mini|Asunción am Abend

Asunción [, lateinamerikanisch ] ist die Hauptstadt und mit rund 525.000 Einwohnern (Stand 2016) zugleich größte Stadt des Staates Paraguay in Südamerika. Ihr Name ( für Aufnahme, Himmelfahrt) steht für Mariä Himmelfahrt, ihr voller Name lautet La Muy Noble y Leal Ciudad de Nuestra Señora Santa María de la Asunción. Der Ballungsraum Asunción hat rund 1,9 Millionen Einwohner. Ihre Bezeichnung in der Landessprache Guaraní ist Paraguay (nicht zu verwechseln mit Paraguái, dem Landesnamen auf Guaraní).Fundación de Asunción, Guaranime dgaleanolivera.wordpress.com, abgerufen am 20. Oktober 2018.

Geographie Asunción liegt am linken Ufer des Río Paraguay, an der Bucht () Asunción. Im Nordosten grenzt sie an Mariano Roque Alonso, im Osten an Luque, im Südosten an Fernando de la Mora und im Süden an Lambaré und Villa Elisa.

Die höchste Erhebung ist der Cerro Lambaré im Stadtteil Santa Ana im Grenzgebiet zur Nachbarstadt Lambaré. Der Cerro Lambaré wurde 1965 Asunción zugesprochen. Lambaré versuchte in den Jahren 2008–2009 den alten Grenzverlauf wiederherstellen zu lassen, scheiterte jedoch am Widerstand des Senats.

Weitere Erhebungen sind Hügel (). Diese sind vollständig in den Städtebau integriert. Die wichtigsten – sieben an der Zahl, im Stadtzentrum gelegen – heißen: Loma Cabará: hier vermutet man den Gründungsort Asuncións Loma San Gerónimo Loma Clavel: heutiger Sitz der Marineinfanterie Loma Cachinga Loma del Mangrullo: der heutige Parque Carlos Antonio López Loma de la Encarnación Loma de las piedras de Santa Catalina: heute Escalinata Antequera.

Heute zählt man auch die Lomas Tarumá und Tacumbú, den Sitz der Strafvollzugsanstalt hinzu.

Asunción wird von vielen kleinen Bächen durchquert, die in den Fluss Paraguay münden. Die meisten dieser Bäche entspringen im Stadtgebiet Asuncións und dienten in früheren Jahrhunderten der Trinkwasserversorgung. Sie verlaufen heutzutage großteils verdolt. Bei Starkregen können sie sich in reißende Gewässer verwandeln und überfluten dann angrenzende Straßen und Grundstücke. Die wichtigsten dieser Bäche heißen Mburicaó, Cará Cará, Jaén, Mburicá, Salamanca, Zanja Morotí, San Vicente und Leandro. Ablaufendes Wasser staut sich teils in flussnahen Lagunen. Da diese praktisch „stehende Gewässer“ sind, stellen sie ein relevantes Gesundheitsrisiko dar.

Brutstätten der Aedes aegypti-Mücken In den stehenden Gewässern befinden sich Brutstätten der Dengue übertragenden Stechmücken Aedes aegypti. Das weitgehende Fehlen einer Regenwasserkanalisation zur Abführung der Niederschläge und die landesübliche illegale Abfallentsorgung auf unbewohnten Grundstücken verschärfen die Lage. Dies führte, auf Grund der verhältnismäßig hohen Bevölkerungsdichte, im Januar 2007 zu einer Dengueepidemie mit über 10.000 Erkrankten allein in Asunción. Es wurde der Notstand ausgerufen. Die schlimmste Dengue-Epidemie des Landes brach 2013 aus, mit über 150.000 Infizierten und 262 Toten, von der vor allem die Hauptstadt betroffen war.Mehr als 240 Menschen an Denguefieber gestorben spiegel.de, 20. November 2013. 19. Januar 2016, abgerufen am 17. Oktober 2018.

Die Infektionsraten können von einem Stadtviertel (Barrio) zum anderen sehr unterschiedlich sein, abhängig von den örtlichen Bedingungen. Die Stadtviertel mit den höchsten Infektionsraten waren im Januar 2018: Ycuá Satí 12,5 %, Manorá 11 %, Ricardo Brugada 10,7 %, Bella Vista 10 %, Zeballos Cué 9 %, Tucumbú 9 %, San Blas 7,8 %, Herrera 7,8 %, Loma Pytá 6,5 %, Mburucuyá 6 %, Obrero 3,9 %.Confirman casos de dengue en 40 de 63 barrios de Asunción lanacion.com.py, 26. Januar 2018, abgerufen am 17. Oktober 2018.

