mini|Der Platz, der den Namen „Markt“ trägt, gilt als Mittelpunkt der Stadt. Nachfolgend werden Bedeutungen und Umstände der Namengebung von Straßen und Plätzen in Leipzig und ihre Geschichte aufgezeigt. Aktuell gültige Straßenbezeichnungen sind in Fettschrift angegeben, nach Umbenennung oder Überbauung nicht mehr gültige Bezeichnungen in Kursivschrift. Soweit möglich werden auch bestehende oder ehemalige Institutionen, Denkmäler, besondere Bauten oder bekannte Bewohnerinnen und Bewohner aufgeführt.

A mini|August-Bebel-Straße (2004) Albrecht-Dürer-Platz – die quadratische Grünanlage liegt in der Südvorstadt und war nach ihrer Schaffung Ende des 19. Jahrhunderts zunächst namenlos. Anlässlich seines 400. Todestages beschloss man, die Anlage 1928 nach Albrecht Dürer zu benennen.

Alfred-Kästner-Straße – in der Südvorstadt. Die Straße hatte auf dem Bebauungsplan der Südvorstadt zunächst die Bezeichnung „Straße F“. 1876 wurde sie nach dem preußischen General Moltkestraße benannt und am 1. August 1945 in Alfred-Kästner-Straße umbenannt, nach dem Widerstandskämpfer Alfred Kästner, der im Haus Nr. 20 der damaligen Moltkestraße gewohnt hatte.

Alte Salzstraße – Straße mit Unterbrechungen in Lindenau (Leipzig) und Grünau (Stadtbezirke Alt-West und West). Sie besteht aus drei Teilstücken und war vor 1793 die Lützner Land-, Post- und Heerstraße. Der Name erinnert daran, dass über die Straße Salzfuhren von den Salinen Teuditz und Kötzschau (westlich von Markranstädt) und später auch von der Saline Dürrenberg nach Leipzig gegangen sind.

Andreasstraße – in der Südvorstadt. Sie verbindet die Scharnhorststraße mit der Hardenbergstraße in Höhe des Alexis-Schumann-Platzes und ist nach der Andreaskirche benannt, die dort von 1893 bis 1958 stand. Bis November 1899 hieß sie einfach Straße hinter der Andreaskirche.

Arno-Nitzsche-Straße – verbindet die Ortsteile Connewitz und Marienbrunn im Süden. Sie ist nach dem Gaswerksmitarbeiter Arno Nitzsche (1897–1948) benannt, der bei dem Versuch, bei einem Arbeitsunfall einen Kollegen zu retten, selbst ums Leben kam.

Arthur-Hoffmann-Straße – in Zentrum-Süd, der Südvorstadt und Connewitz. Bis 1945 war die Straße zweiteilig und bestand aus der Bayrischen Straße (auch Bayersche Straße geschrieben) vom Bayrischen Platz bis zur heutigen Richard-Lehmann-Straße und der Äußeren Bayrischen Straße von der Richard-Lehmann-Straße zum heutigen Wiedebachplatz. Zusammengezogen wurden beide Straßen im Jahr 1945 und nach dem Widerstandskämpfer Arthur Hoffmann benannt, der in dieser Straße gewohnt hatte.

August-Bebel-Straße – in der Südvorstadt. Die Straße verläuft in nord-südlicher Richtung und verbindet die Dufourstraße im Norden mit der Windscheidstraße im Süden. Von 1876 bis 1945 hieß sie Kaiser-Wilhelm-Straße. Benannt ist die Straße nach dem Drechslermeister August Bebel, welcher auch Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratie war.

Augustusplatz – der größte Platz der Stadt, östlich an die Innenstadt anschließend. Der Platz hieß zunächst Grimmaischer Thorplatz und wurde 1839 nach dem ersten König von Sachsen Friedrich August benannt. Von 1945 bis 1990 trug er den Namen Karl-Marx-Platz nach dem deutschen Philosophen Karl Marx.

B mini|Barfußgäßchen (2016) Barfußgäßchen – kurze Fußgängerstraße im Zentrum. Sie verbindet den Markt mit dem Dittrichring. Benannt ist sie nach den Franziskanern aus dem nahe gelegenen Kloster (siehe auch Klostergasse), die auch Barfüßer genannt wurden, weil sie keine Schuhe oder höchstens Sandalen trugen.

Bernhard-Göring-Straße – in Zentrum-Süd, der Südvorstadt und Connewitz, sie hieß von 1843 an Elisenstraße nach Prinzessin Elisabeth von Sachsen und trägt seit 1950 den Namen des SPD-Politikers Bernhard Göring.

Blücherplatz – in der Innenstadt, war von 1870 bis 1945 der Name des heutigen Willy-Brandt-Platzes, benannt nach dem preußischen Oberbefehlshaber der Schlesischen Armee Gebhard Leberecht von Blücher.

