Die Große Telekie (Telekia speciosa), auch Scheinalant oder Großes Rindsauge genannt, ist die einzige Art der Pflanzengattung Telekia innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung mini|links|Illustration aus Curtis's Botanical Magazine, Tafel 3466 mini|Die Blüten sind ein Magnet für viele Insekten, hier ein Kleiner Fuchs
Vegetative Merkmale Die Große Telekie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 100 bis 150 (200) Zentimeter erreicht. Sie bildet ein Rhizom aus.
Die Grundblätter sind lang gestielt und ungefähr 30 Zentimeter breit. Ihre Spreite ist breit-eiförmig und hat einen herzförmigen Grund. Die oberen Stängelblätter sind am Grund keilig gestutzt und höchstens halbstängelumfassend sitzend.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juni bis August. In einem Gesamtblütenstand sind meist sind zwei bis acht körbchenförmige Blütenstände vorhanden. Die Blütenkörbe haben einen Durchmesser von 6 bis 8 Zentimetern. Die Hüllblätter sind eiförmig, die äußeren haben eine zurückgebogene, laubförmige Spitze. In einem Blütenkorb sind Zungen- und Röhrenblüten vorhanden. Die Zungenblüten sind tief goldgelb. Die Röhrenblüten sind bräunlichgelb.
Die Achänen sind etwa 6 Millimeter lang und vielrippig. Ihr Pappus ist ein häutiger gezackter Saum.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.
Ähnliche Art Die Große Telekie ähnelt dem Echten Alant (Inula helenium), unterscheidet sich von diesem jedoch durch die Unterseite ihrer Blätter: Bei der Telekie sind deren etwas herzförmige Laubblätter außerdem auch von unten grün, während die mehr länglichen Laubblätter des Echten Alants auf der Unterseite wollig behaart sind.Große Telekie (Scheinalant) - Bestimmung & Verwendung, www.pflanzen-vielfalt.net, zuletzt abgerufen am 26. September 2019.
mini|Große Telekie in voller Blüte
Vorkommen Die Große Telekie kommt in Südosteuropa, der nördlichen Türkei und im Kaukasusraum vor. Sie hat ursprüngliche Vorkommen in den Ländern Tschechien, Slowakei, Ungarn, im früheren Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, in der Ukraine, im Baltikum, in Russland, in der Türkei und im Kaukasusraum. Sie gedeiht in Bergwald-Rändern, an Bachufern und in Hochstaudenfluren in Höhenlagen von 300 bis 2400 Metern. Sie ist in Südosteuropa eine Charakterart des Petasiti-Telekietum aus dem Verband Aegopodion, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Atropion vor. In West- und Zentral-Europa kommt diese Art mehrfach eingebürgert vor. Sie ist in Belgien, Tschechien, Deutschland, Österreich, Estland und der Schweiz ein Neophyt. In Deutschland kommt sie verwildert und selten eingebürgert vor in Bayern, Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).
Taxonomie Die Erstveröffentlichung unter dem Namen (Basionym) Buphthalmum speciosum erfolgte 1766 durch Johann Christian von Schreber in Icones et Descriptiones Plantarum minus cognitarum Seite 11 Tafel 6. Die Neukombination zu Telekia speciosa wurde 1817 durch Johann Baumgarten in Enumeratio Stirpium Magno Transsilvaniae Band 3 Seite 150 veröffentlicht.
Nutzung Die Große Telekie wird verstreut als Zierpflanze für Teichufer, Gebüschränder und Parks sowie als Schnittpflanze genutzt. Sie ist seit spätestens 1739 in Kultur.
Belege
Einzelnachweise
Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt Telekia speciosa In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Gerhard Wagenitz: Telekia speciosa. In: Johann Baumgarten: Enumeratio Stirpium in Magno Principatu Transsilvaniae [...], Band 3, Libraria Camesina, Wien 1816 , S. 150. online Gerald Parolly: Asteraceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 828.
Weblinks
Thomas Meyer: Telekie Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Kategorie:Inuleae (Tribus)