mini|hochkant|Detektorempfänger, Hersteller Hermann Pawlik – Elektrotechnische Fabrik Heliogen, um 1930 mini|hochkant|Röhrenradio „Volksempfänger“,Typ VE 301, ab 1933, verschiedene Hersteller mini|hochkant|Röhrenradio Florida (1954), Blaupunkt Radio ( ‚Strahl‘) als Kurzwort für Radio- oder Rundfunk-Empfangsgerät bezeichnet einen Apparat zum Empfang von Hörfunksendungen. Diese werden bei herkömmlichen Radios von einer Rundfunk-Sendeanlage mittels terrestrischer Übertragung (wie Antennenfernsehen) über hochfrequente elektromagnetische Wellen ausgesendet oder über Breitbandkabel (wie Kabelfernsehen) anschließend gezielt an Endkunden weitergeleitet. Die empfangene Information wird im Wesentlichen in Schall umgewandelt; zu einem kleinen Teil kann das Sendesignal zusätzlich auch Daten und Informationen enthalten, wie die RDS-Daten, die es beispielsweise ermöglichen, den Sendernamen oder ähnliches zu übertragen.

Neben einem Radioempfänger kann Hörfunk mit speziellen Erweiterungen, Zusatzgeräten, USB-Sticks, Computerprogrammen bzw. dazu geeigneten Modellserien empfangen werden, beispielsweise von: Computern (Streaming Audio, Internetradio), audiovisuellen Abspielgeräten (Kassettenrekorder, CD- und DVD-Spieler) und Fernsehgeräten Mobiltelefonen, Uhren und Spielzeugen sowie mit analogen und digitalen Satelliten- oder Empfangsgeräten für Kabelfernsehen. digitalen Empfängern verschiedener Empfangstechniken wie SDR bzw. Digital Radio Mondiale (DRM), DAB, HD Radio und weiterer DVB-Verfahren empfangen werden.

Sprachgebrauch Historisch konkurrierten zu Beginn des Rundfunks in Deutschland die Begriffe „Radio“, „Rundfunk“ und „Broadcasting“. 1924 stand in österreichischen Behördenbriefen „Broadcasting“ in Klammern nach Rundfunk. Die Reichspostverwaltung in Berlin lehnte das Modewort „Radio“ ab. Radio sei nichts anderes als Strahl.Der deutsche Rundfunk, Ausgabe 30 vom 27. Juli 1924, S. 1665 ff. Die Reichspost gebärdete sich damals als Sprachbewahrer. Sie verbannte aus ihrer Korrespondenz zum Beispiel die Worte „poste restante“ und „rückkommandierter Brief“. Ihr Votum gegen das Wort Radio hatte also Gewicht.

Gemeindeutsch heißt es das Radio, abgeleitet vom Radiogerät. In Mittel- und Norddeutschland ist es immer ein Neutrum. In Süddeutschland, im österreichischen Deutsch und Schweizer Hochdeutsch ist der Radio ebenfalls üblich, abgeleitet vom Radioapparat.

Außerdem bezeichnet sowohl im deutschsprachigen Raum als auch im globalen Sprachgebrauch das Wort „Radio“ einen Hörfunk- bzw. Radiosender oder eine Senderkette wie z. B. Radio Bremen, Schweizer Radio und Fernsehen oder Radio Canada International. Die Kurzform „Radio“ ist in dieser Bedeutung immer sächlich, sofern nicht ein Kompositum gebildet wird, das anderes verlangt (wie „der Radiosender“).

Einstufung als Rundfunkempfangsgerät In Deutschland ist ein Radio ein Rundfunkempfangsgerät im Sinne des deutschen Rundfunkgebührenstaatsvertrages, d. h. eine .

Geschichte

Im deutschsprachigen Raum begann der Rundfunkbetrieb 1920 zuerst in der Schweiz und Deutschland mit Testsendungen, erste regelmäßige Programmausstrahlungen folgten Ende 1922 und Anfang 1923 durch zwei schweizerische Flugplatzsender, im Herbst 1923 mit der reichsdeutschen Funk-Stunde Berlin und im Oktober 1924 mit der österreichischen RAVAG in Wien. Ort der ersten reichsdeutschen Rundfunksendungen war das erste Tonstudio Deutschlands, das heutige Altbaustudio der Universität der Künste Berlin in Berlin.

Analoger Radioempfang

mini|Vergleich von Amplituden- und Frequenzmodulation

Entwicklung der Empfangsgeräte mini|hochkant|Portabler Röhren-Radioempfänger (1937) einschließlich Koffer. Centrum Radio (Schweden) mini|hochkant|Philips Philetta 1955 (Deutschland) mini|hochkant|Kofferradio, Röhrengerät Teddy-Boy (1957), Grundig mini|hochkant|Musiktruhe bzw. -schrank HM 6-81 (1958), entworfen von dem Möbeldesigner Herbert Hirche, Braun mini|hochkant|Radioempfänger Stockholm (ab 1963), fünf Röhren, 4 Watt, Blaupunkt mini|hochkant|Röhrenradio Kleinsuper SK 2, Braun Anfangszeit In den Anfangsjahren war die Technik analoger Empfangsgeräte für einen Großteil der Bevölkerung unerschwinglich. Allerdings war durch den Selbstbau beispielsweise eines Detektorempfängers ein Empfang von Ortssendern auch für ärmere Bevölkerungsschichten möglich. Nicht zuletzt war nach dem Ersten Weltkrieg weltweit eine große Anzahl deaktivierter Militärfunker vorhanden, die nicht nur technische Erfahrung mit Empfangsgeräten hatten, sondern ein Mitspracherecht bei der Entwicklung des künftigen Hörfunks einforderten. Allein in Deutschland waren dies etwa 100.000 ehemalige Militärfunker.Helmut Schanze: Rundfunk, Medium und Masse. Voraussetzungen und Folge der Medialisierung nach dem 1. Weltkrieg. In: Die Idee des Radios, im Jahrbuch Medien und Geschichte 2004. UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz 2004, S. 18 ff.

Am 22. Dezember 1920 fand im Deutschen Reich (Weimarer Republik) die erste öffentliche Rundfunkübertragung eines Weihnachtskonzerts durch den Sender Königs Wusterhausen der Reichspost statt. Dieses Ereignis war ein bedeutender Meilenstein zur Entwicklung des öffentlichen Rundfunks in Deutschland. Die allmähliche Entwicklung des Radios zum Massenmedium machte es auch für kommerzielle Zwecke interessant. Im Mai 1924 genehmigte die Reichspost daher den Regionalgesellschaften Radiowerbung in Form der sogenannten „Radio-Inserate“.Konrad Dussel: Deutsche Rundfunkgeschichte. 2007, S. 44

Ende der 1920er Jahre wurden dank neuer Fertigungsmethoden besonders Röhrenradios deutlich preiswerter angeboten. So wurde das erste weitverbreitete Gerät im deutschsprachigen Raum, der fünf Jahre lang produzierte Ortsempfänger OE333 der damaligen Loewe-Audion GmbH (zuvor Radio Frequenz Loewe) in Berlin-Steglitz, vorgestellt auf der Funkausstellung 1926. Wegen der modernen Methoden wird Siegmund Loewe in der englischsprachigen Literatur als „deutscher Henry Ford“ beschrieben. Der OE333 kostete 36,50 Reichsmark einschließlich der Dreifachtriode 3NF, in der auch passive Bauelemente integriert waren. Lediglich die entsprechenden Antennenspulen aus Draht mussten dazugekauft werden.Eva Susanne Breßler: Von der Experimentierbühne zum Propagandainstrument: Die Geschichte der Funkausstellung 1924 bis 1939. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2009, ISBN 978-3-412-20241-5, S. 73 ff.Wolfgang Ruppert: Chiffren des Alltags: Erkundungen zur Geschichte der industriellen Massenkultur. Jonas Verlag, Marburg 1993, S. 68 f.Gregory Malanowsi: The Race for Wireless: How Radio Was Invented (or Discovered?). ISBN 978-1-4634-3750-3, S. 105 ff.OE333-Empfänger, Sammlung H.-T. Schmidt

Um alle Bevölkerungsschichten mit der nationalsozialistischen Propaganda effektiver zu erreichen, wurde 1933 der Volksempfänger entwickelt und im August 1933 vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda präsentiert. Das Gerät kostete etwa halb so viel wie die bis dahin in Deutschland erhältlichen Radios. Es war ein einfach konstruiertes Gerät, das zu einem Preis von 76 Reichsmark verkauft wurde (entspricht inflationsbereinigt in heutiger Währung  EuroDiese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt und bezieht sich auf den vergangenen Januar.).

Hochwertige Radiogeräte waren mit einer Gegentaktendstufe bestückt. Zur Vereinfachung der Senderwahl gab es schon vor dem Zweiten Weltkrieg vereinzelte Gerätemodelle mit einem automatischen, durch einen Motor angetriebenen Sendersuchlauf sowie mit mehreren sogenannten Sendertasten zum Umschalten häufig gehörter Sendestationen. Auch die Entwicklung von Autoradios begann schon vor dem Krieg in Europa und Übersee, sie spielten auf dem Markt aber noch kaum eine Rolle, da sie teuer und recht anfällig waren.

Nachkriegszeit mini|hochkant|Taschenradio Altona Collection 1940, hier Miniatur-Replica (1995?) von Crosley Duette 56TD-R, Copyright Micron Technology, Abmessungen 135 × 90 × 45 mm Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen ab 1949 mit dem Beginn des UKW-Rundfunks in Deutschland Geräte zum Empfang von UKW-Sendern mit Frequenzmodulation auf den Markt. Diese waren – wie viele Produkte im Nachkriegsdeutschland – gemessen am Einkommen noch verhältnismäßig teuer. Im Jahr 1952 kostete z. B. ein Überlagerungsempfänger (Superhet/Super) mit UKW-Bereich in Westdeutschland 380 DM (entspricht inflationsbereinigt in heutiger Währung  Euro). Für die vorhandenen Rundfunkempfänger war mit preiswerten Zusatzgeräten auch UKW-Empfang möglich.

Bauelemente In frühen analogen Radios wurden neben dem Detektorempfänger auch Geräte mit Elektronenröhren für den Empfang und zur Verstärkung verwendet, sie werden daher als Röhrenempfänger bezeichnet. Die Empfangsprinzipien dieser Röhrenempfänger waren das Audion und später der Überlagerungsempfänger.

Stationäre wie tragbare Geräte gab es von den 1920er bis in die 1950er Jahre neben den einfacheren Detektorempfängern mit Detektorbausteinen oder Spitzendiode ausschließlich als Röhrenempfänger. Tragbare Geräte, die Kofferradios, waren mit Batterieröhren, Heiz- und Anodenbatterien bestückt.

Im Jahr 1953 brachte eine US-amerikanische Firma den Regency TR-1, das erste Transistorradio, ein Taschenradio mit vier Transistoren, auf den Markt. Diese Neuerung wurde durch das 1948 bei Bell entwickelte elektronische Halbleiter-Bauelement-Transistor möglich. In Deutschland folgte 1957 die pfälzische Firma Akkord-Radio ebenfalls mit einem kleinen Transistorgerät. Zeitweise erschienen auch gemischt-bestückte Geräte, bei denen sowohl Transistoren als auch Röhren eingesetzt waren.

Transistorradios mit diesen neuen aktiven, verstärkenden Bauelementen hatten gegenüber den bisherigen Geräten mehrere Vorteile: Sie waren kleiner, leichter, unempfindlicher gegen Stöße und benötigten vergleichsweise wenig Energie, so dass ein Betrieb mit Trockenbatterien über lange Zeit möglich war. Bald gab es Geräte im Taschenformat; die Bauteile standen dichtgedrängt und aufrecht auf einer Leiterplatte.

In der weiteren Entwicklung wurden Transistoren und Widerstände ab Anfang der 1960er Jahre zu integrierten Schaltkreisen zusammengefasst, was abermals zu Größen- und Kostenreduzierungen führte. Der von der nicht mehr bestehenden britischen Firma Ferranti entwickelte Schaltkreis ZN414 ist leicht verändert bis heute als TA7642 von anderen Herstellern erhältlich.B. Kainka: Mittelwellenempfänger TA7642. Veröffentlichungen von Franzis-Verlag, , abgerufen am 5. Mai 2015.

Mit dem Einsatz von elektronischen Bauteilen zum Sendersuchlauf und zur digitalen Frequenzanzeige, beispielsweise beim Blaupunkt-Autoradio Bamberg QTS Super Arimat (produziert von 1979 bis 1980), setzte teilweise eine Digitalisierung der Empfänger ein. Die bisher prägenden Radioskalen verschwanden damit zunehmend, das Aussehen und die Bedienung von Radios veränderten sich grundlegend. Teure und montageaufwendige mechanische Teile konnten bald komplett durch Elektronik ersetzt werden.

Schaltungsprinzipien Im klassischen Radio werden zunächst die von der Sendeanlage abgestrahlten elektromagnetischen Wellen in einer geeigneten Antenne in Wechselstrom umgesetzt. Dieser wird so weiterverarbeitet, dass nur ganz bestimmte Schwingungsfrequenzen – ein enger Frequenzbereich um z. B. 801 kHz herum, in dem ein bestimmtes Radioprogramm übertragen wird – ausgewählt und verstärkt werden und der übertragene Inhalt – Sprache, Töne, Musik – in seiner ursprünglichen Frequenzlage zur Wiedergabe über Lautsprecher zurückgewonnen wird. Anhand des für diese Aufgabe angewendeten Schaltungsprinzips wird unter anderem zwischen Geradeausempfänger und Überlagerungsempfänger unterschieden.

Weiterentwicklungen mini|hochkant|Radiorekorder bzw. Radiorecorder – eine Kombination von Radioteil und Kassettenrekorder. Abbildung von Geräten verschiedener Hersteller (Citizen, Sharp, Sony, Toshiba, Hitachi, JVC und der ehemaligen Firma Lloyd’s Electronics) mini|hochkant|Weltempfänger Grundig Satellit 2100 mit mehreren Kurzwellen-Bereichen