Erwin Reiter (* 25. September 1933 in Julbach, Oberösterreich; † 19. Dezember 2015) war ein österreichischer Bildhauer und Maler.

Leben mini|Erwin Reiters Plastik Strömung an der Linzer Donaulände, Forum Metall Erwin Reiter besuchte von 1949 bis 1953 die Holzfachschule Hallstatt in Hallstatt und studierte dann bis 1959 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Fritz Wotruba. 1964 war er dessen Mitarbeiter am Relief für die Universität Marburg. 1968 wurde Erwin Reiter Lehrbeauftragter an der Akademie bei Wander Bertoni. Reiter zählte zum Kreis jener Künstler, die von Otto Mauer mit der Galerie nächst St. Stefan gefördert und deren Werke für die Sammlung angekauft wurden. 1973 erhielt er die Professur für Bildhauerei an der Hochschule für Gestaltung in Linz, an der er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001 die Meisterklasse für Bildhauerei leitete.

Reiter war ein Mitbegründer der Schulgalerie Oberösterreich und des Vereins Kunst Julbach. Er lebte und arbeitete in Wien und Oberösterreich.

Seit 1959 war Reiter mit der Textilkünstlerin Edda Seidl-Reiter verheiratet, aus der Ehe stammen zwei Töchter. 1997 gründete er mit seiner Frau den St.-Anna-Preis, der an Personen aus Oberösterreich, Bayern oder Tschechien verliehen wird, die sich besonders für die Kunst in diesen Landesteilen eingesetzt haben.

Werk mini|Plastik Stürzender Astronaut im Dr.-Franz-Koch-Hof, Wien 21. Charakteristisch für Reiters Arbeiten ist die Welle bzw. Strömung, die all seine Figuren sowohl im Bild als auch in der Plastik (meist aus Chrom-Nickelstahl) formt. „Strömung“ ist auch der Name jener Figur, die seit dem Forum Metall im Jahr 1977 am Linzer Donauufer steht und ein häufig verwendetes Motiv auf vielen Linzer Postkarten darstellt. Außerhalb von Ausstellungs-, Museums- und Sammlerräumen stehen Reiters Werke an der Salzburger Autobahnabfahrt Schwarzach, an der Einfahrt des Ortes Kollerschlag, sowie in Form von Brunnenarbeiten in Julbach und bei der Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation. Weiters befindet sich in Julbach ein frei zugängliches Freilichtmuseum, ein Platz, auf dem vor allem die Arbeiten zum „Platz der Menschheit (Plaza)“ sowie zum Thema „Hukepak“ besichtigt werden können. Die Figur „GENE-TWINS“ war in der Serie Soko Donau zu sehen.Soko Wien, Staffel 9 Folge 9, Mrs. D., Min. 19’53”

Ausstellungen (Auswahl) (Quellen: )

Einzelausstellungen 1966: Galerie Abstracta, Freiburg, Plastiken und Handzeichnungen. Erwin Reiter. Galerie nächst St. Stephan, Wien und Wiener Schule. Zagreb 1969: Galerie Nouvelles Images, Den Haag (gemeinsam mit Peter Bischof) 1970: Galerie Schiessel Köln und Künstlerhausgalerie Wien 1973: Galerie Vercamer, Paris 1978: Sparkasse Neumünster 1983: Erwin Reiter Skulpturen 1962–1982. Bayer-Werk, Leverkusen 1985: Erwin Reiter, Plastiken aus 20 Jahren – Retrospektive, Rupertinum, Salzburg 1989: Skulpturen 1978–1988, Entwürfe und Modelle zur Plaza. Griesbadgalerie, Ulm 1992: Großkulpturen Ölbilder Erwin Reiter. Galerie Schloß Peuerbach, Peuerbach 1993: Erwin Reiter, Skulpturen 1962–1993, zum 60. Geburtstag. Museum Moderner Kunst, Passau 1994: Erwin Reiter, Skulpturen. Egon Schiele Art Centrum, Krumau/Cesky Krumlov 1999: Edda Seidl-Reiter & Erwin Reiter. Stadtmuseum Deggendorf 2000: Viaggio Nell Urbano. Museo Casabianca (gemeinsam mit Edda Seidl-Reiter) 2001: meisterklasse bildhauerei, Erwin Reiter und Schüler, 1973–2001. Galerie der Kunstuniversität Linz 2011: Erwin Reiter. Fritz Ruprechter. Galerie Schloss Puchheim, Puchheim 2013: Erwin Reiter – Zeichnungen. Kubin-Haus, Zwickledt 2022: Meisterklasse Wotruba, Erwin Reiter im Dialog mit Manfred Daringer. Daringer Kunstmuseum, Aspach 2023: Erwin Reiter, Energie und Konstruktion. Villa Becher, Karlsbad/Karlovy Vary

