Die 64. Eishockey-Weltmeisterschaft im Jahr 2000 fand im russischen Sankt Petersburg statt. Die Mannschaft Tschechiens verteidigte erfolgreich ihren Titel und gewann damit ihre neunte Weltmeisterschaft. Überraschender Finalgegner war die Mannschaft der Slowakei. Ein wahres Desaster erlebte das Gastgeber-Team aus Russland, das mit seinem elften Platz die schlechteste Platzierung aller Zeiten erzielte.news.at, 13 Jahre ohne Eishockey-Triumph: Für Russlands Team lautet die Devise WM-Gold!sueddeutsche.de, Tichonow gebietet wieder über Russlands Eishockey

Die B-, C- und D-Gruppe der WM fanden in Polen, der Volksrepublik China und Island statt. Es nahmen 42 Mannschaften an diesen Weltmeisterschaften teil, ein erneuter Teilnehmerrekord. + Übersicht Turnier Ort Datum Teil-nehmer Zuschauerinsgesamt Spiele ø A-Weltmeisterschaft Sankt Petersburg 29. April 2000 – 14. Mai 2000 16 318.449 56 5.686  Qualifikation zur A-WM, Fernost Aomori 3. September 1999 – 5. September 1999 3 3.350 3 1.167  Qualifikation zur A-WM, Gruppe A Sheffield 11. November 1999 – 14. November 1999 4 6  Qualifikation zur A-WM, Gruppe B Amiens 11. November 1999 – 14. November 1999 4 8.630 6 1.438  Qualifikation zur A-WM, Play-off Eindhoven 14. Dezember 1999 2 1 B-Weltmeisterschaft Katowice 12. April 2000 – 21. April 2000 8 53.280 28 1.903 C-Weltmeisterschaft Peking 20. März 2000 – 26. März 2000 9 22.900 18 1.272 D-Weltmeisterschaft Reykjavík 10. April 2000 – 16. April 2000 9 18

Modus Im Vergleich zum Vorjahr gab es erneut Veränderungen. Der Direktaufstieg zwischen A- und B-Gruppe wurde wieder eingeführt. In diesem Jahr stieg somit der Sieger der B-Gruppe direkt in die A-Gruppe auf, während der Sechzehnte der A-Gruppe direkt in die B-Gruppe abstieg. Sollte es sich bei dem Sechzehnten um den Fernostvertreter handeln, so musste der Fünfzehnte in die B-Gruppe absteigen. Damit fand ab dem kommenden Jahr eine Qualifikation im Vorfeld der WM nur noch zur Ermittlung des Fernostvertreters statt. Die neue Auf- und Abstiegsregelung hatte Konsequenzen für den Austragungsmodus der A-WM. Nach Abschluss der Vorrunde, die nach wie vor in vier Gruppen gespielt wurde, erreichten nicht die ersten beiden, sondern die ersten Drei jeder Gruppe die Zwischenrunde. Die Zwischenrunde selbst wurde nun in zwei Sechsergruppen ausgetragen, wobei die ersten Vier jeder Gruppe das Viertelfinale erreichten. Für die Fünft- und Sechstplatzierten war das Turnier beendet. Viertel-, Halbfinale und Finale wurden in einem einzigen Duell ausgetragen, der in den beiden Vorjahren gültige Modus „Best of Two“ entfiel. Für die Viertplatzierten der vier Vorrundengruppen war das Turnier nicht nach Abschluss der Vorrunde beendet wie die Jahre zuvor, sondern sie spielten eine Abstiegsrunde aus, wobei der Letztplatzierte in die B-Gruppe absteigen musste, sofern es sich nicht, wie bereits erwähnt, um den Fernostvertreter handelte.

Für das kommende Jahr wurde eine umfassende Reform der WM im Unterbau der A-WM geplant. B- und C-Gruppe sollte auf jeweils zwölf Teams aufgestockt werden. Dies hatte natürlich Auswirkungen auf den Auf- und Abstieg.

Die C-Gruppe spielte dieses Jahr wieder mit neun Mannschaften. Der Boykott gegen Jugoslawien war mittlerweile aufgehoben worden und die Mannschaft durfte daher ihren angestammten Platz in der C-Gruppe wieder einnehmen. Auch die D-Gruppe spielte wieder mit neun Teams.

Qualifikation zur A-Weltmeisterschaft Qualifikation Fernost Die Qualifikation Fernost wurde in Aomori, Japan, ausgetragen.

Pl. Sp S U N Tore Punkte 1. Japan220014:0 4:02. China2101 4:7 2:23. Südkorea2002 2:13 0:4

Qualifikation zur A-Weltmeisterschaft Gruppe A (in Sheffield, Großbritannien)

Pl. Sp S U N Tore Punkte 1. Lettland31206:3 4:22 Ukraine31205:4 4:23 Großbritannien30303:3 3:34 Kasachstan30126:10 1:5

Gruppe B (in Amiens, Frankreich)

Pl. Sp S U N Tore Punkte 1. Italien320111:7 4:22 Frankreich311110:10 3:33 Norwegen31117:8 3:34 Dänemark31029:12 2:4

Spiel um den letzten A-Gruppenplatz

Auf- und Absteiger Verbleib in der A-Gruppe: Lettland, Italien, Frankreich, Ukraine, Norwegen, JapanAbsteiger aus der A-Gruppe: kein AbsteigerAufsteiger in die A-Gruppe: kein AufsteigerVerbleib in der B-Gruppe: Dänemark, Kasachstan, Großbritannien

A-Weltmeisterschaft WM 2000 der Herren 179px|zentriert|Logo der A-WM 2000 Anzahl Nationen 16 Weltmeister Silber Bronze Absteiger   Austragungsort Sankt Petersburg, Russland Eröffnung 29. April 2000 Endspiel 14. Mai 2000 Zuschauer 318.449 (5.686 pro Spiel) Tore 361 (6,45 pro Spiel)  Bester Torhüter Roman Čechmánek Bester Verteidiger Petteri Nummelin Bester Stürmer Miroslav Šatan MVP Martin Procházka Die 64. A-Weltmeisterschaft wurde vom 29. April bis 14. Mai 2000 in Sankt Petersburg ausgetragen. Für das Turnier qualifizierten sich insgesamt 16 Mannschaften, darunter Titelverteidiger Tschechien und Vizeweltmeister Finnland.

mini|links|Wladimir Putin bei der Eröffnungszeremonie der A-Weltmeisterschaft Das Eröffnungsspiel nach der offiziellen Eröffnung der Welttitelkämpfe durch Wladimir Putin zwischen den USA und der Schweiz sahen 5.730 Zuschauer. Im Finale trafen die Tschechen auf den ehemaligen Bruderstaat Slowakei und besiegten diesen mit 5:3. Damit verteidigten sie erfolgreich ihren Titel und gewannen ihre neunte Weltmeisterschaft, wenn man die Erfolge der Tschechoslowakei mitzählt. Aufgrund der gezeigten Leistungen wurden mehrheitlich Teilnehmer des Finalspiels mit Spieler-Trophäen oder einer Wahl in das All-Star-Team geehrt. Als Wertvollster Spieler des Turniers wurde Martin Procházka ausgezeichnet.

Das Gastgeber-Team Russland trat mit insgesamt elf NHL-Spielern an, wirkte jedoch lustlos, spielte nie als Mannschaft und erzielte mit seinem elften Platz die schlechteste Platzierung aller Zeiten.

Insgesamt besuchten 318.449 Zuschauer die 56 Partien des Turniers, wobei nur wenige Spiele ausverkauft waren. Zu diesen gehörten das Finalspiel, die Vorrundenpartie zwischen Russland und den USA sowie die Zwischenrundenpartie zwischen Finnland und Tschechien.

Austragungsorte Die A-Weltmeisterschaft wurde in Sankt Petersburg in zwei Spielstätten ausgetragen. Der Eispalast Sankt Petersburg bietet 12.300 Plätze und ist normalerweise der Spielort des SKA Sankt Petersburg. Der Jubileiny-Sportkomplex, sonst Spielort der Basketballmannschaft BK Spartak Sankt Petersburg, bietet 7.012 Plätze. Sankt Petersburg Eispalast Sankt PetersburgKapazität: 12.350 Jubileiny-SportkomplexKapazität: 7.012 x150px|Eispalast Sankt Petersburg x150px|Jubileiny-Sportkomplex

Teilnehmer Am Turnier nahmen die folgenden 16 Mannschaften teil: 13 aus Europa Finnland Frankreich Italien Lettland Norwegen Österreich Russland Schweden Schweiz Slowakei Tschechien Ukraine Belarus 2 aus Nordamerika Kanada USA 1 aus Asien Japan

Vorrunde Gruppe A

Abschlusstabelle RF Team Sp Sg Un NL Tore TD Pkte.1 Schweden330017:3+146:02 Lettland32019:7+ 24:23 Belarus310210:16- 62:44 Ukraine30036:16-100:6

Gruppe B

Abschlusstabelle RF Team Sp Sg Un NL Tore TD Pkte.1 Slowakei321010:4+65:12 Finnland312011:5+64:23 Italien31025:12-72:44 Österreich30123:8-51:5

Gruppe C

Abschlusstabelle RF Team Sp Sg Un NL Tore TD Pkte.1 Tschechien330012:4+ 86:02 Norwegen320113:7+ 64:23 Kanada310210:6+ 42:44 Japan30033:21-180:6

Gruppe D

Abschlusstabelle RF Team Sp Sg Un NL Tore TD Pkte.1 USA32109:5+45:12 Schweiz31118:9-13:33 Russland310210:7+32:44 Frankreich31027:13-62:4

Abstiegsrunde um die Plätze 13–16, Gruppe G

Abschlusstabelle RF Team Sp Sg Un NL Tore TD Pkte.1 Österreich321011:8+ 35:12 Ukraine32019:5+ 44:23 Frankreich311112:8+ 43:34 Japan30035:16-110:6

Zwischenrunde Gruppe E direkte Vergleiche der Vorrunde werden übernommen

Abschlusstabelle RF Team Sp Sg Un NL Tore TD Pkte.1 USA532013:7+68:22 Schweiz522114:12+26:43 Schweden521216:11+55:54 Lettland512212:13-15:55 Belarus52039:17-84:66 Russland51048:12-42:8

Gruppe F

Am letzten Spieltag der Zwischenrunde besiegten die Kanadier das slowakische Nationalteam mit 4:3 und erreichte damit den dritten Erfolg in Serie.rp-online.de, Nordamerika mit neuer Eishockey-Lust

Abschlusstabelle RF Team Sp Sg Un NL Tore TD Pkte.1 Tschechien540125:11+148:22 Finnland531122:15+ 77:33 Kanada530219:10+ 96:44 Slowakei521222:15+ 75:55 Norwegen511310:24-143:76 Italien50145:28-231:9

Play-offs Turnierbaum

Viertelfinale Viertelfinale

Halbfinale Der Außenseiter Slowakei und Titelverteidiger Tschechien qualifizierten sich für das Endspiel um die Goldmedaille. Die 1994 noch drittklassigen Slowaken machten mit dem überraschenden 3:1-Erfolg gegen Vize-Weltmeister Finnland den Traum des „Suomi“-Teams vom zweiten Titel nach 1995 zunichte.rp-online.de, Außenseiter-Duell um den WM-Titel 12. Mai 200016:30 Uhr FinnlandT. Lydman (24:22) 1:3(0:2, 1:1, 0:0) SlowakeiJ. Pardavý (6:38)M. Šatan (11:46)R. Kapuš (24:55) Eissportarena, Sankt PetersburgZuschauer: 10.800 12. Mai 200020:30 Uhr TschechienD. Výborný (17:03) R. Reichel (51:07) 2:1(1:1, 0:0, 1:0) KanadaB. Isbister (17:36) Eissportarena, Sankt PetersburgZuschauer: 11.700

Spiel um Platz 3 14. Mai 200014:30 Uhr FinnlandJ. Hentunen (35:29) M. Tuomainen (49:02) 2:1(1:0, 0:1, 1:0) KanadaA. Aucoin (7:37) Eissportarena, Sankt PetersburgZuschauer: 10.700

Finale 14. Mai 200018:30 Uhr Tschechien M. Sýkora (6:04) T. Vlasák (9:34)M. Procházka (12:25)J. Tomajko (43:35)R. Reichel (58:58) 5:3(3:0, 0:1, 2:2) SlowakeiM. Štrbák (27:43)M. Hlinka (55:22)M. Šatan (57:38) Eissportarena, Sankt PetersburgZuschauer: 12.350 (ausverkauft)

Im Endspiel der 64. Weltmeisterschaft feierte der Olympiasieger von 1998, Tschechien, einen 5:3-Sieg und beendete damit den sensationellen Höhenflug des Außenseiters Slowakei. Michal Sýkora (7. Spielminute), Tomáš Vlasák (10.), Martin Procházka (13.), Jan Tomajko (44.) und Robert Reichel kurz vor Spielende sicherten vor 12.350 Zuschauern in der Eissportarena den 17. Erfolg der Tschechen im 19. Duell seit der Auflösung der Tschechoslowakei Ende 1992. Für die Slowaken, die vor fünf Jahren noch zweitklassig waren, platzte nicht nur der Traum vom WM-Triumph, sondern auch vom ersten Sieg über das tschechische Nationalteam. Martin Štrbák (28.), Miroslav Hlinka (56.) und NHL-Star Miroslav Šatan (58.) trafen für die Slowakei.spiegel.de, Tschechien ist Weltmeister

Abschlussplatzierungen RF Team1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16

in die A-WM-Qualifikation: Absteiger: Aufsteiger

Meistermannschaften Weltmeister Tschechien Roman Čechmánek, Vladimír Hudáček, Dušan Salfický – Petr Buzek, František Kučera, Michal Sýkora, Martin Štěpánek, Ladislav Benýšek, František Kaberle, Radek Martínek – Jiří Dopita, Robert Reichel, Jan Tomajko, David Výborný, Tomáš Vlasák, Václav Prospal, Pavel Patera, Martin Procházka, Martin Havlát, Václav Varaďa, Michal Broš, Petr Čajánek, Martin ŠpaňhelTrainerstab: Josef Augusta, Vladimír Martinec SilberSlowakei Pavol Rybár, Ján Lašák, Miroslav Lipovský – Ľubomír Sekeráš, Ivan Droppa, Stanislav Jasečko, Zdeno Chára, Peter Podhradský, Ľubomír Višňovský, Martin Štrbák, Radoslav Suchý – Miroslav Šatan, Ľubomír Hurtaj, Richard Kapuš, Peter Bartoš, Vlastimil Plavucha, Miroslav Hlinka, Ján Pardavý, Peter Pucher, Michal Hreus, Ľubomír Vaic, Ronald Petrovický, Ľuboš Bartečko, Michal HandzušTrainerstab: Ján Filc, Ernest Bokroš, Vladimír Šťastný BronzeFinnland Pasi Nurminen, Ari Sulander, Vesa Toskala – Aki-Petteri Berg, Jere Karalahti, Jyrki Lumme, Toni Lydman, Antti-Jussi Niemi, Janne Niinimaa, Petteri Nummelin – Antti Aalto, Raimo Helminen, Jukka Hentunen, Olli Jokinen, Tomi Kallio, Niko Kapanen, Juha Lind, Ville Peltonen, Kimmo Rintanen, Toni Sihvonen, Esa Tikkanen, Marko Tuomainen, Tony VirtaTrainerstab: Hannu Aravirta, Jari Kaarela, Esko Nokelainen

Auszeichnungen Spielertrophäen Auszeichnung Spieler Team Wertvollster Spieler Martin Procházka Bester Torhüter Roman Čechmánek Bester Verteidiger Petteri Nummelin Bester Stürmer Miroslav Šatan

All-Star-Team A