mini|Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Wiesenfelden

Wiesenfelden ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen. Sie zählt zu den größten Kommunen im Landkreis und liegt im Falkensteiner Vorwald.

Geografie Wiesenfelden liegt auf einer Hochebene im Naturpark Bayerischer Wald, etwa 13 Kilometer nordöstlich von Wörth an der Donau. Das über die Hälfte bewaldete Gemeindegebiet erstreckt sich auf Höhenlagen zwischen (Saulburg) und 749 m (Büscherl-Berg) und ist 78 Quadratkilometer groß.

Gemeindegliederung

Es gibt 87 Gemeindeteile:

Es gibt die Gemarkungen Geraszell, Höhenberg, Saulburg, Waxenberg, Wiesenfelden und Zinzenzell. +GemarkungFläche / HektarGeraszell471,64Höhenberg748,63Zinzenzell1252,37Saulburg1296,41Waxenberg1478,44Wiesenfelden2572,65Summe (= Gemeindefläche)7820,14

Geschichte mini|Ortsblatt der Uraufnahme (1831)

Ortsname Der Ortsname leitet sich vom Bach Wiesent und dem gleichnamigen Ort Wiesent, 5 Kilometer vor der Mündung des Baches in die Donau, ab.

Mittelalter und Neuzeit Die erste urkundliche Erwähnung von Wiesenfelden stammt aus dem Jahr 1105. Der Ort war Sitz mehrerer Adelsgeschlechter und bildete eine geschlossene Hofmark. Inhaber waren von etwa 1346 bis 1488 die Haibeck, von 1488 bis 1548 die Herren von Paulsdorf und zuletzt die Grafen von Otting und Fünfstätten und die Freiherren von Mägerl. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern, ab 1806 des Königreichs Bayern. Die Gemeinde entstand 1818 mit dem Gemeindeedikt. In Wiesenfelden wird auch ein Eisenhammer genannt, der Mitglied in der Oberpfälzer Hammereinigung von 1387 war („Herman Dürre mit dem hamer zu Wisentfelden“Johannes Laschinger: Transkription der Großen Hammereinung. In: Hirschmann, Norbert, Fleißer, Hannelore, Mahler, Fred: Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum - 600 Jahre Große Hammereinung , Band 12/1 der Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern, Theuern 1987, S. 141.). Zum Ende des Zweiten Weltkrieges im April 1945 begann die Todesmärsche von KZ-Häftlingen aus dem KZ Flossenbürg in das KZ Dachau. Ein Todesmarsch führte ca. 200 Häftlinge am 23. April 1945 von Falkenstein kommend durch Wiesenfelden. Die völlig erschöpften Leute wurden in Vierer- und Fünferreihen von SS-Männern mit Hunden und Waffen getrieben. Ein Häftling wollte aus dem Beckenweiher Wasser trinken, dabei wurde er von einem SS-Mann ins Wasser gestoßen. Ein Schäferhund zog ihn wieder aus dem Wasser. Wegen seiner nassen Kleidung wurde der Mann kurz nach dem Ortsausgang erschossen.Einweihung Mahnmal Todesmärsche Website Rund um den Edenhof - Margit Wenger-Schott. Abgerufen am 30. Mai 2016

21. Jahrhundert Beim Bundeswettbewerb 2014 „Unser Dorf hat Zukunft“ wurde Wiesenfelden auf Bezirksebene mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

Eingemeindungen Der Gemeindeteil Kragnmühl kam 1970 von Falkenfels zur Gemeinde Wiesenfelden. Am 1. Januar 1971 erfolgte der freiwillige Anschluss der Gemeinde Heilbrunn (mit dem 1926 eingegliederten Geraszell), am 1. Januar 1974 der von Höhenberg an die Gemeinde Wiesenfelden. Am 1. Mai 1978 erfolgte die Zusammenlegung des Großteils der früheren Gemeinden Saulburg (ohne Aufroth, Neumühl, Neuroth) und Zinzenzell (ohne Altenhofen, Eggersberg, Haselmühle, Kuglmühl, Ödling, Schleißersgrub) mit Wiesenfelden, nachdem der Antrag der Gemeinde Zinzenzell auf Anschluss an die Verwaltungsgemeinschaft Stallwang seitens der Regierung von Niederbayern zurückgewiesen worden war.M. Gross, "Wiesenfelden", 1977

Die Gemeindeteile Aschau, Rohrbruck und Stocksgrub wurden 1978 an die oberpfälzische Gemeinde Rettenbach im Landkreis Cham abgegeben.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 3055 auf 3765 Einwohner bzw. um 23,2 %.

