mini | rechts | José Luis Sáenz de Heredia (1970)José Luis Sáenz de Heredia y Osio (* 10. April 1911 in Madrid; † 4. November 1992 ebenda) war ein dem Franquismus nahestehender spanischer Regisseur und Drehbuchautor.
Leben Gegen den Wunsch seiner aristokratischen Familie, die ihn gerne als Architekt oder Marineoffizier gesehen hätten, wandte sich Sáenz de Heredia gleich nach seiner Militärzeit dem jungen Studio von Serafin Ballesteros zu und drehte mit 23 Jahren seine ersten beiden Filme als Regisseur nach selbstgeschriebenem Drehbuch.
Nach zwei Komödien und einem Auftritt als Schauspieler in einem von Luis Buñuel überwachten Film (mit dem er zeitlebens trotz sehr unterschiedlicher politischer Auffassung befreundet war) wurde er bei Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges von den Kommunisten verhaftet, verlor fast sein Leben und kämpfte auf Seiten franquistischer Truppen. Ab 1939 drehte er verschiedene Dokumentarfilme und wurde zum „Hausregisseur“ General Francos.
1941 kehrte er mit einer Komödie ins Spielfilmlager zurück und begann eine lange Reihe oft enorm erfolgreicher Filme, die teils leichter Natur, teils eindeutig politisch waren wie der Spielfilm Rasse, eine programmatische Allegorie auf das von Franco antizipierte „Neue Spanien“, die auf einer von Franco selbst geschriebenen Handlungsskizze beruhte. In den 1950er Jahren war er der Direktor des nationalen Filminstitutes. Daneben fand er Zeit für Dokumentarfilme, etwa über Real Madrid.
Anlässlich des 25. Regierungsjubiläums von Franco drehte er 1964 auf persönlichen Wunsch des Diktators unter staatlicher Aufsicht durch den damaligen Informationsminister Manuel Fraga die propagandistische Dokumentarfilmbiografie Franco, ese hombre („Franco, welch ein Mann“; der Historiker Till Kössler übersetzt Franco. Dieser Mensch; Stéphane Michonneau übersetzt Franco, cet homme, und nicht Franco, quel homme).Franco; ese hombre auf moviebreak.de, abgerufen am 30. September 2025. Der Film enthält das einzige gefilmte Interview mit dem Diktator. Wenige Wochen nach Veröffentlichung im November 1964 erhielt er das Großkreuz des Zivilverdienstordens.Franco: ese hombre auf decine21.com (spanisch), abgerufen am 30. September 2025. Bis 1975 drehte er ca. 40 Filme, in denen er selbst oft einen Kurzauftritt hatte. Mit Ende des Franco-Regimes zog er sich zurück.
Filmografie (Auswahl) 1935: Patricio miró a una estrella 1942: Blutzeugen (Raza) 1952: Auch die Augen hinterlassen Spuren (Los ojos dejan huellas) 1959: Zehn Gewehre warten (Diez fusiles esperan) 1964: Franco. Ese hombre (Dokumentarfilm) 1971: Eine anständige Frau (La decente) 1975: Solo ante el Streaking
Auszeichnungen 1945: für den Film Bambù – Nationaler Filmpreis für die Musik 1947: für den Film Las aguas bajan negras – 5. Nationaler Filmpreis für den besten Film 1956: für den Film Faustina – Nationaler Filmpreis für das beste Drehbuch 1964: für den Film Franco. Ese hombre – Sonderpreis der Staatlichen Filmgewerkschaft für den besten Film des Jahres 1964: Großkreuz des spanischen Zivilverdienstordens
Weblinks und Quellen
Biografie (franz.)
Einzelnachweise
Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Spanier Kategorie:Geboren 1911 Kategorie:Gestorben 1992 Kategorie:Mann