Gemeinschaftsausstellungen 1956: Wotrubaschule. Akademie am Schillerplatz, Wien 1965: Österreichische Bildhauer. Kreisgalerie Liberec 1966: 6 Europese Academies. Galerie Nouvelles Images, Den Haag 1967: Internationale der Zeichnung. Darmstadt und Graphik International. Galerie nächst St. Stephan, Wien 1968: Novo Grafika, Irysunki 2 Austri. Warschau/Warsaw und Plastiken und Objekte. Museum des 20. Jahrhunderts, Wien 1969: Beitrag zur Europäischen Plastik heute. Secession, Wien 1973: XII. Bienal de São Paulo, Brasilien 1975: Kunstverein La Jeune Gravure Contemporaine in Paris 1978: Moderne Skulpturen aus Österreich. Museum Lehmbruck, Duisburg 1979: Viegeland Museum, Oslo / Neue Kunsthalle, Soedertalje, Stockholm / Skulptures Modernes d’Autriche. Staatsmuseum Luxemburg / Nordjyllands Kunstmuseum, Aalborg / Modern Suiboku Painters Art Exhibition. Metropolitan Art Museum, Tokio 1980: Art 11’80. Internationale Kunstmesse Basel / Galeria Sztuki Wspolczesnej, Jelenia Góra / Kulturpalast Warschau / Salon Sztuki, Krakau / Museum für angewandte Kunst, Zagreb 1983: Sammlung Otto Mauer. Graphische Sammlung Albertina, Wien 1987: Maerz in der Secession. Secession, Wien 1989: Skulptur 1979–1989. Griesbadgalerie, Ulm 1990: From Arp to Zadkine. Festspielausstellung, Galerie Academia, Salzburg 1991: Kunstpfad der Universität Ulm. Ulm / La Figura Interiore. Pordenone 1999: Expression und Meditation. Sammlung Rombold. Neue Galerie der Stadt Linz, Linz 2007: Andernorts II, Künstlervereinigung MAERZ. Galerie Města Plzně, Pilsen 2008: Das Antlitz Christi in der zeitgenössischen Kunst, Il Volto di Cristo nell’arte contemporanea. Domschatz- und Diözesanmuseum Passau, Museo Diocesano d'Arte Sacra Brescia 2010: Wotruba Schule – Skulptur als Markenzeichen. NÖ Art 2010. verschiedene Orte in Niederösterreich 2013: Weggefährten. Burg Burghausen, Burghausen 2017: Wege zum Bildwerk. Heimo Kuchling zum 100. Geburtstag. Werner-Berg-Museum Bleiburg/Pliberk 2018: 30 Jahre neue Sammlung. Oberhausmuseum, Passau 2021: Meisterbildhauer um Wotruba. Galerie Welz, Salzburg 2024: Wege nach Wotruba. Alte Post Triftern 2025: Cool, Sammlung Erwin Hauser. Lentos Kunstmuseum Linz

Preise und Auszeichnungen 1957: Silberne Füger-Medaille 1958: Goldene Füger-Medaille 1964: Erster Preis für Bildhauerei beim Wettbewerb Geist und Form 1966: Grafikpreis des Landes Salzburg 1975: Rank-Xerox-Preis bei „Kontraste zeichnen heute“, Wien 1987: Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst 1998: Heinrich-Gleißner-Preis Personenseite zu Erwin Reiter, abgerufen am 21. April 2009 1999: Kulturpreis des Landes Oberösterreich

Arbeiten im öffentlichen Raum mini|Ulmer Bürger (1990), Universität Ulm Donau, 1967, Anton Sattler-Gasse 82–84, Wien Englische Schar, 1968/69, Einfahrt Kollerschlag Aufbruch, 1971, Großfeldsiedlung The Gardeners, 2005/06, Tabakwerke Linz Start, 1972/85, Brunnen Ortsplatz Julbach Stürzender Astronaut, 1974, Dr. Franz Koch-Hof, Mitterhofergasse 2, Wien Vereinigung von zwei Engeln, 1975, Grabgestaltung Inge Zimmer-Lehmann, Karnabrunn Strömung, 1977, Forum Metall, Donauufer, Linz Krabbelstein/Hüpfstein, 1978, Rencks Park, Neumünster Freilichtmuseum Julbach mit der Plaza, Entwurf von 1978 Entwicklung, 1989/90, Pinzgauer Straße bei Embach Ulmer Bürger, 1990, Universität Ulm, zwischen Albert-Einstein-Allee und Teich Polarität und Spannung, 1995/96, Brunnen Salzburg AG, Salzburg Schauender, 1996/97, Hansberg, St. Johann am Wimberg Verschmelzung, 1997, St. Margarethen, Steiermark Gene-Twins, 2004, OÖ Landesgericht, Linz

Literatur Galerie Gabriel (Hrsg.): Erwin Reiter, Werkmonographie Skulpturen 1948–1980. Verlag A. F. Koska, Linz 1980. Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung (Hrsg.): Erwin Reiter, Handzeichnungen 1948–1982. Verlag Hans Widrich, Linz 1985. Erwin Reiter (Hrsg.): Erwin Reiter, Die Plaza, Entwürfe, Skizzen und Modelle 1985–1989. Verlag Hans Widrich, Linz 1989. Museum Moderner Kunst (Hrsg.): Erwin Reiter: Skulpturen 1962–1993. Ausstellungskatalog. Passau 1993, ISBN 3-928844-04-0. Kunstuniversität Linz (Hrsg.): Meisterklasse Bildhauerei, Erwin Reiter und Schule 1973–2001. Linz 2001, ISBN 3-90111-221-9. Franz Xaver Hofer, Giobatta Meneguzzo, Aldemar Schiffkorn: Viaggio nell‘Urbano, Edda Seidl-Reiter, Erwin Reiter. Ausstellungskatalog. Edition Grenzgänger, Folge 30, Land OÖ, Linz 2000.

Weblinks

Website von Erwin Reiter

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer (Österreich) Kategorie:Träger des Kulturpreises des Landes Oberösterreich Kategorie:Julbach (Oberösterreich) Kategorie:Hochschullehrer (Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1933 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann Kategorie:Träger des Heinrich-Gleißner-Preises