mini|Hotel Schwarzer Bock 2024 Das Haus Schwarzer Bock ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in Ansbach (Bayern), zwischen der Residenz Ansbach, der ehemaligen markgräflichen Kanzlei und der Hofkirche im Machtzentrum der früheren Markgrafen von Ansbach gelegen. Unter Aktennummer D-5-61-000-334 in der Denkmalliste für Ansbach erfasst. Das Gebäude ist das einzige Haus mit der für Ansbach typischen schlichten bürgerlichen Rokokofassade, welches noch an der ehemaligen Stadtmauer erhalten ist und durchgehend als Gastbetrieb geführt wurde. Als eines der wenigen Häuser in Ansbach hat der Schwarze Bock direkten Zugang zur Markgrafenquelle, einer frühen Wasserversorgung Ansbachs. Der Schwarze Bock ist an den Zweig Kaltenklinger Röhrenfahrt angeschlossen, der das Quellgebiet im Bereich des heutigen Klinikum Ansbach hat. Während früher die historische Altstadt mit Wasser aus den Ausläufern der Frankenhöhe zum Zweck der Brauch- wie Trinkwassernutzung versorgt wurde, dient das Wasser heute weitestgehend als Brauchwasser oder im Fall des Hotel Schwarzen Bock für die Forellenbecken wegen der geringen Belastung mit Zusatzstoffen. Die Wasserleitungen werden heute vom Freistaat Bayern als Rechtsnachfolger des Markgraftum Brandenburg-Ansbach in Stand gehalten. Die Wasserversorgung wurde durch eine einmalige Zahlung an die Kasse des Markgrafentums abgeleistet, deren Gegenwert in etwa dem eines Einfamilienhauses zur damaligen Zeit entsprach, heute verlangt der Freistaat jährliche Gebühren.
Geschichte mini|hochkant|Hotel Schwarzer Bock in Ansbach 2009 mini|hochkant|Barockisierte Fassade, wie sie sich heute ähnlich darstellt mini|Ansicht der heutigen barockisierten Fassade mini|Ansicht der ursprünglichen Fassade mit kleineren Fensternmini|Hotel Schwarzer BockDas Haus Schwarzer Bock wurde vermutlich schon im 11. Jahrhundert erbaut. Mit dem Neubau der Gumbertuskirche und der Erweiterung des Benediktinerklosters wurden auch die Häuser entlang der nördlichen Stadtmauer errichtet. Die Grundmauern sind im hinteren nördlichen Teil des Hauses Bestandteil der Stadtmauer und teilweise sind Fenster der Gästezimmer ehemalige Fenster der Befestigungsbastei. Das vordere Hauptgebäude stammt mit seiner Ständerbauweise aus etwa 1500. Der große freitragende Gastraum deutet auf einen Bau als Gasthaus von Anbeginn. Der Hofdurchgang, welcher zu schmal für Pferde ist, lässt schließen, dass es sich nicht um einen großbürgerlichen Auftraggeber handelte und der Name Schwarzer Bock – die Hausziege war der Lastenträger derer, die kein Pferd hatten – bestätigt dies. Die Lage im markgräflichen Machtzentrum lässt auf einen wohlhabenden bürgerlichen Auftraggeber schließen. Im 18. Jahrhundert wurde eine bürgerliche Rokoko-Fassade vorgesetzt, die das Gebäude in seiner Erscheinung prägt, dabei wurde auch die bauliche Erscheinung der Front verändert. Die ursprünglich kleinen Fenster im Bereich der Gästezimmer und der Gaststube wurden durch größere, barock anmutende Fenster ersetzt. Dadurch änderte sich die Zahl der Fenster im Gastraum von fünf auf vier. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es in Ansbach eine Vielzahl von Brauereien, auch der Schwarze Bock war ein sogenannter Hausbräu. Belege finden sich in historischen Ansichten und Postkarten, auf denen Hopfen und Malz um das Gebäude stilisiert sind. Heute wird nur noch zu besonderen Anlässen in Kleinmengen gebraut, damit ist der Schwarze Bock die letzte Ansbacher Brauerei. Zur Jahrhundertwende vom 19. auf das 20. Jahrhundert erhielt der Gartensaal ein zur damaligen Zeit modernes Mansarddach anstatt des bisherigen Satteldaches, da der Saal häufig für representative Veranstaltungen des örtlichen Kavallerie–Offizierskorps und von bürgerlichen Vereinen genutzt wurde. Heute sind im Gartensaalgebäude Teile der Hotelzimmer untergebracht. Das Gebäude ist in der Liste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege sowohl als Einzelbaudenkmal als auch als Ensembledenkmal im Bereich Residenz Ansbach und St.-Gumbertus-Kirche geführt.
