Bruce Nauman (* 6. Dezember 1941 in Fort Wayne, Indiana) ist ein US-amerikanischer Konzeptkünstler, der laut ArtFacts zu den bedeutendsten lebenden bildenden Künstlern zählt.

Leben Bruce Nauman studierte von 1960 an in Madison an der University of Wisconsin Mathematik, Physik und Kunst und schloss hier mit einem Bachelor ab. 1964 wechselte er an die University of California in Davis und beendete 1966 sein Kunststudium mit dem Master-Titel. Nauman arbeitete zeitweise als Assistent des Malers Wayne Thiebaud und unterrichtete ab 1966 am Art Institute in San Francisco. Zu dieser Zeit wendete sich Nauman von der Malerei ab und begann in den Bereichen Film, Bildhauerei und Performance zu arbeiten. Neben seiner regen künstlerischen Produktion unterrichtete Nauman immer wieder an Kunsthochschulen, so zu Beginn der 1970er Jahre an der University of California in Irvine.

1989 heiratete Nauman die Malerin Susan Rothenberg und zog mit ihr in eine Farm nach Galisteo, New Mexico, wo er bis jetzt lebt und arbeitet. Rothenberg starb 2020.

Seit 1997 ist er Mitglied der Akademie der Künste Berlin.Eintrag Bruce Nauman bei der Akademie der Künste Berlin, abgerufen am 10. Oktober 2014.

Werk mini|Truncated Pyramid Room von Nauman in Lörrach mini| Double Cage Piece, 1974, in Berlin-Mitte

Bruce Naumans Arbeiten mit unterschiedlichsten Materialien, von Installationen und Plastiken über Fotografien und Neon bis hin zu Videoaufnahmen, beschäftigen sich vorwiegend mit Fragen der menschlichen Sinneswahrnehmung. Dabei wird der Betrachter oft mit irritierenden bis schockierenden Erfahrungen konfrontiert.

Seine zur documenta IX vorgestellte Videoinstallation Anthro/Socio – Rinde Spinning beispielsweise zeigt den Schauspieler Rinde Eckert, der sich auf mehreren Bildschirmen um die eigene Achse dreht und dabei stetig und aggressiv einen verstörenden Sprechgesang wiederholt: „Feed me / Eat me / Anthropology“ bzw. „Help me / Hurt me / Sociology“ in übereinanderliegender Tonspur.

Bruce Nauman erhielt schon früh eine erhebliche Resonanz auf seine künstlerische Arbeit. Die erste Einzelausstellung in einer Galerie wurde ihm in Los Angeles 1966 ausgerichtet. Zwei Jahre später hatte er seine erste europäische Galerie-Ausstellung in Düsseldorf, parallel stellte ihn Leo Castelli in New York aus. Im selben Jahr begegnete er der bekannten amerikanischen Sängerin und Choreographin Meredith Monk, dem minimalistischen Komponisten Steve Reich und setzte sich mit den Werken von John Cage, Merce Cunningham sowie Karlheinz Stockhausen auseinander. 1969 kooperierte er mit Meredith Monk und inszenierte mit ihr im Rahmen einer Ausstellung im Museum of Modern Art, MOMA, New York, eine Performance.

Nauman selbst nennt als die auf ihn und seine Arbeit einflussreichsten Persönlichkeiten: Samuel Beckett, Ludwig Wittgenstein, John Cage, Philip Glass, La Monte Young und Meredith Monk.

