mini|Die Gießeler Höhe (Hans am Ende) für das IR 163 (1916)

Das Schleswig-Holsteinische Infanterie-Regiment Nr. 163 war ein Infanterieverband der Preußischen Armee. Während des Ersten Weltkriegs kämpfte es an der Westfront und bestand seine Feuertaufe in der Schlacht von Noyon.

Organisation mini|Gruppenbild einer Korporalschaft des Regiments

Name Am 27. Januar 1902 erließ Wilhelm II. den Armee-Befehl, dass die bislang noch ohne landmannschaftliche Bezeichnung geführten Verbände zur besseren Unterscheidung und zur Traditionsbildung eine Namenserweiterung erhielten. Das Regiment führte daher ab diesem Zeitpunkt die Bezeichnung Schleswig-Holsteinisches Infanterie-Regiment Nr. 163.

Die Garnison-Stadt Neumünster schenkte dem Regiment einen Schellenbaum aufgrund des 10-jährigen Bestehens des Regiments.

Unterstellungen Vorabend des Ersten Weltkriegs IX. Armee-Korps in Altona 17. Division in Schwerin 81. Infanterie-Brigade in Lübeck Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162 in Lübeck Schleswig-Holsteinisches Infanterie-Regiment Nr. 163

Erster Weltkrieg Das Regiment war während des gesamten Krieges der 81. Infanterie-Brigade der 17. Reserve-Division unterstellt. Sie gehörte zum IX. Reserve-Korps (Nordarmee) der 1. Armee. Ende September 1915 wechselte das Korps von der 1. zur 2. Armee (Rupprecht von Bayern) und wurde im Juli 1916 wieder der 1. unter General Fritz von Below, welche zu jener Zeit der Armeegruppe „Gallwitz“ angehörte, unterstellt.

Gliederung I. und II. Bataillon in Neumünster III. Bataillon in Lockstedter Lager / bei Itzehoe. Die Kaserne in Heide / Dithmarschen war noch nicht fertiggestellt. Das III. Bataillon rückte daher direkt vom Lockstedter Lager in den I. Weltkrieg ein.

Unterstellte Truppenteile Oktober 1913 hatte das Regiment als Teil des I. Bataillons eine MG-Kompanie ein Hauptmann sechs Maschinengewehre mit der Mobilmachung wurde eine Radfahrer-Abteilung geschaffen ein Leutnant vierzig Mann ab 1916 erhielt jedes Bataillon einen Beobachtungs-Offizier. Ab da wurden die verwendeten Karten in Planquadrate aufgeteilt. 3. August 1916 MG-Scharfschützen-Trupp 150 wird zugeteilt. Im November wurde er wieder entlassen. 26. August 1916 – Bildung der Bau-Kompanie ein Vizefeldwebel sechs Unteroffiziere fünfzig Mann zur Bedienung der am 15. September 1916 zugewiesenen neuen Bewaffnung wurde eine MW-Kompanie gebildet ein Leutnant zwölf Granatwerfer ab 28. Oktober 1916 wurde in jedem Bataillon eine MG-Kompanie gebildet auf Befehl des Generalkommandos wurde beim Regiment am 10. November 1916 eine Lehr-Kompanie für die Ausbildung im Grabenkampf gebildet. Es lehrte in MorsledeSchreibweise aus dem Buche Ritters (1926) entnommen. ein Leutnant drei Züge (einer pro Bataillon) à drei Gruppen am 29. Januar 1917 wurde die Regiments-M.W.K. aufgelöst. in jedem Bataillon wurde eine neue aufgestellt die Granatwerfer traten zu den M.W.K.s in jeder Kompanie wurden zwölf Mann am leichten Minenwerfer (MW) ausgebildet, um mögliche Mannschaftsausfälle in den MW-Kompanien zu kompensieren am 2. März 1917 wurde in jedem Regiment eine Nachrichten-Kompanie (Nachrichten-Mittel-Abteilung = N. M. A.) gebildet ein Leutnant alle Fernsprecher alle Lichtsignalisten

Abtretungen Am 1. Oktober 1913 trat das Regiment eine Kompanie zur Bildung des III. Bataillons des Infanterie-Regiments „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162 ab. 15. Mai 1915 – 13. und 14. Kompanie werden als 11. und 12. Kompanie an das neu aufzustellende Infanterie-Regiment Nr. 187 abgegeben.Wolf Jan Dose (Hrsg.): Die 187er im Felde. Eigenverlag. Hamburg 1922. 25. August 1916 190 Mann 6. Bay. Mineur-Kompanie Zehn Mann zur Pionier-Kompanie 268 5. September 1916 – Abgabe einer Kompanie an neu aufzustellendes Ersatz-Infanterie-Regiment X, aus dem am 12. September 1916 das Infanterie-Regiment Nr. 394 gebildet wurdeJürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria. Wien 2007. ISBN 978-3-902526-14-4. S. 253, 343.

