Lisa Sommerfeldt (* 24. August 1976 in München) ist eine deutsche Dramatikerin, Romanautorin, Hörspielautorin und Schauspielerin.
Leben und Wirken Lisa Sommerfeldt wuchs gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Sara Sommerfeldt in München auf. Theodor Fontanes Schwester Jenny, die den Apotheker Hermann Sommerfeldt heiratete und Vorbild für die Titelfigur seines Romans Frau Jenny Treibel war, ist ihre Urururgroßmutter.
Nach dem Abitur studierte Sommerfeldt neuere deutsche Literatur, Geschichte und Philosophie in Berlin und München. Anschließend absolvierte sie von 1998 bis 2002 ihre Schauspielausbildung an der Folkwang Hochschule in Essen mit Diplom-Abschluss. Während ihres Studiums stand sie für verschiedene Rollen vor der Kamera und spielte an verschiedenen Theater, unter anderem am Schauspiel Stuttgart und am Stadttheater Osnabrück. In dieser Zeit gewann sie einige Preise für ihre Schauspielleistung, unter anderem einen Ensemblepreis des Schauspielschultreffens in Potsdam. Nach dem Studium konzentrierte sie sich unter anderem auf Sprechertätigkeiten, zum Beispiel für die WDR-Hörfunksender, die Deutsche Welle und den Bayerischen Rundfunk. Ab 2004 wurde sie einem breiteren Fernsehpublikum als Esther aus der Comedy-Serie Pastewka bekannt.
Sommerfeldt arbeitet als freie Autorin; sie schreibt Theaterstücke und Hörspiele und erhielt als Autorin verschiedene Stipendien. Sie schrieb Auftragsarbeiten, u. a. Dorfdisco für die Kulturstiftung von Landestheater Eisenach und Staatstheater Meiningen. Dieses Stück wurde auch ins Russische übersetzt («Деревенская дискотека», deutsch-russisches Theaterlabor am Jungen Akademischen Theater, Rostow am Don). Ihre Stücke erhielten Preise, wurden für Förderpreise nominiert und in diesem Rahmen aufgeführt. Einige ihrer Theaterstücke wurden auch als Hörspiele adaptiert und vom Rundfunk gesendet. Im Jahre 2018 wurden ihre beiden Kurzgeschichten Der Augenblick und Cinderella Paraphrase vom Radiosender WDR/1 live gesendet.
Werke (Auswahl) Theaterstücke
Dragonheartkill. Kindertheater Gleiswechsel (Theaterstück für Jugendliche, Hörspielfassung von 2006; Uraufführung 2010 am Theater Hof) Flaschengeld (Theaterstück ab 10 Jahren), Uraufführung 2015, Badische Landesbühne Koma (Theaterstück ab 14 Jahren, Auftragsarbeit für das Theater Ansbach; Uraufführung 2009) Schulfreunde (Theaterstück für zwei Schauspieler mit Szenen fürs Forumtheater, Auftragsarbeit für das Theater Ansbach; Werkstattinszenierung am Theater Kopfüber/Theater Ansbach 2010) Afrika (Theaterstück ab 4 Jahren, Auftragsarbeit für das Theater Ansbach/Theater Kopfüber; Uraufführung 2011) schlamm.trilogie: schlammlandschaften, Schauspiel (UA der Urfassung 2010, Landestheater Schwaben) Prinz Sternschnuppe, Theaterstück ab 6 Jahren, UA 2015 am lutzhagen im Theater Hagen Dorfdisco, Auftragswerk für die Kulturstiftung von Landestheater Eisenach und Staatstheater Meiningen. UA 2016, (russische Übersetzung: Деревенская дискотека) der dunkle Vogel, Auftragswerk für das Theater Ulm. UA 2018 (französische Übersetzung: Oiseau d'oubli) Überleben.Monolog, Auftragsarbeit für die Oper Bonn. UA 2019. wing.suit, Auftragsarbeit für das Theater der Stadt Aalen. UA 2019. stadt.land.fluss oder die konstruktion der liebe, Schauspiel Mädchen mit Hutschachtel, Auftragswerk für die Badische Landesbühne. UA 2022. Das perfekteste Tier des Universums, Auftragswerk für das Theater Altenburg Gera. UA 2022. WEBEREI oder Die Erfindung des Bademantels. Auftragswerk für das Theater Gütersloh 2024.
