miniatur|Werner Arber, 2018 mini|Werner Arber, 1978

Werner Arber (* 3. Juni 1929 in Gränichen, Kanton Aargau) ist ein Schweizer Mikrobiologe und Genetiker. Im Jahr 1978 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Privates Werner Arbers Vater war Landwirt, sein Großvater mütterlicherseits war Viehhändler. Arber wuchs zusammen mit einer älteren Schwester auf einem Bauernhof im Wynental (Kanton Aargau) aufMena Kost und Anette Boutellier: Ausleben, Gedanken an den Tod verschiebt man gerne auf später. 3. Auflage 2020. Christoph Merian Verlag (Schweiz).

Werner Arbert ist (2020) verheiratet mit Antonia verh. Arber. Aus dieser Ehe entstammen zwei Töchter.

Beruf Kurze Zeit liebäugelte Werner Arber mit einem Theologiestudium, ging aber dann nach dem Erwerb seiner Matur (an der Alten Kantonsschule Aarau) an die ETH Zürich, wo er von 1949 bis 1953 Chemie und Physik studierte. Nach Abschluss des Studiums war er am Biophysikalischen Laboratorium der Universität Genf tätig, wo er 1958 promoviert wurde und das neue Gebiet der Bakteriophagengenetik kennenlernte. Nach einem Forschungsaufenthalt in Los Angeles an der University of Southern California (USC) kehrte er von 1959 bis 1970 an die Universität Genf zurück, wo er 1965 eine Professur erhielt. Seit 1971 lehrte und forschte Werner Arber als Ordinarius für Molekulare Mikrobiologie am Biozentrum der Universität Basel. Von 1986 bis 1988 war Arber Rektor der Universität Basel. Er war jahrelang Mitglied und Vizepräsident des Schweizerischen Wissenschaftsrates und von 1996 bis 1999 Präsident des Internationalen Rates der Wissenschaften ICSU. 1996 wurde er emeritiert.

Vom 20. Dezember 2010 bis am 20. Juni 2017 war er Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied er seit 1981 ist.The Pontifical Academy of Sciences: List of Presidents, Chancellors and Members of the Council 1936-2017 Der evangelisch-reformierte Christ war damit seit der Gründung vor über 400 Jahren der erste Präsident, der nicht der römisch-katholischen Kirche angehörte.Arber wird Präsident der Akademie der Wissenschaften, Radio Vatikan, 13. Januar 2011

Wirken Seine wichtigsten Arbeitsgebiete sind die bakteriellen Restriktionssysteme und bewegliche genetische Elemente (Insertionselemente, Transposons) sowie die Modifikation und Restriktion der Ribonucleinsäure von Bakterien und Bakteriophagen.

1978 erhielt er zusammen mit Daniel Nathans und Hamilton Othanel Smith den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckung der Restriktionsenzyme und ihre Anwendung in der Molekulargenetik.

Auszeichnungen European Molecular Biology Organization (1964) European Academy of Arts, Sciences and Humanities (1981) Foreign Associate of the National Academy of Sciences, USA (1984) Foreign Honorary Member of the American Academy of Arts and Sciences (1984) Ordentliches Mitglied der Academia Europaea (1989) Fellow of the American Society for Microbiology (1996); Associate Fellow of the Third World Academy of Sciences (TWAS) (1997) Ehrendoktor der Universität Strassburg Ehrendoktor der University of Southern California

Literatur

Gisela Baumgart: Arber, Werner. In: Werner E. Gerabek u. a. (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 92 f.

Weblinks

und Interview (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Genetiker Kategorie:Mikrobiologe Kategorie:Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin Kategorie:Rektor (Universität Basel) Kategorie:Hochschullehrer (Biozentrum der Universität Basel) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Genf) Kategorie:Mitglied der European Molecular Biology Organization Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Mitglied der Academia Europaea Kategorie:Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Ehrendoktor der Universität Straßburg Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1929 Kategorie:Mann Kategorie:Absolvent der Universität Genf