mini|300px|Die Rekord-Weltmeisterin Therese Klompenhouwer Die Damen-Dreiband-Weltmeisterschaft wird seit 2004 in der Karambolagevariante Dreiband ausgetragen. 1999 und 2002 gab es zwei Vorläuferturniere.
Geschichte Durch die positive Entwicklung der World Challenge Turniere und Weltmeisterschaften der Junioren wurde der Ruf nach einem ähnlichen Turnier bei den Damen immer lauter. Aus diesem Grund wurde um das Jahr 2000 die Dreiband-Szene der Damen verstärkt gefördert. Dazu wurde in den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Spanien eine sogenannte Ladies Tour organisiert. Wie bei den Junioren wurde zunächst ein Probelauf gestartet, 1999 die „Ladies World Masters“ in den Niederlanden und 2002 die „1st World Challenge“ in Spanien. 2004 fand dann endlich, mit Genehmigung des Karambolage-Weltverbandes UMB (Union Mondiale de Billard), die erste offizielle WM statt. Geplant war, dass sie alle zwei Jahre im Wechsel mit der Junioren-Dreiband-Weltmeisterschaft bzw. Damen-Dreiband-Europameisterschaft ausgetragen wird. 2010 fand jedoch keine Weltmeisterschaft statt. Ausgerichtet wird sie von der UMB.
Die Japanerin Orie Hida hat von 1999 bis 2008 alle Turniere gewonnen und ist damit alleinige Rekordtitelinhaberin. Abgelöst wurde sie 2012 von Natsumi Higashiuchi, ebenfalls aus Japan. Bei Weltmeisterschaften führt Therese Klompenhouwer mit fünf Titeln.
Zusammenfassung WM 2012 Die amtierende Vizeweltmeisterin Karina Jetten aus den Niederlanden schaffte es 2012, die japanische Seriengewinnerin im letzten Spiel der Qualifikation knapp mit 25:24 zu besiegen und damit vorzeitig aus dem Turnier zu werfen. Zuvor hatte Hida schon gegen ihre japanische Kollegin Namiko Hayashi klar mit 13:25 verloren und damit in der Gruppenphase nur Platz 3 erreicht.Ergebnisse Gruppenphase WM 2012 (PDF; 144 kB) auf UMB.org. Abgerufen am 22. November 2012. Mit 0,826 hatte sie zwar den besten Generaldurchschnitt, die Platzierung reichte aber nicht für das Viertelfinale.Ergebnisse Gruppenphase WM 2012 auf Kozoom.com. Abgerufen am 22. November 2012.
Die Finalrunde wurde ab dem Viertelfinale ausgetragen. Das Feld wurde von den Asiatinnen (4 Japanerinnen und 2 Koreanerinnen) dominiert. Allein die Niederlande konnten mit Karina Jetten und Therese Klompenhouwer zwei Europäerinnen ins Finale schicken. Alle Japanerinnen konnten sich im Viertelfinale gegen ihre Konkurrentinnen durchsetzen, sodass schon das Halbfinale zu einer internen Angelegenheit des Gastgeberlandes wurde. Im Finale setzte sich dann Natsumi Higashiuchi klar mit 25:15 in 19 Aufnahmen (ED 1,316) gegen Yuko Nishimoto durch. Sie spielte damit auch den besten Einzeldurchschnitt des Turniers. Japan konnte damit wieder einmal die Siegerin stellen und hält nun alle sechs Titel (incl. Vorturniere). Die Deutschtürkin Gülşen Degener spielte ebenfalls unter ihrer gewohnten Leistung und kam im Endklassement nur auf Platz 10. Aus europäischer Sicht galt Therese Klompenhouwer als Nachfolgerin Hidas und Favoritin des Turniers, aber auch sie scheiterte im Viertelfinale und stand am Ende auf Platz 7. Anfang Dezember wird sie als einzige Frau am dritten Dreiband-Weltcup des Jahres im ägyptischen Hurghada teilnehmen. Insgesamt gesehen schaffte es keine der Spielerinnen, einen GD über 1 zu spielen, sie liegen dabei weit unterhalb des Niveaus von 1999. Bei den Herren lag der beste GD der letzten WM bei 1,983, gespielt von Eddy Merckx. Allerdings dürfte die Tatsache, dass sowohl alle Titelträgerinnen der WM als auch alle Podestplatzierungen der letzten WM aus demselben Land kommen, im Billardsport einmalig sein. Von allen 24 bisher vergebenen Medaillen hat Japan 14 mit nach Hause nehmen können.Ergebnisse Viertelfinale WM 2012 (PDF; 29 kB) auf UMB.org. Abgerufen am 23. November 2012.Ergebnisse Halbfinale/Finale WM 2012 (PDF; 35 kB) auf UMB.org. Abgerufen am 23. November 2012.Abschlusstabelle WM 2012 (PDF; 68 kB) auf UMB.org. Abgerufen am 23. November 2012.
Turniermodus Bei den beiden „Probeturnieren“ wurde zunächst auf eine feste Punktedistanz gespielt, diese wurde dann bei den offiziellen Weltmeisterschaften zugunsten des Satzsystems aufgegeben. Für alle Turniere gilt, dass der 3. Platz nicht ausgespielt wurde/wird und es damit zwei Bronzemedaillengewinnerinnen gab/gibt.
Vorläuferturniere 1999 bei den „Ladies World Masters“ gab es acht Teilnehmerinnen, die in zwei Gruppen zu je vier Spielerinnen aufgeteilt waren. In der Vorrunde spielte man auf 25 Punkte, ab dem Halbfinale dann auf 30 Punkte.
2002 verdoppelte sich die Teilnehmerzahl auf 16 in vier Gruppen zu je vier Spielerinnen. Anders als zu den „Ladies World Masters“ wurde während des gesamten Turniers auf 30 Punkte mit einer Aufnahmebegrenzung von 60 gespielt.
Weltmeisterschaften Bei der ersten Weltmeisterschaft 2004 wurde das Spielsystem geändert und auf zwei Gewinnsätze zu je 10 Punkten, ab 2006 dann auf 12 Punkte je Satz gespielt. 2012 wurde erstmals auch bei den Damen die Shot clock eingeführt und auf 40 Sekunden gestellt. Die Teilnehmerzahl von 16 wurde beibehalten, ebenso wie die Gruppenaufteilung. 2008 wurde dann neuerlich dahingehend geändert, dass nun in der Gruppenphase auf Gewinnpartien (Best of 3) mit Nachstoß gespielt wurde. 2019 wird erstmals mit einem Teilnehmerfeld von 24 gespielt.
Preisgelder und Weltranglistenpunkte Erstmals wurden 2018 Preisgelder bei der WM ausgelobt, 2024 wurde das Preisgeld weiter erhöht. Preis-geld (€) WRL-Punkte Sieger (1×) 120 Finalist (1×) 81 Halbfinalisten (2×) 57 5. – 8. (4×) 39 9. – 16. (8×) 24 17. – 24. (8×) 12 Insgesamt –
Turnierstatistik Der GD gibt den Generaldurchschnitt der jeweiligen Spielerin während des Turniers an. Vorläuferturniere zur Weltmeisterschaft Nr. Jahr Ort Siegerin GD Zweitplatzierte GD Halbfinalistin 1 GD Halbfinalistin 2 GD - 1999*1 Heemstede Orie Hida 1,080 Gerrie Geelen 0,723 Maggy Bley 0,517 Natascha Al-Mamar 0,387 - 2002*2 Gandia Orie Hida 0,857 Ayako Maehara 0,572 Kazumi Hida 0,652 0,581 Weltmeisterschaften 12004 Valencia Orie Hida0,718 Gerrie Geelen0,578 Akane Imaizumi0,600 Ayako Maehara0,715 22006 Orie Hida0,8150,701 Gülşen Degener0,601 Ayako Maehara0,878 32008 Sivas Orie Hida0,947 Karina Jetten0,5230,543 Park Su-ah0,480 42012 Tokio Natsumi Higashiuchi0,753 Yuko Nishimoto0,773 Ayaka Fukumoto0,693 Namiko Hayashi0,633 52014 Sinop1,102 Yuko Nishimoto0,733 Lee Shin-young0,660 Danielle le Bruijn0,605 62016 Guri1,122 Lee Mee-rae0,825 Yuko Nishimoto0,677Orie Hida0,881 72017 Orie Hida0,868 Lee Mee-rae0,6400,7030,601 82018 Izmir Therese Klompenhouwer0,887 Orie Hida1,082 Sruong Pheavy0,884 Gülşen Degener0,729 92019 Valencia Therese Klompenhouwer1,125 Orie Hida0,981 Sruong Pheavy0,696 Ayako Sakai0,664 2020: ausgefallen wg. COVID-19-Pandemie 2021: ausgefallen wg. COVID-19-Pandemie 102022 Heerhugowaard Therese Klompenhouwer1,393 Han Jieun0,776 Yuko Nishimoto0,605 Noriko Fukao0,596 112023 Ankara Lee Shin-young 0,894 Yuko Nishimoto 0,882 Kim Ha-eun 0,782 Mirjam Pruim 0,570 122024 Blois Charlotte Sörensen 0,821 Therese Klompenhouwer 1,069 Karina Jetten 0,675 Nguyen Nhi Hoangyen 0,616 132025 Cartagena Therese Klompenhouwer 0,955 Kim Ha-eun 0,816 Choi Bo-mi 0,713 Nguyen Le Lýen Quynh 0,574 142026 Gradignan Guzin Mujde Karakasli 0,779 Karina Jetten 0,8802 Therese Klompenhouwer 0,938 Nguyen Duc Yen Sinh 0,704 152027 Ankara - - - - Anmerkungen *1 Vorturnier als „Ladies World Masters“ *2 Vorturnier als „1st World Challenge“
Siehe auch Dreiband-Weltmeisterschaft Dreiband-Weltmeisterschaft für Nationalmannschaften Dreiband-Weltmeisterschaft der Junioren Dreiband-Weltcup
Einzelnachweise
Kategorie:Erstveranstaltung 1999