Jahr Einwohner Einwohner (im Ort) 1961 2881471 1970 3003530 1987 3054618 1991 3244 1995 3355 2000 3491 2005 3586 2010 3613 2015 3712 20163726 20243912

Religionen Anfang 2011 waren 88,4 % der Bevölkerung Wiesenfeldens katholisch, 3,8 % evangelisch und 7,8 % gehörten anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.Bayerisches Landesamt für Statistik. Gemeinde Wiesenfelden. Statistik kommunal 2015 PDF, München 2016, S. 6

Römisch-katholische Kirche Die Katholiken gehören zur Pfarrei in Wiesenfelden, die dem Dekanat Bogenberg-Pondorf des Bistums Regensburg zugeordnet ist. Neben der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, gibt es noch die Filialkirchen St. Georg in Auenzell und St. Rupertus in Sankt Rupert.

Evangelisch-Lutherische Kirche Die evangelischen Christen in Wiesenfelden gehören der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Christuskirche in Straubing an.

Politik Gemeinderat

Der Wiesenfelder Gemeinderat besteht aus 16 ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem hauptamtlichen Ersten Bürgermeister.

Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen: Partei/Gruppierung20202014Kommunalwahl 2014: Wiesenfelden%Sitze%SitzeCSU27,92436,56Freie Wähler Wiesenfelden21,513––Unabhängige Wählergemeinschaft Zinzenzell15,80318,53SPD/Freie Wählergemeinschaft19,85218,03Parteilose Christliche Wählergemeinschaft Saulburg15,50216,83Christlicher Wählerblock Heilbrunn9,42210,21

Bürgermeister Berufsmäßiger Erster Bürgermeister ist Andreas Urban (FW). Er ist seit 1. Mai 2020 im Amt. Bei der Bürgermeisterwahl 2020 wurde er im ersten Wahlgang mit einem Stimmanteil von 50,1 % gewählt und bei der Wahl 2026 mit 53,6 % wiedergewählt. Sein Vorgänger von Mai 1996 bis April 2020 war Anton Drexler (CSU).

Erste Bürgermeister ab 1821 Im Herbst 1818 erfolgten die ersten Gemeindevorsteherwahlen. Erstmalige Erwähnung eines Gemeindevorstehers: Johann Schütz, (1821)

Wappen

Partnerschaften Wiesenfelden pflegt partnerschaftliche Kontakte zu folgenden Gemeinden: Nezdice na Šumavě, Betreuung vom dortigen Neue Museum, eine Aufführungsstätte für völkerverbindende Veranstaltungen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Saulburg

Bauwerke In Wiesenfelden befinden sich eine Vielzahl von Baudenkmälern.

Schlösser Schloss Wiesenfelden: Ein ehemaliges Hofmarkschloss, ist heute im Besitz von Hubert Weinzierl. Es beherbergt ein Umweltinformationszentrum nebst Museum. Schloss Saulburg: Wurde 1569 errichtet und stammt im Kern aus dem 12. Jahrhundert. Es stellt sich als eine unregelmäßige Vierflügel-Gruppierung dar. In der Schlossanlage befindet sich die katholische Schlosskapelle St. Aegidius, ein Rokokobau von 1754.

Kirchen mini|Expositurkirche St. Michael, Zinzenzellmini|Expositurkirche Maria Schnee, Anger (Saulburg)

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Wiesenfelden: Wurde 1764 unter Verwendung eines gotischen Chores und mittelalterlicher Bauteile von Turm und Langhaus errichtet. Sie besitzt bemerkenswerte Holzfiguren aus der Zeit um 1700. Filialkirche St. Georg in Auenzell: Erbaut um 1500, barockisiert; mit Ausstattung. Wallfahrtskirche St. Magdalena in Heilbrunn: Einheitlicher Bau von 1674; mit Ausstattung. Der Marienwallfahrtsort Heilbrunn wird seit dem 17. Jahrhundert von Pilgern besucht. Dabei waschen sich die Pilger mit dem Heilwasser des Heilbrunnes und hoffen so auf Heilung. Der landläufige Ortsname „Brünndl“ wurde davon abgeleitet. Gnadenkapelle Unserer Lieben Frau: „Frauenbrünnl“ genannt, um 1665; mit Ausstattung. Quellhaus, steinerne Brunnenfassung mit hölzernem Überbau, 18./19. Jahrhundert Filialkirche St. Rupertus in Sankt Rupert: Spätgotische Anlage, Ende 15. Jahrhundert; mit Ausstattung; Hl. Grab, kellerartig im Westhang des Kirchhügels, noch 18. Jahrhundert; Kreuzwegstationen, 1865, am Weg zur Kirche; Kreuzigungsgruppe, Gußfiguren, 1870/75; östlich der Kirche (Kirchengelände ist nur zugänglich jeden ersten Sonntag im Monat, nur von Mai bis Oktober, nur von 13.00 bis 17.00 Uhr). Expositurkirche Maria Schnee in Saulburg-Anger: Langhaus und Turm 1698, Erweiterung 1922; mit Ausstattung. Expositurkirche St. Michael Zinzenzell: Neubau von 1876; mit Ausstattung

In der näheren Umgebung Überregionale Wanderwege mini|Der Beckenweiher Um Wiesenfelden gibt es 16 markierte Rundwanderwege mit einer Gesamtlänge von über 120 Kilometern, die von der Sektion Wiesenfelden des Bayerischen Waldvereins betreut werden. Der längste Rundwanderweg ist der 14,5 km lange Große Büscherlweg.

