Die Komokiacea sind ein Taxon einzelliger, meeresbewohnender Foraminiferen. Sie sind weltweit vor allem in der Tiefsee zu finden.

Beschreibung

Komokiacea haben Durchmesser bis zu 1 bis 5 Millimeter. Ihre zarten und wenig robusten Gehäuse sind vielfach röhrenförmig verzweigt, die Verzweigungen sind meist dichotom, selten finden sich Trichotomien oder gar Polytomien. Die Gehäusewände sind einfach und werden aus in organischem Leim gebundenen Lehmpartikeln agglutiniert, das Gehäuseinnere ist mit einer feinen organischen Lage ausgekleidet.Alfred R. Loeblich, Jr., Helen Tappan: Foraminiferal genera and their classification. E-Book des Geological Survey Of Iran, 2005, . Im Gehäuse finden sich Ansammlungen kleiner Kotpillen (Stercomata). Aperturen sind nicht ausgebildet, als Austrittsöffnungen für die Retikulopodien dienen einfache Poren im Gehäuse.Ole S. Tendal, Robert R. Hessler: An introduction to the biology and systematics of the Komokiacea (Textulariina, Foraminiferida). 1977, Galathea Report, Bd. 14, S. 165–194, .

Verbreitung

Arten der Komokiacea finden sich in allen Ozeanen und sind auch arktisch nachgewiesen. Vertikal sind sie in Meerestiefen von 400 bis 9600 Metern belegt, mit einem deutlichen Schwerpunkt unterhalb der Kontinentalhänge im Abyssal und Hadal der Tiefsee, Funde aus höheren Lagen sind deutlich seltener. Vertreter der Baculellidae steigen dabei nicht auf Höhen oberhalb von 2000 Meter.

Systematik und Forschungsgeschichte

Die Überfamilie wurde 1977 von Ole S. Tendal und Robert R. Hessler erstbeschrieben, zugleich mit zwei Familien, sechs Gattungen und elf Arten. Ab Ende der 1980er Jahre wurden dann zahlreiche neue Taxa beschrieben. Typusgattung ist Komokia, der Name leitet sich von dem Begriff komoki her, einer spielerischen Verballhornung des russischen „vetvistye komoktchki“ („verzweigte Klümpchen“), einem zu der Zeit in der Sowjetunion gebräuchlichen informellen Ausdruck für die Tiere.

Während Tendal und Hessler sie noch bei den Textulariida einordneten, wurden sie später bei den Astrorhizida geführt,Barun K. Sen Gupta: Systematics of modern Foraminifera. In: stehen aber inzwischen als Gruppe unklarer Stellung (incertae sedis) innerhalb der Foraminiferen, da sie mangels vorliegender DNA nicht in moderne, molekularbiologisch begründete Systematiken einordenbar sind. Komokiacea sind nur aus dem Holozän belegt.

Familie Komokiidae Komokia Komokia multiramosa Septuma Septuma ocotillo Septuma brachyramosaAndrew J. Gooday, Olga E. Kamenskaya, Tomas Cedhagen: New and little-known Komokiacea (Foraminifera) from the bathyal and abyssal Weddell Sea and adjacent areas. In: Zoological Journal of the Linnean Society. Bd. 151, Nr. 2, S. 219–251, 2007. Septuma komokiformis Septuma stellata Septuma pauciseptata Ipoa Ipoa fragila Ipoa pennata Normanina Normania conferta Normanina tylota Normanina saidovae Lana Lana neglecta Lana spissaC. J. Schröder, F. S. Medioli, D. B. Scott: Fragile abyssal foraminifera (including new Komokiacea) for the Nares Abyssal Plain. In: Micropaleontology. 35: 10–48, 1989. Cerebrum Cerebrum coralliformis Reticulum Reticulum reticulatum Reticulum pingue Familie Baculellidae Baculella Baculella hirsuta Baculella globofera Edgertonia Edgertonia tolerans Edgertonia argillispherula Arbor Arbor cuspidata Arbor hispida Arbor multiplex Catena Catena piriformis

Als incertae sedis innerhalb der Überfamilie werden eingestuft:

Skeletonia Skeletonia variabilis

Einzelnachweise

Kategorie:Foraminifera Kategorie:Foraminiferen