Michaela Dorfmeister (* 25. März 1973 in Wien) ist eine ehemalige österreichische Skirennläuferin. Sie wurde zweimal Olympiasiegerin, zweimal Weltmeisterin, gewann einmal den Gesamtweltcup, je zweimal den Abfahrts-Weltcup und den Super-G-Weltcup sowie einmal den Riesenslalom-Weltcup.
Biografie Ihre ersten vier Lebensjahre verbrachte Michaela Dorfmeister in Wien, bis sie dann mit ihrer Familie nach Neusiedl (Gemeinde Waidmannsfeld) zog; dort erlernte sie auch das Skifahren. Als sie 14 Jahre alt war, begann sie eine Ausbildung an der Skihandelsschule Schladming. 1990 war sie österreichische Jugendmeisterin in der Abfahrt und im Slalom. Im selben Jahr nahm sie erstmals an den österreichischen Meisterschaften teil und ließ beim Super-G völlig überraschend sämtliche älteren Konkurrentinnen hinter sich.
1991 nahm Michaela Dorfmeister erstmals an einem Weltcup-Rennen teil. Der Weg an die Weltspitze dauerte jedoch über vier Jahre. Ihren ersten Weltcupsieg feierte sie am 16. Dezember 1995 in der Abfahrt von St. Anton am Arlberg. Bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano gewann sie die Silbermedaille im Super-G, auf die Olympiasiegerin Picabo Street büßte sie eine einzige Hundertstelsekunde ein. Zwei weitere Medaillen folgten bei den Skiweltmeisterschaften 1999 in Vail, Silber in der Abfahrt und Bronze im Super-G.
Obwohl sie während der Saison 1999/2000 nicht weniger als fünf Weltcuprennen gewann, reichte es im Gesamtweltcup lediglich für den zweiten Platz hinter Renate Götschl; hingegen konnte sie den Disziplinen-Weltcup im Riesenslalom für sich entscheiden. Bei den Skiweltmeisterschaften 2001 in St. Anton am Arlberg gewann sie die Goldmedaille in der Abfahrt. 2001/2002 erwies sich Michaela Dorfmeister als die kompletteste Skiläuferin der Saison und gewann mit großem Vorsprung den Gesamtweltcup. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City konnte sie jedoch ihrer klaren Favoritenrolle nicht gerecht werden und erreichte lediglich die für sie eher enttäuschenden Plätze 4 (Riesenslalom), 5 (Kombination) und 6 (Super-G).
Bei den Skiweltmeisterschaften 2003 in St. Moritz wurde sie zum zweiten Mal Weltmeisterin, diesmal im Super-G. Im selben Jahr entschied sie auch den Disziplinen-Weltcup in der Abfahrt für sich und wurde zur österreichischen Sportlerin des Jahres gewählt. Nachdem die Saison 2003/2004 für ihre Verhältnisse eher mittelmäßig verlaufen war, kehrte sie in der darauf folgenden Saison 2004/05 zur alten Stärke zurück und gewann den Disziplinen-Weltcup im Super-G. Die Skiweltmeisterschaften 2005 in Santa Caterina erwies sich hingegen als große Enttäuschung, denn Michaela Dorfmeister schied in allen drei Rennen, zu denen sie angetreten war, aus.
Beim Abfahrtslauf der Super-Kombination am 22. Jänner 2006 in St. Moritz entging Michaela Dorfmeister nur mit sehr viel Glück einem schweren Unfall. Ein unachtsamer Streckenposten, der einen Funkspruch falsch interpretiert hatte, war auf die Piste gefahren, als Dorfmeister noch unterwegs war. Nur weil sie im letzten Moment den rechten Ski anhob, konnte sie einen folgenschweren Zusammenstoß verhindern.
Bei den Olympischen Winterspielen 2006 gewann sie in San Sicario am 15. Februar 2006 die Goldmedaille in der Abfahrt sowie am 20. Februar 2006 im Super-G. Nach Petra Kronberger ist sie die zweite Österreicherin, die bei Olympischen Spielen zwei alpine Goldmedaillen gewinnen konnte. In der Saison 2005/2006 konnte sie sich bereits vorzeitig den Disziplinen-Weltcup in der Abfahrt und im Super-G sichern. Mit dem Riesentorlauf in Åre am 19. März 2006 beendete sie ihre 14-jährige aktive Rennlaufbahn.
Dorfmeister ist Athletenbotschafterin der Entwicklungshilfeorganisation Right To Play. Sie lebt als alleinerziehende Mutter einer Tochter (* 2009)Michaela Dorfmeister ist Mama geworden, noe.orf.at, abgerufen am 1. Juni 2022 in der Nähe von AmstettenMichaela Dorfmeister: "Zuerst dachte ich: Wie soll ich das schaffen?", abgerufen am 11. Mai 2019. Sie ist Vizepräsidentin im Niederösterreichischen Landesskiverband und wohnt in Purgstall an der Erlauf. Seit November 2019 ist sie Mitglied des Präsidiums des Fußballvereins SK Rapid Wien, von welchem sie nach eigener Aussage ein "großer Fan" sei.
