Der Burgstall Schlüsselberg ist eine abgegangene hochmittelalterliche Adelsburg über der Pulvermühle, einem südlichen Stadtteil von Waischenfeld im oberfränkischen Landkreis Bayreuth in Bayern.

Der Burgstall ist frei zugänglich.

Geographische Lage Die Burg befindet sich im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura auf dem Schlüsselberg, dem heutigen Galgenberg im Tal der Wiesent. Der Felssporn, auf dem die Burg lag, hat tatsächlich die Form eines Schlüssels, vielleicht hat die Burg ihren Namen also von einer Flurbezeichnung.

Dicht über der Pulvermühle, die früher Schlüsselmühle hieß, sind die Felsen mit dem Burgstall der ehemaligen Spornburg auf zu sehen.

Am einfachsten erreicht man die ehemalige Burg von der Ostseite des Galgenberges aus. Dort, bei einem Denkmal am Waldrand, geht ein Weg in den Wald hinein. Man folgt dem Weg, bis eine enge Kurve erreicht wird. Dort befindet man sich schon im Halsgraben der Burg.

In der Nähe stehen einige weitere Burgen und Ruinen: nördlich die Burgruine Waischenfeld mit dem Steinernen Beutel und das ehemalige Schloss Gutenbiegen bei der gleichnamigen Ortschaft, südöstlich die Burg Rabenstein und die Burgställe Wal zum hohen Loch und Alte Veste. Wiesenttalabwärts steht die Burg Rabeneck. Auch direkt gegenüber dem Galgenberg lag auf dem Kreuzberg eine vermutlich vorgeschichtliche Befestigungsanlage.

Geschichte der Burg miniatur|links|Wappen der Grafen von SchlüsselbergDie Burg Schlüsselberg wurde nach 1216 von Eberhard III. von Greifenstein errichtet. Sie lag im Grenzbereich zum Herrschaftsgebiet des Hochstifts Bamberg und sollte insbesondere die Straße von Waischenfeld nach Pottenstein sichern.

Die Familie, die zuvor unter anderem nach Adelsdorf, Creußen und Greifenstein benannt worden war, führte seit 1219 den Namen der neuen Burg Schlüsselberg. Die Schlüsselberger entwickelten sich in der Folge zu einem der bedeutenden edelfreien Geschlechter Frankens und errichteten im Gebiet der Fränkischen Alb eine größere Territorialherrschaft. Die Burg selbst ist in den erhaltenen mittelalterlichen Urkunden nicht ausdrücklich genannt; ihre Existenz wird vor allem aus dem seit 1219 geführten Herkunftsnamen erschlossen.

Mit Konrad II. von Schlüsselberg erreichte die Territorialherrschaft der Schlüsselberger ihren größten Umfang. Als Konrad am 14. September 1347 während der Belagerung der von ihm bevorzugten Burg Neideck tödlich verwundet wurde, erlosch das Geschlecht im Mannesstamm. Im Iphofener Vertrag vom 12. Mai 1349 wurde der Schlüsselberger Besitz unter den siegreichen Gegnern aufgeteilt; die Hauptteile fielen an die Burggrafen von Nürnberg und das Hochstift Bamberg.

Die Burg Schlüsselberg wird im Teilungsvertrag nicht genannt. Dies wird in der Forschung als Hinweis darauf gewertet, dass sie in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bereits aufgegeben oder zerstört worden war. Obwohl die Anlage offenbar nicht mehr als Burg genutzt wurde, blieb der Burgplatz selbst Bestandteil der Herrschaftsüberlieferung. Im Jahr 1398 wird der Burgstall Schlüsselberg als Besitz der Nürnberger Burggrafen geführt.

1770 waren von der Burg noch Mauerreste zu sehen, 1820 war der Südhang des Schlüsselberges noch mit Steingeröll der Ruine bedeckt. Heute ist außer den Gräben und der Felstreppe nichts mehr von ihr vorhanden.