Hörspiele
Dorfdisco, Regie: Susanne Krings, Hörspiel WDR 2018 wing.suit, Regie: Matthias Kapohl, Hörspiel WDR 2020 Koma, Regie: Susanne Krings, 1live shortstory WDR 2021 stadt.land.fluss oder die konstruktion der liebe, Regie: Susanne Krings, Hörspiel WDR 2021 Überleben – die Kinderoper "Brundibár" in Theresienstadt, Regie: Felicitas Ott, Hörspiel SWR 2023 Gehen lernen - Familie unter Druck, Regie: Hannah Georgi, Hörspiel ARD 2026
Roman
schlaglichter. Roman in Erzählungen. Parasitenpresse, Köln 2026, ISBN 978-3-98805-809-6.
Bilderbuch
Die doppelt gekrönte Prinzessin, Bilderbuch. Illustrationen von Krista Burger. Kid Verlag, Bonn 2021, ISBN 978-3-947759-51-4.
Filmografie 1997: Die Einsamkeit des Mörders 1998: Faux Pas Faux 2001: Annies Welt 2002: Im Kreise der Familie 2002: Warten auf Godot 2002: Die Wache (Fernsehserie) 2003: Die Fabrik (Kurzfilm) 2004: Ohne Worte (Fernsehserie) 2005: Carwash 2005: Zwei gegen Zwei (Fernsehfilm) 2005–2020: Pastewka (Fernsehserie, 21 Folgen) 2006: 7 ½ Frauen (Kurzfilm) 2006: Die Korrekturleserin (Kurzfilm) 2007: Der Spiegel (Kurzfilm) 2008: Autsch (Kurzfilm)
Bühnenrollen (Auswahl) 2000: Anne Page in: Die lustigen Weiber von Windsor (Regie: Brian Michaels), Ruhrfestspiele Recklinghausen 2002: Petticoat und Minirock (Regie: Klaus-Peter Nigey), Stadttheater Koblenz 2003: Chrysothemis in: Elektra (Regie: Rainer Stephan), Festival der Regionen Theater Linz 2003: Emilia in: Emilia Galotti (Regie: Achim Köweker), Theater Lüneburg 2005: Luise in: Das doppelte Lottchen (Regie: Henning Bock), Staatstheater Stuttgart 2006: Kaufen! (Regie: Tanja Richter); Staatstheater Stuttgart 2005: Schneckenporträt (UA, Regie: Nina Gühlstorff), Theater Osnabrück 2005: Schwester Temple in: Orpheus steigt herab (Regie: Cornelia Crombholz); Theater Osnabrück 2008: Lulu in: Lulu (Regie: Tanja Richter), Altes Schauspielhaus Stuttgart 2008: Mehr ich! (Regie: Miriam Michel), Goltz + Silber Theaterprojekt in Koproduktion mit dem Theater Hagen
Auszeichnungen und Stipendien (Auswahl) Als Schauspielerin
2003: 1. Preis Theaterpreis der Stuttgarter Zeitung für The killer in me is the killer in you my love 2007: Preis für die beste darstellerische Leistung und Publikumspreis des Stuttgarter Theaterpreises für Wir bleiben in der Nähe
Als Autorin
2009: 2. Platz des Berliner Kindertheaterpreises 2009 für ihr Theaterstück Flaschengeld 2017: Bad Godesberger Literaturpreis, 3. Preis & Publikumspreis 2021: Autor:innen-Residenz am Eppinger Figurentheater 2024: 1. Preis des Kinderhörspielpreises des MDR Rundfunkrates mit Felicitas Ott für Überleben - die Kinderoper Brundibár in Theresienstadt 2024: Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe für Überleben - die Kinderoper Brundibár in Theresienstadt
Stipendien
2017: Aufenthaltsstipendium der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur im Künstlerhaus Edenkoben 2016: Stipendiatin der Dramatikerbörse des Theaterfestivals Luaga&Losna 2016 in Österreich mit dem Theaterstück Dragonheartkill 2019: Stipendiatin des Niedersächsischen Ministers für Wissenschaft und Kunst, Künstlerhof Schreyahn 2020: Arbeitsstipendium des Landes NRW 2021: Sonderstipendium INITIAL, Akademie der Künste Berlin 2021: Stipendium für die Villa Decius, Krakau (LCB, Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit) 2022: Hörspielstipendium der Film- und Medienstiftung NRW 2024 und 2025: Stipendiatin der Kunststiftung NRW 2024: Arbeitsstipendium des Landes NRW
Weblinks
Website von Lisa Sommerfeldt Lisa Sommerfeldt auf Literaturport Lisa Sommerfeldt Verlagsseite Fischer Theater Verlag Lisa Sommerfeldt Verlagsseite Bühnenverlag Weitendorf
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Drama Kategorie:Schriftsteller (Bonn) Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (München) Kategorie:Hörspielautor Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1976 Kategorie:Frau