Erfolge mini|hochkant|Michaela Dorfmeister (2008) Olympische Winterspiele Nagano 1998: 2. Super-G, 18. Abfahrt Salt Lake City 2002: 4. Riesenslalom, 5. Kombination, 6. Super-G, 9. Abfahrt Turin 2006: 1. Abfahrt, 1. Super-G
Weltmeisterschaften Sierra Nevada 1996: 9. Riesenslalom, 11. Abfahrt, 12. Kombination, 29. Super-G Sestriere 1997: 8. Super-G, 12. Kombination, 16. Abfahrt, 17. Riesenslalom Vail/Beaver Creek 1999: 2. Abfahrt, 3. Super-G, 6. Kombination St. Anton 2001: 1. Abfahrt, 8. Riesenslalom, 29. Super-G St. Moritz 2003: 1. Super-G, 4. Riesenslalom, 12. Abfahrt
Weltcupwertungen Dorfmeister hat einmal den Gesamtweltcup gewonnen (2002), dazu kommen fünf Siege in Disziplinenwertungen (2 × Abfahrt, 2 × Super-G und 1 × Riesenslalom). Saison Gesamt Abfahrt Super-G Riesenslalom Slalom Kombination Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte 1991/92 103. 16 47. 12 55. 4 - - - - - - 1992/93 117. 10 49. 10 - - - - - - - - 1993/94 95. 25 52. 9 44. 16 - - - - - - 1994/95 18. 434 13. 195 16. 117 23. 93 - - 9. 29 1995/96 9. 727 8. 298 6. 249 12. 144 - - 7. 36 1996/97 39. 174 29. 42 20. 94 27. 38 - - - - 1997/98 33. 234 16. 112 16. 102 - - - - 20. 20 1998/99 6. 920 3. 454 2. 373 - - 47. 11 4. 82 1999/00 2. 1306 7. 290 7. 287 1. 684 - - 5. 45 2000/01 5. 923 9. 210 5. 332 3. 341 - - 6. 40 2001/02 1. 1271 2. 469 3. 212 2. 494 - - 2. 96 2002/03 4. 972 1. 372 5. 298 9. 266 - - 7. 36 2003/04 6. 943 5. 334 3. 391 10. 218 - - - - 2004/05 4. 1122 3. 432 1. 493 12. 181 - - 15. 16 2005/06 3. 1364 1. 498 1. 626 12. 210 - - 14. 30
Weltcupsiege Insgesamt: 25 Einzelweltcupsiege (7 × Abfahrt, 10 × Super-G, 8 × Riesenslalom). Darüber hinaus 16-mal Zweite und 23-mal Dritte. Datum Ort Land Disziplin 16. Dezember 1995 St. Anton Österreich Abfahrt 6. März 1999 St. Moritz Schweiz Super-G 4. Dezember 1999 Serre Chevalier Frankreich Riesenslalom 9. Dezember 1999 Val-d’Isère Frankreich Riesenslalom 5. Jänner 2000 Maribor Slowenien Riesenslalom 8. Jänner 2000 Berchtesgaden Deutschland Riesenslalom 11. Februar 2000 Santa Caterina Italien Super-G 24. November 2000 Aspen USA Super-G 9. Dezember 2000 Sestriere Italien Riesenslalom 27. Oktober 2001 Sölden Österreich Riesenslalom 19. Jänner 2002 Berchtesgaden Deutschland Riesenslalom 31. Jänner 2002 Åre Schweden Riesenslalom 6. März 2002 Zauchensee Österreich Abfahrt 7. März 2002 Zauchensee Österreich Super-G 21. Dezember 2002 Lenzerheide Schweiz Abfahrt 1. März 2003 Innsbruck Österreich Abfahrt 5. Dezember 2004 Lake Louise Kanada Super-G 6. Jänner 2005 Santa Caterina Italien Abfahrt 16. Jänner 2005 Cortina d’Ampezzo Italien Abfahrt 19. Februar 2005 Åre Schweden Super-G 11. März 2005 Lenzerheide Schweiz Super-G 18. Dezember 2005 Val-d’Isère Frankreich Super-G 20. Jänner 2006 St. Moritz Schweiz Super-G 21. Jänner 2006 St. Moritz Schweiz Abfahrt 3. März 2006 Hafjell Norwegen Super-G *
* zeitgleich mit Lindsey Kildow und Nadia Styger
Europacup Saison 1990/91: 5. Gesamtwertung, 2. Abfahrtswertung, 2. Super-G-Wertung Saison 1994/95: 3. Super-G-Wertung 3 Siege, 1 × Zweite, 1 × Dritte
Juniorenweltmeisterschaften Zinal 1990: 7. Abfahrt Geilo 1991: 21. Super-G, 21. Slalom, 31. Abfahrt Maribor 1992: 5. Abfahrt, 7. Kombination, 8. Super-G, 10. Riesenslalom, 19. Slalom
Österreichische Meisterschaften Michaela Dorfmeister gewann sieben österreichische Staatsmeistertitel: Super-G (3): 1990, 1996, 1997 Riesenslalom (2): 1995, 2000 Abfahrt (1): 1996 Kombination (1): 1996
Auszeichnungen 1998: Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik ÖsterreichAufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB) 2000: Rang 3 Österreichische Sportlerin des Jahres«Ein Wahnsinn – ich krieg' eine Gänsehaut»; Kärntner Tageszeitung vom 4. November 2000, Seiten 50 und 51 2001: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich 2003: Österreichische Sportlerin des Jahres 2003: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 2006: Österreichische Sportlerin des JahresAufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB) 2006: Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik ÖsterreichAufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB) 2006: Benennung der Schihauptschule Lilienfeld nach der erfolgreichsten Absolventin
Weblinks
Website von Michaela Dorfmeister
Einzelnachweise
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