Markus Babbel (* 8. September 1972 in München) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer. Zuletzt war er Cheftrainer der Western Sydney Wanderers. Mit der deutschen Fußballnationalmannschaft wurde er 1996 Europameister. Seit 2021 arbeitet er auch als TV-Experte.
Spielerkarriere Verein Markus Babbel begann seine Fußball-Laufbahn beim TSV Gilching-Argelsried. Danach spielte er in den Jugendmannschaften des FC Bayern München und war parallel für die Jugendauswahl des DFB international aktiv. Babbel bekam 1991 einen Profivertrag bei Bayern München und spielte daraufhin in der Bundesliga als Abwehrspieler für seinen Verein. 1992 spielte er als Leihgabe für zwei Jahre als Stammspieler beim Hamburger SV. Nach seiner Rückkehr 1994 nach München setzte er sich auch bei den Bayern durch und gewann dreimal die deutsche Meisterschaft, zweimal den DFB-Pokal und einmal den UEFA-Pokal.
2000 verließ Babbel die Bundesliga und wechselte nach England zum Erstligisten FC Liverpool, mit dem er 2001 ebenfalls den UEFA-Pokal gewann. Seine Karriere wurde zeitweilig von einer Nervenkrankheit, dem Guillain-Barré-Syndrom, unterbrochen. Nach seiner Genesung wurde er von Liverpool 2003 an die Blackburn Rovers ausgeliehen.
Im Sommer 2004 wechselte Babbel zurück in die Bundesliga zum VfB Stuttgart, um Marcelo Bordon als Innenverteidiger nachzufolgen. In der Saison 2005/06 fand Babbel im System des Trainers Giovanni Trapattoni zunächst kaum Berücksichtigung, später wurde er wieder Stammspieler. Unter Trapattonis Nachfolger Armin Veh kam er nur noch selten zum Einsatz. Zum Abschluss seiner aktiven Karriere gewann er mit dem VfB im Sommer 2007 die deutsche Meisterschaft. Das DFB-Pokal-Finale 2007 gegen den 1. FC Nürnberg ging verloren.
In den höchsten Ligen Deutschlands und Englands bestritt Markus Babbel insgesamt 355 Spiele und erzielte 18 Tore. Im Europapokal wurde er in 77 Partien eingesetzt.
Nationalmannschaft Mit der deutschen U21 nahm Babbel an der Qualifikation zur U-21-Europameisterschaft 1994 teil, das Team verpasste aber als zweiter hinter Spanien die Endrunde. 1993 nahm Babbel mit der Bundeswehr-Nationalmannschaft an der Militär-Weltmeisterschaft in Marokko teil und belegte den dritten Rang.
Für die A-Nationalmannschaft bestritt er 51 Spiele, in denen er ein Tor (am 6. September 1995 beim 4:1 gegen Georgien) erzielte. Seinen Einstand gab er am 22. Februar 1995 in Jerez de la Frontera beim 0:0 gegen Spanien. Babbel war Teilnehmer an der Europameisterschaft 1996, löste bei diesem Turnier den verletzten Jürgen Kohler als Innenverteidiger ab und stand in der Elf, die im Finale Tschechien mit 2:1 Toren nach Verlängerung bezwang.
Für den Gewinn der Fußballeuropameisterschaft verlieh ihm der Bundespräsident Roman Herzog 1996 das Silberne Lorbeerblatt.Ullstein Bild Blog 1996: blog.ullsteinbild.de/gallery/2016-2/1996/
Auch an der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich nahm er teil. Nach der 0:1-Niederlage am 17. Juni 2000 gegen England im Gruppenspiel der EM in Belgien und den Niederlanden, bei der die deutsche Mannschaft in der Vorrunde ausschied, trat Babbel als Nationalspieler zurück.
Trainerkarriere VfB Stuttgart Markus Babbel wurde nach dem Ende seiner Karriere als Spieler Assistenztrainer beim VfB Stuttgart. Vom 1. Juli 2007 bis 22. November 2008 war er Co-Trainer von Armin Veh. Nach dessen Entlassung am 23. November 2008 wurde Babbel zum Teamchef des VfB Stuttgart befördert. Aufgrund einer fehlenden Fußballlehrerlizenz hätte Babbel die Mannschaft nach damaligem Stand nur mit einer bis zum 30. Juni 2009 befristeten Sondergenehmigung trainieren dürfen, aufgrund einer Reform des Trainerlehrgangs durch den DFB durfte Babbel jedoch den VfB auch darüber hinaus betreuen.
