mini|Das Barettabzeichen der Fallschirmjäger
Die Liste der Truppenteile der Fallschirmjägertruppe des Heeres der Bundeswehr enthält alle aufgelösten, aktiven und nicht aktiven (Geräteeinheiten, gekaderte Bataillone) Verbände und Großverbände der Fallschirmjägertruppe der Bundeswehr sowie eine kurze Übersicht über ihren Aufstellungszeitpunkt, Stationierungsorte, Unterstellung und über ihre Auflösung oder Umbenennung.
Für weitere Truppenteile der Luftlandetruppe, siehe Liste der Luftlandeverbände der Bundeswehr.
Legende mini|Taktisches Zeichen der Fallschirmjägertruppe und Grundzeichen der Fallschirmjägerverbände
Die Legende gilt für alle folgenden Listen Legende Aufgelöster Verband Teilaktiver oder nichtaktiver Verband Aktiver Verband
Siehe auch hier für das Abkürzungsverzeichnis.
Divisionen Die 1. Luftlandedivision war die einzige luftbewegliche Division der Bundeswehr und umfasste (als 9. Division des Heeres) truppendienstlich alle Fallschirmjägertruppen der Bundeswehr. „Nachfolgedivision“ war das Kommando Luftbewegliche Kräfte/4. Division, nachfolgend umbenannt in Division Spezielle Operationen. Diese wurde wiederum am 1. Januar 2014 in Division Schnelle Kräfte umbenannt.
Bezeichnung Aufstellung Stabssitz Verbleib Bemerkung40px 1. LLDiv 1. Januar 1956(aus Teile 106. LLBrig) Bruchsal Aufgelöst 31. März 1994, Teile zum KLK/4. Div 40px KLK/4. Div 1. Juli 1994(aus 4. PzGrenDiv und 1. LLDiv) Regensburg Aufgelöst 20. März 2001, Teile zur DSO 40px DSO 1. April 2001(aus Teile KLK/4. Div) Stadtallendorf(bis 2010 Regensburg) 1. Januar 2014 umbenannt in Division Schnelle Kräfte 40px DSK 1. Januar 2014 Stadtallendorf aktiv
Brigaden In der Geschichte der Bundeswehr gab es vier Brigaden, deren Kern aus Fallschirmjägern gebildet wurde und der oben angeführten 1. Luftlandedivision, später für den Einsatz direkt den Korps, später dem Kommando Luftbewegliche Kräfte unterstanden und jetzt der Division Schnelle Kräfte unterstehen. Die Brigaden waren seit der Heeresstruktur II analog zum Schema aller Brigaden des Heeres nummeriert. Da die 1. Luftlandedivision die 9. Division des Heeres war, jede Division drei Brigaden umfasste und die Brigade stringent durchnummeriert waren (1. Division → Brigaden 1, 2 und 3; 2. Division → Brigaden 4, 5 und 6; usw.), trugen die ihr unterstellten Brigaden die Nummern 25, 26 und 27. Die Brigade 25 war die „erste“, die Brigade 26 die „zweite“ und die Brigade 27 die „dritte“ Brigade der Division. Zeitweilig war die Bezeichnung Fallschirmjägerbrigade, später wurden sie in Luftlandebrigaden umbenannt. Mit der Zusammenführung der 4. Division und der 1. Luftlandedivision zum Kommando Luftbewegliche Kräfte/4. Division wurde die stringente Nummerierung aufgebrochen. Die vormalige Panzergrenadierbrigade 31 wurde mit der Luftlandebrigade 27 aus Traditionsgründen zur Luftlandebrigade 31 zusammengeführt, ohne dass die Ziffer von der übergeordneten Division abgeleitet werden konnte.
