Luise Heilborn-Körbitz (* 25. Juli 1874 in Berlin; † 15. Januar 1961 ebenda) war eine deutsche Drehbuchautorin und Dramaturgin.

Leben

Luise Heilborn-Körbitz war die Schwester von Adolf Heilborn. Sie studierte Literatur und Sprachen. 1912 wurde sie Dramaturgin der Filmfirma Bioscop und verfasste Drehbücher, die meist von Emil Albes verfilmt wurden. Außerdem stellte sie die Kopien fertig und überwachte den Filmschnitt. Bei Kriegsausbruch 1914 investierte sie 20.000 Reichsmark in die Bioscop, um den Fortgang der Produktion sicherzustellen.

Nach dem Verkauf der Firma verließ sie diese im April 1919 und wurde freie Autorin. 1923 verpflichtete Lupu Pick sie als Dramaturgin für die Rex-Firma. In dieser Funktion war sie für die Bearbeitung ausländischer Filme, die Übersetzung der Zwischentitel und den Schnitt verantwortlich.

Seit 1920 arbeitete sie mit Regisseur Gerhard Lamprecht zusammen. Ihre bedeutendste Arbeit in dieser Zeit war das mit Alfred Fekete verfasste Drehbuch zur Romanverfilmung von Thomas Manns Buddenbrooks. 1925 wechselte sie zur National-Film AG und adaptierte vorwiegend Romanstoffe, darunter Hermann Sudermanns Der Katzensteg. Sie arbeitete u. a. unter dem Pseudonym Hanns Torius.

Mit Beginn der 1930er Jahre zog sie sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Filmwelt zurück und gab die volkstümlich-naturwissenschaftlichen Bücher ihres Bruders heraus. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte sie in West-Berlin.

Filmografie 1912: Sklave der Liebe 1912: Der Dritte 1912: Wenn Frauen lieben 1912: Die Tarantella 1912: Die Revolutions-Hochzeit 1912: Wie Brüderchen und Schwesterchen das Christkind besuchten 1912: Kauft Watteschäfchen 1913: Kasperl-Lotte 1913: Das Ehrenwort 1913: Der Herr des Todes 1914: Bedingung – Kein Anhang! 1914: Alt-Heidelberg, Du feine … 1914: Die Heldin von St. Honorée 1914: Die Grenzwacht im Osten 1914: Das Leuchtfeuer von Lubaczow 1915: O, du mein Österreich 1915: Die drei Glocken von San Martino 1916: Das Opfer einer Frau 1916: Regina 1918: Das Spitzentuch der Fürstin Wolkowska 1918: Irrwege der Liebe 1918: Wenn das Leben ruft 1920: Das Sahnenbaiser 1920: Die Lackstiefel 1920: Nachtbekanntschaft 1921: Der Friedhof der Lebenden 1921: Pfropf- und Wumpfenschrumpfer 1923: Das Haus ohne Lachen 1923: Buddenbrooks 1923: Zaïda 1924: Sylvester (nur Schnitt) 1925: Die Verrufenen 1925: Hanseaten 1925: Die Millionenkompagnie 1926: Die vom anderen Ufer 1926: Menschen untereinander 1926: Kubinke, der Barbier, und die drei Dienstmädchen 1926: Die Unehelichen 1927: Schwester Veronica 1927: Der Katzensteg 1927: Schwere Jungs – leichte Mädchen 1928: Der alte Fritz (2 Teile) 1928: Wenn die Mutter und die Tochter... 1928: Eva in Seide 1928: Unter der Laterne 1928: Ossi hat die Hosen an 1928: Lemkes sel. Witwe 1928: Der Mann mit dem Laubfrosch

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3. Wolfgang Jacobsen: Luise Heilborn-Körbitz – Autorin. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 12, 1988.

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