Am 6. Mai 2009 unterschrieb Babbel einen bis Ende Juni 2011 datierten Vertrag beim VfB Stuttgart.Babbel verlängert beim VfB Unter Babbels Leitung spielte der VfB in der Saison 2008/09 die zweitbeste Rückrunde aller Mannschaften und hatte bis zum letzten Spieltag Chancen auf die Meisterschaft. Am Saisonende belegte der Verein den dritten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an den Qualifikationsspielen für die UEFA Champions League 2009/10 berechtigte.
Nach nur zwei Siegen aus den ersten 15 Saisonspielen der Saison 2009/10 und einem Sieg in fünf Spielen der Champions League wurde Babbel am 6. Dezember 2009 in Stuttgart beurlaubt. Sein Nachfolger wurde der Schweizer Trainer Christian Gross, der zuvor den FC Basel trainiert hatte.VfB entlässt Markus Babbel Babbels kritische Reflexion des Fußballgeschäfts im Zusammenhang mit seiner Beurlaubung wurde von vielen Kommentatoren als zutreffend und präzise gelobt.
Hertha BSC Im April 2010 erwarb Babbel das Fußballlehrerdiplom an der Hennes-Weisweiler-Akademie der Deutschen Sporthochschule Köln,Oliver Schäfer am Ziel. In: Die Rheinpfalz, 3. April 2010. erst danach durfte er sich offiziell als Cheftrainer mit Trainerlizenz bei Profivereinen anwerben.
Zur Saison 2010/11 wurde Babbel erstmals offiziell Cheftrainer bei Hertha BSC in der 2. Bundesliga. Der Vertrag verlängerte sich am 25. April 2011 aufgrund des Aufstiegs in die Bundesliga gemäß einer Klausel bis 2012. Drei Spieltage vor Saisonende konnte die Hertha mit zwölf Punkten Vorsprung auf den dritten Tabellenplatz nicht mehr von einem direkten Aufstiegsplatz verdrängt werden.
In der Hinrunde 2011/12 rangierte der Club unter Babbel im Mittelfeld der Tabelle. Markus Babbel plante, zum Saisonende seine Tätigkeit bei Hertha BSC zu beenden. Darüber hatte er laut eigener Aussage Manager Michael Preetz schon Anfang November informiert. Dieser betonte aber, nie ein derartiges Gespräch mit Babbel geführt zu haben und bezeichnete Babbels Aussage als „schlicht falsch“. Daraufhin bezichtigte Hertha-Präsident Werner Gegenbauer Babbel der Lüge (Zitat: „Jetzt sollte man nicht mit Baron-Münchhausen-Geschichten kommen“). Seiner Ansicht nach hätte man erst seit dem 13. Dezember Bescheid gewusst. Am nächsten Tag beurlaubte man Babbel mit sofortiger Wirkung. Am 22. Dezember 2011 ließ Hertha BSC verlauten, dass der Streit mit Babbel beigelegt worden sei.
Weitere Trainerkarriere Am 10. Februar 2012 wurde Babbel neuer Cheftrainer bei der TSG 1899 Hoffenheim. Er unterschrieb einen Vertrag bis 2014.Markus Babbel wird neuer Cheftrainer von 1899 Hoffenheim Von März bis September 2012 war er zudem Manager des Vereines.Ernst Tanner nicht länger Manager der TSG 1899 HoffenheimAndreas Müller neuer Manager Sport bei der TSG Hoffenheim Am 3. Dezember 2012 wurde Babbel von seiner Aufgabe als Cheftrainer in Hoffenheim entbunden. Der Verein war mit Ambitionen auf einen Platz, der für die internationalen Wettbewerbe berechtigt, in die Saison gestartet, aber nach 15 Spieltagen stand er mit neun Niederlagen bei drei Siegen auf dem Relegationsplatz.
