Der FEI-Weltcup Vielseitigkeit (FEI World Cup™ Eventing) war eine in den Jahren 2003 bis 2012 vom Internationalen Pferdesportverband (FEI) ausgetragene Turnierserie. Diese wurde, anders als die Weltcups der anderen Pferdesportarten, vollständig in der „Grünen Saison“, also etwa von April bis August eines jeden Jahres, ausgetragen.
Allgemeines Jeder nationale Reiterverband, zum Beispiel für Deutschland die Deutsche Reiterliche Vereinigung, durfte pro Jahr nur ein Turnier als Weltcup-Qualifikationsturnier benennen, das als CIC*** ausgetragen und mit dem Zusatz „-W“ gekennzeichnet wurde. (englisch) Bis zum Jahr 2008 konnten die Verbände sehr großer Staaten mit einer Staatsfläche mit einem Durchmesser von mehr als 15.000 Meilen (dies entspricht 24.135 Kilometer) eine Genehmigung erhalten, um ein weiteres Qualifikationsturnier austragen zu können. (englisch) Hiervon wurden im Jahr 2010 jedoch Ausnahmen durch die FEI zugelassen.
Bei jedem Qualifikationsturnier wurde bis 2010 ein Preisgeld von 41.000 CHF (etwa 25.000 €) vergeben. Bis zu diesem Jahr war das Bankunternehmen HSBC Titelsponsor der Turnierserie.Vielseitigkeitsturnier in Schenefeld abgesagt, Pressemitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, 2. März 2011
Da der Weltcup der Saison 2011 ohne Sponsor durchgeführt wurde, änderten sich auch die Rahmenbedingungen: Das Preisgeld pro Prüfung betrug nun zwischen 9.000 € und 20.000 €. Das Preisgeld und weitere Kosten mussten zudem vollständig durch den Veranstalter aufgebracht werden, in den Jahren zuvor erfolgte eine finanzielle Unterstützung durch die FEI.Kein Weltcup im Marbacher Gestüt, Frank Pleyer / Reutlinger General-Anzeiger, 5. März 2011
Nachdem im Jahr 2010 noch zwei Weltcupstationen im deutschsprachigen Raum durchgeführt wurden (Schenefeld und Marbach), war dieser ab der Weltcup-Saison 2011 nicht mehr vertreten. In der Saison 2012 reduzierte sich die Weltcupserie auf fünf Stationen, alle in Europa. Aufgrund dieser Entwicklung wurde beschlossen, die Turnierserie auszusetzen. Das Konzept der Serie sollte überprüft und angepasst werden.
Wertungssystem Ein Reiter konnte je Qualifikationsturnier auch mit mehreren Pferden antreten. Es wurden in der Endabrechnung jedoch nur die zwei (bis 2009: drei) erfolgreichsten Ergebnisse pro Reiter und Weltcupsaison gewertet.
2011 miniatur|Ingrid Klimke beim Weltcupturnier in Schenefeld 2010
Bei jedem Qualifikationsturnier wurden Wertungspunkte vergeben, die in die Gesamtwertung eingehen. In der Saison 2011 erfolgte dies nach folgendem System: 1. Platz: 41 Wertungspunkte 2. Platz: 38 Wertungspunkte 3. Platz: 36 Wertungspunkte 4. Platz: 34 Wertungspunkte 5. Platz: 32 Wertungspunkte 6. Platz: 30 Wertungspunkte 7. Platz: 38 Wertungspunkte 8. Platz: 26 Wertungspunkte 9. Platz: 24 Wertungspunkte 10. Platz: 22 Wertungspunkte 11. Platz: 20 Wertungspunkte 12. Platz: 18 Wertungspunkte 13. Platz: 16 Wertungspunkte 14. Platz: 14 Wertungspunkte 15. Platz: 12 Wertungspunkte 16. Platz: 10 Wertungspunkte 17. Platz: 8 Wertungspunkte 18. Platz: 6 Wertungspunkte 19. Platz: 4 Wertungspunkte weitere Reiter, die die Prüfung erfolgreich beendet hatten: 3 Wertungspunkte
Punkte erhielten hierbei nur Reiter, die zum besten Viertel der Teilnehmer der jeweiligen Prüfung gehören.
2009 bis 2010 In den Jahren 2009 und 2010 wurde folgendes System zur Punkteverteilung angewandt:
1. Platz: 71 Wertungspunkte 2. Platz: 67 Wertungspunkte 3. Platz: 64 Wertungspunkte 4. Platz: 61 Wertungspunkte 5. Platz: 58 Wertungspunkte 6. Platz: 55 Wertungspunkte 7. Platz: 52 Wertungspunkte 8. Platz: 49 Wertungspunkte 9. Platz: 46 Wertungspunkte 10. Platz: 43 Wertungspunkte 11. Platz: 40 Wertungspunkte 12. Platz: 37 Wertungspunkte 13. Platz: 34 Wertungspunkte 14. Platz: 31 Wertungspunkte 15. Platz: 27 Wertungspunkte 16. Platz: 24 Wertungspunkte 17. Platz: 21 Wertungspunkte 18. Platz: 18 Wertungspunkte 19. Platz: 15 Wertungspunkte 20. Platz: 12 Wertungspunkte 21. Platz: 9 Wertungspunkte 22. Platz: 6 Wertungspunkte weitere Reiter, die die Prüfung erfolgreich beendet hatten: 3 Wertungspunkte
Bereits im Jahr 2010 erhielten hierbei nur die Reiter Punkte, die zum besten Viertel der Teilnehmer der jeweiligen Prüfung gehörten.