Beschreibung des Burgstalles Der Galgenberg hat auf seiner Ostseite eine breite Hochfläche und geht auf der Westseite in einen schmalen Felssporn über, der zur Anlage der Burg benutzt wurde. Am Übergang von der Hochfläche zum Felssporn wurde ein ca. 19 Meter breiter und 3 Meter tiefer Halsgraben angelegt. Gleich nach dem Graben stand auf einem 6 Meter hohen Felsklotz vielleicht eine Mauer oder ein Turm.

Der Zugang zur Burg befand sich wahrscheinlich auf einem schmalen Absatz an der Südseite des Felsklotzes.

Der Felsklotz setzt sich nach Westen als etwa 20 Meter breiter Grat fort. Dort stand wohl die ehemalige Vorburg, wie Felsbearbeitungen zeigen. Das Gelände fällt nach Norden und Süden steil in das Tal der Wiesent bzw. in den Schleifgraben ab.

75 Meter nach dem Halsgraben trennte ein zweiter, zwölf Meter breiter und drei Meter tiefer Abschnittsgraben die Vorburg von der Hauptburg.

Die ehemalige Hauptburg teilt sich von Nord nach Süd in vier Bereiche. Im Norden befindet sich ein tiefliegender schmaler Absatz, auf dem anscheinend Gebäude standen; man kann dort eine Grube und eine aus dem Fels gehauene sechsstufige Felstreppe erkennen. Kunstmann vermutet dort auch die Zisterne, von der aber nichts mehr zu sehen ist. Anschließend türmt sich ein zweigeteiltes Felsriff von Ost nach West fünf bis zehn Meter hoch auf, von dem der westliche Teil wahrscheinlich bebaut war. Das westliche Felsriff bildet auch das westliche Ende des Burgstalls und fällt ca. 15 Meter senkrecht ab.

Dann folgt ein ebener Absatz südlich der Felsriffe, der sicherste und repräsentativste Platz der Burg, auf dem vermutlich der Palas, der Bergfried oder ein kleinerer Turm stand.

Im Süden der Hauptburg liegt zwei bis drei Meter tiefer ein ebener Platz. Auch das Gelände der Hauptburg fällt nach Norden und Süden steil ab. Auf dem gesamten Bereich des Burgstalls sind keine Mauerreste mehr zu sehen.

Auf der Hochebene, 200 Meter östlich des Halsgrabens, stand auf einer kreisrunden Erhebung nach mündlicher Überlieferung ein Turm der Burg Schlüsselberg, eventuell ein Wartturm, von dem man nach Osten blicken konnte. Von der Burg aus war dies nicht möglich.

Später bauten die Waischenfelder auf die Fundamente des Turmes einen Galgen, von dem der Galgenberg seinen Namen hat.

Literatur Rüdiger Bauriedel, Ruprecht Konrad-Röder: Mittelalterliche Befestigungen und niederadelige Ansitze im Landkreis Bayreuth. Ellwanger Druck und Verlag, Bayreuth 2007, ISBN 978-3-925361-63-0, S. 151. Gustav Voit u. a.: Vom Land im Gebirg zur Fränkischen Schweiz. Eine Landschaft wird entdeckt. Verlag Palm & Enke, Erlangen 1992, ISBN 3-7896-0511-5 (Die Fränkische Schweiz; 8). Hellmut Kunstmann: Die Burgen der östlichen Fränkischen Schweiz. Kommissionsverlag Ferdinand Schöningh, Würzburg 1965, S. 83–89. Hellmut Kunstmann: Burgen in Oberfranken. Besitzverhältnisse, Baugeschichte und Schicksale. Band 1: Die Burgen der edelfreien Geschlechter im Wiesentgebiet (= Die Plassenburg. Schriften für Heimatforschung und Kulturpflege in Ostfranken. Band 5). Kulmbach 1953.

Weblinks Auszug aus der Arbeit Gustav Voits

Einzelnachweise

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