Bezeichnung1 Aufstellung (letzter) Stabssitz Verbleib Bemerkung40px LLBrig 1 1. April 2015, Umbenennung der LLBrig 26 Saarlouis aktiv 40px|zentriert 106. LLBrig 1956 Eßlingen am Neckar 1956, Teile zur Aufstellung 1. LLDiv erreichte vermutlich nie volle Sollstärke und Einsatzbereitschaft.Soldaten der Brigade trugen abgestuft nach Dienstgradgruppe Ärmelabzeichen ähnlich: 40px (Weiterführendes hier).40px LLBrig 25 Mai 1957 Calw September 1996 aufgelöst. Beiname: Schwarzwald40px LLBrig 26 1958 Saarlouis 31. März 2015 aufgelöst, Umgliederung zur Luftlandebrigade 1 Beiname: Saarland; Abzeichen zunächst: 40pxWurde im Rahmen der Neuausrichtung zum HEER2011 aufgelöst und zur LLBrig 1 umgegliedert.40px LLBrig 27 1970 Lippstadt März 1993 aufgelöst. Teile fusioniert mit PzGrenBrig 31 zu LLBrig 3140px LLBrig 31 März 1993(PzGrenBrig 31 und LLBrig 27) Oldenburg 18. September 2014 aufgelöst. Umgliederung zum Fallschirmjägerregiment 31 Beiname: Oldenburg; Abzeichen zunächst: 40pxWurde im Rahmen der Neuausrichtung zum HEER2011 aufgelöst und zum FschJgRgt 31 umgegliedert.
1Die beiden Luftlandebrigade 25 und 26 wurden anfänglich (Heeresstruktur I; bis 1959) als Luftlande-Kampfgruppen A9 (→ LLBrig 25) und B9 (→ LLBrig 26) aufgestellt. Von 1959 bis 1971 lautete die Bezeichnung der Brigaden Fallschirmjägerbrigade.
Regimenter mini|Soldaten des Fallschirmjägerregiment 26 während einer Übung in Baumholder 2017
Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr werden die bisherigen Fallschirmjägerbataillone ab Oktober 2014 zu zwei Regimentern zusammengefasst. Bezeichnung1 Aufstellung (letzter) Stabssitz Verbleib Bemerkung40px FschJgRgt 26 1. April 2015 aus Teilen der LLBrig 26 Zweibrücken aktiv 40px FschJgRgt 31 Oktober 2014 aus Teilen der LLBrig 31 Seedorf aktiv
Bataillone mini|Der Wiesel dient als Waffenträger in der Fallschirmjägertruppe, hier für die TOW mini|Das ESK Mungo soll in der Fallschirmjägertruppe das zukünftige Transportfahrzeug für eine Gruppe werden
Fallschirmjägerbataillone und Luftlandejägerbataillone Die Nummerierung der in der Heeresstruktur I zunächst aufgestellten Luftlande-Jägerbataillone folgte der Kampfgruppenbezeichnung. Erst mit der Gliederung der zwölf Heeresdivisionen folgte die Nummerierung der Divisionsnummer als 9. Division des Heeres, wobei das erste Bataillon ebenfalls die Nummer 9 erhielt, das zweite dann die Nummer 19 und das dritte die Nummer 29.
Ab 1959 in der Heeresstruktur II wurden die aufgestellten Bataillone renummeriert und folgten der ab dann der im Heer üblichen Nummerierungskonvention. Die ersten beiden Ziffern ihrer dreistelligen Nummer entsprach der Nummer der Brigade, der sie unterstellt waren. Das Fallschirmjägerbataillon 261 war also das „erste“ Bataillon der Luftlandebrigade 26, das Fallschirmjägerbataillon 274 das „vierte“ der Luftlandebrigade 27. Da die Fallschirmjägerbataillone 313 und 291 zunächst keiner Luftlande- bzw. Fallschirmjägerbrigade unterstanden, sondern als Divisionsreserven jeweils einer Panzergrenadierbrigade, führten diese andere Bataillonsnummern. Erst mit der Aufstellung der 3. Luftlandebrigade als Luftlandebrigade 27 wurden diese Bataillone zusammengefasst, der neugebildeten Brigade unterstellt und renummeriert.
