Betreiber: Trambahn der Stadt St. Gallen Eröffnung: 20. Mai 1897 Stilllegung: 1. Oktober 1957 Linien: fünf

Die Strassenbahn St. Gallen, lokal meist Trambahn kurz Tram genannt, war das Strassenbahnnetz der Schweizer Stadt St. Gallen. Es wurde zwischen 1897 und 1957 durch die Stadt selbst betrieben. Nominell zuständiges Verkehrsunternehmen war zunächst die Trambahn St. Gallen (TStG) auf, ab 1950 als Verkehrsbetriebe der Stadt St. Gallen (VBSG) bezeichnet.

Geschichte Betriebseröffnung der meterspurigen Trambahn war am 20. Mai 1897. Bis 1916 wurde das Streckennetz auf eine Betriebslänge von 11,641 Kilometern ausgebaut. Die 1903 eröffnete und mit 1000 Volt Gleichspannung elektrifizierte Bahnstrecke St. Gallen–Trogen, die von der damals noch eigenständigen Gesellschaft Trogenerbahn betrieben wurde, benutzte in der Innenstadt zwischen Bahnhofplatz und Brühltor ebenfalls die Gleise der Trambahn. Dort fuhr sie unter der niedrigeren Fahrspannung der Strassenbahn. 1946 zählte die Trambahn elf Millionen Fahrgäste.

Die Strassenbahn wurde ab 1950 sukzessive durch den Trolleybus St. Gallen ersetzt, die letzte Trambahn verkehrte am 1. Oktober 1957. Lediglich die von der ehemaligen Trogenerbahn AG mitbenutzten Gleise blieben erhalten und gingen in deren Eigentum über. Die Erneuerung 1959 konnte aber in der Bahnhofstrasse nur noch eingleisig erfolgenDaniel Brugger: 75 Jahre Trogenerbahn 1903–1978. Die Geschichte der Trogenerbahn 1903–1978. Verlag Trogenerbahn, Speicher 1978, Seite 41/42. Seit der Fusion 2006 sind die Appenzeller Bahnen Infrastrukturbetreiberin.

Die Tramfahrzeuge wurden 1950 nicht mehr mit dem geänderten Gesellschaftsnamen versehen, sie fuhren noch bis zur Stilllegung mit der Anschrift Trambahn Stadt St. Gallen. Zu Werbezwecken war 1955 kurzzeitig ein sogenannter Schweizer Standardzug, er wurde von der Strassenbahn Zürich ausgeliehen, in St. Gallen im Einsatz. Er warb für die Beibehaltung der Tramlinie 1, die jedoch im gleichen Jahr von der Bürgerschaft abgelehnt wurde.

Die Strassenbahn St. Gallen fuhr anfangs mit 550 Volt Gleichstrom, ab 1932/33 schliesslich mit 600–630 Volt.

Streckeneröffnungen Die einzelnen Streckenabschnitte der Strassenbahn gingen wie folgt in Betrieb:

Bahnhof–Krontal, eröffnet am 20. Mai 1897, Länge: 2517 Meter Stocken–Heiligkreuz, eröffnet am 20. Mai 1897, Länge: 6775 Meter Krontal–Neudorf, eröffnet am 27. November 1910, Länge: 750 Meter Union–Hochwacht, eröffnet 20. Oktober 1911, Länge: 1670 Meter Hochwacht–Nest, eröffnet 20. April 1913, Länge: 432 Meter

Konzessioniert war 1908 die Strecke Neudorf–Heiden. Diese wurde jedoch nie verwirklicht.

Linien Linie 1: Neudorf–Stocken Linie 2: Heiligkreuz–Lachen Linie 3: Bahnhof–Heiligkreuz Linie 4: Bahnhof–Krontal Linie 5: Union (heute: Bleicheli)–Nest (heute: Riethüsli), bis 1916 Linie 5: Bahnhof–Nest, ab 1916

Nach der Stilllegung übernahmen die Trolleybuslinien 1, 3 und 5 die Nummern der Tramlinien. Die Liniennummern 2 und 4 waren Verstärkerlinien auf Teilabschnitten. Seit den 1930er Jahren verkehrten sie als Linie 1 beziehungsweise Linie 3. mini|Endstation der Tramlinie 5 bei der Station Nest (heute Riethüsli) 1943

Stilllegungen 17. Juli 1950: Bahnhof–Nest, Linie 5 14. November 1950: Marktplatz–Heiligkreuz, Linie 3 28. April 1957: Schönenwegen–Stocken, Linie 1 30. September 1957: Neudorf–Schönenwegen, Linie 1

Literatur Ruedi Wanner, Jürg Aeschlimann: Trambahn der Stadt St. Gallen. Prellbock Druck & Verlag, Leissigen 2002. ISBN 3-907579-16-X

Weblinks

Die Strassenbahn St. Gallen auf www.strassenbahn-europa.at

Einzelnachweise

St. Gallen Kategorie:Spurweite 1000 mm Kategorie:Verkehr (Kanton St. Gallen) Kategorie:Verkehr (St. Gallen)