Muapitine (Muapiltine) ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Lospalos (Gemeinde Lautém).

Geographie

mini|links|Mündung des Aramaco in die Timorsee mini|links|Eingebrochene Doline nahe dem Ira Lalaro

Muapitine liegt im Osten des Verwaltungsamts Lospalos an der Timorsee. Im Norden liegt der Suco Bauro, im Westen Fuiloro und im Westen die Sucos Lore I und Lore II. Östlich befindet sich das Verwaltungsamt Tutuala mit seinem Suco Mehara. Der Fluss Urunami bildet die Grenze zu Lore I, im Osten fließt der Aramaco, der an der Grenze zu Mehara in die Timorsee mündet. Im Norden reicht in der Regenzeit ein Teil des Ira Lalaro, des größten Sees Osttimors, bis in den Suco hinein. Der See büßt in der Trockenzeit einen großen Teil seiner Oberfläche. Ein Zufluss zum Ira Lalaro durchzieht die nördliche Grenzregion. Aus der Ira Lalaro fließt der Fluss Irasiquero Richtung Süden. Er erreicht aber nicht die Timorsee, sondern verschwindet vorher im Mainina-Loch, einem Ponor. Das Ufer des Irasiqueros ist sumpfig, das Überflutungsgebiet des Sees ist weitgehend baumlos. Die saisonale Überflutung hat bisher eine wirtschaftliche Entwicklung des Umfelds des Sees verhindert.Hinrich Kaiser et al., PhD, Department of Biology, Victor Valley College: The herpetofauna of Timor-Leste: a first report

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Muapitine eine Fläche von 76,28 km². (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB) Dann wurde der Ort Malahara und große Gebiete südlich des Ira Lalaro von Mehara an Muapitine abgetreten. Nun sind es 194,07 km², womit Muapitine der flächenmäßig größte Suco Osttimors ist.

Die Paitchau-Bergkette liegt im Südosten von Muapitine und verläuft in West-Ost-Richtung. Ihre Ausläufer führen weiter nach Nordosten in Richtung des Ortes Tutuala. Markant ist ihre höchste Erhebung, der isoliert zu den anderen Bergen stehende Paitchau mit . (PDF; 2 MB) Die Bergkette bildet die südliche und östliche Abgrenzung des Fuiloro-Plateaus, das sich bis in das Nachbarverwaltungsamt Tutuala erstreckt. Ein Fluss, der in die Timorsee mündet ist der Veroruhu. Südwestlich des Poljes des Fuiloro-Plateaus liegt die Höhle Puropoko und das Kuronohonoho-Loch, ein Erdfall, in dem ein hoher Kohlendioxidgehalt der Luft jegliche Erforschungen fast unmöglich macht.M. Freire, P. Pinto, M. Soares, S. Medeiros, A. S. P. S. Reboleira, A. Reis, M. Gomez: Fatuk-Kuak Hosi Timor Lorosa’e: Caves of Timor-Leste, Proceedings of the 17th International Congress of Speleplogy, 2017, abgerufen am 10. Juni 2025.

Der Ort Muapitine liegt im Norden des Sucos auf einer Meereshöhe von . Muapitine bildet mit den Orten Vailoro (Valoro), Pehefito (Pehe Fitu) und Lopuloho (Lopoloho) entlang einer Straße ein geschlossenes Siedlungsgebiet. Hier gibt es eine Grundschule des Sucos. (PDF; 389 kB)

Etwas südwestlich des Siedlungszentrums von Muapitine liegt der Ort Poguinigue und an der Küste der Ort Lopohoho im Südosten. Südöstlich von Muapitine liegt der Weiler Muapetine (Muapitine). Im Zentrum des Sucos gibt es eine Gesundheitsstation. In Malahara liegt die zweite Grundschule des Sucos. Ein kurz nach der Unabhängigkeit geplantes Wasserkraftwerk, bei dem ein langer Tunnel das Wasser des Ira Lalaros, unterhalb des Paitchau-Massivs (), abwärts in die Timorsee ableiten sollte, wurde nach jahrelanger Planung nicht umgesetzt.The La’o Hamutuk Bulletin Vol. 5, No. 5-6: December 2004FRETILIN, 1. Juni 2007

In Muapitine befinden sich die fünf Aldeias Lopuloho, Malahara, Muapitine, Pehefito und Vailoro. (Portugiesisch; PDF; 323 kB)

Der Suco ist Teil des Nationalparks Nino Konis Santana.

Einwohner In Muapitine leben 2.256 Einwohner (2022), davon sind 1.135 Männer und 1.121 Frauen. Im Suco gibt es 391 Haushalte. Fast 100 % der Einwohner geben Fataluku als ihre Muttersprache an. Nur eine kleine Minderheit spricht Tetum Prasa.Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Muapitine (tetum; PDF; 8,6 MB)

Geschichte mini|Denkmal für die Opfer des Massakers in Muapitine

In der Aldeia Malahara, die erst 2015 vom Suco Mehara zu Muapitine wechselte, befinden sich Ruinen historischer befestigter Siedlungen, die im portugiesischen Tranqueiras () genannt werden. Haka Paku Leki, Ili Haraku, Pailopo und Maiana waren noch bis in das frühe 20. Jahrhundert bewohnt. Sie liegen im Westen des Vero-Tals. Der nahegelegene kleine Fluss Verkass ver bildete früher die Grenze des Fataluku-Clans (ratu) der Renu vom Clan der Latuloho, der in Muapitine lebte. Maiana war die Grenzfestung und Haka Paku Leki die Hauptfestung der Renu. Ili Haraku gehörte zu den Renu und ihren Kriegsalliierten, dem Clan der Aca Cao. Die Festung wurde in lokalen Kriegen von den Clans der Marapaki und Zenlai angegriffen. Der Anführer der Renu wurde getötet, aber die Aca Cao leisteten Widerstand, bis der Feind sich wieder zurückzog.Sue O’Connor, Andrew McWilliam, Sally Brockwell: Forts and Fortification in Wallacea: Archaeological and Ethnohistoric Investigations, S. 257–262, ANU Press 2020.

Der Widerstandskämpfer Francisco Ruas Hornay und vier seiner Anhänger wurden in Muapitine aufgrund von internen Kämpfen in der FRETILIN am 24. November 1976 hingerichtet.„Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch) Auf dem Foho Paicau entstand ein Ausbildungszentrum für FALINTIL-Kader, wo Oberbefehlshaber Xanana Gusmão neue Strategien entwickelte.

Am 8. Dezember 1983 zwangen Angehörige der indonesischen Armee die Dorfbewohner selbst fünf Männer des Widerstandes in Muapitine öffentlich hinzurichten.

Am 29. Mai 1997 fanden Wahlen statt, bei denen Vertreter Osttimors für das indonesische Parlament gewählt werden sollten. Im Umfeld kam es landesweit zu mehreren Attacken auf die indonesische Besatzungsmacht und ihre Unterstützer. In Muapitine töteten Widerstandskämpfer am 28. Mai zwei Soldaten und einen balinesischen Einwanderer im Transmigrationszentrum und stahlen ein Motorrad, dass sie für einen weiteren Mordanschlag in Lospalos verwendeten. Eventuell nahmen sie auch zeitweise Geiseln.

Politik Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Acacio da Silva zum Chefe de Suco gewählt und 2009 in seinem Amt bestätigt. Bei den Wahlen 2016 gewann Livio Mendes und wurde 2023 in seinem Amt bestätigt.Portal Municipal Lautém: Membru Konselho Konsultivu, abgerufen am 25. Oktober 2025.

2023 wurden als Chefe de Aldeias gewählt: Agrivito da Silva (Lopuloho), Venancio da Costa Nunes (Malahara), Angelo Cabral (Muapitine), Faustino Ribeiro (Pehefito) und Tome dos Santos (Vailoro).Portal Municipal Lautém: Muapitine, abgerufen am 25. Oktober 2025.

Kultur Zweimal im Jahr findet an der Küste südlich von Malahara das Mechi der Fataluku statt, das Sammeln der Meci-Würmer (Eunice viridis). Im letzten Mondviertel vom Februar findet das kleinere Mechi kiik und bei Neumond im März das große Mechi boot statt.Broschüre des Nationalparks Nino Konis Santana (englisch; PDF; 3,8 MB), abgerufen am 25. Dezember 2012 (PDF; 15,2 MB), abgerufen am 28. Dezember 2012 (PDF; 9,2 MB), abgerufen am 28. Dezember 2012

Weblinks

Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Muapitine (tetum; PDF; 8,6 MB) Ergebnisse des Zensus 2015 für den Suco Muapitine (tetum; PDF) Seeds of Life: Suco information sheets Lospalos (tetum)

Einzelnachweise

Kategorie:Suco in Lautém (Gemeinde) Kategorie:Lospalos (Verwaltungsamt)