Mit der Aufstellung der Luftlandebrigade 31, deren Bataillone aus der Zusammenlegung der Bataillone der Panzergrenadierbrigade 31 und der Luftlandebrigade 27 aufgestellt wurden, erhielten die entsprechenden Verbände die Anfangsziffer 31. Ausnahme davon ist das Fallschirmjägerbataillon 373, das zunächst im Rahmen der Transformation der NVA der Jägerbrigade 37 unterstellt war und mit Auflösung des Fallschirmjägerbataillon 314 zur Luftlandebrigade 31 wechselte. Insgesamt gilt die stringente Nummerierung damit als aufgebrochen.
Bezeichnung Aufstellung(aus) (letzter) Stabssitz Verbleib Bemerkung40px LLJgBtl 9 1956(aus LLJgBtl 106) Sigmaringen März 1959 umbenannt in FschJgBtl 261 erreichte nie volle Sollstärke40px LLJgBtl 19 1956(aus LLJgBtl 116) Kempten 1959 umbenannt in FschJgBtl 262 40px LLJgBtl 29 1957 Altenstadt 1959 umbenannt in FschJgBtl 251 40px LLJgBtl 39 1956? Clausthal-Zellerfeld 1956 umbenannt in LLJgBtl 252 aufgestellt aus BGS-Hundertschaften40px LLJgBtl 106 Juli 1956 Ellwangen 1956 umbenannt in LLJgBtl 9 erreichte nie die volle Sollstärke40px LLJgBtl 116 Juli 1956 Kempten ?1956 umbenannt in LLJgBtl 19 40px FschJgBtl 251 1959(aus LLJgBtl 29) Calw 1996 aufgelöst 40px FschJgBtl 252 1. Juli 1960 in Clausthal-Zellerfeld Nagold 1996 aufgelöst zunächst unterstellt PzGrenBrig 1, Sept. 1961 nach Nagold Eisberg-Kaserne verlegt, 30. Sept. 1961 unterstellt 1. LL.40px FschJgBtl 253 April 1982 Nagold 1973–1982 nicht aktiv, Geräteeinheit1982–1993 aktivFeb. 1992 aufgelöst, Teile an FschPzAbwBtl 283 40px FschJgBtl 254 1982 Calw 1993 aufgelöst aus FschJgBtl 253, nicht aktiv, Geräteeinheit40px FschJgBtl 261 März 1959(aus LLJgBtl 9) Lebach 31. März 2015 aufgelöst um 1961 Divisionstruppe 1. LLDiv40px FschJgBtl 262 1959(aus LLJgBtl 19) Merzig 1994 Umgliederung in FschPzAbwBt l 262 zunächst Standorte Bergzabern und Oberbexbach40px FschJgBtl 263 April 1982 Zweibrücken 1973–1982 nicht aktiv, Geräteeinheit1982–31. März 2015 40px FschJgBtl 264 1982? ? 1991? aufgelöst vormals 263, nicht aktiv, Geräteeinheit40px FschJgBtl 291 Juli 1960(aus Teilen FschJgBtl 251) bis 1971 Stetten / Lager Heubergab 1971: Iserlohn 1971 Umbenennung in FschJgBtl 271 um 1961 Divisionstruppe 1. LLDiv, ab 1963 Teil der PzGrenBrig 29, ab 1971 Teil der LLBrig 27, umbenannt in FschJgBtl 27140px FschJgBtl 271 1971(aus FschJgBtl 291) Iserlohn 1993 Fusion mit PzGrenBtl 313 zum FschJgBtl 31340px FschJgBtl 313 1961(aus PzGrenBtl 313) Wildeshausen 1971 nachm FschJgBtl 272 HST III in HST II FschJgBtl ust PzGrenBrig 3140px FschJgBtl 272 1971 Wildeshausen 1993? Umgliederung in FschPzAbwBtl 27240px FschJgBtl 273 1973 Iserlohn 1993 fusioniert mit PzBtl 314 zum FschJgBtl 314 1973–1982 nicht aktiv, Geräteeinheit1982–1993 aktiv40px FschJgBtl 274 1982 Iserlohn 1991 aufgelöst nicht aktiv, Geräteeinheit 40px FschJgBtl 313 1993(aus FschJgBtl 271 und PzGrenBtl 313) vorm. Varel / Seedorf