Etwa 18 km führt der Qualitätswanderweg „Goldsteig“ durch die Gemeinde. Von Weihern bei Wörth an der Donau über Hubmühle, Schiederhof über St. Rupert führt er entlang der Naturschutzgebiete Brandmoos und Weiherlandschaft bei Wiesenfelden nach Wiesenfelden. Von dort über den 110 m langen Naturbeobachtungssteg über den Beckenweiher, über Utzenzell, Kragenroth, Kesselboden nach Pilgramsberg.

Der Bayerische Wald-Verein, Sektion Wiesenfelden, bietet geführte Goldsteigwanderungen an. Dabei soll der Premiumweg etappenweise erwandert werden.

Sehenswürdigkeiten Geotope in der Nähe von Wiesenfelden:

mini|Naturschutzgebiet Höllbachtal Höllbachtal, zwischen Brennberg und Rettenbach, Nepal-Himalaya-Pavillon in Wiesent, Schloss Wörth an der Donau, Walhalla in Donaustauf, Pfahl in der Nähe von Roding, Burgruine Lobenstein bei Zell, Burgruine Siegenstein bei Süssenbach, Burg in Brennberg, Burgruine Neuhaus bei Schorndorf, Kapelle in Höhenberg

Sport und Vereine In Wiesenfelden und in der Gemeinde befinden sich gut ausgebaute Sportanlagen. Der Sportverein Wiesenfelden e. V. bietet beispielsweise ein reichhaltiges Sportangebot mit Fußball, Tennis, Tischtennis, Damengymnastik, Kinder- und Jugendturnen an und hat eine Skiabteilung. Im Gemeindegebiet gibt es insgesamt 60 Vereine. Die Freiwillige Feuerwehr Wiesenfelden (gegründet 1874) sowie die Feuerwehren der Ortsteile sorgen für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe im Gemeindegebiet und darüber hinaus.

Freizeit Am 1. März 2003 trat die Verordnung über das Naturschutzgebiet Weiherlandschaft bei Wiesenfelden in Kraft. Am 6. August 2009 wurde der barrierefreie Rundweg um den Beckenweiher eröffnet. Der Weg führt auch über den 110 Meter langen Naturbeobachtungssteg. Weitere Naturerlebnisorte sind der große und kleine Hammerweiher, der Neuweiher sowie das Niedermoor „Brandmoos“.

Naturbeobachtungsweg um den Kobelberg: Auf einem 5 Kilometer langen, herrlichen Waldweg sind 9 verschiedene Naturbeobachtungsstationen aufgestellt, bei denen sich Kinder und Erwachsene spielerisch über die Natur informieren können. Ausgangspunkt ist der Waldgasthof Schiederhof, etwa 4 Kilometer südlich von Wiesenfelden. Der Weg ist mit dem Markierungszeichen 7 markiert. Er ist auch im Winter begehbar.

Der seit dem 16. Jahrhundert als Bierlager genutzte „Felsenkeller“ ist heute ein am „Goldsteig“ gelegener Wanderstützpunkt und bietet Fledermäusen zu jeder Jahreszeit Quartier. In der Gemeinde werden Reiten- und Kutschfahrten angeboten. Reitstunden, geführte Ausritte, Kinderfreizeit mit Pferden, Kutschenfahrten, bei geeigneter Witterung im Winter auch Pferdeschlittenfahrten. Als eine im Landkreis einmalige Attraktion gilt die Freilicht-Seebühne am Beckenweiher. Der Weiher bietet in den Sommermonaten Kulisse für Theaterstücke sowie andere kulturelle Darbietungen für Kinder und Erwachsene. mini|Gnadenkapelle Heilbrunn im Winter Im Gemeindegebiet gibt es zahlreiche Loipen: Schiederhofer Loipe, sieben Kilometer lang, mittelschwer Höhenberger Loipe, acht Kilometer lang, mittelschwer Heilbrunner-Geraszeller Loipe, zwölf Kilometer lang, mittelschwer Verbindungsloipe nach Falkenstein, fünf, elf oder 17 km lang, mittelschwer

Wintersport auf dem Dorfweiher Eisstockschießen oder Schlittschuhlaufen

Rodeln Auf zahlreichen Berghängen in der ganzen Gemeinde.

Winterwandern 20 Kilometer Wege und Verbindungsstraßen werden im Winter für Wanderungen geräumt.

Winter - Nordic - Walking Auf geeigneten Winterwanderwegen.

Regelmäßige Veranstaltungen Im Gemeindegebiet gibt es zahlreiche „Bayerische Musikkapellen“. Jedes Jahr findet eine Musikalische Sommerfrische (Musikalischer Frühschoppen) statt. Zudem gibt es: Frühjahrsmarkt mit Frühjahrsausstellung Tauben-, Kleintier- und Bauernmarkt Christkindlmarkt