mini|hochkant=3.5|zentriert|Panorama von Asunción

Klima Durch den weltweiten Klimawandel kommt es auch in Asunción im Sommer zu länger anhaltenden Hitzewellen mit Temperaturen von 40 °C und mehr mit einer gefühlten Temperatur von 50 °C.¡Calor infernal! Asunción alcanza una sensación térmica de 50°C, la más elevada del 2024 ultimahora.com, 15. März 2024, abgerufen am 16. März 2024 (spanisch) Häufige, anhaltende Stromausfälle in manchen Stadtvierteln sind die Folge.Barrio de Asunción sufre cortes de luz y reparación se demora por ser “zona peligrosa” ultimahora.com, 15. März 2024, abgerufen am 16. März 2024 (spanisch)

Stadtgliederung mini|Distritos von Asunción mini|Barrios von Asunción

Übersicht / Besonderheit Asunción wird in Distrikte (distritos) und Stadtteile (barrios) gegliedert. Die Einteilung nach Distritos stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und beruht auf der Aufteilung der Stadt in katholische Diözesen. Die Einteilung nach Distritos umfasst daher nur die heutige Innenstadt und erstreckt sich nicht über neuere Barrios.

Asunción ist eine Stadt, die von innen nach außen wächst. Jedes Jahr entstehen neue Stadtteile, welche die Flächen zwischen der eigentlichen Stadt Asunción und den umliegenden Städten Mariano Roque Alonso, Luque, Fernando de la Mora, Ñemby und Lambaré (auch in der Summe „Gran Asuncíón“ genannt) mittlerweile vollständig ausfüllen. Oftmals entstehen die Barrios auf Grundlage von „Urbanizaciones“, von Immobilienhändlern erschlossenen Wohnarealen in noch unbenannten Stadtteilen. Bei neueren Barrios stimmen der Name der Urbanización und der eigentliche Name des Barrios überein. Im Volksmund ist in vielen Fällen der Name der Urbanización geläufiger als der offizielle Name des Barrios.

Distritos (Distrikte) La Encarnación Catedral San Roque Recoleta Trinidad Zeballos Cué

Barrios (Stadtteile) Asunción zählt zurzeit 70 Barrios. Die am stärksten bevölkerten Barrios sind Roberto L. Petit, San Pablo und Obrero. (Stand: 2002)

Nr. Barrio Distrikt1Banco San MiguelSan Roque2Bañado Cará CaráTrinidad3Bella VistaTrinidad4BotánicoTrinidad5Cañada del YbyrayTrinidad6Carlos A. LópezLa Encarnación7CarmelitasTrinidad8CatedralLa Catedral9Ciudad NuevaSan Roque10Dr. FranciaLa Encarnación11La EncarnaciónLa Encarnación12Gral. CaballeroSan Roque13Gral. DíazLa Catedral14HerreraLa Recoleta15HipódromoLa Recoleta16Itá EnramadaSanta María17Itá Pytã PuntaLa Encarnación18JaraSan Roque19JukytySanta María20Los LaurelesLa Recoleta21Loma PytáTrinidad22Madame LynchTrinidad23ManoráTrinidad24Mcal. EstigarribiaLa Recoleta25Mcal. LópezSan Roque26MbocayatyTrinidad27MburicaóSan Roque28MburucuyáTrinidad29Las MercedesSan Roque30NazarethLa Recoleta31Ñu GuazúTrinidad32ObreroLa Catedral33PinozáSan Roque34RecoletaLa Recoleta35RepublicanoSanta María36Ricardo BrugadaSan Roque37Roberto L. PettitLa Catedral38SajoniaLa Encarnación39Salvador del MundoTrinidad40San AntonioLa Encarnación41San BlasTrinidad42San CayetanoLa Catedral43San CristóbalLa Recoleta44San JorgeLa Recoleta45San JuanSan Roque46San PabloLa Recoleta47San RoqueSan Roque48San VicenteSan Roque49Santa AnaLa Catedral50Santa LibradaSanta María51Santa MaríaLa Recoleta52Santa RosaTrinidad53TrinidadTrinidad54Santo DomingoTrinidad55Silvio PettirossiSan Roque56Tablada NuevaTrinidad57TacumbúLa Encarnación58TembetaryLa Recoleta59TerminalLa Recoleta60Villa AureliaLa Recoleta61Villa MorraLa Recoleta62V. de FátimaTrinidad63V. de la AsunciónTrinidad64V. del HuertoSan Roque65Vista AlegreSan Roque66Ycuá SatíLa Recoleta67YtayLa Recoleta68Zeballos CuéTrinidad

Geschichte

Das Fort Asunción wurde am 15. August 1537 von Juan de Salazar y Espinosa de los Monteros (auch: de Espinoza) auf Geheiß von Pedro de Mendoza gegründet. Am 16. September 1541 wird der städtische Status anerkannt.