September 2014 aufgelöst. Teile an Fallschirmjägerregiment 31 40px FschJgBtl 314 1993(aus FschJgBtl 273 und PzBtl 314) Oldenburg 2002 aufgelöst 40px FschJgBtl 373 April 1996(aus PzBtl 373) bis 2006: Doberlug-Kirchhainab 2006: Seedorf September 2014 aufgelöst. Teile an Fallschirmjägerregiment 31 ursprünglich JgBrig 37, ab 2002 LLBrig 31, Wappen zunächst: 40px 1Bei nicht aktiven Einheiten: Standort des Kaders und/oder Mobilmachungsstützpunkt und/oder Depotstandort
Fallschirmpanzerabwehrbataillone mini|Kraka der Luftlandepanzerabwehrkompanie 270
Vor dem etwa 1992 eingeführten Wiesel 1 diente der Kraka als Waffenträger für die Panzerabwehrlenkwaffe TOW für Tube Launched Optically Tracked Wire Guided Missile und die 20 mm Feldkanone Rh 202. Trägerfahrzeug für die Mörser war nach dem Kraka der Wolf. Durch die verzögerte Ausstattung wurden dazu selbständige Kompanien auf Brigadeebene aufgestellt (siehe unten). Mit dem weiteren Zulauf des PARS TOW wurden die 5./schweren Kompanien in jedem der drei aktiven Fallschirmjägerbataillone jeder Brigade gebildet. In der folgenden Heeresstruktur wurden die schweren Kompanien in je einem Fallschirmpanzerabwehrbataillon pro Brigade zusammengefasst. Diese Bataillone gehörten, wenn auch in Bewaffnung und Auftrag ähnlich der Panzerjägertruppe, die ebenfalls über die Panzerabwehrlenkwaffe TOW verfügte, zur Fallschirmjägertruppe. Nach Außerdienststellung dieser Bataillone übernahmen wieder die 5. „schwere Kompanien“ der „regulären“ Fallschirmjägerbataillone die Aufgabe der Panzerabwehr. Die Nummerierung der Fallschirmpanzerabwehrbataillone erfolgte bereits keinem stringenten Muster mehr, sondern übernahmen die Nummer des Vorgängerverbandes, meist ein Fallschirmjägerbataillon, und führten dies aus Traditionsgründen fort.
Bezeichnung Aufstellung(aus) (letzter) Stabssitz1 Verbleib Bemerkung40px FschPzAbwBtl 262 1994(FschJgBtl 262) Merzig Okt. 2002 Umgliederung zu LLUstgBtl 262 bereits 2001 Herauslösung der Fallschirmpanzerabwehrkompanien.unterstellt LLBrig 26Anmerkung zum Wappen: Umschrift eigentlich Fallschirmpanzerabwehrbataillon 26240px FschPzAbwBtl 272 1993?(aus FschJgBtl 272) Wildeshausen Apr. 2002 Umgliederung zu LLUstgBtl 272 unterstellt zunächst LLBrig 27, ab 1993 LLBrig 3140px FschPzAbwBtl 283 Okt. 1990(FSchJgBtl 253 & PzBtl 283) Münsingen 30. Sep. 1996 aufgelöst 10. Februar 1992 Indienststellung. Herzog-Albrecht-Kaserne. Unterstellt LLBrig 25
Daneben verfügten die Fallschirmjägerkompanien der Fallschirmjägerbataillone zusätzlich über je einen IV. Fallschirmpanzerabwehrzug mit Panzerabwehrlenkraketen MILAN mit Transportfahrzeug 1 to Wolf. Zur unmittelbaren Panzerabwehr aller Truppen können die Fallschirmjägergruppen jeweils Panzervernichtungstrupps bilden, die mit der Panzerfaust ausgerüstet sind.
Kompanien Selbständige Kompanien, meist Brigadeeinheiten der Fallschirmjägertruppen waren: