Hermann Haber (* 26. November 1885 in Mülheim an der Ruhr; † 10. Oktober 1942 in Auschwitz) war ein Mülheimer Maler, Karikaturist und Lokalpatriot, der in Auschwitz ermordet wurde. mini| Pastell von Hermann Haber um 1911

Leben mini|hochkant|Stolpersteine in Mülheim für das Ehepaar Haber Über das Leben von Hermann Haber ist nicht viel bekannt. Seine Freunde bezeichneten ihn als humorvolles Original, einen lustigen Kerl, der seine Heimatstadt liebte. Er studierte an der Düsseldorfer Akademie. Von 1911 bis 1929 lebte er mit seiner Mutter Fanny, seinem Bruder Albert sowie seiner Halbschwester Sibylle, die einen Kunsthandel betrieb, in der Delle Nr. 19. Die Mutter starb 1930, der Vater war früher verstorben. In den Jahren 1927 bis 1929 war Hermann Haber sozusagen der Haus-Karikaturist der Mülheimer Zeitung. Über 150 Karikaturen wurden in dieser Zeit veröffentlicht. Im Jahre 1929 nahm Haber an der ersten Jahresausstellung der Mülheimer Künstler im städtischen Museum teil, neben Heinrich Siepmann, Hermann Lickfeld, Arthur Kaufmann, Werner Gilles, Otto Pankok, Carl Altena, Hermann Prüßmann und anderen. Die Ausstellung galt als Sensation im Kunstleben der Stadt. 1932 zog Haber zu seiner Freundin Hildegard Meyer in die Charlottenstraße. 1933 flüchteten beide vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Rotterdam in Holland, wo sie 1937 heirateten. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande wurden sie 1941 dort wegen ihrer jüdischen Herkunft verhaftet. Hermann wurde über das Durchgangslager Westerbork am 23. September 1942 nach Auschwitz verschleppt. Am 10. Oktober 1942 wurde er für tot erklärt. Auch die Geschwister Albert und Sibylle wurden dort umgebracht.

Werk Haber malte Pastelle, die in Mülheim sehr begehrt waren. Einige befinden sich im Besitz des Mülheimer Museums, einige in Privatbesitz. Die Mülheimer Zeitung schrieb am 18. Dezember 1929:

Fundorte Einige seiner Werke sind heute im Kunstmuseum Mülheim in der Alten Post (KMadRidAP) und im MMKM - Museum Moderne Kunst Mülheim an der Ruhrstraße 3 in Mülheim an der Ruhr, andere befinden sich in privatem Besitz, viele sind verschollen. Die Karikaturen sind im Mülheimer Stadtarchiv, Mülheimer Zeitung Jahrgänge 1925 bis 1930 zu finden.

Literatur Barbara Kaufhold: Erinnerungen werden wach. Klartext Verlag, Essen 2002. Barbara Kaufhold: Juden in Mülheim an der Ruhr. Klartext Verlag, Essen 2004, S. 182–187. Stender, Köhring und Schernstein: Mülheimer KunstStücke – Der Zweite Blick. Thierbach GmbH, Mülheim 2008.

Weblinks Hermann Haber Maler - Karikaturist - Lokalpatriot (mit Bildern)

Einzelnachweise

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