Asunción ist eine der ältesten spanischen Städte Südamerikas. Der Ort wurde vermutlich von Juan de Ayolas zum ersten Mal besucht. Gründungsname ist La Muy Noble y Leal Ciudad de Nuestra Señora Santa María de la Asunción („Die sehr ehrwürdige und (spanien-)treue Stadt Unserer Heiligen Frau Maria der Himmelfahrt“, gemeint ist Mariä Himmelfahrt). Dieser Name ist bis heute der offizielle Name Asuncións.

Asunción wird als „Madre de Ciudades“ („Städtemutter“) bezeichnet. Dies rührt daher, dass im 16. und 17. Jahrhundert von Asunción ausgehend, etliche Expeditionen und Städtegründungen durchgeführt wurden. Als Beispiel sei die zweite Gründung der heutigen argentinischen Hauptstadt Buenos Aires genannt.

1731 gab es unter der Leitung des Uruguayers José de Antequera y Castro den ersten Aufstand unter der spanischen Kolonialherrschaft. Diese wird als „Revolución de los comuneros“ bezeichnet (Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen spanischen Aufstand der Comuneros).

Paraguay erlangte seine Unabhängigkeit von der spanischen Krone am 15. Mai 1811. Kurze Zeit danach, während der Diktatur José Gaspar Rodríguez de Francias, wird das ursprüngliche Stadtzentrum dem Erdboden gleichgemacht. Die Neubebauung wurde im kolonialtypischen Schachbrettmuster angelegt.

Während des Tripel-Allianz-Krieges (1865–1870) wurde Asunción von Brasilien besetzt. Die Besatzung dauerte bis 1876 an. Der Handelsverkehr, der seit der Freigabe der Schifffahrt auf dem Fluss Paraguay im Jahr 1858 einen bedeutenden Aufschwung genommen hatte, wurde durch die Kriegsunruhen empfindlich gestört.

Im Jahr 1884 verzeichnete Asunción 20.000 Einwohner, die mit Leder, Tabak, Zucker, Maniok, Erdnüssen, Rum und Mate („Paraguaytee“), handelten.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Asunción vermehrt von europäischen Auswanderern (vorrangig Spaniern, Italienern und Deutschen) besiedelt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts registrierte es eine zweite Einwanderungswelle, nun kam diese aus der zerfallenen Einflusssphäre des Osmanischen Reichs in Vorderasien (besonders aus den späteren Staaten Türkei, Syrien und Libanon).

1927 forderte ein Wirbelsturm 300 Todesopfer.

Der Brandkatastrophe am 1. August 2004 fiel das Einkaufszentrum der Ycua Bolaños-Gruppe zum Opfer. 396 Menschen wurden getötet und über 500 verletzt.

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Panteón de los Héroes mini|Catedral Metropolitana mini|Palacio de Gobierno mini|Cabildo mini|Iglesia de la Trinidad

Das Herz des Stadtzentrums Asunción ist die Plaza de los Héroes mit der Straße (calle) Independencia. Sie verläuft von Norden nach Süden und teilt die Straßen mit Ost-West-Verlauf in zwei Abschnitte mit unterschiedlichen Namen auf. Die Straßen im Stadtzentrum sind als Einbahnstraßen mit abwechselnder Richtung angelegt.

Von Osten nach Westen verlaufen die Calle Palma/Mariscal Estigarribia, Estrella/25 de Mayo und Oliva/Cerro Corá. Hier befindet sich seit über 100 Jahren das Gros der Geschäfte, Souvenirläden, Banken und Wechselstuben. Die Calle Palma ist samstags eine stark belebte Fußgängerzone, oft finden hier auch kostenlose Konzerte statt.

Wichtige Gebäude Palacio de Gobierno (El Paraguayo Independiente zwischen Ayolas und O’Leary): Der heutige Regierungspalast wurde von Francisco Solano López als Wohnsitz errichtet, daher auch sein anderer Name Palacio de López. Hauptsächlich stammt der Entwurf von Alonso Taylor. Der U-förmige Bau beinhaltet unzählige dekorative Stilelemente. Vorbild war der stark verkleinerte Pariser Louvre. Panteón de los Héroes und Oratorio de la Virgen de la Asunción (Palma Ecke Chile): erbaut 1863 zu Ehren der Schutzpatronin Virgen de la Asunción, die den Rang „Marschall des Heeres“ hat. Vollendet wurde das Gebäude 1936. Seitdem werden hier die Reste paraguayischer Kriegshelden aufgebahrt, unter anderem die des Erbauers Mariscal Francisco Solano López, der als „Héroe Máximo“ (höchster Held) gilt. Der Entwurf stammt von dem italienischen Architekten Ravizza nach Vorbild des Invalidendoms in Paris. Estación Central del Ferrocarril (Eligio Ayala Ecke Mexico): Der ehemalige Hauptbahnhof wurde 1861 unter der Regierung Carlos Antonio López’ eingeweiht. Zu sehen ist die Dampflok „Sapucai“ (guaraní für Schrei), die sehr gut erhalten ist. Dazu gehört ein kleines Museum.