Das Haus liegt am Montgelasplatz, benannt nach Maximilian von Montgelas, gegenüber dem Wohn- und Sterbehaus von Kaspar Hauser. Es besitzt eine lange Tradition als Gasthaus und Hotel, seit 2009 bewirtschaftet das Unternehmen Hotel Restaurant Schwarzer Bock das Gebäude.
Seit 2009 engagiert sich der Schwarzer Bock für den Bereich der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.
Nachhaltigkeit Seit Kauf und Übernahme des Schwarzen Bocks durch die Familie Appel-Fuhrmann im Jahr 2009 wird ein besonderer Fokus auf die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt. Ziel ist es, ein historisches Gebäude im Denkmalschutz langfristig zu einem Nullenergiehaus zu machen. Als Vorreiter wurde der Schwarze Bock von der Deutschen Energie-Agentur „dena“ als Referenzobjekt im Bereich inhabergeführter historischer Hotels und Gasthäuser ausgewählt und bei der Optimierung der Energieverbräuche und Einsparpotentiale im Projekt dena-check-in begleitet. Seit 2009 konnten die Energieverbräuche trotz Denkmalschutzes am Gebäude und Ensembleschutzes um etwa 60 % gesenkt werden. Im Schwarzen Bock konnte durch den Einsatz einer Blockheizkraftwerk-Heizanlage, Photovoltaik und Wärmedämmung der Einsatz fossiler Energieträger minimiert werden. Als Ergebnis konnte sich das Haus trotz historischer Substanz in der höchsten Energieeffizienzstufe in Gold des Zertifikates Umweltcheck der DEHOGA durch die Agentur Viabono zertifizieren. Weiters ist das Haus Mitglied im Umweltpakt Bayern und verpflichtet sich zur Bevorzugung regionaler Lieferanten, zum kleinräumigen Einkauf bei lokalen Landwirten und zur Bevorzugung nachhaltiger wie Bio-Produkte, arbeitet nach dem Fair-und-sauber-Prinzip als Förderer von Slow Food und ist Mitglied der Initiative Regionalbuffet aus Mittelfranken, die die Idee der solidarischen Landwirtschaft pflegt.
Der Schwarze Bock in der Literatur Robert Gernhardt: Ein Gespräch im Hotel „Schwarzer Bock“, Ansbach 1993. Erschienen in Literatur als Lust. Begegnungen zwischen Poesie und Wissenschaft. Festschrift für Thomas Anz zum 60. Geburtstag (hrsg. von Lutz Hagestedt).
Karl Arnold: Ansbacher Jugenderinnerungen 1859-1871. erschienen im Verlag C. Brügel und Sohn AG über den Schwarzen Bock: „Der Gastwirt Mehring im Schwarzen Bock und sein Nachfolger Joh. Georg Meyer waren schon damals berühmt für Ihre Bratwürste und gebackenen Fische, ein Ruhm, welche die Familie Meyer jetzt seit 65 Jahren aufrecht erhält! Eine Sehenswürdigkeit war derzeit die neue Kegelbahn im Bock, die heizbar war, Marmorbelag und Gummikugeln hatte und im Winter vom Zimmerstutzenverein benützt wurde. Am Sonntagvormittag trafen sich Bürger, Beamte und Offiziere beim Wein, Offiziere isolierende Kasinos gab es in Bayern noch nicht; …“
Franz Bonn erwähnt den Schwarzen Bock in dem Gedicht Als ich ging 1868 als Treffpunkt der Honoratioren und örtlichen Zirkel mit der Zeile: „… war im Zirkel und im Bock …“. Franz Bonn kam 1862 nach vorheriger Station in Donauwörth als Staatsanwalt nach Ansbach und fühlte sich als Oberbayer in die Regierungsstadt des Rezatkreis strafversetzt. Dieses Gefühl ist deutlich in dem Gedicht Als ich kam 1862 zu lesen. In dem Abschiedsgedicht Als ich ging 1868 ist der Dank für die Jahre in Ansbach und den Karriereschritt – er ist nun Richter – zu lesen. Franz Bonn veröffentlichte seit 1844 unter dem Synonym v.miris, was bedeutet „von mir ist es“.Quelle: Brügels Onoldina von J. Meyer und A. Bayer, Heft II. Ansbach 1955, S. 52ff.
Brauerei Im Schwarzen Bock wird seit 2010 in Kleinmengen Bier hergestellt, als sogenannte Wirtshausbrauerei, seit 2022 vollständig in Bio-Qualität, da der Schwarze Bock seit 2022 ein zu 100 % Bio-zertifizierter Betrieb ist.
