Gremsdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern).

Geographie Geographische Lage Gremsdorf liegt im Aischtal, circa einen Kilometer westlich der Autobahnausfahrt Höchstadt-Ost der BAB 3 Würzburg–Nürnberg. Im Süden befinden sich Weiherplatten, die teilweise als Naturschutzgebiet ausgezeichnet sind.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Höchstadt an der Aisch, Adelsdorf, Heßdorf

Gemeindegliederung Es gibt vier Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Buch (Dorf) Gremsdorf (Pfarrdorf) Krausenbechhofen (Dorf) Poppenwind (Dorf)

Es gibt die Gemarkungen Buch und Gremsdorf. Die Gemarkung Gremsdorf hat eine Fläche von 8,922 km². Sie ist in 1271 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7020,01 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Krausenbechhofen und Poppenwind.

Geschichte Namensherkunft und frühe Geschichte Der Ort wurde in einer Urkunde, die zwischen 780 und 802 entstand, als „Gremesdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Grami, der Personenname des Ortsgründers.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 86 f. Der Ort wurde in karolingischer Zeit als Haufenwegedorf angelegt, was heute noch zu erkennen ist. Die Mühle zu Gremsdorf wurde schon 1326 erwähnt, als sie von Wolfram Truchseß von Aurach und den Brüdern Heinrich und Hermann Truchsessen zu Nainsdorf erworben wurde.

Gremsdorf gehörte zum Kloster Michelsberg, das ein Mediat des Hochstiftes Bamberg war.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Gremsdorf aus 32 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Höchstadt aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Klosteramt Gremsdorf. Grundherren waren das Hochstift Bamberg (Kastenamt Höchstadt: 1 Gütlein; Klosteramt Gremsdorf: Amtsmannhaus, Amtshof, Pfarrhaus, Schulhaus, 1 Mühle, 1 Schenkstatt, 3 Höfe, 14 Sölden), das Kloster Ebrach (1 Sölde), das Rittergut Neuhaus (1 Freiwirtshaus, 2 Gütlein). 2 Häuser, eine Schmiede und ein Hirtenhaus waren gemeindliche Gebäude.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 65.

1802 kam der Ort an Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Gremsdorf gebildet, zu dem Buch, Krausenbechhofen und Poppenwind gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstanden zwei Ruralgemeinden: Buch Gremsdorf mit Krausenbechhofen und Poppenwind Die Gemeinde Gremsdorf war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden drei Anwesen dem Patrimonialgericht Neuhaus (bis 1848).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 130. 1820 wurde Uttstadt eingemeindet, das dann am 9. September 1854 an die Gemeinde Aisch abgegeben wurde.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 128. Ab 1862 gehörte Gremsdorf zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Höchstadt (1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Höchstadt (1879 in das Amtsgericht Höchstadt umgewandelt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Forchheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,928 km².

Das Gremsdorfer Amtshaus, in dem bis 1826 das Landgericht Höchstadt untergebracht war, wurde vom Staat für 1500 Gulden an den Sohn des letzten Michelsberger Amtsschreibers, Johann Leonhard Rinecker, verkauft, von dessen Nachfahren es der Orden der Barmherzigen Brüder 1895 für die Errichtung einer Heil- und Pflegeanstalt erwarb. In dem Wohn- und Pflegeheim sind etwa 280 Bewohner untergebracht.

Eingemeindungen Am 1. Juli 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Buch eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Gremsdorf Jahr 1819 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2008 2013 2017 2025Einwohner 386 474 406 409 395 410 397 416 435 422 394 470 498 684 689 716 837 1037 874 917 932 844 1201 1515 1575 1617 1636HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Diese werden als Wohngebäude bezeichnet. 73 79 78 81 78 76 92 248 416Quelle Für die Gemeinde Gremsdorf zuzüglich der Einwohner von Krausenbechhofen (S. 64) und Poppenwind (S. 95).

Ort Gremsdorf Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2021Einwohner 220 231 242 252 315 550 737 793 707 929 1013Häuser 48 51 50 49 63 174 Quelle

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Höchstadt an der Aisch.

Bürgermeister und Gemeinderat Der Gemeinderat von Gremsdorf hat 12 gewählte Mitglieder, dazu kommt der Erste Bürgermeister als Vorsitzender. Bürgerblock WG Buch FWG Gesamt 2002 5 5 2 12 Sitze 2008 6 4 2 12 Sitze 2014 5 4 3 12 Sitze 2020 4 5 3 12 Sitze 2026 4 5 3 12 Sitze (Stand: Gemeinderatswahl vom 8. März 2026)

Zum Ersten Bürgermeister wurde in der Stichwahl am 22. März 2026 Simon Fischer (WGB) gewählt, welcher sich mit 51,1 % zu 48,9 % gegen den Amtsinhaber Norbert Walter (BBG/CSU) durchgesetzt hat.

Überregionale Veranstaltungen Überregionale Bekanntheit erlangte Gremsdorf durch Veranstaltungen im Gasthof Göb, die regelmäßig im bayerischen Verfassungsschutzbericht aufgeführt werden. Neben Landesparteitagen der NPD und Rechtsrockkonzerten fanden auch Konzerte von National Socialist Black Metal statt. Durch das Engagement des Bündnisses Gremsdorf ist bunt und von Bürgermeister Waldemar Kleetz finden seit 2008 in Gremsdorf keine rechtsradikalen Veranstaltungen mehr statt.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist blau-weiß-rot.

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 506.000 Euro, davon waren umgerechnet 81.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Im Jahre 2021 gab es nach der amtlichen Statistik in der Land- und Forstwirtschaft keine und im Bereich Handel und Verkehr 275 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren es 1219 Personen. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 766. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 16 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 299 Hektar, davon waren 198 Hektar Ackerfläche und 101 Hektar Dauergrünfläche. miniatur|323x323px|Weihergebiet bei Mohrhof

Verkehr Im Osten wird die Gemeinde von der Autobahn A3 durchquert. Diese kreuzt sich am Kreuz Höchstadt-Ost (AS 80) mit der von Höchstadt kommenden Bundesstraße 470. Die Staatsstraße 2240 verläuft Richtung Süden nach Buch. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Krausenbechhofen und zum Höchstadter Gewerbegebiet.

Freizeit Erwähnenswert sind Wandermöglichkeiten in Weiher- und Waldgebieten sowie im Landschaftsschutzgebiet Mohrhof.

Spezialitäten in den fünf Gasthöfen und Gasthäusern sind von September bis April die Aischgründer Karpfen. Übernachtungsmöglichkeiten mit ca. 140 Betten sind vorhanden.

Bildung Im Jahre 2022 gab es folgende Einrichtungen: 1 Kindergarten: 122 Kindergartenplätze mit 102 Kindern 2 Fachschulen: 12 Lehrkräfte, 92 Schülerinnen und Schüler

Soziales In Gremsdorf befindet sich eine Einrichtung des Ordens der Barmherzigen Brüder mit einem Wohnheim, einer Werkstatt und einer Förderstätte für Behinderte sowie einer Seniorentagesstätte. Die Augustinus-Schule befindet sich ebenfalls in Trägerschaft der Barmherzigen Brüder Gremsdorf.

Persönlichkeiten Heinrich Gallus von Rinecker (1773–1852), bayerischer Jurist und Landtagsabgeordneter

Literatur

Weblinks

Gemeinde Gremsdorf

Fußnoten

Kategorie:Ort an der Aisch Kategorie:Ersterwähnung im 8. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt