Die pazifische Hurrikansaison 2009 begann im östlichen Pazifik offiziell am 15. Mai und im Zentralpazifik am 1. Juni; sie endete am 30. November. Innerhalb dieser Periode bilden sich üblicherweise die meisten Tropischen Stürme, da nur zu dieser Zeit geeignete Bedingungen existieren, wie etwa ein warmer Ozean, feuchte Luft und wenig Windscherung, um die Bildung von Tropischen Wirbelstürmen zu ermöglichen. Alle Stürme, die sich nördlich des Äquators und östlich von 180°W bilden gehören zu diesem Becken. Stürme, die sich weiter westlich bilden, werden nicht mehr Hurrikane, sondern Taifune genannt.

Obwohl das ostpazifische Becken nach dem Westpazifik das zweitaktivste Entstehungsgebiet tropischer Wirbelstürme in der Welt ist, bedrohen die meisten Stürme kein Land, da sie meistens auf den offenen Ozean heraussteuern. Nur wenige Stürme schlagen eine Kurve nach Osten oder Nordosten ein und bedrohen dann vor allem die mexikanische Küste.

Tropische Wirbelstürme im Atlantischen Ozean siehe im Artikel: Atlantische Hurrikansaison 2009.

Saisonprognose +Voraussagen tropischer Wirbelsturmaktivitätenfür die Saison 2009 im östlichen PazifikQuelleDatumStürmeAnzahl derHurrikansKat. 3+NOAADurchschnitt15,38,84,2NOAASchnitt 1995–20081473NOAA21. Mai 200913–186–102–5Stärkste Aktivität27169Niedrigste Aktivität840 ––––Tatsächliche Aktivität2085 Am 21. Mai 2009 gab die NOAA ihre Saisonprognose für die Hurrikansaison im östlichen und mittleren Pazifischen Ozean bekannt. Demnach wurde eine unterdurchschnittliche Saison erwartet, im östlichen Pazifik mit 13 bis 18 benannten Stürmen, davon 6 bis 10 Hurrikane, von den zwei bis fünf den Status eines schweren Hurrikans erreichen sollten.

Die Vorhersage beruhte auf der Auflösung von La Niña im April 2009. Die Wasseroberflächentemperaturen waren in der Nähe des Äquators fast normal. Außerdem wird für den späteren Verlauf der Saison die Bildung des El Niño angenommen. Abhängig von der Stärke des El Niño waren die Meteorologen unsicher, ob dies eine Wirkung auf die allgemeine Aktivität in diesem Becken haben wird. Aufgrund des Zyklus mit niedriger Aktivität, der 1995 einsetzte, brächte El Niño die Saison maximal auf das Durchschnittsniveau oder leicht darüber.

Für den mittleren Pazifik wurde ebenfalls eine leicht unterdurchschnittliche Saison erwartet. Demnach sollten drei bis fünf tropische Wirbelstürme in das Gebiet zwischen dem 140. und 180. Grad westlicher Länge wandern oder sich dort bilden.

Saisonüberblick mini|links|hochkant=2|Die Situation am 12. August: Von links nach rechts sind die sich auflösenden Systeme Maka und Felicia, das Tief Neun-E und der sich gerade entwickelnde Hurrikan Guillermo erkennbar. Das Jahr 2009 ist das erste Jahr seit 1999, in der sich im Monat Mai kein benannter Sturm gebildet hat. Seit 1999 hat es in jedem Jahr einen oder zwei solcher Stürme im Mai gegeben. Diese zehn Jahre bilden die längste zusammenhängende Zeitspanne, in der dies seit Beginn der Aufzeichnungen der Fall war. Durchschnittlich bilden sich Mai-Stürme im östlichen Pazifischen Ozean ein über das andere Jahr, sodass das Ausbleiben eines Sturmes im Mai normal ist. Das erste tropische System des Jahres war ein kurzlebiges tropisches Tiefdruckgebiet, das auf Sinaloa in Mexico traf; es ist das einzige bekannte System, das dies im Juni tat. Als das NHC am 23. Juni das Tropische Tiefdruckgebiet Zwei-E zum Tropischen Sturm Andres erklärte, war dies das zweitspäteste Datum für den ersten Sturm. Lediglich 1969 bildete sich der erste Sturm noch später, als Ava am 1. Juli zum tropischen Sturm wurde. Allerdings stellte das NHC in seiner Zusammenfassung des tropischen Wettergeschehens für den August fest, dass der August 2009 mit sieben benannten Stürmen der aktivste Monat seit 41 Jahren war, seit im August der Hurrikansaison 1968 im östlichen Pazifik acht benannte Stürme auftraten.

Lana, das sechste tropische Tiefdrucksystem der Saison, war erst der vierte bekannte tropische Wirbelsturm, der im östlichen pazifischen Becken als Tiefdruckgebiet entstand und im mittleren Pazifischen Ozean benannt wurde; die anderen drei waren Lala (1984), Iniki und Li (1994). Lana war der erste tropische Sturm im Zentral-Pazifik seit Kika 2008 und außerdem der erste tropische Wirbelsturm, der seit Flossie (2007) vom östlichen in den mittleren Pazifischen Ozean wanderte. Noch während Felicia aktiv war, bildete sich das Tropische Tiefdruckgebiet Eins-C, sodass die Saison 2009 die erste Hurrikansaison seit der pazifischen Hurrikansaison 2002 war, in der im Zentral-Pazifik zwei tropische Systeme gleichzeitig aktiv waren.

Stürme Tropisches Tiefdruckgebiet Eins-E

Vor der Südwestküste Mexikos bestand am 15. Juni eine Wetterstörung, die langsam west-nordwestwärts wanderte und ein Tiefdruckgebiet bildete, als sie an Organisation gewann. Das System organisierte sich besser und am 18. Juni klassifizierte das National Hurricane Center das erste tropische Tiefdruckgebiet der pazifischen Hurrikansaison 2009, etwa 595 km südsüdwestlich von Mazatlán, Mexiko. Tiefe atmosphärische Konvektion existierte im südlichen Teil des Systems, im nördlichen Teil gab es teilweise gar keine konvektive Aktivität. Ein Trog über Niederkalifornien führte zu einer nordwärts gerichteten Zugrichtung des Systems. Das System blieb wegen Windscherung den größten Teil seiner Existenz unorganisiert. Eins-E löst sich auf, als es am 20. Juni über Land gelangte.

In der Nähe von Mazatlán fielen am 19. Juni 62 mm Niederschlag, wodurch es auf den Straßen der Stadt zu Überflutungen kam. Der Wind entwurzelte Bäume und riss Stromleitungen um. Erdrutsche und Steinschläge verursachten auf den Hauptstraßen mehrere Verkehrsunfälle.

Hurrikan Andres

Spät am 21. Juni bildete sich rund 335 km südlich von Zihuatanejo ein tropisches Tiefdruckgebiet, das sich sechs Stunden später zu einem tropischen Sturm intensiviert hatte und den Namen „Andres“ erhielt. Am 23. Juni gegen 14:00 Uhr PDT wurde Andres zum Hurrikan erklärt, wobei die Intensivierung zum Hurrikan schon früher erfolgte. Andres schwächte sich jedoch wieder leicht ab, sodass das NHC gegen 20 Uhr Ortszeit des 23. Juni das System wieder zum Tropischen Sturm herabstufte. Das System zog weiter in eine eher nordwestliche Richtung. Starke Windscherung und trockene Luft hatten ihre Auswirkungen auf das System, das sich rasch abschwächte, sodass das NHC am 24. Juni die letzten Warnungen zu Andres ausgab.[21. Juni TROPICAL DEPRESSION ANDRES SPECIAL ADVISORY NUMBER 13]; NHC vom 24. Juni 2009

Mit Andres verbundene heftige Regenfälle richteten in der Region um Acapulco schwere Überschwemmungen an. 200 Bewohner mussten aus ihren Häusern evakuiert werden. Ein Fischer ertrank in einer Lagune nordwestlich der Stadt, als sein Boot kenterte.Tropensturm Andres fordert Todesopfer; Spiegel Online vom 24. Juni 2009

Tropischer Sturm Blanca

Am 6. Juli wurde eine Wetterstörung etwa 675 km südsüdwestlich der Spitze von Niederkalifornien vom National Hurricane Center direkt zum Tropischen Sturm erklärt, ohne vorher als Tropisches Tiefdruckgebiet klassifiziert gewesen zu sein. „Blanca“ wies eine tiefe Konvektion und möglicherweise ein Auge auf. Im Tagesverlauf intensivierte sich der Sturm weiter. Ausgedehnte Regenbänder entwickelten sich und um das Zentrum erreichte der Wind eine andauernde Geschwindigkeit von 75 km/h. Einige der Vorhersagemodelle gingen von einer rapiden Intensivierung aus, bevor der Sturm in eine hemmende Umgebung gelangen würde; diese Vorhersagen erfüllten sich jedoch nicht, sodass Blanca am 8. Juli zum Tropischen Tiefdruckgebiet und einen Tag später zum Resttief abgestuft wurde. Etwa 1600 km westnordwestlich der Südspitze Niederkaliforniens löste sich das System am 10. Juli auf.