2008 Bis zum Jahr 2008 wurde ein anderes System für die Punktevergabe genutzt. Dieses sah folgende Punkteverteilung vor: 1. Platz: 100 Wertungspunkte 2. Platz: 60 Wertungspunkte 3. Platz: 40 Wertungspunkte 4. Platz: 30 Wertungspunkte 5. Platz: 25 Wertungspunkte 6. Platz: 20 Wertungspunkte 7. Platz: 18 Wertungspunkte 8. Platz: 16 Wertungspunkte 9. Platz: 14 Wertungspunkte 10. Platz: 12 Wertungspunkte 11. Platz: 11 Wertungspunkte 12. Platz: 10 Wertungspunkte 13. Platz: 9 Wertungspunkte 14. Platz: 8 Wertungspunkte 15. Platz: 7 Wertungspunkte 16. Platz: 6 Wertungspunkte 17. Platz: 5 Wertungspunkte 18. Platz: 4 Wertungspunkte 19. Platz: 3 Wertungspunkte 20. Platz: 2 Wertungspunkte alle weiteren Reiter, die die Prüfung erfolgreich beendet hatten: 1 Wertungspunkt
Weltcupfinale (FEI World Cup™ Eventing Final) Ab 2010 wurde der Sieg des Weltcups anhand der Gesamtwertung nach Abschluss aller Wertungsprüfungen vergeben. Es wurde kein Finale ausgetragen.
Bis 2009 (Ausnahme: 2007) fand am Ende einer jeden Saison ein Weltcupfinale statt, (englisch) dieses wurde jährlich neu an einen Veranstaltungsort vergeben. Zu diesem qualifizierten sich maximal vierzig Reiter (Regelung seit 2005). Dies bemaß sich nach folgendem System:
Staatengruppe Staat maximale Teilnehmerbegrenzung Gruppe 1 , , , , , maximal sechs Reiter pro Staat Gruppe 2 , maximal fünf Reiter pro Staat Gruppe 3 , , maximal vier Reiter pro Staat Gruppe 4 alle anderen Staaten maximal drei Reiter pro Staat Welche Reiter eines Staates am Weltcupfinale teilnehmen durften, entschied sich anhand der Wertungspunkte, die diese in der Gesamtwertung gesammelt hatten. Für jeden Staat der Gruppe 1 konnte durch den jeweiligen nationalen Reiterverband eine „Wild Card“ vergeben werden.
Wenn die in der Tabelle genannte Quote von einer oder mehreren Staaten nicht erfüllt wurde und noch Startplätze zu vergeben waren, rückten die (über diese Regelung) noch nicht qualifizierten Reiter nach, unabhängig von der Begrenzung pro Staat.
Der Titelverteidiger (Finalsieger des Vorjahres) qualifizierte sich unabhängig von der vorgenannten Regel, vorausgesetzt, er hatte in der aktuellen Saison an mindestens einem Qualifikationsturnier teilgenommen (englisch).
Soweit ein Qualifikationsturnier in einem Jahr nach dem Weltcupfinale ausgetragen wurde, zählte dieses bereits zur nächsten Weltcupsaison. Soweit es dadurch dazu kam, dass ein Veranstaltungsort zwei Mal in einer Saison ein Qualifikationsturnier ausrichtete, zählte jedoch nur das Turnier, das zeitlich näher am Weltcup-Finale lag, für die Gesamtwertung. (englisch)
Weltcupfinale: Austragungsorte und Sieger
Jahr Austragungsort Anzahl Teilnehmer und Staaten Sieger 2003 44 Reiter aus 15 Staaten mit Stand by me 2004 49 Reiter aus 16 Staaten mit Stand by me 2005 37 Reiter aus 13 Staaten mit Been Along Time 2006 37 Reiter aus 13 Staaten mit Galan de Sauvagere 2007 kein Weltcupfinale ausgetragen --- – Sieger gemäß Weltcup-Gesamtwertung 2008 39 Reiter aus 13 Staaten mit Been Along Time 2009 31 Reiter aus 14 Staaten mit Sam FBW 2010 kein Weltcupfinale ausgetragen --- – Sieger gemäß Weltcup-Gesamtwertung 2011 kein Weltcupfinale ausgetragen --- – Sieger gemäß Weltcup-Gesamtwertung 2012 kein Weltcupfinale ausgetragen --- – Sieger gemäß Weltcup-GesamtwertungFEI EVENTING WORLD CUP™ 2012 – Final standings (PDF; 122 kB)
Einzelnachweise
Kategorie:Turnierserie (Vielseitigkeitsreiten) Vielseitigkeit