Bewaffnung und Ausrüstung Hauptbewaffnung Das Regiment wurde mit dem Gewehr 88 und dem Seitengewehr 71 bewaffnet ab Februar 1915 wurden die Soldaten des Regiments mit Handgranaten ausgerüstet August 1915 Minenwerfer August 1915 Gas am 5. August 1916 wurden erstmals Stahlhelme in die vorderste Linie befördert am 15. September 1916 wurden dem Regiment zwölf Granatwerfer zugewiesen

Uniform mini|hochkant=0.3|

Als Bestandteil der Preußischen Armee trug es die entsprechende Infanterieuniform. Neben der schwarz-weiß-roten Reichskokarde führte es die schwarz-weiße Landeskokarde am Helm und an der Mütze. Die weißen Schulterklappen trugen die rote Nummer „163“, die Patten rot mit gelber Paspel.Der Waffenrock Die Knöpfe, die die Schulterklappen befestigten und deren Nummer die der Kompanie des Trägers war, waren aus Tombak.Vgl. auch Mantel

Fahne mini|hochkant|Regimentsfahne

Am 16. Oktober 1897 verlieh der Kaiser den Bataillonen ihre Fahne. Bei deren Nagelung schlug dieser den ersten Nagel ein. Deren Weihe fand am Folgetag vor dem Denkmal Friedrichs des Großen statt.

Das Aussehen von den Fahnen der Linien-Infanterie-Regimenter der Preußischen Armee war dem Korps, zu dem das Regiment gehörte, entsprechend reglementiert.Martin Lezius: Fahnen und Standarten der alten preußischen Armee. Franckh’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1935.

Die seidenen Fahnen zeigten auf weißem Grunde ein schwarzes Kreuz, in dessen Mitte der friederizianische Adler emporstieg. In den vier Ecken war in Gold der kaiserliche Namenszug eingestickt. Zum Gottesdienst standen die Fahnen am Altar der Garnisonkirche, der Vicelinkirche in Neumünster.

Anlässlich der Jahrhundertwende erhielten die Fahnen Fahnenbänder mit goldenen Spangen, welche die Jahreszahlen 1900 und 1901 trugen.

Im Januar 1913 übergab dem III. Bataillon Oberst Trützschler von Falkenstein gemäß A.K.O. vom 1. Januar seine Fahne.

Die heute unverständliche Bedeutung einer Fahne wird anhand einer Begebenheit am Anfang des Krieges in der Regimentsgeschichte geschildert. Es begab sich, dass beim Zurückgehen des I. Bataillons nördlich L'Ecouvillons dessen Fahne in Gefahr geriet. Sechs Mann, so wird geschildert, eilten zurück und brachten die Fahne ins Bataillon zurück. Hierbei fielen von ihnen drei.

Am 27. Januar 1915, des Kaisers Geburtstag, wurden die Regimentsfahnen von dessen Ruhekompanien anlässlich der aus jenem Anlass östlich Orvals vor dem Regimentskommandeur abgehaltenen Parade letztmals entfaltet. Nach Ende des Krieges wurden die Fahnen ins Zeughaus nach Berlin überführt.

Heute, Mai 2025, stehen die Fahnen der Bataillone des Regiments im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Vollständig, mit sichtbaren Restaurierungsarbeiten, ist nur noch die Fahne des II. Bataillons vorhanden, die des I. und II. Bataillons nur noch rudimentär vorhanden, z. B. ohne Fahnentuch, nur noch die Fahnenstangen.

Geschichte Gründung Am 1. April 1897, dem Jahrestag der Geburt Bismarcks, wurde es im Zuge der Heereserweiterung 1897 aus den Regimentern der 18. Division – dem 31., 84., 85 und 86 – gegründet.

Per Gesetz, betreffend die Friedens-Präsenzstärke des deutschen Heeres vom 3. August 1893 waren u. a. diese um zwei Kompanien erweitert worden. Dieses IV. Halbbataillon gaben sie nun, per Version des Gesetzes vom 28. Juni 1896, wieder ab. Es wurden 33 neue Regimenter zu zwei Bataillonen gebildet. Die Allerhöchste Kabinetts-Ordre (A.K.O.) vom 29. August 1899 legte den 31. März 1897 als Stiftungstag fest.

Mit der Ergänzung des Gesetzes der Friedenpräsenzstärke des Jahres 1911 vom 14. Juni 1912, die Anzahl der Bataillone stieg von 634 auf 651, erhielt das Regiment sein III. Bataillon. Als dessen Garnisonsstadt war Heide ausersehen. Das Bataillon wurde durch Kompanieabtretungen der Infanterie-Regimenter Nr. 75, 84, 85 und 86 aufgestellt. Bataillonsführer wurde Major Alexander Kutscha.

