Dominion ist ein Kartenspiel, mit dem Donald X. Vaccarino das Deck-Building-Genre begründete. Aus einem von Spiel zu Spiel variierenden Kartenangebot bauen die Spieler ihren persönlichen Kartensatz auf. Durch geschickten Einsatz von Aktions- und Geldkarten versuchen sie, ihr anfänglich schwaches Deck so zu stärken, dass sie am Schluss die meisten Punktekarten haben. Das Grundprinzip kann durch die in zahlreichen Erweiterungen enthaltenen Mechaniken vielfältig ausgebaut werden.
Das von Rio Grande Games veröffentlichte Spiel wurde in viele Sprachen übersetzt und international vielfach ausgezeichnet. 2009 wurde es in Deutschland zum Spiel des Jahres gekürt und erhielt den Deutschen Spielepreis.
Thema und Spielprinzip Alle Spieler sind Herrscher eines Königreiches und starten mit wenig Geld und winzigen Ländereien. Über die von Zug zu Zug mögliche kontinuierliche Ergänzung aus einem Angebot von höherwertigem Geld und nützlichen Aktionen können die Spieler ihre Fähigkeiten erweitern, um schließlich ihr Reich mit größeren Ländereien auszubauen. Das Spiel gewinnt der Herrscher mit dem größten Reich.
Dominion war das erste Spiel, das mit der Deck-Building-Mechanik im deutschen Sprachraum ein breites Publikum erreichen konnte. Geld, Aktionsmöglichkeiten und Ländereien werden dabei durch Karten repräsentiert. Jeder Spieler startet mit einem vorgegebenen Kartensatz (englisch „deck“). Der Spieler zieht Karten vom eigenen Stapel und setzt die Handkarten ein, um aus einem begrenzten Angebot stärkere Karten zu erwerben und damit seinen Kartensatz zu verbessern (das „deck building“). Erworbene und gespielte Karten sowie restliche Handkarten kommen auf den Ablagestapel des Spielers. Wenn der Nachziehstapel des Spielers aufgebraucht ist, mischt er seinen Ablagestapel und legt ihn als neuen Nachziehstapel bereit. Da durch diese Rotation bis zum Spielende alle Karten immer wieder auf die Hand gezogen werden, kann man immer nützlichere Karten ins Deck einfügen. Wenn außerdem im Laufe des Spieles dazu die Möglichkeit besteht, ist es meistens vorteilhaft, die geringwertigen und wenig nützlichen Karten des anfänglichen Decks aus diesem zu entfernen.
Schon das Basisspiel, erst recht die Erweiterungen, bietet eine große Vielfalt an Aktionsmöglichkeiten, von denen in jeder Spielrunde maximal 10 angeboten werden. Über deren Auswahl lässt sich auch steuern, welche Rolle die Interaktion zwischen den Spielern haben soll, ob es destruktive Elemente gegen Mitspieler gibt oder wie der Schwerpunkt zwischen Geld-, Aktions- und Punktekarten verschoben wird.
Die Konkurrenz zwischen den Spielern wird durch die individuelle Wahl einer Strategie und das Glück beim Ziehen der Karten bestimmt. Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Strategien: Entweder man baut ein sehr kleines Deck auf, in dem vor allem hochwertiges Geld und nur wenige, genau ausgewählte Aktionskarten stecken. Oder man versucht viele Aktionskarten zu erwerben, die den Umlauf durch weiteres Kartenziehen beschleunigen und zusätzliches Einkommen schaffen. Einige Strategien wurden von Fans des Spiels genauer analysiert.Westpark-Gamers: Dominion: Simulation einiger „Killerstrategien“, 2009.
Dominion wird als komplex und vielseitig, dennoch relativ leicht verständlich bewertet.
Ausstattung und Mechanismus mini|Typischer Spielaufbau bei Dominion mini|Eine Partie „Dominion“ auf der PAX East 2011 Die 500 Karten des Basisspiels teilen sich auf in 32 Stapel mit den „Geld“-Karten Kupfer (liefert 1 Münzwert), Silber (2 Münzwerte) und Gold (3 Münzwerte), den „Punkte“-Karten Anwesen (1 Siegpunkt), Herzogtum (3 Siegpunkte) und Provinz (6 Siegpunkte), 25 unterschiedlichen Königreichkarten sowie Fluch (−1 Siegpunkt). Außerdem gibt es noch eine Müll-Karte.Seit 2016 ist Müll ein Tableau
Die Geld- und Punktekarten werden in jedem Spiel verwendet. Obwohl die Flüche nur von der Hexe verteilt werden, sollen auch sie in jedem Spiel ausliegen. Aus den 25 Königreichkarten wählen die Spieler für das Spiel 10 aus.Für die Bestimmung des Königreichs können die sogenannten Platzhalterkarten (blaue Umrandung der Rückseite) als Los genutzt werden. Somit gibt es im Basisspiel 3.268.760 Auswahlmöglichkeiten für den Spielaufbau.Binomialkoeffizient
Die meisten Königreichkarten erlauben dem Spieler unterschiedliche Handlungen (Kartentyp „Aktion“), es ist aber auch eine Punktekarte darunter. Punktekarten sind während des Spieles störend, weil man sie zu nichts nutzen kann; sie „verstopfen“ nur das Deck. Trotzdem muss man sie sammeln, weil am Spielende nur die Summe der Siegpunkte über den Sieg entscheidet.
Je nach Spielerzahl werden jeweils 8 oder 12 Exemplare der Punktekarten als Angebot ausgelegt, Aktionskarten mit 10 Karten pro Stapel, Flüche gibt es proportional zur Mitspielerzahl. Die Anzahl der Geldkarten sinkt mit steigendem Wert, es kommt aber so gut wie nie vor, dass einer dieser Stapel aufgebraucht wird.
Jeder Spieler spielt mit seinem eigenen Kartensatz („Deck“), der zu Anfang sieben Kupfer und drei Anwesen enthält. Der Satz wird gemischt und bildet den Nachziehstapel, von dem jeder Spieler zu Spielbeginn die obersten fünf Karten auf die Hand nimmt.
Die Spieler sind dann reihum am Zug. Jeder Zug besteht aus drei Phasen: In der Aktionsphase darf der Spieler, der am Zug ist, eine Aktionskarte, die er auf der Hand hat, ausspielen und führt die darauf angegebenen Anweisungen aus. Häufig sind dies in kurzer Form einfache Handlungsrechte: weitere Aktionskarten ausspielen dürfen, Karten vom Nachziehstapel ziehen, zusätzliche Kaufrechte oder zusätzliches Geld für die Kaufphase. Durch das Recht, weitere Aktionskarten auszuspielen und Karten nachzuziehen, kann es in einem Zug zu langen Kartenketten kommen. Es gibt aber auch ausführlichere Anweisungen, die dem Spieler und teilweise auch seinen Mitspielern Handlungen vorgeben. Einige Aktionskarten, die zusätzlich mit „Angriff“ gekennzeichnet sind, beeinflussen die Handkarten oder die Nachziehstapel der Mitspieler negativ. In der Kaufphase darf sich der Spieler von einem der zehn ausliegenden Königreich- oder einem Geld- oder Punktekartenstapel eine Karte kaufen. Wenn er in der Aktionsphase zusätzliche Kaufrechte erspielt hat, darf er auch entsprechend mehrere Karten kaufen. Der Preis einer Karte wird in der linken unteren Ecke angezeigt. Bezahlt wird von dem Betrag, der durch Ausspielen von Geldkarten und durch in der Aktionsphase gespielte Geld liefernde Aktionskarten angesammelt wurde. Die erworbenen Karten werden auf den Ablagestapel gelegt. In der Aufräumphase legt man alle verbliebenen Handkarten sowie die gespielten Geld- und Aktionskarten auf seinen Ablagestapel. Dann zieht man von seinem Nachziehstapel fünf Karten. Sobald der Nachziehstapel leer ist und noch Karten gezogen werden müssen, werden die Karten des Ablagestapels gemischt und bilden den neuen Nachziehstapel. Die im Spielverlauf erworbenen Karten kommen so immer wieder auf die Hand, was den Deck-Building-Charakter des Spiels ausmacht.
Das Spiel endet mit dem Zug, an dessen Ende entweder der Stapel Provinz oder drei beliebige sonstige Stapel erschöpft sind. Gewonnen hat dann der Spieler mit den meisten Siegpunkten. Gibt es einen Gleichstand, gewinnt der Spieler, der weniger Spielzüge hatte. Sind auch diese gleich, teilen sich die Spieler den Sieg.
Erweiterungen Die Schachteln wurden ursprünglich in Editionen und Erweiterungen unterschieden. Editionen enthielten auch die Basiskarten, ohne die die Erweiterungen nicht regelkonform spielbar sind. Zum einen sind inzwischen die Basiskarten auch allein erhältlich. Zum anderen wurde 2016 im Rahmen einer großen Überarbeitung des Originals aus der bisherigen zweiten Edition Die Intrige durch Weglassen der Basiskarten eine reine Erweiterung. Seitdem wird Edition eher zur Unterscheidung ursprünglicher und überarbeiteter Versionen verwendet.
Bei einer Kombination aller Schachteln und der Promos stehen maximal 366 Königreichkartenstapel zur Verfügung (Stand Frühjahr 2020). Daraus können über 10 Trillionen Zehnerkombiniationen gezogen werden.
