Schwarzes Roussin’sches Ammoniumsalz (nach dem französischen Chemiker François-Zacharie Roussin) ist ein Komplexsalz mit der Formel NH4[Fe4S3(NO)7]. Es wird als Metallnitrosyl-Verbindung klassifiziert. Es besteht aus dem Ammoniumkation und dem [Fe4S3(NO)7]−-Anion. Die Geometrie des Anionenclusters ist ein unvollständiger Würfel. Die Punktgruppensymmetrie des Anions ist C3v. Mit dem Anion existieren auch noch andere Salze wie das Schwarze Roussin’sche Natriumsalz oder das Schwarze Roussin’sche Eisensalz.
Gewinnung und Darstellung Schwarzes Roussin’sches Salz wird durch Durchleiten von Stickstoffmonoxid durch eine Suspension von Eisen(II)-sulfid in verdünnter Alkalisulfidlösung erzeugt. Es kann auch aus dem Roten Roussin’schen Salz unter mild saurer Bedingungen gebildet werden. Diese Reaktion ist umkehrbar, und Rotes Roussin’sches Salz wird durch Alkalisieren der Reaktionslösung zurückgebildet.
Eigenschaften Das Anion ist strukturell verwandt mit dem Eisen-Schwefel-Cluster, der in verschiedenen Enzymen, etwa der Nitrogenase, vorkommt.
Das Monohydrat NH4[Fe4S3(NO)7] × H2O kristallisiert als schwarzer Feststoff im triklinen Kristallsystem in der mit den Gitterparametern a = 944 pm, b = 994 pm, c = 566 pm, α = 117,2°, β = 101,3° und γ = 101,1° sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.
Verwendung Schwarzes Roussin’sches Ammoniumsalz ist ein Stickstoffmonoxid-Spender. Das durch Schwarzes Roussin’sches Salz eingeschleuste Stickstoffmonoxid hat sich für einige Melanome und Tumorzellen als toxisch erwiesen. Schwarzes Roussin’sches Salz wirkt außerdem antibakteriell (desinfizierend), was z. B. in der Lebensmittelindustrie ausgenutzt wird.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Eisenverbindung Kategorie:Schwefelverbindung Kategorie:Nitrosylverbindung Kategorie:Komplex Kategorie:Ammoniumverbindung