter Sacken und Olsufiew in und , westlich von .

In der Nacht auf den 6. Februar 1814 traf von General Yorck die Meldung ein, dass das Korps MacDonald am Morgen des Vortages Châlons-en-Champagne geräumt habe und abgezogen sei, aber von den Preußen unter Yorck verfolgt werde. Am 6. Februar 1814 gab Blücher daher neue Befehle heraus und entschied, dass das Korps Sacken auf der so genannten kleinen Pariser Straße über , und nach Westen marschieren sollte. Blücher hoffte, dem französischen Korps MacDonald so den Weg nach Paris versperren zu können. Das Korps Olsufiew sollte Sacken im Abstand eines Tagesmarsches folgen.

Am 8. Februar erreichte das Korps Sacken Montmirail und das Korps Olsufiew .

Am 9. Februar 1814 marschierten Olsufiews Männer wenige Kilometer weiter bis , während das Korps Sacken auf Befehl Blüchers in Montmirail stehen blieb.

Am 10. Februar 1814 marschierten Sackens Truppen weiter bis .

Blücher selbst wartete auf das Eintreffen des preußischen Korps unter Kleist (10.000 Mann) – über Koblenz von Erfurt kommend – und eines aus Teilen des Korps Langeron gebildeten neuen russischen Korps unter Kapzewitsch (8.000 Mann), das von Mainz her kam. Kleists Korps traf am 7. Februar 1814 in Châlons-en-Champagne ein, das Korps Kapzewitsch am 8. Februar 1814. Beide Korps führten sehr wenig Kavallerie mit sich, ein Umstand, der sich wenige Tage später in der Schlacht von Vauchamps als wesentlicher Nachteil erwies.vgl. Damitz II, S. 46.

Blücher nahm am 9. Februar 1814 um 17.00 Uhr sein Hauptquartier in dem ehrwürdigen Château D'Étoges. Dort hatte er außer den 21 Mann seiner Stabswache keine Truppen bei sich. Bereits wenig später traf ein Kurier Olsufiews in Blüchers Hauptquartier ein und berichtete über das Eintreffen französischer Kavallerie in am Petit Morin. Sofort mussten die Männer der Stabswache zur Erkundung der näheren Umgebung ausrücken, um zu prüfen, ob französische Truppen schon in unmittelbarer Nähe seien. Noch in der Nacht ging Blücher mit seinem Stab nach zurück.

Die Bewegungen des preußischen Korps Yorck und des französischen Korps MacDonald vom 2. bis 9. Februar 1814 vgl. Damitz, Sporschill, Bernhardi, MacDonald Das preußische Korps unter General Yorck war am 2. Februar 1814 mit 18.000 Mann auf dem Marsch von nach . Diese Stadt hatte der französische Marschall MacDonald vom Norden, aus den Niederlanden kommend, bereits am 1. Februar 1814 erreicht. Vor den heranrückenden preußischen Truppen zog er sich am 2. Februar 1814 wieder nordwärts auf der Straße nach zurück. Das Yorcksche Korps folgte ihm am 3. Februar 1814 und bei dem Dorf kam es zu einem mehrstündigen Reitergefecht mit mehreren Treffen, bei dem sich die preußische Kavallerie durchsetzte und das Korps MacDonald zwang, sich in einem Nachtmarsch auf Châlons-en-Champagne zurückzuziehen.

Am 4. Februar 1814 gelangte auch das Korps Yorck dorthin, doch die Stadt war von den Truppen MacDonalds besetzt und wurde energisch verteidigt. Yorck sandte einen Parlamentär zu MacDonald, der diesen zur Kapitulation aufforderte. MacDonald lehnte ab, und die preußischen Truppen begannen am Abend, die Stadt zu beschießen. Allerdings ebbte der Beschuss bald ab und endete noch vor 22.00 Uhr, worüber sich die französischen Offiziere wunderten.MacDonald S. 235. Der Grund lag darin, dass die preußischen Soldaten in dem Vorort soviel Champagner gefunden hatten, dass sie schon bald ihre Geschütze nicht mehr bedienen konnten.vgl. hierzu noch Henckel von Donnermarck: Erinnerungen. Die Episode wird in der Literatur mehrfach erwähnt, vgl. auch Förster und Damitz. In den Kellern von Saint-Memmie soll nach den Exzessen der Preußen der Champagner so hoch gestanden haben, dass man ihn mit Pferdeeimern herausschöpfen konnte. Die Kavallerie wagte nicht, in den Ort einzurücken, weil die Straßen mit Glasscherben übersät waren. Zahlreiche angetrunkene preußische Infanteristen, die sich vom Rausche übermütig vor den Stadtmauern zeigten, verloren durch französische Scharfschützen ihr Leben.

Der Magistrat der Stadt präsentierte den Preußen später eine exakte schriftliche Aufstellung über den Verlust von 57.000 Flaschen Champagner in einer Nacht.Diese Ereignisse zeigen den schlechten Zustand der preußischen Truppen, die in dieser Nacht nicht zu disziplinieren waren. Je mehr Mannschaften Yorck in die Stadt sandte, umso mehr Betrunkene kamen wieder heraus.