Im Oktober 2014 übernahm Babbel den abstiegsgefährdeten Schweizer Superligisten FC Luzern als Nachfolger von Carlos Bernegger. fcl.ch, abgerufen am 13. Oktober 2014. Sein Debüt in der Super League endete am 19. Oktober 2014 (12. Spieltag) mit 0:0 gegen den FC Vaduz. (t-online.de am 19. Oktober 2014) Trotz zwei Siegen und zwei Unentschieden überwinterte Babbel mit seinem Team mit zwei Punkten Rückstand auf den FC Sion auf dem zehnten und damit letzten Platz. Die Rückrunde brachte aufgrund von zehn Siegen, vier Unentschieden und vier Niederlagen den 5. Platz in der Abschlusstabelle ein. Am 12. Februar 2016 verlängerte Babbel vorzeitig seinen Vertrag um zwei Jahre bis Ende Juni 2018. fcl.ch, 12. Februar 2016. Aufgrund von Differenzen mit der Vereinsführung kündigte Markus Babbel am 3. Januar 2018 seinen Rücktritt per Ende Saison 2017/18 an. Die Vereinsführung reagierte darauf zwei Tage später mit der sofortigen Freistellung von Markus Babbel.
Im Mai 2018 wurde Babbel neuer Cheftrainer des australischen Vereins Western Sydney Wanderers. Im Januar 2020 wurde er nach drei Niederlagen in Folge entlassen.Auch Babbel in Australien entlassen. Kicker, 20. Januar 2020, abgerufen am 1. Januar 2021.
Erfolge und Titel Bayern München Deutscher Meister (3): 1996/97, 1998/99, 1999/00 DFB-Pokalsieger (2): 1998, 2000 UEFA-Pokalsieger: 1996 Ligapokalsieger (3): 1997, 1998, 1999
FC Liverpool FA Cupsieger: 2001 Englischer Ligapokalsieger: 2001 Englischer Superpokalsieger: 2001 UEFA-Pokalsieger: 2001 UEFA-Supercupsieger: 2001
VfB Stuttgart Deutscher Meister: 2006/07
Nationalmannschaft Europameister: 1996
Trainer Mit dem VfB Stuttgart: 2009 Dritter der Meisterschaft (Bundesliga) – Qualifikation für die Champions League Mit Hertha BSC: 2011 Aufstieg in die 1. Bundesliga als Meister der 2. Bundesliga
Persönliches Babbel ist zum dritten Mal verheiratet. Aus der ersten und zweiten Ehe hat er jeweils zwei Kinder, sein fünftes Kind wurde 2015 geboren. Mutter des Mädchens ist seine dritte Frau, die Journalistin Tina Babbel.https://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/trauung-in-bad-duerkheim-fcl-babbel-hat-ja-gesagt-id6804384.html Sie wohnen in Viernheim in der Rhein-Neckar-Region.Begeistert-von-seiner-neuen-Wahlheimat, Weinheimer Nachrichten, 9. Juni 2020
Er trägt die Wappen seiner bisherigen Vereine als Spieler und Trainer als Tätowierung auf seinem rechten Oberarm.
Markus Babbel ist großer Fan von Heavy Metal und Hard Rock und legt als Hard'n'Heavy-DJ auf Veranstaltungen aufARD Brisant. TV-Boulevardmagazin, 29. März 2026, 43 Min. Mit einem Beitrag über Hard'n'Heavy-DJ Markus Babbel auf dem rockmusikalischen Ski-Event Full Metal Mayrhofen. Moderation: Kamilla Senjo. Bericht: Stefan Reck. Eine Produktion von MDR Fernsehen., wie beispielsweise 2025 in Wacken und 2026 auf Full Metal Mayrhofen sowie auf der Full Metal Cruise.
Fernsehauftritte Seit 2021 ist er Experte in der Web-Show von ran,Markus Babbel in der ran-Webshow: Die besten Aussagen vom 2. April 2021 u. a. während der U-21-Fußball-Europameisterschaft 2021.[https://www.ran.de/fussball/bund esliga/bundesliga-webshow-countdown-zur-u21-em-mit-rene-adler-und-markus-babbel-122426 Webshow mit Rene Adler und Markus Babbel - RAN] vom 27. Mai 2021 Er war 2025 während der U-21 Fußball-Europameisterschaft 2025 TV-Experte für SWRSWR Sport mit Fußball-Experte Markus Babbel, auf ardmediathek.de und ran.U21-EM 2025: Deutschland im Viertelfinale - Markus Babbel zieht Erkenntnisse der DFB-Vorrunde, auf ran.de 2026 nahm er gemeinsam mit seiner Ehefrau Tina an Most Wanted – Wer entkommt? teil.
Weblinks
Literatur
Einzelnachweise Kicker-Sportmagazin Nr. 47 (23. Woche), 10./11. Juni 1993, Seite 21.
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