Anja Hauptmann (* 15. Juni 1941 in München; † 11. September 2025 in Bad Belzig) war eine deutsche Fernsehansagerin, Sängerin, Liedtexterin und Übersetzerin.
Leben Anja Hauptmann wurde 1941 als Tochter Benvenuto Hauptmanns (1900–1965) und dessen vierter und letzter Ehefrau Barbara, geb. Kemp (1908–1982) in München geboren. Ihr Vater war ein Sohn des Schriftstellers Gerhart Hauptmann und dessen zweiter Ehefrau Margarete, geb. Marschalk, ihre Mutter die voreheliche Tochter der Opernsängerin Barbara Kemp und des Arztes Johannes Miekley.Standesamt Berlin III, Geburtsurkunde Nr. 1018 vom 26. Oktober 1908 (Landesarchiv Berlin) Sie hatte einen Halbbruder, den Physiker Arne Hauptmann (1932–1992).
Die Kindheit und Schulzeit verlebte Hauptmann abwechselnd in Deutschland und der Schweiz. In München absolvierte sie die Mittlere Reife, in Zürich eine Dolmetscherschule. 1961 nahm sie Schauspielunterricht bei Hilde Körber und machte eine Ausbildung als Autorin. An der Münchner Otto Falckenberg Schule lehnte Gerd Brüdern sie wegen ihrer Größe von 1,86 m als Schauspielschülerin ab.
1966 bekam Hauptmann einen Sohn, den späteren Musiker Emanuel Hauptmann († 2026), den sie allein großzog.Anja Hauptmann, Autorin – Biografie 1996 wechselte sie den Wohnsitz von München nach Berlin. In den 2020er-Jahren zog sie in ein Seniorenheim in Bad Belzig und starb dort am 11. September 2025 an Organversagen.Schlagersängerin Anja Hauptmann ist tot. In: t-online.de. Abgerufen am 11. September 2025.
Wirken Von 1961 an arbeitete Hauptmann beim neu gegründeten ZDF in Wiesbaden und Mainz. Ab Sendestart 1963 bis 1964 gehörte sie zu den ersten Ansagerinnen.
1964 wieder in München, schrieb Hauptmann Liedtexte und Libretti, so für Katja Ebstein, Daliah Lavi, Rex Gildo, Su Kramer, Lena Valaitis und Curd Jürgens. Sie wurde auch Übersetzerin aus dem Englischen, beispielsweise für Gedichte von Rudyard Kipling und Liedtexte von Leonard Cohen. Außerdem übersetzte sie zahlreiche Musical-Texte, darunter Jesus Christ Superstar (1970) und Dirty Dancing. Des Weiteren verfasste sie Bühnensketche für die Münchner Lach- und Schießgesellschaft, Liedertexte für Kindersendungen in Funk und Fernsehen und war in beiden Medien auch Sprecherin in Werbespots.
Als freie Journalistin arbeitete Hauptmann für Illustrierte und Tageszeitungen und führte insbesondere Interviews mit Prominenten.
1975 brachte Hauptmann das von ihr gesungene und getextete Album Mein Kind heraus; auf dem Cover waren sie und ihr Sohn abgebildet. Zu diesem Album entstand ein Jahr später die 45-minütige ZDF-Produktion Mein Kind, Lieder von und mit Anja Hauptmann.
1982 gründete Hauptmann ihr AHA-Tonstudio & Musikverlag, das sie bis 1992 führte. Regisseur Helmut Dietl engagierte sie für seine Serien als Kleindarstellerin.
Werke Alben 1975: Mein Kind, Texte: Anja Hauptmann; Musik: Christian Bruhn, Abi Ofarim, Suzanne Doucet, Timothy Touchton 1977: Hey, Lange!, Texte: Anja Hauptmann; Musik: Abi Ofarim, Suzanne Doucet, Jerry Rix, Ralf Toursel, Paul Vincent Gunia
Single 1976: Hey Lange / Schenk mir zum Geburtstag eine Tarnkappe
Filme 1975: Mein Kind, Lieder von und mit Anja Hauptmann 1983: Monaco Franze – Der ewige Stenz, Episode: Ein bissel was geht immer (als Frau Schoenferber) 1986: Kir Royal
Textübersetzungen (Auswahl) 1970: Jesus Christ Superstar, Musical von Tim Rice (Text) und Andrew Lloyd Webber (Musik) 2000: The Beautiful Game, Musical von Ben Elton (Text) und Andrew Lloyd Webber (Musik) 2006: Dirty Dancing, Musical von Eleanor Bergstein 2014: The Addams Family, Musical von Andrew Lippa (Text und Musik)
Weblinks anjahauptmann.de
Einzelnachweise
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