Ungewöhnlich für den Juli brachten die Reste des Systems am 11. Juli Regenfälle im Süden und der Mitte Kaliforniens.

Hurrikan Carlos

Am 9. Juli organisierte sich eine Wetterstörung, die mit Schauer- und Gewittertätigkeit verbunden war, etwa 1450 km südlich der Spitze Niederkaliforniens zu einem Tiefdruckzentrum, das am frühen 10. Juli als viertes tropisches Tiefdruckgebiet im östlichen Pazifischen Ozean klassifiziert wurde. Gegen 14:00 Uhr PDT intensivierte sich das System zum Tropischen Sturm „Carlos“. Am 11. Juli stufte das National Hurricane Center Carlos zu einem minimalen Hurrikan auf.

Carlos bildete ein kleines Auge aus, das auf Satellitenbildern erkennbar war. Doch über Nacht verlor der Hurrikan aus unerklärlichen Gründen an Intensität und das Auge verschwand. Die tiefe Konvektion beschränkte sich auf eine kleine Region um das Zirkulationszentrum und die Größe des Systems ging zurück, sodass Carlos zu einem tropischen Sturm abgestuft wurde. Auch am 13. Juli setzte sich dieser Trend der Abschwächung fort, bevor Carlos den Trend umkehren konnte. Am 14. Juli entwickelte sich erneut ein Auge und Carlos intensivierte sich erneut zu einem Hurrikan.

Seine größte Stärke erreichte der Hurrikan am 15. Juli um 9:00 Uhr UTC mit Windgeschwindigkeiten von 90 Knoten als ein Kategorie-2-Hurrikan. Von da an ging die Intensität laufend zurück, bis am 16. Juli das NHC die letzte Warnung zu dem System ausgab.

Tropischer Sturm Dolores

Am 14. Juli gewann eine Wetterstörung südlich von Niederkalifornien ausreichend Organisation, um als fünftes tropisches Tiefdruckgebiet klassifiziert wurde. Am Morgen des 15. Juli intensivierte sich das System zu einem tropischen Sturm klassifiziert und erhielt vom National Hurricane Center den Namen „Dolores“. Dolores bildete Bandstrukturen aus und erreichte in der Frühe des 16. Juli mit Windgeschwindigkeiten von 35 Knoten seine größte Stärke. Im Tagesverlauf verlor das System an Stärke und schwächte sich zu einem tropischen Tiefdruckgebiet ab. Da über Nacht die tiefe Konvektion verlorenging, erklärte das NHC das System am 17. Juli um 8:00 Uhr PDT zum Resttief. Dieses zog noch einige Tage gegen Norden, bevor es sich am 20. Juli in der Nähe der Westküste Kaliforniens auflöste.

Tropischer Sturm Lana

Am 30. Juli entwickelte sich am westlichen Rand des östlichen Pazifiks eine Störung zum sechsten tropischen Tiefdruckgebiet der Saison. Sechs Stunden später intensivierte sich das System, nunmehr westlich des 140. westlichen Längengrades zu einem tropischen Sturm und erhielt den Namen „Lana“. Der Sturm begann mit der Bildung eines Auges, jedoch führte südliche Windscherung aufgrund eines Höhentroges zu einer leichten Disorganisation des Systems. Lana erreichte dennoch am 1. August die größte Intensität mit Windgeschwindigkeiten von 55 Knoten. Der Sturm schwächte sich deutlich ab, obwohl die Windgeschwindigkeiten die nächsten paar Tage immer noch 45 Knoten erreichten. Spät am 2. August schwächte sich Lana zu einem tropischen Tiefdruckgebiet ab und zerfiel am 3. August zu einem Resttief, etwa 930 km südwestlich von Honolulu, Hawaii und 660 km östlich von Johnston Island, sodass das Central Pacific Hurricane Center die letzte Warnung zu Lana ausgab; im Verlauf des 4. August löste sich das Resttief vollständig auf.

Tropischer Sturm Enrique