Bad Brambach (bis 1922 Brambach, 1933–1963 Radiumbad Brambach, regiolekt Brambe, vogtländisch Brambich) ist die südlichste Gemeinde Sachsens und liegt im Vogtlandkreis an der Grenze zu Tschechien. Der Hauptort ist ein staatlich anerkannter Kurort mit dem Status eines „Mineralheilbades“. Er ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt für die Wettinquelle, die als „stärkste Radonquelle der Welt“ beworben wird, und bildet mit Bad Elster die Sächsischen Staatsbäder. Sie gehört zum vogtländischen Musikwinkel. mini|Blick auf Bad Brambach mini|Plan der Gemeinde (um 1921)

Geografie Lage Bad Brambach gehört zum Oberen Vogtland und grenzt im Westen, Süden und Osten an Tschechien. Der Kurort liegt in einer von West nach Ost ausgerichteten Quermulde am Röthenbach, der im Ort seinen Namen in Fleißenbach ändert. Die Gemeinde ist Teil der grenzüberschreitenden Mikroregion Freunde im Herzen Europas. Plauen, die größte Stadt des sächsischen Vogtlandes, befindet sich 39 Kilometer nördlich von Bad Brambach.

Ortsteile Zum Gemeindegebiet von Bad Brambach gehören die Ortsteile:Landesdirektion Sachsen: Bad Brambach. Eintrag im Gemeindeverzeichnis Vogtlandkreis, auf www.lds.sachsen.de

Bad Brambach mit Röthenbach Bärendorf Gürth Hohendorf Oberbrambach mit Frauengrün und Kleedorf Raun Raunergrund Rohrbach mit Hennebach Schönberg

Geschichte Das Rittergeschlecht de Brantbuch wurde 1154, der Ort Brambuch 1307 erstmals genannt. Die Veste des Ortes wurde 1372 erwähnt. Brambach war später lange Zeit in Besitz der Grundherrenfamilien von Zedtwitz und von Schirnding und als Sitz eines Leutpriesters kirchlicher Mittelpunkt der Umgebung. Der Ort unterstand dem Dekanat des Bistums Regensburg.

Am 11. September 1842 fielen die Kirche und 28 bäuerliche Häuser mit zugehörigen Wirtschaftsgebäuden einem Großbrand zum Opfer. Beim Wiederaufbau trug man bei der Anlage der neuen Gebäude dem Strukturwandel Rechnung, der mit dem Einzug der Musikinstrumentenmacherei einherging, so dass überwiegend Werkstatthäuser errichtet wurden. Brambach und seine heutigen Ortsteile gehörten bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Voigtsberg.Historisches Ortsverzeichnis Sachsen

1812 untersuchte der Freiberger Montanist Wilhelm August Lampadius den „Sauerbrunnen von Unterbrambach“, die alte Gemeindequelle. Um 1890 nahm der Landwirt Christian Schüller unter dem Namen Schüllerquelle den Mineralwasserversand aus einer 1860 von seinem Vater erkundeten und wieder zugeschütteten, im Röthenbachtal liegenden Quelle auf. Ein Pächter der damaligen Gemeindequelle verkaufte ihr Wasser hingegen unter dem Namen Schillerquelle. Weitere gefundene Quellaustritte trugen zu einer erhöhten Mineralwassererzeugung bei. Schon vor diesen gewerblichen Nutzungen waren Quellaustritte in der Wiesenebene des Röthenbachs bekannt und durch die Anwohner in Nutzung.Bruno Rudau: Bad Elster, Sohl · Radiumbad Brambach. Bibliografisches Institut Leipzig, Leipzig 1962, S. 44–45.

1912 wurden bereits über zwei Millionen Flaschen Sprudel produziert. Der später daraus entstandene VEB Brambacher Sprudel wurde größter Mineralwasserlieferant des Oberen Vogtlandes. mini|Werbung für Radiumbäder Bad Brambach und St. Johanimsthal Im Jahr 1911 wurde die spätere Wettinquelle entdeckt, die als stärkste „Radiummineralquelle“ der Welt bezeichnet wurde, worauf 1912 der Kurbetrieb im Kurpark Bad Brambach mit Radonbalneologie (Radonbäder, zeitgenössisch als radioaktive MineralbäderNoch so im Jahre 1962 für Werbezwecke 50 Jahre radioaktives Mineralbad. bezeichnet) einsetzte. Die Gemeinde erhielt 1922 den Titel Bad Brambach (von 1933 bis 1963 Radiumbad Brambach). Es entstanden in der Folge zahlreiche Kureinrichtungen. Durch Beschluss des Königlich Sächsischen Ministerium des Innern in Dresden vom 15. Dezember 1914 wurde die Wettinquelle als Heilquelle erklärt. Am 6. Juli 1935 wurde das Wasserwerk Bad Brambach eröffnet.vgl. Amtsblatt Bad Brambach 2025 (48), S. 12–15 PDF Nach 1945 diente Bad Brambach der Sowjetarmee als Sanatorium. 1949 wurden wieder Patienten der Sozialversicherungen aufgenommen und 1957 das gesamte Bad den Behörden der DDR übergeben, die die Gebäude modernisierten. 1961 wurde das Kurgelände mit 40.000 Bäumen aufgeforstet.