Ausstellungen Auswahl, vornehmlich Einzelausstellungen: 1966: Nicholas Wilder Gallery, Los Angeles, USA 1968: 4. documenta, Kassel; Leo Castelli Gallery, New York, USA; 1969: Museum Haus Lange, Krefeld 1970: Galerie Konrad Fischer, Düsseldorf 1972: documenta 5, Kassel; Los Angeles County Museum of Art, Los Angeles, USA 1977: documenta 6, Kassel 1980: 39. Biennale di Venezia, Venedig, Italien 1982: documenta 7, Kassel; Baltimore Museum of Art, Baltimore, USA 1982: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München 1986: Contemporary Arts Museum Houston, Houston, Texas, USA; Museum für Gegenwartskunst, Basel, Schweiz; Städtisches Kunstmuseum, Bonn; Hamburger Kunsthalle, Hamburg; 1988: Museum of Contemporary Art, Los Angeles, USA 1990: Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt 1991: Fundacio Espai Poblenou, Barcelona, Spanien 1992: documenta IX, Kassel 1993: Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid, Spanien 1997: Musée National d’Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris, Frankreich 1998: Hamburger Kunsthalle, Hamburg 2000: Musée d’Art Moderne et Contemporain, Genf, Schweiz 2003: Museum Ludwig, Köln; Museum für Gegenwartskunst Basel, Basel, Schweiz 2003: Deutsche Guggenheim, Berlin 2005: Museum für moderne Kunst (MUMOK), Wien 2006: Tate Liverpool, England 2006: NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, Düsseldorf 2007: Skulptur.Projekte, Münster (Square Depression)Skulptur Projekte Archiv: Bruce Nauman, Square Depression.(Abgerufen am 30. Dezember 2019) 2007: kestnergesellschaft, Hannover 2008: Museu Serralves, Porto; Einzelausstellung „Fonte de cem peixes, 2005“ 2009/2010: Kunstmuseum Wolfsburg, Wolfsburg; Gemeinschaftsausstellung: Ich zweifellos 2010: Hamburger Bahnhof, Berlin: Bruce Nauman: Dream Passage 2012: Bruce Nauman: Days., abgerufen am 6. Juni 2014., Institute of Contemporary Arts, London 2014: Ed Atkins, Bruce Nauman, Kunsthalle Mainz 2018: Disappearing Acts, Schaulager Basel und Museum of Modern Art, New York 2021/2022: Contrapposto Studies, Pinault Collection, Palazzo Grassi - Punta della Dogana, Venedig

Fotogalerie Diamond Shaped Room with Yellow Light

Öffentliche Sammlungen Migros Museum für Gegenwartskunst Hallen für Neue Kunst, Schaffhausen Sammlung Museum Brandhorst, München Kunsthaus Zürich Neue Nationalgalerie, Berlin

Auszeichnungen (Auswahl) 1990: Max-Beckmann-Preis 1995: Aufnahme in die American Academy of Arts and Sciences 1999: Goldener Löwe der Biennale Venedig, Italien 2001: Aufnahme in die American Academy of Arts and Letters 2001: Ehrenmitglied der Royal Academy of Arts 2004: Praemium Imperiale, Tokyo 2006: Kunstpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf (erstmalige Verleihung des Preises) 2009: Bester Pavillon auf der 53. Biennale di Venezia 2014: Friedrich-Kiesler-Preis

Literatur Bruce Nauman – Räume der Selbsterfahrung. In: Markus Stegmann: Architektonische Skulptur im 20. Jahrhundert. Historische Aspekte und Werkstrukturen, Tübingen 1995, S. 122–128. Christine Hoffmann (Hrsg.): Bruce Nauman. Interviews 1967–1988. Philo Verlagsgesellschaft, Dresden 1996, ISBN 3-86572-417-5. Peter Plagens: Bruce Nauman. The True Artist., Phaidon Press, London 2014, ISBN 978-0-7148-4995-9. Friederike Wappler: Post-Minalism. Über Bruce Naumans „Concrete Tope Recorder Piece.“ In: Kanon Kunstgeschichte. Einführung in Werke, Methoden und Epochen. Gegenwart IV. Herausgegeben von Kristin Marek und Martin Schulz. Paderborn 2015, S. 92–105.

Weblinks

Hanno Rauterberg: »Die Kunst erlöst uns von gar nichts«. Interview in Die Zeit Nr. 43 vom 14. Oktober 2004. Video: Dream Passage - Bruce Nauman im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart Berlin art-in-berlin.de »Im Zentrum - der Mensch«. Beitrag zur GIACOMETTI-NAUMAN-Ausstellung der Schirn Kunsthalle Frankfurt in Titel-Kulturmagazin vom 6. November 2016.

Einzelnachweise

Kategorie:Konzeptkünstler (Vereinigte Staaten) Kategorie:Performancekünstler (Vereinigte Staaten) Kategorie:Fotograf (Vereinigte Staaten) Kategorie:Videokünstler (Deutschland) Kategorie:Ehrenmitglied der Royal Academy of Arts Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Letters Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Teilnehmer einer Biennale di Venezia Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Mann