Wirtshausbrauerei Auf einer Kleinanlage mit einem Brauausstoß von 0,5 hl und Jahresnmenge unter 5 hl ist die Microbrew Anlage des Schwarzer Bock eine Mikrobrauerei und als Kleinbrauerei bei FrankenTourismus gelistet.SchwarzerBock Bräu, auf frankentourismus.de
Abgefüllt wird nur in Fässer und es erfolgt kein außer Haus Verkauf. Es wird fast ausschließlich untergäriges dunkles Bier gebraut.
Auszeichnung Bei den Bio ErlebnistagenBio Erlebnistagen 2022 des Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF) wurde das Wirtshaus Schwarzer Bock mit dem Preis der Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ausgezeichnet. Aktuell 2026 trägt das Restaurant die Auszeichnung des österreichischen Restaurant-Führers Falstaff mit zwei goldenen Gabeln und 85 Punkten in der Kategorie sehr gutes Restaurant.Schwarzer Bock in Ansbach erhält zwei goldene Gabeln, abgerufen am 4. Februar 2026
Bio Zertifizierung Das Gasthaus Schwarzer Bock ist seit 2021 bio-zertifiziertBio Zertifiziert durch die Kontrollstelle DE-006 und seit 2022 zu 100 % Bio und Mitglied bei Bioland.Mitglied bei Bioland
Das Gasthaus führt die Zertifizierung nach EU-Bio, Bioland und Bio aus Bayern. Die im Wirtshaus verarbeiteten Waren sind zu 100 % Bio zertifiziert oder aus einer Jagd oder Freifangfischerei.
Berühmte Gäste Der Schwarze Bock hat eine lange Liste bekannter Besucher.
Joachim Herrmann, Staatsinnenminister Freistaat Bayern Gisela Bornowski, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland Elmar Mäder, Kommandant der Schweizer Garde im Vatikan Ilse Aigner, Bundesministerin, Präsidentin bayerischer Landtag Walter Scheel, Bundespräsident und geschäftsführender Bundeskanzler Eberhard von Gemmingen, Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan Dietmar Bartsch, Co-Vorsitzender Linksfraktion, Bundesschatzmeister PDS Richard Bartsch, Bezirkstagspräsident Mittelfranken Otto Graf Lambsdorff, Bundeswirtschaftsminister Alexandra Gräfin Lambsdorff, Managerin Alexander Graf Lambsdorff, Diplomat und ehemaliger Europaabgeordneter Günther Beckstein, Bayerischer Ministerpräsident a. D. Hans Maurer, Staatsminister für Landwirtschaften und Forsten Hans-Jochen Vogel, Bundesminister und Oberbürgermeister von München und Berlin Bernhard Vogel, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen Konrad Porzner, Präsident des Bundesnachrichtendienstes Ole von Beust, Bürgermeister der freien und Hansestadt Hamburg a. D. Hermann Josef Abs, Vorstand der Deutschen Bank Jürgen Fitschen (Manager), Co-Vorsitzender Deutsche Bank Werner Michael Bahlsen, Manager Sepp Maier, Sportler, Nationaltorwart der Fußballmannschaft Walter Giller, Schauspieler Nadja Tiller, Schauspielerin Georg Ringsgwandl, Kabarettist Peter Prosch, Berater und Hofnarr des Markgrafen (Kabarettist) Volker Lechtenbrink, Schauspieler und Sänger Piet Klocke, Kabarettist Horst Janson, Schauspieler Luitpold von Bayern, Prinzregent und Regimentsinhaber Ansbacher Königsulanen Timothy Liston, Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Bayern
Geschichte als Gesellschaftslokal Der Schwarze Bock war Gründungslokal verschiedener Vereine und Verkehrslokal des örtlichen Offizierskorps des 2. Ulanen-Regiment „König“. So beschreibt die Regimentschronik von 1904: „ … das Offizierskorps, so namentlich unverheiratete Herren, verkehrten fast täglich im Kreise von Bürgern, Lehrern und Beamten. Es bestand auch im ‚Schwarzen Bock‘ täglich von 6 Uhr ein Abendschoppen, an dem sich vielfach die Herren des Offizierskorps bis zum Kommandeur hinauf beteiligten … “. Aus der Regimentschronik zum Verein ehemaliger Königsulanen in Ansbach: „ … am 27. September 1899 kamen 62 ehemalige Königsulanen auf Veranlassung des Kameraden Meyer, Gasthof zum Schwarzer Bock, dort zusammen und beschlossen die Gründung des Ansbacher Vereins zu dessen erstem Vorstand Kamerad Karl Prächtel gewählt wurde.“ Anmerkung: vgl. den Namenszug „Meyer“ im Postkartenbild; der Wirt Meyer des Schwarzen Bock war ehemaliger Ulane, der von Prinzregent Luitpold um seine Verdienste für die Kameradschaftsförderung ausgezeichnet wurde.