Blücherstraße – in Möckern, wurde 1950 im Gedenken an die Schlacht um Möckern, Blücher war hierbei Oberbefehlshaber der preußischen Truppen. Weiterhin war Blücherstraße von 1870 bis 1945 der Name der heutigen Kurt-Schumacher-Straße im Ortsteil Zentrum-Nord.

Bornaische Straße – in Connewitz, Lößnig und Dölitz-Dösen sowie dem Markkleeberger Ortsteil Markkleeberg-Ost, beginnt am Connewitzer Kreuz und endet am Markkleeberger See. Historisch Teil der Via Imperii. Benannt nach der Stadt Borna. In Leipzig, nicht in Markkleeberg, von 1950 bis 1991 Fritz-Austel-Straße.

Brandvorwerkstraße – in der Südvorstadt, benannt nach dem ehemaligen Brandvorwerk, welches 1593 während der Calvinisten-Unruhen in Brand gesteckt wurde.

Brehmestraße – Anliegerstraße in Leutzsch, benannt nach dem ersten evangelischen Leutzscher Pfarrer Johann Brehme.

Brühl- im Zentrum. Brühl bezeichnet ein sumpfiges Terrain – nördlich des Brühl befand sich ursprünglich die Parthenaue. Der Brühl war Teil der Via Regia und bis zum Zweiten Weltkrieg die bedeutendste Straße Leipzigs.

Burgplatz – im Zentrum. Er entstand um das Jahr 1900 auf Teilen des Areals der Pleißenburg, als diese 1897 abgebrochen wurde, um Platz für das Neue Rathaus zu schaffen. Das Rathaus wurde bewusst etwas stadtauswärts errichtet, um einen neuen Stadtplatz zu gestalten.

Burgstraße – im Zentrum. Die ehemalige Burggasse stellte bereits im Mittelalter die Verbindung zwischen Stadt und Pleißenburg dar. Hier befand sich bereits im 14. Jahrhundert der Landhof als einer von mehreren Freihofen, die unter anderen den Vogten der Burg gehörten.

C Claudiusstraße – Anliegerstraße in Gohlis im Stadtbezirk Nord. Sie ist benannt nach dem deutschen Dichter Matthias Claudius (1740–1815).

Cranachstraße – Anliegerstraße in Lindenau. Sie ist benannt nach dem Maler Lucas Cranach dem Älteren (1472–1553).

D mini|Abschnitt der Dieskaustraße in Kleinzschocher (2025) Delitzscher Straße - in der Nordvorstadt und in Eutritzsch, bis zur Inbetriebnahme der Maximilianallee (1996) Hauptzubringer zur Bundesautobahn 14 im Norden. Sie ist nach der nordsächsischen Kreisstadt Delitzsch benannt, in deren Richtung sie führt. Von 1950 bis 1991 trug sie den Namen Straße der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft (Kurzform: Straße des DSF).

Denkmalsallee – in Breitenfeld. Der Weg führt über das Feld zum Gedenkstein, der an die Schlacht bei Breitenfeld (1631) und den siegreichen Gustav II. Adolf erinnert.

Dieskaustraße – in Kleinzschocher, Großzschocher und Knauthain-Hartmannsdorf, Hauptverbindungsstraße in nord-südlicher Richtung durch die genannten Ortsteile. Die Straße wurde zwischen 1896 und 1904 nach der Familie Dieskau als ehemaliger Eigentümer der Rittergüter Kleinzschocher, Großzschocher und Knauthain. Von 1950 bis 1991 trug sie den Namen Straße des Komsomol.

Dittrichring – westlicher Teil des Innenstadtrings, benannt nach dem Leipziger Oberbürgermeister Rudolf Dittrich (1855–1929). Vorherige Namen waren An der Pleiße und Thomasring.

Dreilindenstraße – in Lindenau, führt vom Lindenauer Markt zur Zschocherschen Straße. Sie bildete den östlichen Zugang von der Via Regia nach Lindenau. Bis zum Jahr 1874 hieß sie Herrenstraße, dann bis 31. Dezember 1907 Lindenstraße. Ihr heutiger Name leitet sich vom Gasthof Drei Linden ab, welcher 1495 erstmals erwähnt wurde und seit 1700 diesen Namen trug. Der Gasthof befand sich an der damaligen Einmündung zur Via Regia, heute ist dort die Musikalische Komödie.

Dürrstraße – Anliegerstraße in Lößnig. Sie ist benannt nach dem Leipziger Verleger Alphons Dürr (1828–1908).

E Eisenbahnstraße – in den östlichen Ortsteilen Neustadt-Neuschönefeld, Volkmarsdorf und Sellerhausen. Von 1835 bis 1879 lagen hier die Gleise der Bahnstrecke Leipzig–Dresden auf einem Damm. Nach Verlegung der Strecke trat an die Stelle des Eisenbahndammes eine verbindende Hauptstraße, die 1901 den Namen Eisenbahnstraße erhielt. Von 1945 bis 1991 hieß sie Ernst-Thälmann-Straße, benannt nach dem kommunistischen Politiker Ernst Thälmann.