Seit der politischen Wende 1989/90 hat Bad Brambach seine Weiterentwicklung zu einem ländlichen Heilbad vorangetrieben. Zahlreiche kommunale und private Investitionen sowie Bauvorhaben der Sächsischen Staatsbäder GmbH (insbesondere auch im Bereich des Kurparks) haben das Ortsbild mitgeprägt. Dazu gehören die Bade- und Saunalandschaft AQUADON, die sanierte Festhalle und das sanierte zentrale Quellengebäude, der Neubau der Ebel-Fachklinik, das zu einer Seniorenresidenz umgebaute und sanierte ehemalige Kurheim des RDB (in der DDR Kurheim Julius-Fučík-Haus) sowie mehrere Beherbergungseinrichtungen.

Die Mineralwasserproduktion wurde mit dem Neubau des Betriebsgebäudes der Bad Brambacher Mineralquellen GmbH & Co. Betriebs KG fortgesetzt und ausgebaut. Das Unternehmen ist einer der größten Arbeitgeber im Ort und unterstützt zahlreiche Vereine.

Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung BärendorfGemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches BundesamtVerzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Hohendorf FrauengrünDas Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943 vor 188029. November 1937 Eingemeindung nach Brambach (Unterbrambach),Umgliederung nach Oberbrambach Gürth 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Raun Hennebach vor 1880 Eingemeindung nach Rohrbach Hohendorf 1. Januar 1974 Kleedorf vor 188029. November 1937 Eingemeindung nach Raun,Umgliederung nach Oberbrambach Oberbrambach 1. Januar 1972 RaunStatistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen 1. Januar 1994 Raunergrund 1. Januar 1883 Eingemeindung nach Raun Röthenbach vor 1880 Rohrbach 1. Januar 1972 Schönberg (mit Bärenteich) 1. März 1994

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): Jahr Einwohner 1583 39 1764 69 1871 1.502 1890 1.527 1910 1.975 1925 2.226 1939 2.331 1946 2.706 1950 2.647 1964 2.135 Jahr Einwohner 1971 2.122 1998 2.396 1999 2.421 2000 2.425 2001 2.416 2002 2.368 2003 2.326 2004 2.260 2007 2.139 2008 2.109 Jahr Einwohner 2011 2.091 2012 2.024 2013 1.989 2014 1.991 2016 1.919 2018 1.859 2019 1.833Statistisches Landesamt Sachsen: Regionaldaten Gemeindestatistik Sachsen, Bad Brambach (amtlicher Gemeindeschlüssel 14523030). auf www.statistik.sachsen.de 2020 1.807 2021 1.729

Datenquelle: Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen (bis 1964), ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen; Zensus 2011 zum 9. Mai,

Politik Am 14. Juni 2026 wurde in Bad Brambach und Bad Elster über die Eingemeindung Bad Brambachs abgestimmt. Die Vorlage wurde in beiden Gemeinden abgelehnt; die Eingemeindung damit abgelehnt.

Gemeinderat Die letzte Gemeinderatswahl fand am 9. Juni 2024 statt. Die Ergebnisse können den nebenstehenden Diagrammen entnommen werden. +letzte GemeinderatswahlenPartei202420192014in %Sitzein %Sitzein %SitzeCDU56,7728,0374,311Zukunft für BB (ZfBB)17,1216,62 - -FDP10,419,01 - -Dorfgemeinschaft Schönberg9,41 - - - -Dorfgemeinschaft Raun/Gürth6,518,11 - -Freie Wähler Bad Brambach - -35,75 - -Jugend und Sportler Bad Brambach - -2,70 - -SPD - - - -25,73Wahlbeteiligung71,1 %70,5 %33,4 % Bürgermeister Als Bürgermeister der Gemeinde wirkte bis 2018 Helmut Wolfram (CDU). Er wurde im Juni 2015 wiedergewählt.https://www.statistik.sachsen.de/wpr_alt/pkg_s10_bmlr.prc_erg_bm?p_bz_bzid=BM151&p_ebene=GE&p_ort=14523030

Im September 2018 wurde Maik Schüller (parteilos) zum neuen Bürgermeister von Bad Brambach gewählt. Der Gemeinderat bestellte im März 2023 Torsten Schnurre (FDP) zum Amtsverweser.Das ist der neue Amtsverweser für Bad Brambach. Freie Presse (Oberes Vogtland) vom 1. März 2023.Übersicht über die Verwaltungsstellen der Städte und Gemeinden des Vogtlandkreises. Landratsamt des Vogtlandkreises, Stand 1. April 2024 (PDF) Aufgrund der Diskussion um einen Zusammenschluss mit Bad Elster wurde die geplante Bürgermeisterwahl 2025 verschoben.

+letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2026Wahl am 11. Oktober (Stichwahl am 8. November)2018Maik SchüllerSchüller51,52015Helmut WolframCDU87,8200898,9200180,1

Verkehr und Wirtschaft Bad Brambach ist für seine Radonmineralquellen bekannt und verfügt über insgesamt sechs Quellen für Bade- und Trinkkuren. Im Kurort befindet sich ein Standort der Dr. Ebel Fachkliniken GmbH, welche die Klinik Bad Brambach als Rehabilitationsklinik für Rheumatologie, Orthopädie und Kardiologie 1991 übernommen hat. Im Jahr 1994 wurde ein Neubau der Klinik fertiggestellt.

Der Ort liegt an der B 92 bzw. E 49, die südwärts direkt nach Tschechien führt. Der Bahnhof Bad Brambach und ein Bedarfshalt im Ortsteil Raun liegen beide an der Bahnstrecke Plauen–Cheb. Mit dem Bau einer im Jahr 2001 eröffneten Ortsumgehung wurde der Ort vom Verkehr in das benachbarte Tschechien (Grenzübergang Schönberg-Vojtanov) entlastet.

Bad Brambach wird im vertakteten ÖPNV des Verkehrsverbunds Vogtland von folgenden RufBus-Linien bedient:

Stand: 13. Februar 2022 Linie Endpunkte Verlauf Takt Verkehrsunternehmen34 Ringbus Bad Brambach Bahnhof – Festhalle – Klinik – Kirchplatz – Bahnhof 60 min Plauener Omnibusbetrieb35 Bad Brambach ↔ Schönberg Hohendorf – Bärendorf 120 min Plauener Omnibusbetrieb36 Bad Brambach ↔ Gürth Oberbrambach – Rohrbach – Raun 120 min Plauener Omnibusbetrieb

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Ev. Michaeliskirche Der Ort ist besonders durch seinen seit 1912 existierenden Kurpark mit den radioaktiven Quellen bekannt geworden.

In Bad Brambach gibt es ein Heimatmuseum, das durch einen örtlichen Verein geführt wird.

mini|Frühling am Röthenbach

Naturschutz

Im Ortsteil Raunergrund informiert eine Naturschutzstation zur Flussperlmuschel über ihre kulturhistorische Nutzung sowie aktuelle Schutzbemühungen. Von hier führt der etwa zwei Kilometer lange Lehrpfad Flussperlmuschel in den benachbarten Ort Sohl. Zudem befindet sich hier auch eine Zuchtstation im Rahmen eines Artenschutzprojektes,Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt: Erlebnispfad Flussperlmuschel. Porträt auf www.lanu.de. das Teil des Projekts „ArKoNaVera“ (Artenschutzkonzept für die nationalen Verantwortungsarten) ist.Beate Groh, Andrea Gößl: Neuer Infopunkt in der Flussperlmuschel – Zuchtstation Raun. Mitteilung vom 20. Mai 2019, online auf www.medienservice.sachsen.de.

Sport und Freizeit Der SSV Bad Brambach ist der führende Sportverein im Ort. Seine Entstehung geht in die 1950er zurück. Damals wurde als Betriebssportgemeinschaft zunächst die BSG Brambacher Sprudel, ab 1952 dann die BSG Empor Bad Brambach gegründet. Nach der Wende löste sich die BSG Empor auf und die SSV Bad Brambach wurde dafür gegründet.

In Bad Brambach gab es drei Skisprungschanzen. Die größte war die Wachtbergschanze. Zudem existierten die Adolf-Hayer-Schanze und die Pionierschanze.Bad Brambach skisprungschanzen.com

Persönlichkeiten der Gemeinde Bad Brambach Ehrenbürger Wilhelm Sonntag, Sanitätsrat, Badearzt Adolf Hitler (1889–1945), ReichskanzlerHitler Ehrenbürger. In: Dresdner Nachrichten vom 14. Februar 1933, S. 7. Otto Göldner, Kommerzienrat, im Juli 1933 zum Ehrenbürger ernannt Gustav Ploß (1930–2021), Musiker, Dirigent und Komponist Josef Jobst (* 1938), Musiker, Dirigent und Komponist

Söhne und Töchter der Gemeinde Fritz Rödiger (1824–1909), Revolutionär Bernhard Dinter (1825–1900), Klassischer Philologe und Lehrer Max Rothe (1874–1942), erzgebirgischer Mundartdichter Walter Feiler (1906–1989), Geigenbaumeister, Silbermedaille für eine Bratsche 1959 in Ascoli Picena