Überblick Name Erscheinungs-datum Art Karten Königreich-kartenstapel QuerQuerformat: Gleiche Abmessungen wie normale Karten, aber die Ausrichtung von Bild und Text ist um 90 Grad gedreht. Bemerkungen Basisspiel GrundspielEin Grundspiel enthält die Basiskarten Kupfer, Silber, Gold, Provinz, Herzogtum, Anwesen, Fluch50025 Ursprünglich nur mit Untertitel „Was für eine Welt“ Basisspiel 2. Edition Grundspiel50026 16 bekannte, 3 veränderte und 7 neue Königreichkarten Die Intrige Grundspiel50025 Karten mit wählbaren Effekten / Punktekarten, die auch Aktions- oder Geldkarten sind Die Intrige Erweiterung30025 Seit März 2014 nur noch als Erweiterung ohne Basiskarten erhältlich Seaside Erweiterung30026 Effekte im nächsten Spielzug, Aufbewahren von Karten Die Alchemisten Kleine ErweiterungEine kleine Erweiterung wird in einer Schachtel mit halber Breite der normalerweise quadratischen Schachtel vertrieben.15012 Neue Währung: TrankTeil der Mixbox und der Einsteiger-BigBox, einzeln nicht mehr zu beziehen. Blütezeit Erweiterung30025 hochpreisige Karten (Platin und Kolonie) / Geldkarten mit Anweisungen Reiche Ernte Kleine Erweiterung15013 Vielfalt im eigenen Bestand lohnt sich, Teil der BigBox, der Mixbox und der Einsteiger-BigBox, einzeln nicht mehr zu beziehen. Hinterland Erweiterung30026 Effekte beim Kaufen oder Nehmen von Karten Dark Ages Erweiterung50035 im Müll stöbern / Effekte beim Entsorgen Die Gilden Kleine Erweiterung15013 Effekte für überzahlen / ansparbare Münzen. Wird nicht mehr aufgelegt. Nur noch Teil der Einsteiger-BigBox Abenteuer Erweiterung4003020 Karten für späteren Einsatz bunkern / Effekte statt einer Karte kaufen Empires Erweiterung3002434 Schulden machen / Siegpunkte für erfüllte Bedingungen Erweiterung Kleine Erweiterung16114 Ergänzungsset: 2x7 Königreichkarten zum Austausch in Basisspiel und Intrige Nocturne Erweiterung5003327 Vierte Zugphase / zufällige Effekte Renaissance Erweiterung3002525 dauerhafte Effekte / umkämpfte Effekte / speicherbare +1 Aktion Menagerie Erweiterung4003040 Effektersatz für Aktionskarten Verbündete Apr. 2022 Erweiterung4003123Vierfach geteilte Stapel, Gefallen Plünderer März 2023 Erweiterung 5004040 Kartenmerkmale, exklusive GeldkartenRising SunSep. 2024Erweiterung3002526Prophezeiungen, Sonnen- und Schuldenmarker, neuer Kartentyp Schatten Promos diverse Päckchenje 1110 Zu besonderen AnlässenWerbegeschenk und als Zugabe in anderen Boxen enthalten.je 11Basiskarten Ersatzkarten250–– repräsentative GrafikSeaside 2. Edition Ersatzkarten Updatepack1009 Königreichkarten, die in der 2. Edition enthalten sind + SortierstreifenBlütezeit 2. Edition Ersatzkarten Updatepack1009 Königreichkarten, die in der 2. Edition enthalten sind + Sortierstreifen
Basisspiel Das Basisspiel (anfänglich ohne diese Bezeichnung, stattdessen mit Untertitel „Was für eine Welt!“), enthält auch Basiskarten (3 Geldkarten, 3 Punktekarten, Fluch). Die Königreichkarten sind überwiegend einfach (im Vergleich zu den späteren Erweiterungen). Hat man die Grundbegriffe verstanden, können sie ohne Blick in Regel oder Erläuterung gespielt werden.
Erschien in mehreren Varianten bzw. mit unterschiedlichen Covern, teilweise auch gebündelt mit Promotionkarten (s. u.). Auch Teil der Bigbox (s. u.). Zur SPIEL '13 in Essen erschien eine Special Edition mit 511 Karten. Hierin haben die Basiskarten und die Müll-Karte neue Illustrationen. Die 11 zusätzlichen Karten resultieren aus der Zugabe der Sonderkarte Schwarzmarkt.
Im September 2016 wurde vom amerikanischen Verlag die Überarbeitung des Basisspiels zur 2nd Edition verkündet. Neben klareren Formulierungen, neuen Illustrationen für die Basiskarten und anderen Kleinigkeiten wurden 6 der bisherigen durch 7 neue Königreichkarten ersetzt. In Deutschland erschien im April 2017 das Ergänzungsset, das die 7 neuen Karten kombiniert mit 7 neuen Karten für Intrige enthält. Seit August 2017 gibt es das Basisspiel – 2. Edition.