Garnison mini|Kaserne des Regiments (sog. Neue Kaserne) in Neumünster 1906

Die vorher in Neumünster garnisonierte Reitende Abteilung des Feldartillerie-Regiments Nr. 9 wurde nach Itzehoe verlegt. Ihre Kaserne bezogen die 6. und 8. Kompanie des Regiments. Der Rest musste sich vorerst mit Massenquartieren der Stadt begnügen, bis die von der Stadt errichteten Kasernen bezugsfertig waren.

Die Schießstände standen in Krogaspe, das Exerzieren fand zunächst auf dem Ehndorfer Exerzierplatz statt. Als sich dieser mit der Zeit als den Anforderungen nicht mehr genügend erwies, erwarb man ein Gelände an der Boostedter-Chaussee. Der neue Platz erhielt in Erinnerung an Oberst Kurt von dem Borne den Namen „Borneplatz“.

Da im Oktober 1912, als das Regiment sein III. Bataillon erhielt, in dessen neuen Garnisonsstadt die Kaserne noch nicht bezugsfertig war, musste es sich vorerst die Lagerbaracken des Lockstedter Lagers mit dem dortigen Fußartillerie-Regiment Nr. 20 teilen. Für den 1. Oktober 1914 war der Bezug der neuen Kaserne vorgesehen. Zu jenem Zeitpunkt war das Regiment jedoch bereits vor Dreslincourt.

Friedenszeit Bereits 1898 nahm das Regiment als Korpsfremdes Regiment am Kaisermanöver, was in Hannover und Westfalen zwischen den Armee-Korps VII. und X. stattfand, teil. Es war dabei die einzige militärische Einheit des IX. AK.

1904 starben aber auch die ersten Regimentsmitglieder. Sie hatten sich zur Schutztruppe für Südwestafrika gemeldet und fielen im Kampf gegen die Hereros.

Zum 1904 in Mecklenburg stattfindenden Kaisermanöver trat das Regiment erstmals mit einem III. Bataillon an, dass aus zur Übung eingezogenen Reservisten bestand.

Alljährlich marschierte das Regiment zu Gefechts- und Schießübungen sowie dem abhalten des Batillons-, Regiments- und Brigadeexerzierens ins Lockstedter Lager.

Die Schießübungen fanden in Krogaspe statt, das Exerzieren wurde auf dem Ehndorfer Exerzierplatz geübt. Der Platz genügte jedoch nach bald nicht mehr den an ihn gestellten Anforderungen. Ein diesen Anforderungen genügender Platz wurde an der Boostedter Chaussee erworben.

Dieses wurde vorerst Heimat des 1912 aufgestellten zusätzlichen Bataillons.

Ab 1. Oktober 1913 war die MG-Kompanie zu sechs bespannten Gewehren etatmäßiger Bestandteil des Regiments.

Offizier Mann Pferde MG Σ Verpflegungsstärke 85 3.303 232 3.629 Gefechtsstärke 68 2997 6 3.071

Erster Weltkrieg „Als eine Truppe von hohem militärischem Wert sollte das Regiment Nr. 162, und somit auch dieses, nun vielfach an gefährdeten Frontabschnitten eingesetzt werden.“Antjekathrin Graßmann: Lübeckische Geschichte, Verlag Schmidt-Römhild, 3. verbesserte und ergänzte Auflage. 1997, ISBN 3-7950-3215-6.

Mit seinem Schwesterregiment bildete es die 81. Infanterie-Brigade. Diese wurde zu Beginn des Ersten Weltkriegs Bestandteil der 17. Reserve-Division, welche dem IX. Reserve-Korps (Nordarmee) angegliedert war.

1914 Nach der Mobilmachung wurde das Regiment zuerst beim Grenzschutz in Nord-Schleswig eingesetzt. Von hier wurde es nach Belgien versetzt. In Löwen machte es seine ersten, von ihnen seinerzeit als Kampferfahrungen gewerteten, Erfahrungen bei den dortigen Vorkommnissen. Nach dem Einmarsch in Frankreich kämpfte es bei der Schlacht in Noyon und an der Oise. Der Bewegungs- wich dem Stellungskampf bei Laucourt und Cannectancourt.

1915 Nach der Schlacht bei Soissons folgen wieder Stellungskämpfe bei Cannectancourt und Laucourt. Ab März 1915 wurde das Regiment, per Befehl, um ein Halbbataillon (13. und 14. Kompanie) vergrößert. Im Anschluss an die Schlacht bei Moulin-sous-Touvent kehrte man zurück nach Laucourt, bevor das Regiment zu den Stellungskämpfen ins Artois verlegt wurde. mini|Sommeschlacht

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