F mini|Floßplatz (2021) Faradaystraße – in Möckern. 1950 benannt nach dem Chemiker und Physiker Michael Faraday. Die heutige Straße war zuvor mit zwei Namen bezeichnet: zuerst als Carolastraße und verlängerte Carolastraße und ab 1905 Königin-Carola-Straße und Mecklenburgstraße.

Ferdinand-Lassalle-Str. – im Zentrum-West, am Rande des Bachviertels, 1947 nach dem deutschen Schriftsteller und Sozialpolitiker Ferdinand Lassalle benannt. Von 1884 bis 1947 trug sie den Namen Bismarckstraße nach dem 1. Reichskanzler Otto von Bismarck

Feuerbachstraße – im Waldstraßenviertel, 1947 nach dem deutschen Philosophen Ludwig Feuerbach benannt. Von 1884 bis 1947 trug sie den Namen Sedanstraße nach der Schlacht von Sedan am 1. September 1870.

Floßplatz – zwischen Musikviertel und Südvorstadt, 1873 benannt nach seiner historischen Funktion als Lager- und Handelsplatz für Brennholz und Bauholz vom 17. bis zum 19. Jahrhundert für die Stadt Leipzig. Im Jahre 1873 wurde der Platz in eine Parkanlage umgewandelt. Zuvor hieß der Platz seit 1839 Am Floßplatz.

Friedrich-Bosse-Straße – in Möckern und Wahren. 1966 benannt nach Friedrich Bosse (* 14. Januar 1848 in Hessen; † 28. Oktober 1909 in Leipzig); Mitbegründer und Vorsitzender des 1878 gegründeten Arbeiterfortbildungsvereins in Leipzig. Vorher trug die Straße die Namen Fuchs-Nordhoff-Straße und Königstraße.

Funkenburgstraße – im Waldstraßenviertel, 1888 benannt nach der Großen Funkenburg, die sich an dieser Stelle befand.

G mini|Blick auf die Gerberstraße mit dem Hotel "The Westin Leipzig" (2010) Georgiring – nordöstlicher Teil des Innenstadtrings vom Augustusplatz bis zum Willy-Brandt-Platz, benannt nach dem Leipziger Oberbürgermeister Otto Georgi (1831–1918), vorher zwischen 1839 und 1909 Bahnhofstraße.

Georg-Schumann-Straße – in den Ortsteilen Zentrum-Nord, Gohlis-Süd und Möckern. 1945 benannt nach dem Kommunisten und Widerstandskämpfer Georg Schumann. Früher trug dieser Straßenzug je nach Zeitraum den Namen Hallische oder Hallesche Straße. Angelegt 1818 als Hallesche Straße (ugs. oft nur als „Die Chaussee“).Möckern. Eine historische und städtebauliche Studie. Pro Leipzig, Leipzig 1998

Georg-Schwarz-Straße – in Altlindenau und Leutzsch, 1945 benannt nach dem antifaschistischen Widerstandskämpfer Georg Schwarz, er wohnte hier im Haus Nr. 24. Frühere Namen der Straße bzw. ihrer Teile waren Hauptstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Leutzscher Straße, Leutzscher Weg, Barnecker Straße, Gundorfer Straße und Schlageterstraße.

Gerberstraße – Hauptverkehrsstraße in der Nordvorstadt. Ihr Name geht auf das ehemalige Gerberviertel zurück. Als Teil der Via Imperii war die Gerberstraße, die vor dem Hallischen Tor lag, bereits frühzeitig gepflastert und hieß deshalb Hallischer Steinweg.

Goerdelerring – nordwestlicher Teil des Innenstadtrings, seit 1992 benannt nach dem Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler. Ursprünglich wurden die Abschnitte südlich und nördlich der Einmündung des Ranstädter Steinwegs mit Fleischerplatz und Schulplatz unterschiedlich bezeichnet. 1945 wurden die Plätze als Friedrich-Engels-Platz zusammengelegt, benannt nach dem deutschen Philosophen Friedrich Engels.

Gohliser Straße – in den Ortsteilen Zentrum-Nord und Gohlis-Süd, benannt nach dem alten Dorf Gohlis. Der Name bezeichnete ab 1887 zunächst nur die Straße von Leipzig in Richtung Gohlis, ab 1901 auch die vorherige Leipziger Straße in Gohlis.

Gottschedstraße – Anliegerstraße in der Inneren Westvorstadt. Sie ist auch als Ausgehmeile bekannt. Benannt ist sie nach dem Schriftsteller, Literatur- und Theatertheoretiker Johann Christoph Gottsched (1700–1766).

Goyastraße – im Waldstraßenviertel. 1950 benannt nach Francisco de Goya, spanischer Maler. Zuvor war sie ab 1936 als Kolmarer Straße benannt.